{"id":3617,"date":"2020-11-03T16:49:09","date_gmt":"2020-11-03T13:49:09","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-wahl-2020-drei-szenarien-fur-die-wahlnacht\/"},"modified":"2020-11-03T16:49:09","modified_gmt":"2020-11-03T13:49:09","slug":"us-wahl-2020-drei-szenarien-fur-die-wahlnacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-wahl-2020-drei-szenarien-fur-die-wahlnacht\/","title":{"rendered":"US-Wahl 2020: Drei Szenarien f\u00fcr die Wahlnacht"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/fb8dc9f1-9418-4871-8327-07ae58679ed2_w948_r1.77_fpx49_fpy50.jpg\" title=\"Trump-Anh\u00e4nger auf Gerald R. Ford International Airport in Grand Rapids\" alt=\"Trump-Anh\u00e4nger auf Gerald R. Ford International Airport in Grand Rapids\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Trump-Anh\u00e4nger auf Gerald R. Ford International Airport in Grand Rapids<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Jeff Kowalsky \/ AFP<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der US-Wahlkampf dauert gef\u00fchlt seit einer Ewigkeit, nun ist der Tag der Entscheidung da. Zumindest in der Theorie: Die letzten W\u00e4hler werden ihre Stimmen abgeben \u2013 nur ob es schon in der Nacht einen Gewinner geben wird, ist ungewiss.<\/p>\n<p>So kurz vor Toresschluss steigt die Nervosit\u00e4t im Land, und damit nehmen die Spekulationen zu, wie die Wahl ausgehen k\u00f6nnte. Der Demokrat Joe Biden wird als Favorit gesehen, auch in den Umfragen, doch ein Wahlsieg von Pr\u00e4sident Donald Trump bleibt weiter m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es gibt Dutzende M\u00f6glichkeiten, wie die Wahl enden k\u00f6nnte. Drei Szenarien erscheinen derzeit am plausibelsten \u2013 und keines davon d\u00fcrfte die gespaltenen USA befrieden.<\/p>\n<h3>1. Die H\u00e4ngepartie<\/h3>\n<p>Das Szenario, das die meisten Beobachter zurzeit bef\u00fcrchten: eine H\u00e4ngepartie, bei der in der Wahlnacht noch kein Sieger feststeht. &quot;Wir erwarten eine Wahlwoche, keine Wahlnacht&quot;, sagte Ralph Northam, der demokratische Gouverneur von Virginia. Auch die Agentur AP, die neben den US-Networks f\u00fcr die offizielle Bekanntgabe der Resultate zust\u00e4ndig ist, geht davon aus: &quot;Es besteht eine gute Chance, dass die Amerikaner nicht wissen, wer der Sieger der Pr\u00e4sidentschaftswahl ist, wenn sie in jener Nacht ins Bett gehen.&quot;<\/p>\n<p>Das liegt daran, dass es in vielen US-Bundesstaaten Tage dauern kann (und darf), bis die Stimmen der Briefw\u00e4hler und jener, die am <em>Early Voting<\/em> teilgenommen haben, gez\u00e4hlt sind. W\u00e4hrend Florida damit schon 22 Tage vorher anfing und deshalb noch am Abend ein schnelles Ergebnis erwartet, lassen sich andere damit Zeit \u2013 auch wichtige Swing States wie Michigan, Pennsylvania und Wisconsin, in denen es auf jede Stimme ankommt. \u00dcberall sind die Regeln anders \u2013 und viele wurden von den Republikanern schon vorab angefochten, mit wechselndem Erfolg. Hinzu kommt, dass die US-Post \u2013 die vom Trump-Freund Louis DeJoy gef\u00fchrt wird \u2013 die Zustellung der Briefwahlstimmen zus\u00e4tzlich verz\u00f6gern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Trump hat in klassischer Manier bereits angek\u00fcndigt, so ein Szenario eiskalt f\u00fcr sich auszunutzen. Obwohl lange Ausz\u00e4hlfristen legal sind, nannte er sie am Sonntagabend erneut &quot;schrecklich&quot; und forderte, dass sie verboten w\u00fcrden: &quot;Sobald diese Wahl vorbei ist&quot;, sagte er, werde er seine Anw\u00e4lte in Marsch setzen, um jede weitere Ausz\u00e4hlung anzuhalten.<\/p>\n<p>Hintergrund ist ein Ph\u00e4nomen namens &quot;<em>Red Mirage<\/em>&quot; (rote Illusion): Demnach k\u00f6nnte Trump in der Wahlnacht zun\u00e4chst f\u00fchren, weil die Republikaner ihre Stimmen offenbar lieber pers\u00f6nlich am Wahltag abgeben als vorher oder per Post. Das Verh\u00e4ltnis k\u00f6nnte dann sp\u00e4ter mit der Ausz\u00e4hlung der Brief- und Fr\u00fchwahlstimmen Richtung Biden und der Demokraten kippen \u2013 was Trump durch einen Z\u00e4hlstopp verhindern will.<\/p>\n<p>Um bei so einem Cliffhanger die \u00f6ffentliche Meinung zu seinen Gunsten zu beeinflussen, hat Trump offenbar auch vor, sich noch in der Nacht vorzeitig zum Sieger zu erkl\u00e4ren \u2013 selbst wenn die Networks das nicht st\u00fctzen. Das habe Trump in kleinem Kreise er\u00f6rtert, berichtete die Website &quot;Axios&quot;.<\/p>\n<h3>2. Die blaue Welle<\/h3>\n<p>Davon tr\u00e4umen die Demokraten: dass Biden schon am Wahlabend als Gewinner feststeht. Die politische Landkarte der USA w\u00fcrde sich in diesem Szenario weitgehend in der Parteifarbe der Demokraten einf\u00e4rben, w\u00e4hrend es nur noch wenige rote, also republikanische Flecken g\u00e4be.<\/p>\n<p>Der Optimismus mancher Demokraten, dass das eintreten k\u00f6nnte, beruht auf den letzten Umfragen vor der Wahl. Sie sehen Biden in etlichen Staaten deutlich vorn und in vielen weiteren Staaten \u2013 darunter auch Swing States \u2013 mit einem Vorteil von mindestens einem bis zwei Prozentpunkten.<\/p>\n<p>Demnach k\u00f6nnte Biden bereits am Wahlabend in Florida siegen, wo die Stimmen ja fr\u00fch ausgez\u00e4hlt werden. Dies w\u00e4re zwar nicht gleich zwingend eine landesweite Entscheidung, aber ein untr\u00fcgliches Zeichen f\u00fcr eine &quot;blaue Welle&quot;. Denn Florida w\u00fcrde nahelegen, dass diese Welle dann auch durch Wisconsin, Michigan, Pennsylvania und Ohio schwappt, und sogar republikanische Hochburgen wie Georgia, North Carolina und Texas k\u00f6nnte Biden erobern.<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00e4me Biden dann auf 350 bis 400 Wahlm\u00e4nnerstimmen im &quot;<em>Electoral College<\/em>&quot;, dem Wahlleutegremium, er w\u00fcrde also die n\u00f6tige Mehrheit von 270 Stimmen deutlich \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Sein Durchmarsch w\u00e4re unzweifelhaft, die TV-Networks und die Agentur AP w\u00fcrden ihn zum Sieger erkl\u00e4ren, und Biden w\u00fcrde seine Siegesrede noch am Abend halten. Einen Ort hat er schon bekannt gegeben: Seine Wahlparty findet in Wilmington statt, Bidens Heimatort in Delaware.<\/p>\n<p>Ob Trump einen Sieg Bidens trotzdem so einfach anerkennt, ist fraglich. Schlie\u00dflich drohen ihm bei einer R\u00fcckkehr ins Privatleben gleich mehrere Strafverfahren, bei denen er sich dann nicht l\u00e4nger auf pr\u00e4sidiale Immunit\u00e4t berufen k\u00f6nnte. Also k\u00f6nnte er versuchen, die Niederlage m\u00f6glichst lange zu verz\u00f6gern oder g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr sich herauszuhandeln, im Gegenzug f\u00fcr ein friedliches Eingest\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Bis dahin wird bef\u00fcrchtet, dass Trumps teils militante Anh\u00e4nger unfriedlich auf die Stra\u00dfe gehen \u2013 zumal er sie seit Wochen aufpeitscht, indem er immer wieder behauptet, die Demokraten k\u00f6nnten nur durch einen Wahlbetrug gewinnen. Viele Sicherheitsexperten gehen in diesem Fall von Gewalt und Ausschreitungen von rechts aus.<\/p>\n<h3>3. Der (relativ) knappe Trump-Sieg<\/h3>\n<p>Nicht nur Trump und seine Anh\u00e4nger halten es weiter f\u00fcr m\u00f6glich, dass er Biden vernichtend schl\u00e4gt. Sie glauben an die &quot;rote Welle&quot;. Daf\u00fcr m\u00fcssten allerdings s\u00e4mtliche Umfragen in den wichtigen Bundesstaaten nicht nur ein wenig falsch liegen, sondern um f\u00fcnf, sechs, sieben Prozentpunkte oder sogar mehr danebenschie\u00dfen. Solche extremen Abweichungen gab es selbst bei der letzten Wahl nicht, als die Demoskopen \u2013 und die Demokraten um Hillary Clinton \u2013 Trumps St\u00e4rke in wichtigen Regionen falsch einsch\u00e4tzten und von seinem Sieg \u00fcberrascht wurden.<\/p>\n<p>Wahrscheinlicher ist daher, dass ein m\u00f6glicher Trump-Sieg, wenn, dann eher knapp ausf\u00e4llt. Er k\u00f6nnte in diesem Szenario viele der Staaten halten, die er schon bei der letzten Wahl gewonnen hatte, vor allem die beiden gro\u00dfen &quot;<em>Battleground States<\/em>&quot; Florida und Pennsylvania, und k\u00f6nnte auch traditionelle Hochburgen seiner Partei wie Texas, Georgia, Arizona und North Carolina verteidigen. Selbst wenn Trump Wisconsin und Michigan an Biden abtr\u00e4te, w\u00fcrde es f\u00fcr ihn trotzdem ausreichen, um die magische Grenze von 270 Stimmen im Wahlleutegremium zu \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Ob Trump so auf dem Weg zu einer m\u00f6glichen Wiederwahl ist, l\u00e4sst sich wom\u00f6glich schon relativ fr\u00fch am Wahlabend erahnen. Wenn bald feststeht, dass er Florida gewinnt und dann Staaten wie Iowa, Ohio, North Carolina und Georgia halten kann, w\u00e4re er klar im Spiel f\u00fcr den Gesamtsieg.<\/p>\n<p>Auch in diesem Fall k\u00f6nnte es freilich zu Unruhen kommen. Viele Biden-Anh\u00e4nger sind ihrerseits fest davon \u00fcberzeugt, dass Trump sich einen Sieg nur erschleichen und erschwindeln kann. Massenproteste in Demokraten-Hochburgen wie New York City, Los Angeles, Chicago und Portland w\u00e4ren dann zu erwarten.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Trump-Anh\u00e4nger auf Gerald R. 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