{"id":3600,"date":"2020-11-02T21:48:08","date_gmt":"2020-11-02T18:48:08","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/angela-merkel-zum-corona-shutdown-bitte-alle-mitmachen\/"},"modified":"2020-11-02T21:48:08","modified_gmt":"2020-11-02T18:48:08","slug":"angela-merkel-zum-corona-shutdown-bitte-alle-mitmachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/angela-merkel-zum-corona-shutdown-bitte-alle-mitmachen\/","title":{"rendered":"Angela Merkel zum Corona-Shutdown: Bitte alle mitmachen!"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/94f3db83-df07-42c9-aa89-997ebc5db119_w948_r1.77_fpx53_fpy12.jpg\" title=\"Merkel auf dem Weg zur Bundespressekonferenz\" alt=\"Merkel auf dem Weg zur Bundespressekonferenz\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Merkel auf dem Weg zur Bundespressekonferenz<\/p>\n<p>  Foto:\u2002BERND VON JUTRCZENKA \/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Sache ist dringend. Das sollte wohl schon durch die kurzfristige Ank\u00fcndigung zum Ausdruck kommen. Um 8.01 Uhr am Montagmorgen verschickte die Bundespressekonferenz die Einladung zum Auftritt der Kanzlerin knapp sechs Stunden sp\u00e4ter an gleicher Stelle. Solche Solotermine vor der versammelten Hauptstadtpresse dosiert Angela Merkel f\u00fcr gew\u00f6hnlich sehr sparsam. Normalerweise kommt sie nur einmal im Jahr hierher, zu ihrer sogenannten Sommerpressekonferenz.<\/p>\n<p>Aber die Zeiten sind nicht normal, und dieser Montag ist kein gew\u00f6hnlicher Tag.<\/p>\n<p>Merkel wird das im Laufe ihres Auftritts in ihrer mitunter etwas sperrigen Sprache so ausdr\u00fccken: &quot;Das ist nicht irgendwie ein Klein-Ereignis.&quot; Mit Sicherheit nicht. An diesem Montag geht das Land schon zum zweiten Mal in diesem Jahr in einen Shutdown. Zumindest teilweise wird das \u00f6ffentliche Leben im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus wieder heruntergefahren. Was die Menschen binnen acht Monaten erneut schultern m\u00fcssen, hat die Republik in ihrem \u00fcber 70-j\u00e4hrigen Bestehen zuvor nicht ein einziges Mal erlebt.<\/p>\n<p>Also eigentlich kein Wunder, dass die CDU-Politikerin zu diesem historischen Datum noch mal ein paar Dinge klarstellen will, klarstellen muss.<\/p>\n<p>Dabei ist Merkel rein demoskopisch gesehen eigentlich in einer komfortablen Lage: Die Stimmung in der Bev\u00f6lkerung ist stabil, die gro\u00dfe Mehrheit der B\u00fcrger steht aktuellen Umfragen zufolge weiter hinter der Corona-Politik von Bund und L\u00e4ndern, auch nach den Beschl\u00fcssen von vergangenem Mittwoch. Merkels pers\u00f6nliche Popularit\u00e4tswerte sind hoch.<\/p>\n<p>Nur: Wie nachhaltig ist das?<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nne ja den &quot;Unmut und Unwillen verstehen&quot;, der schon jetzt da sei, sagt Merkel. Und Unmut und Unwillen, das ist ihr bewusst, d\u00fcrften gr\u00f6\u00dfer werden. Denn die neuen Beschr\u00e4nkungen gelten erst seit diesem Montag, in ihrer ganzen Tragweite werden sie also erst in den kommenden Tagen sp\u00fcrbar f\u00fcr die Menschen im Land. Der Hinweis, den auch die Kanzlerin in ihrer Pressekonferenz bem\u00fcht, wonach manche Nachbarl\u00e4nder in einem echten Lockdown sind, dort also noch viel drastischere Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, hilft da nur bedingt.<\/p>\n<h3>Merkel: Noch kein Licht am Ende des Tunnels<\/h3>\n<p>Im ohnehin oft schon tristen November wird das Leben in Deutschland noch trister f\u00fcr die Menschen. Merkel selbst r\u00e4umt ein: &quot;Das Licht am Ende des Tunnels ist noch weit entfernt.&quot;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Kanzlerin bedeutet das: Sie muss sich in diesen Tagen mehr anstrengen, das Vorgehen der Politik zu erl\u00e4utern, zu erkl\u00e4ren und zu begr\u00fcnden. Da das nicht unbedingt die Lieblingsdisziplin Merkels ist, macht es die Sache umso anstrengender f\u00fcr sie.<\/p>\n<p>Mittwoch Pressekonferenz mit den Ministerpr\u00e4sidenten, Donnerstag Regierungserkl\u00e4rung im Bundestag, nun noch einmal eine \u00f6ffentliche Erkl\u00e4rstunde &#8211; f\u00fcr Merkels Verh\u00e4ltnisse ist das geradezu inflation\u00e4r. Aber viel hilft nicht immer viel. Die Kanzlerin darf nicht \u00fcbertreiben. Eine erneute TV-Ansprache, wie zu Beginn des erstens Shutdowns im Fr\u00fchjahr, k\u00f6nnte die B\u00fcrger m\u00f6glicherweise mehr verunsichern, als sie sie sensibilisiert. Zudem: Vielleicht braucht Merkel ja noch Steigerungsm\u00f6glichkeiten, f\u00fcr den Fall, dass die Lage noch dramatischer wird \u2013 die eine Rede an die Nation zur besten Sendezeit sozusagen als letztes kommunikatives Mittel.<\/p>\n<p>Die knapp 80 Minuten in der Bundespressekonferenz nutzt Merkel einmal mehr f\u00fcr die eindringliche Warnung, dass man in den Krankenh\u00e4usern &quot;auf eine akute Notlage&quot; zulaufe. Daraus ergeben sich f\u00fcr die Kanzlerin die n\u00f6tigen Schritte quasi zwangsl\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Von Alternativlosigkeit, wie Merkel in zur\u00fcckliegenden Krisen die von ihr gew\u00e4hlten politischen Mittel begr\u00fcndete, spricht sie auch an diesem Montag nicht explizit. Aber implizit l\u00e4uft es genau darauf hinaus. &quot;Das Virus bestraft Halbherzigkeit&quot;, sagt sie, angesichts der kaum mehr nachzuverfolgenden Kontakte von Corona-Infizierten m\u00fcsse man &quot;f\u00fcr die Gesamtheit eine Reduktion hinbekommen&quot;.<\/p>\n<h3>Eine versteckte gute Botschaft ist auch dabei<\/h3>\n<p>Das sei zweifellos hart, r\u00e4umt die Kanzlerin ein, auch mit Blick auf die vielen betroffenen Branchen, und es bedeute f\u00fcr fast alle &quot;vier Wochen Verzicht auf vieles, was das Leben sch\u00f6n macht&quot;. F\u00fcr den Zeitraum danach wolle sie &quot;nicht spekulieren&quot;, sagt Merkel, was eben auch hei\u00dft, dass es mit dem November-Shutdown nicht getan sein k\u00f6nnte. Aber, und das k\u00f6nnte man dann doch als versteckte gute Nachricht dieses Nachmittags verstehen: &quot;Wir werden politisch alles versuchen, dass es auf den November beschr\u00e4nkt bleibt.&quot;<\/p>\n<p>Daf\u00fcr aber m\u00fcssten sich die Deutschen an die Ma\u00dfnahmen halten. Die Politik sei &quot;auf das Verst\u00e4ndnis und die Akzeptanz angewiesen&quot;. Darum wirbt die Kanzlerin sehr eindringlich zu Beginn dieser historischen Woche.<\/p>\n<p>Die Frage ist: Dringt sie, dringen die Ministerpr\u00e4sidenten damit noch durch?<\/p>\n<p>Der nordrhein-westf\u00e4lische Regierungschef Armin Laschet hat zum Beginn des zweiten Shutdowns ein Social-Media-Filmchen produzieren lassen, in dem er ebenfalls um Akzeptanz f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen wirbt, einen offenen Brief verfasst, ganze Zeitungsseiten mit entsprechenden Anzeigen best\u00fcckt, am Morgen lie\u00df der CDU-Politiker sich eine ganze Stunde im WDR-Radio von B\u00fcrgern befragen. Seine zentrale Botschaft: &quot;Bleiben Sie zu Hause!&quot;<\/p>\n<p>Aber was, wenn nicht?<\/p>\n<p>Der Kanzlerin bliebe kommunikativ noch ihr letzter Joker: die Fernsehansprache. Aber dann m\u00fcsste es richtig d\u00fcster aussehen im Land. Und dann w\u00e4ren die November-Ma\u00dfnahmen wohl erst der Beginn eines wirklich finsteren Corona-Winters.<\/p>\n<p>&quot;Jeder und jede hat es in der Hand, diesen November zu unserem gemeinsamen Erfolg zu machen, zu einem Wendepunkt wieder zur\u00fcck zu einer Verfolgbarkeit der Pandemie&quot;, sagt Merkel an diesem Nachmittag.<\/p>\n<p>An Deutlichkeit l\u00e4sst das nichts vermissen. Mehr kann sie vorerst wohl nicht mehr tun.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Merkel auf dem Weg zur Bundespressekonferenz Foto:\u2002BERND VON JUTRCZENKA \/ AFP Die Sache ist dringend. Das sollte wohl schon durch die kurzfristige Ank\u00fcndigung zum Ausdruck kommen. 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