{"id":3563,"date":"2020-11-01T03:01:09","date_gmt":"2020-11-01T00:01:09","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/erwerbstatigkeit-von-frauen-weltweit-seltener-in-arbeit-schlechter-bezahlt\/"},"modified":"2020-11-01T03:01:09","modified_gmt":"2020-11-01T00:01:09","slug":"erwerbstatigkeit-von-frauen-weltweit-seltener-in-arbeit-schlechter-bezahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/erwerbstatigkeit-von-frauen-weltweit-seltener-in-arbeit-schlechter-bezahlt\/","title":{"rendered":"Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen weltweit: Seltener in Arbeit, schlechter bezahlt"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/0453bcca-244a-4e59-b87f-e2b5cc30aaff_w948_r1.77_fpx32.54_fpy50.jpg\" title=\"Malerin und Dekorateurin (Archivbild)\" alt=\"Malerin und Dekorateurin (Archivbild)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Malerin und Dekorateurin (Archivbild)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Thierry Gouegnon \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Mandanten verteidigen, ein Gesch\u00e4ft f\u00fchren oder einen Bus fahren \u2013 weltweit machen das mehr M\u00e4nner als Frauen, und nicht nur diese T\u00e4tigkeiten: Dass es die M\u00e4nner sind, die arbeiten und daf\u00fcr Geld bekommen, ist immer noch der Normalfall der Erwerbst\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Frauen sind seltener \u00fcberhaupt erwerbst\u00e4tig und arbeiten weniger Stunden f\u00fcr Geld. Weltweit hei\u00dft das: Weniger als die H\u00e4lfte aller Frauen im erwerbsf\u00e4higen Alter haben einen bezahlten Job. Frauen verbringen jedoch deutlich mehr Zeit mit unbezahlten T\u00e4tigkeiten wie Hausarbeit, Pflegearbeit und Feldarbeit f\u00fcr die eigene Familie.<\/p>\n<p>Besonders extrem ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern in Nordafrika und im Nahen Osten. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) sch\u00e4tzt den Anteil der arbeitenden Frauen in diesen Regionen auf den niedrigsten weltweit.<\/p>\n<p>Anders sieht es hingegen in Subsahara-Afrika aus: Frauen arbeiten dort eher als in Europa.<\/p>\n<p>Woran liegt es, ob Frauen erwerbst\u00e4tig sind oder nicht?<\/p>\n<p>Bei L\u00e4ndervergleichen muss beachtet werden: Faktoren wie die Altersverteilung der Gesellschaft, Gesetze und kulturelle Normen k\u00f6nnen den Anteil der arbeitenden Frauen beeinflussen. In L\u00e4ndern mit niedrigen Einkommen arbeiten Frauen zum Beispiel auf den H\u00f6fen oder in Familienbetrieben \u2013 ohne bezahlt zu werden. Sie z\u00e4hlen dann nicht zu den Erwerbst\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Andersherum kann ein schlecht entwickeltes Bildungswesen zu h\u00f6herer Erwerbst\u00e4tigkeit f\u00fchren: Die Statistik betrachtet Frauen ab 15 Jahren \u2013 in den meisten L\u00e4ndern geht ein Gro\u00dfteil der Menschen in diesem Alter noch zur Schule. Besuchen junge Frauen in einem Land k\u00fcrzer die Schule und fangen fr\u00fcher an zu arbeiten, erh\u00f6ht das die Erwerbst\u00e4tigenquote. Auch ein niedriger Anteil von Frauen, die studieren, steigert die Quote.<\/p>\n<p>Wie sehr auch Kultur, Normen und politische Vergangenheit die Erwerbst\u00e4tigkeit beeinflussen, l\u00e4sst sich unter anderem in Deutschland beobachten: Noch immer arbeiten weniger westdeutsche als ostdeutsche Frauen in Vollzeit. Besonders bei M\u00fcttern ist der Unterschied gro\u00df: In ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern arbeiten Frauen mit Kindern unter elf Jahren dreimal h\u00e4ufiger in Vollzeit als in westdeutschen. Die L\u00fccke zwischen West und Ost ist zwar bereits geschrumpft, doch auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sind noch Unterschiede erkennbar.<\/p>\n<p>Ein Faktor, der die Erwerbst\u00e4tigkeit von Frauen beg\u00fcnstigt, ist die Gendergerechtigkeit. Im &quot;Sustainable Development Goals (SDG) Gender-Index&quot; werden verschiedene Lebensaspekte erfasst, etwa Armut, Hunger, Zugang zu Wasser, Klimafolgen und Gleichheit.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Je h\u00f6her die Gendergerechtigkeit, desto mehr Frauen gehen bezahlten T\u00e4tigkeiten nach. Und es tut sich etwas grunds\u00e4tzlich: In den meisten L\u00e4ndern der Welt arbeiten heute mehr Frauen als noch 1980.<\/p>\n<p>Allerdings: Auf der ganzen Welt gibt es kein einziges Land, in dem erfasst wurde, dass M\u00e4nner mehr unbezahlte Arbeit leisten als Frauen. Das gilt auch f\u00fcr alle europ\u00e4ischen L\u00e4nder, wie Zahlen der Weltbank zeigen.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Differenz Europas herrscht in Albanien, dort wenden Frauen t\u00e4glich 4,5 Stunden mehr auf als M\u00e4nner, um zu putzen, zu pflegen, zu kochen. In Deutschland betr\u00e4gt die L\u00fccke 1,5 Stunden, wie die j\u00fcngsten Zahlen von 2013 zeigen. Die geringsten Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es diesbez\u00fcglich in Norwegen, wo Frauen den M\u00e4nnern 2011 nur 45 Minuten voraushatten.<\/p>\n<p>Im Mittel \u00fcber alle OECD-Staaten arbeiten Frauen so insgesamt 30 Minuten mehr am Tag &#8211; unbezahlte und bezahlte Arbeit zusammengenommen. In Portugal macht dieser Unterschied sogar 90 Minuten aus, in Deutschland liegen M\u00e4nner und Frauen etwa gleichauf.<\/p>\n<p>Frauen arbeiten auch deutlich h\u00e4ufiger in Teilzeit \u2013 jedoch nicht immer freiwillig: Der Anteil der Frauen, die ungewollt in Teilzeit arbeiten, liegt OECD-weit mehr als doppelt so hoch wie jener der M\u00e4nner, bei etwa f\u00fcnf Prozent. Besonders gro\u00df ist die Diskrepanz in L\u00e4ndern, die ohnehin eine hohe Arbeitslosigkeit haben, wie Spanien und Italien.<\/p>\n<p>Dass Frauen weniger Stunden f\u00fcr Bezahlung arbeiten, f\u00fchrt unter anderem dazu, dass sie ein geringeres Einkommen haben als M\u00e4nner. In den OECD-Staaten verdienen Frauen im Schnitt 13 Prozent weniger als M\u00e4nner. In diese sogenannte unbereinigte Gehaltsl\u00fccke spielt hinein, dass Frauen h\u00e4ufig weniger Stunden arbeiten \u2013 aber auch, dass Jobs, in denen typischerweise viele Frauen arbeiten, schlechter bezahlt werden.<\/p>\n<p>Klar ist auch: Wer weniger oder gar nicht f\u00fcr Geld arbeitet, l\u00e4uft eher Gefahr, in Abh\u00e4ngigkeit zu geraten oder in Armut abzurutschen, besonders im Alter.<\/p>\n<h3>Wo M\u00e4nner lieber eingestellt werden als Frauen<\/h3>\n<p>Daf\u00fcr, dass weniger Frauen erwerbst\u00e4tig sind, gibt es allerdings auch strukturelle Gr\u00fcnde. Das zeigt sich etwa an der weltweiten Arbeitslosenquote: Die Frauenarbeitslosigkeit auf der Welt ist sechs Prozent h\u00f6her als die der M\u00e4nner. Auch wenn Frauen also am Erwerbsleben teilhaben wollen, sind sie h\u00e4ufiger ohne Job als M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Das wiederum liegt h\u00e4ufig an kulturellen Gr\u00fcnden. In Indien und Tunesien beispielsweise war 2012 noch die Meinung verbreitet, dass bei Jobknappheit ein Mann Vorrang vor einer Frau haben sollte, wenn sich beide auf eine Stelle bewerben. Mehr als 80 Prozent der Befragten stimmten dieser Aussage zu. In Deutschland sahen das immerhin noch 19 Prozent so. <\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Malerin und Dekorateurin (Archivbild) Foto:\u2002Thierry Gouegnon \/ REUTERS Mandanten verteidigen, ein Gesch\u00e4ft f\u00fchren oder einen Bus fahren \u2013 weltweit machen das mehr M\u00e4nner als Frauen, und nicht nur<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3564,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3563","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3563\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}