{"id":3501,"date":"2020-10-29T05:19:04","date_gmt":"2020-10-29T02:19:04","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-arzte-und-virologen-stellen-sich-gegen-masnahmen-haben-aber-keine-losung\/"},"modified":"2020-10-29T05:19:04","modified_gmt":"2020-10-29T02:19:04","slug":"coronavirus-arzte-und-virologen-stellen-sich-gegen-masnahmen-haben-aber-keine-losung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-arzte-und-virologen-stellen-sich-gegen-masnahmen-haben-aber-keine-losung\/","title":{"rendered":"Coronavirus: \u00c4rzte und Virologen stellen sich gegen Ma\u00dfnahmen, haben aber keine L\u00f6sung"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/5d969063-8a72-405a-b7e9-01a8f21662d6_w948_r1.77_fpx62_fpy36.jpg\" title=\"&quot;Bitte Maske aufsetzen&quot;: Hinweisschild in einer Bar\" alt=\"&quot;Bitte Maske aufsetzen&quot;: Hinweisschild in einer Bar\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">&quot;Bitte Maske aufsetzen&quot;: Hinweisschild in einer Bar<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Kay Nietfeld \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist die Woche der Positionspapiere: Nachdem sich am Dienstag f\u00fchrende Wissenschaftsorganisationen in Deutschland zu Wort gemeldet haben, ver\u00f6ffentlichte die Kassen\u00e4rztliche Bundesvereinigung (KBV) am Mittwoch ein weiteres Papier, das von einer ganzen Reihe \u00e4rztlicher Fachgesellschaften unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Allerdings k\u00f6nnten die Positionen der beiden Papiere nicht unterschiedlicher sein:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Die Deutsche Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft verwiesen unter der \u00dcberschrift &quot;Die Situation ist ernst&quot; darauf, dass Kontakte um 75 Prozent reduziert werden m\u00fcssten, um die Kontaktverfolgung wieder zu erm\u00f6glichen und einen deutlichen Anstieg der Behandlungsbed\u00fcrftigen in den Krankenh\u00e4usern und der Sterbezahlen zu verhindern (hier).<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die KBV und ihre Unterst\u00fctzer &#8211; darunter etwa der Deutsche Haus\u00e4rzteverband und der Spitzenverband Fach\u00e4rzte Deutschlands, zu denen zahlreiche Bundesverb\u00e4nde geh\u00f6ren &#8211; pl\u00e4dieren dagegen in vier Kernthesen daf\u00fcr, sich auf den Schutz von Risikogruppen zu konzentrieren und die bereits geltenden Hygienema\u00dfnahmen gezielter zu kommunizieren (hier).<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vorgestellt wurde das KBV-Papier auf einer Pressekonferenz mit KBV-Chef Andreas Gassen, dem Bonner Virologen Hendrik Streeck, dem Hamburger Virologen Jonas Schmidt-Chanasit und dem stellvertretenden Vorsitzenden der KBV, Stephan Hofmeister. Der Zeitpunkt d\u00fcrfte kein Zufall gewesen sein: Die Veranstaltung fand kurz vor der Verk\u00fcndung eines weiteren Shutdowns statt.<\/p>\n<p>In ihren Beratungen haben Bund und L\u00e4nder nun beschlossen, dass ab Montag die Gastronomie sowie Kultur- und Freizeitst\u00e4tten f\u00fcr vier Wochen zu schlie\u00dfen sind. In dieser Gemengelage sorgte der Auftritt der Fachleute f\u00fcr reichlich Irritation. Der \u00dcberblick \u00fcber die Kernthesen des Papiers, das als &quot;Gemeinsame Position von Wissenschaft und \u00c4rzteschaft&quot; bezeichnet wird, sowie zentrale Punkte aus der Pressekonferenz.<\/p>\n<h3>Shutdown weder zielf\u00fchrend noch umsetzbar<\/h3>\n<p>&quot;Eine pauschale Lockdownregelung ist weder zielf\u00fchrend noch umsetzbar&quot;, sagte KBV-Chef Gassen. An dieser Stelle m\u00fcsste zun\u00e4chst definiert werden, was genau das Ziel ist. Geht es darum, die Ausbreitung des Virus einzud\u00e4mmen und somit gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung vor einer Infektion und Erkrankung zu sch\u00fctzen, muss Gassen klar widersprochen werden: Die Erfahrungen aus dem Fr\u00fchjahr aus Deutschland, Italien und vielen anderen L\u00e4ndern, in denen Kontaktbeschr\u00e4nkungen oder sogar Ausgangssperren galten, zeigen, dass ein Shut- oder Lockdown Infektionsketten effektiv unterbrechen kann &#8211; die Zahlen der Infizierten sanken deutlich.<\/p>\n<p>Die Frage ist allerdings, ob ein Shutdown alternativlos ist. Als Gegenvorschl\u00e4ge liefern die Experten &quot;Gebote statt Verbote&quot; und das Ampelsystem. In der Pressekonferenz wiederholt nach konkreten L\u00f6sungsans\u00e4tzen gefragt, hatten sie allerdings keine handfesten Vorschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Dynamik und Selbstorganisation in G\u00f6ttingen war da in einer Gespr\u00e4chsrunde mit Journalistinnen und Journalisten deutlicher geworden: &quot;Wir haben jetzt zwei M\u00f6glichkeiten&quot;, erkl\u00e4rte Priesemann. &quot;Entweder n\u00e4hern wir uns der Belastungsgrenze der Krankenh\u00e4user an und hangeln uns dann mit dauerhaften Einschr\u00e4nkungen des \u00f6ffentlichen Lebens an dieser entlang, oder wir dr\u00fccken die Zahlen einmal durch kurze, starke Ma\u00dfnahmen so sehr in den Keller, dass wir Ausbr\u00fcche wieder kontrollieren k\u00f6nnen.&quot;<\/p>\n<p>Recht hat Gassen allerdings, wenn er von bleibenden Sch\u00e4den f\u00fcr Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft spricht. Denn auch das haben die Beschr\u00e4nkungen gezeigt: Der Shutdown im Fr\u00fchjahr brachte weitreichende finanzielle Konsequenzen f\u00fcr verschiedene Bev\u00f6lkerungsgruppen mit sich. So sind einer Umfrage zufolge 37 Prozent der Haushalte durch die Coronakrise finanziell schlechter gestellt als zuvor. Jeder F\u00fcnfte klagt \u00fcber finanzielle Einbu\u00dfen von 30 bis 50 Prozent. Auch psychologische Auswirkungen der Coronakrise r\u00fccken zunehmend in den Fokus.<\/p>\n<h3>Gebote statt Verbote<\/h3>\n<p>&quot;Wir setzen auf Gebote anstelle von Verboten, auf Eigenverantwortung anstelle von Bevormundung. Verbote oder Bevormundung haben eine kurze Halbwertszeit und entsprechen nicht unserem Verst\u00e4ndnis einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung&quot;, steht im Positionspapier.<\/p>\n<p>Virologe Streeck sagte in der Pressekonferenz, es werde ein Marathon und kein Sprint, und &quot;deshalb ist es wichtig, dass wir \u00fcber Gebote reden, dass die Maske zum Beispiel sexy wird, dass wir einen Weg haben, ein Leben zuzulassen, ohne andere Menschen zu gef\u00e4hrden&quot;. Schmidt-Chanasit erkl\u00e4rte, die AHA-L Regeln und die Corona-App seien nach Erachten der Fachgruppe ausreichend, wenn sie konsequent um- und durchgesetzt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Seit Monaten wird an alle Menschen appelliert, sie sollten sich konsequent an die Regeln halten, ihre Kontakte einschr\u00e4nken &#8211; und insbesondere jetzt die Kontakte noch st\u00e4rker einschr\u00e4nken. Aber offensichtlich reicht das vielerorts nicht, um das Virus effektiv einzud\u00e4mmen. Und an diesem Punkt muss die Politik entscheiden, ob sie lieber nur bittet und in ein paar Wochen \u00fcberf\u00fcllte Intensivstationen in Kauf nimmt &#8211; oder aber st\u00e4rkere Einschr\u00e4nkungen verordnet.<\/p>\n<p>F\u00fcr echte Einschr\u00e4nkungen pl\u00e4dieren auch die f\u00fchrenden Wissenschaftsorganisationen in ihrer Stellungnahme vom Dienstag. &quot;Um einen \u00e4hnlichen Verlauf der Pandemie wie in vielen Nachbarstaaten noch verhindern zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten jetzt klare Entscheidungen getroffen und schnell umgesetzt werden&quot;, hei\u00dft es darin. Je fr\u00fcher und konsequenter das geschehe, desto k\u00fcrzer k\u00f6nnten die Beschr\u00e4nkungen sein.&quot; Ein ganz anderer Tonfall also als im Statement der KBV.<\/p>\n<h3>Fokus auf den Schutz der Risikogruppen legen<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend sich Sars-CoV-2 in den vergangenen Monaten vor allem unter j\u00fcngeren Menschen ausgebreitet hat, nimmt mit den steigenden Fallzahlen auch die Infektionsrate \u00e4lterer Menschen wieder zu. Sie gelten neben chronisch Kranken als wichtigste Risikogruppe, ihr Schutz &#8211; darin sind sich die meisten Virologen weltweit einig &#8211; hat besondere Priorit\u00e4t. Allein: Wie soll der aussehen?<\/p>\n<p>Im Positionspapier nennen die Unterzeichner vier Punkte, die sie f\u00fcr erforderlich halten, um Risikogruppen zu sch\u00fctzen:<\/p>\n<p>1. <strong>Besucher in Seniorenwohnheimen und Kliniken erhalten nur nach negativem Antigen-Schnelltest Zugang:<\/strong> Das w\u00e4re w\u00fcnschenswert, um zu verhindern, dass die Bewohner und Patienten gegen ihren Willen isoliert werden. Das Problem aber ist: Bislang sind Antigen-Schnelltests noch nicht fl\u00e4chendeckend verf\u00fcgbar und damit Zukunftsmusik.<\/p>\n<p>2. <strong>Das Personal wird regelm\u00e4\u00dfig getestet:<\/strong> Noch ist auch das l\u00e4ngst nicht Routine. Angesichts zunehmender Testungen und drohender Kapazit\u00e4tsprobleme m\u00fcsste hier auch \u00fcber die Priorisierung entschieden werden, wer in der Bev\u00f6lkerung getestet wird &#8211; und wer nicht.<\/p>\n<p>3. <strong>Personal und Besucher tragen FFP2-Masken:<\/strong> Je besser die Filterfunktion der Maske, umso gr\u00f6\u00dfer der Schutz. Warum die Experten hier FFP2-Masken und nicht die &#8211; noch effektiver sch\u00fctzenden &#8211; FFP3-Masken empfehlen, ist unklar. Auch die Verf\u00fcgbarkeit ist m\u00f6glicherweise fraglich.<\/p>\n<p>4. <strong>Nachbarschaftshilfe f\u00fcr Personen aus Risikogruppen soll etabliert und Personen in Selbstisolation unterst\u00fctzt werden:<\/strong> Die meisten Menschen, die zu den Risikogruppen z\u00e4hlen, leben nicht in Pflegeheimen. Sie regeln ihren Alltag selbst. Dem Vorschlag wohnt die Idee inne, dass diese Menschen sich nun sehr stark isolieren sollen, etwa indem sie per Nachbarschaftshilfe den Wocheneinkauf vor die T\u00fcr gestellt bekommen und sonst in Selbstisolation bleiben. Ob es menschlich richtig ist, von jenen, die ein h\u00f6heres Risiko haben, gr\u00f6\u00dfere Opfer zu verlangen &#8211; dar\u00fcber l\u00e4sst sich sicher streiten. Nicht bedacht sind dabei all jene, die zwar zur Risikogruppe z\u00e4hlen, aber sich gar nicht v\u00f6llig isolieren k\u00f6nnen, weil sie oder die Menschen, mit denen sie zusammenleben, berufst\u00e4tig sind.<\/p>\n<h3><strong>Eine Ampel f\u00fcr alles<\/strong><\/h3>\n<p>Im Positionspapier wird gefordert, dass ein bundesweit einheitliches Ampelsystem eingef\u00fchrt wird, anhand dessen sowohl auf Bundes- als auch auf Kreisebene die aktuelle Lage auf einen Blick erkennbar wird. Sie solle nicht nur auf der Zahl der Neuinfektionen beruhen, sondern &quot;alle relevanten Kennzahlen wie Infektionszahlen, Anzahl der durchgef\u00fchrten Tests, station\u00e4re und intensivmedizinische Behandlungskapazit\u00e4ten&quot; enthalten. Damit solle sie fr\u00fch auf eine \u00dcberlastung des Gesundheitswesens hinweisen und eine gute Einsch\u00e4tzung der Gef\u00e4hrdungslage der Risikogruppen erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Virologe Streeck sagte in der Pressekonferenz, allein auf die Infektionszahlen zu schauen, sei zu wenig. Auf die Intensivbetten zu blicken aber wiederum zu sp\u00e4t. Gassen betonte: &quot;Man kann nicht sagen, dass die Infektionszahlen uns nicht interessieren.&quot;<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gab es seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ein Ringen, die aktuelle Lage bestm\u00f6glich mit verschiedenen Kennzahlen zu erfassen &#8211; so blickte man etwa zu Beginn auf die Verdopplungsrate oder auf die Reproduktionszahl, als die Zahlen rasant stiegen. Sp\u00e4ter wurde die 7-Tage-Inzidenz als relevantere Gr\u00f6\u00dfe eingestuft.<\/p>\n<p>Und es macht beispielsweise einen Unterschied, ob hundert Neuinfizierte zwischen 20 und 30 Jahre alt sind oder ob sie alle 70 Jahre und \u00e4lter sind. Im letzteren Fall muss man mit einem deutlich h\u00f6heren Anteil schwerer Verl\u00e4ufe rechnen, also mit Patientinnen und Patienten, die im Krankenhaus oder intensivmedizinisch betreut werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dass aktuell allein anhand der Neuinfektionen etwa lokale Ma\u00dfnahmen umgesetzt werden, h\u00e4ngt aber mit einem reellen Engpass zusammen: Ab einem bestimmten Wert schaffen die Gesundheits\u00e4mter es nicht mehr, Kontakte systematisch nachzuverfolgen. Wer nicht ahnt, dass er infiziert sein k\u00f6nnte, steckt dann im Zweifel weitere Menschen an. Wer informiert wurde und sich isoliert hat, nicht.<\/p>\n<p>Ein zentraler \u00dcberblick \u00fcber wichtige Kennziffern w\u00e4re sicher hilfreich. Aber der \u00dcberblick allein verhindert keine weiteren Infektionen: Das tun die daraus abgeleiteten Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<h3>Abkehr von Eind\u00e4mmung &quot;allein&quot; durch Kontaktverfolgung<\/h3>\n<p>Ein wichtiger Teil der deutschen Strategie zur Pandemieeind\u00e4mmung ist die Kontaktnachverfolgung. Dabei m\u00fcssen die Gesundheits\u00e4mter m\u00f6glichst rasch alle Kontaktpersonen von Corona-Positiven ausfindig machen und Quarant\u00e4ne anordnen, damit diese niemanden anstecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Strategie sei im aktuellen Pandemiegeschehen nicht mehr haltbar, hie\u00df es auf der Pressekonferenz, und so steht es auch im Positionspapier. &quot;Wir haben es in den Sommermonaten nicht geschafft, die Kontakte vollends nachzuverfolgen und die Pandemie komplett einzud\u00e4mmen&quot;, sagte Hendrik Streeck. Im Herbst d\u00fcrfe die Kontaktpersonennachverfolgung daher nicht das alleinige Mittel zur Pandemiebek\u00e4mpfung sein.<\/p>\n<p>Doch &quot;alleiniges Mittel&quot; war die Kontaktnachverfolgung nie. Immer wieder predigte das RKI in den vergangenen Monaten, dass die wichtigsten S\u00e4ulen der Pandemiebek\u00e4mpfung ein Trio seien &#8211; und nur als solches funktionieren: Eind\u00e4mmung &#8211; Schutz &#8211; Folgenmilderung. Da nie eine einzelne Ma\u00dfnahme eingef\u00fchrt wurde, sondern immer mehrere Ma\u00dfnahmen gleichzeitig, ist es unm\u00f6glich, die Auswirkung einer Einzelma\u00dfnahme zu beurteilen. Das Mittel der Kontaktnachverfolgung wurde vom RKI allerdings immer als sehr wichtig bezeichnet.<\/p>\n<p>Daher sind die Gesundheits\u00e4mter auch seit Monaten \u00fcberlastet. Und da haben KBV, Streeck und Schmidt-Chanasit recht: Die Auswirkungen der Pandemie treffen nicht nur die Unternehmen, die zeitweise schlie\u00dfen m\u00fcssen, oder die Intensivstationen, sondern auch andere Bereiche. Die Gesundheits\u00e4mter in Deutschland arbeiten an sieben Tagen in der Woche im Schichtsystem, um m\u00f6glichst alle Kontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Die Zahlen der positiv Getesteten haben sich aber im Vergleich zum Fr\u00fchjahr inzwischen verdoppelt. Das wirkt sich auch auf die Kontakte aus. Wie das die Gesundheits\u00e4mter l\u00e4nger stemmen sollen, ist tats\u00e4chlich fraglich.<\/p>\n<p>Der Vorschlag von Streeck, positiv Getestete sollten ihre Kontakte selbstst\u00e4ndig informieren, scheint daher zun\u00e4chst gar nicht so schlecht. Als Beispiel nannte er Gro\u00dfbritannien, wo offenbar die selbstst\u00e4ndige Information von Sexualpartnern, die man potenziell mit einer sexuell \u00fcbertragbaren Krankheit angesteckt hat, gut funktioniert. Die Sache hat nur einen Haken: In der Regel wei\u00df man, mit wem man in den letzten 48 Stunden Sex hatte. Doch wie will man herausfinden, wer am Tisch neben einem im Restaurant sa\u00df oder welche Personen im Fitnessstudio in der gleichen Umkleide waren?<\/p>\n<p>Die Kontaktnachverfolgung wird daher vermutlich ein wichtiges Mittel in der Pandemiebek\u00e4mpfung bleiben.<\/p>\n<h3>Gegenposition zu Scheinargumenten<\/h3>\n<p>Es mutete wie ein rhetorischer Kniff an, dass Autoren und Redner mehrfach Scheinargumente aufbauten und diese dann wieder entkr\u00e4fteten. So war immer wieder zu h\u00f6ren, dass bislang nicht deutlich gemacht worden sei, dass die Menschen lernen m\u00fcssten, mit dem Virus zu leben. Das Virus werde &quot;nicht wie durch Zauberkraft verschwinden&quot;, sagte Gassen. Gegenfrage: Wer hat das je behauptet?<\/p>\n<p>&quot;Virologie: Im Sommer wird das Coronavirus nicht verschwinden&quot;, titelte SWR2 am 7. Mai. Der SPIEGEL schrieb sechs Tage sp\u00e4ter: &quot;Corona-Pandemie: Der Sommer wird das Virus nicht verschwinden lassen.&quot; &quot;WHO: Coronavirus verschwindet vielleicht nie wieder&quot; &#8211; so oder so \u00e4hnlich berichteten schlie\u00dflich diverse Zeitungen und Onlineredaktionen Mitte Mai.<\/p>\n<p>&quot;Hamburger Virologe zu Corona-Impfstoff: &#039;Wir m\u00fcssen lernen, mit dem Virus zu leben&#039;&quot;, titelte das Redaktionsnetzwerk Deutschland am 3. Juli und zitierte damit Schmidt-Chanasit. &quot;Coronavirus: Das Virus ist gekommen, um zu bleiben&quot;, schrieb &quot;Zeit Online&quot; am 15. August.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Nimmt man die Aussage der Fachleute in der Pressekonferenz ernst, dass es ihnen darum gehe, m\u00f6glichst viele Menschen davon zu \u00fcberzeugen, ihren Beitrag zur Eind\u00e4mmung des Virus zu leisten, haben sie diesem Ziel mit ihrem Auftritt wohl einen B\u00e4rendienst erwiesen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern &quot;Bitte Maske aufsetzen&quot;: Hinweisschild in einer Bar Foto:\u2002Kay Nietfeld \/ dpa Es ist die Woche der Positionspapiere: Nachdem sich am Dienstag f\u00fchrende Wissenschaftsorganisationen in Deutschland zu Wort gemeldet<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3502,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3501","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3501","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3501"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3501\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3502"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3501"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3501"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3501"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}