{"id":3489,"date":"2020-10-28T15:19:38","date_gmt":"2020-10-28T12:19:38","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/barack-obama-zur-us-wahl-2020-und-jetzt-noch-mal-mit-gefuhl\/"},"modified":"2020-10-28T15:19:38","modified_gmt":"2020-10-28T12:19:38","slug":"barack-obama-zur-us-wahl-2020-und-jetzt-noch-mal-mit-gefuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/barack-obama-zur-us-wahl-2020-und-jetzt-noch-mal-mit-gefuhl\/","title":{"rendered":"Barack Obama zur US-Wahl 2020: Und jetzt noch mal mit Gef\u00fchl"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/4d66c72d-9795-4728-9e02-966828111398_w948_r1.77_fpx38.22_fpy50.jpg\" title=\"Barack Obama in Florida: Als w\u00e4re er nie weg gewesen\" alt=\"Barack Obama in Florida: Als w\u00e4re er nie weg gewesen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Barack Obama in Florida: Als w\u00e4re er nie weg gewesen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002EVE EDELHEIT \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Barack Obama joggt locker auf die B\u00fchne, h\u00fcpft die Treppen hoch, winkt, setzt die Maske ab, auf der in wei\u00dfen Lettern &quot;VOTE&quot; (&quot;w\u00e4hlt&quot;) steht, und l\u00e4chelt. Obama, der sich eigentlich nach der Wahl 2016 zur Ruhe setzen wollte, um B\u00fccher zu schreiben und Netflix-Dokumentationen zu drehen, macht wieder Wahlkampf.<\/p>\n<p>Der Auftritt findet bei einer Drive-in-Rally in Orlando, Florida, statt. Es ist eine Veranstaltung, zu der die Unterst\u00fctzer im Auto anreisen, um den Mindestabstand w\u00e4hrend der Pandemie zu wahren. Sie wird live ins Internet \u00fcbertragen. Noch eine Woche, dann stehe die &quot;wichtigste Wahl in unserem Leben&quot; an, sagt Obama. Der Demokrat, Joe Biden, tritt gegen den Amtsinhaber und Republikaner, Donald Trump, an. Obama beschw\u00f6rt die Zuschauer, w\u00e4hlen zu gehen. &quot;Was wir in einer Woche machen, wird auf Jahrzehnte wichtig bleiben&quot;, sagt er.<\/p>\n<h3>Angst um die amerikanische Demokratie<\/h3>\n<p>Dass er w\u00e4hrend der Endphase des Wahlkampfs eine so gro\u00dfe Rolle spielen w\u00fcrde, war lange nicht klar. Obama ist nach wie vor einer der beliebtesten Pr\u00e4sidenten, den die USA jemals hatten. Auf Twitter folgen ihm 124,3 Millionen Menschen. Der twitterw\u00fctige Trump hat nur 87,3 Millionen Follower auf der Plattform. Obama wei\u00df, wie wirkungsvoll seine Stimme ist. Er setzt sie nur sehr dosiert ein. In den vergangenen dreieinhalb Jahren hat er sich selten zu seinem Nachfolger ge\u00e4u\u00dfert und ihn noch seltener pers\u00f6nlich angegriffen. Es entsprach seinem Ideal der pr\u00e4sidialen Etikette nicht.<\/p>\n<p>Aber Obama hat es sich offenkundig anders \u00fcberlegt. Auf seiner Twitter-Timeline reihen sich Videos von Auftritten in verschiedenen Formaten, kleine Wahlkampfspots und Tweets in denen er inspirierende Geschichten von Biden-Unterst\u00fctzern teilt. Vor wenigen Tagen hatte er seinen ersten Wahlkampfauftritt bei einer Rally in Philadelphia, dann folgte ein Auftritt in Miami, nun ist er in Orlando. Obama besucht die wichtigen Swing States. Sein Sinneswandel hat einen Grund: Er sorgt sich um die Demokratie in den Vereinigten Staaten von Amerika.<\/p>\n<p>In Orlando spricht Obama \u00fcber die Vers\u00e4umnisse der Trump-Regierung w\u00e4hrend der Corona-Pandemie. Trump beschwere sich, dass es zu viel um Covid gehe, nachdem \u00fcber 220.000 Amerikaner gestorben seien, Tausende kleine Unternehmen h\u00e4tten schlie\u00dfen m\u00fcssen. &quot;Er ist neidisch auf die Presse, die Covid bekommt&quot;, sagt Obama spottend. Trumps Stabschef Mark Meadows hatte vor wenigen Tagen in einem Interview gesagt, &quot;wir werden die Pandemie nicht kontrollieren k\u00f6nnen&quot;. Obama zitiert ihn, sagt, das merkten sie, dass das Wei\u00dfe Haus die Pandemie nicht kontrollieren w\u00fcrde. &quot;Der Winter kommt, und sie winken mit der wei\u00dfen Fahne der Kapitulation&quot;, sagt Obama.<\/p>\n<h3>Die unbegr\u00fcndete Sorge des Obama-Teams<\/h3>\n<p>Obama spricht pointiert, charismatisch, eindringlich. Er ist ein sehr guter Redner. Er spricht \u00fcber Bidens Pl\u00e4ne zur Corona-Bek\u00e4mpfung, dar\u00fcber, dass Trump kaum Einkommensteuern gezahlt habe (laut &quot;New York Times&quot; waren es im Jahr 2017 gerade einmal 750 Dollar), \u00fcber die Krankenversicherung Obamacare und dar\u00fcber, dass Trump sich als wichtigsten Pr\u00e4sidenten f\u00fcr schwarze Menschen in Amerika &quot;seit Abraham Lincoln&quot; bezeichnet hat. Irgendwann f\u00e4ngt die Menge an zu johlen: &quot;Si podemos&quot;, &quot;Yes we can&quot; auf Spanisch. F\u00fcr einen kurzen Moment wirkt es, als mache Obama Wahlkampf f\u00fcr sich selbst.<\/p>\n<p>Wenn er an diesem Tag \u00fcber seine Erfolge als Pr\u00e4sident spricht, dann erw\u00e4hnt er Biden im selben Atemzug. Obama habe gemeinsam mit Biden sichergestellt, dass Menschen mit Vorerkrankungen sich versichern d\u00fcrften. Biden und er h\u00e4tten mehr Jobs geschaffen als Trump.<\/p>\n<p>Laut einem Artikel der &quot;New York Times&quot; aus dem Juni dieses Jahres habe es im Obama-Team Sorge dar\u00fcber gegeben, ob Obama Biden \u00fcberschatten k\u00f6nne, wenn er zu viel auftrete. Das sei ein Grund daf\u00fcr, dass er sich bis zu dem Zeitpunkt noch nicht viel in den Wahlkampf eingemischt habe. &quot;\u00dcberschattet uns ruhig&quot;, soll einer aus dem Biden-Team geantwortet haben.<\/p>\n<p>Dass Obama doch eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen w\u00fcrde, konnte erahnen, wer seine Rede auf dem Parteitag der Demokraten Ende August verfolgte. Als er Joe Biden vor zw\u00f6lf Jahren als seinen Vizepr\u00e4sidenten nominiert habe, habe er nicht wissen k\u00f6nnen, dass er &quot;einen Bruder&quot; in ihm finden w\u00fcrde. Er sprach \u00fcber die Bedeutung der Pressefreiheit und dar\u00fcber, dass politische Gegner keine Feinde seien. &quot;Ich bitte Sie, an Ihre eigene Verantwortung als B\u00fcrger zu glauben, um sicherzustellen, dass die grundlegenden Pfeiler unserer Demokratie erhalten bleiben. Das ist, was auf dem Spiel steht. Unsere Demokratie&quot;, sagte er damals.<\/p>\n<h3>&quot;Wir m\u00fcssen w\u00e4hlen, wie wir noch nie gew\u00e4hlt haben&quot;<\/h3>\n<p>Der Obama dieser Tage klingt befreit, er scheint eine gewisse Freude daran zu haben, seinem Nachfolger endlich all das \u00f6ffentlich vorwerfen zu k\u00f6nnen, was er laut diversen Medienberichten schon seit der Wahl 2016 denkt. Dass Trump das Amt nicht ernst nehme, dass er Verschw\u00f6rungstheorien verbreite und mehrmals am Tag l\u00fcge. &quot;Wir w\u00fcrden nicht akzeptieren, wenn ein Football-Coach das machen w\u00fcrde, warum sollen wir es akzeptieren, wenn es der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten tut?&quot;, fragt er. Obama ist scharf in seinen Angriffen gegen Trump, sch\u00e4rfer als Biden, der darauf achtet, sich als Mann des Zusammenhalts zu inszenieren.<\/p>\n<p>Dass es Obama ernst ist mit der Sorge um die amerikanische Demokratie, wird auch bei dem Auftritt in Orlando offenbar. In den vergangenen vier Jahren seien die schlimmsten Impulse der Amerikaner zum Vorschein gekommen. Aber auch die besten, zum Beispiel wenn Millionen Amerikaner gemeinsam f\u00fcr Black Lives Matter auf die Stra\u00dfe gingen. &quot;Amerika ist ein guter und anst\u00e4ndiger Ort&quot;, sagt er und bittet die Menschen, sich daran zu erinnern, worum es in Amerika gehe &#8211; n\u00e4mlich darum, dass es jeder schaffen k\u00f6nne, unabh\u00e4ngig davon, woher man komme. &quot;Wir m\u00fcssen w\u00e4hlen, wie wir noch nie gew\u00e4hlt haben&quot;, ruft er seinen jubelnden Anh\u00e4ngern zu.<\/p>\n<p>Als er fertig ist, bleibt er noch kurz auf der B\u00fchne. Er winkt ein paar Mal, l\u00e4chelt. Seine Auftritte sind wie kurze Momente der Erinnerung an 2008 und 2012. Als Obamas Name auf dem Wahlzettel stand. &quot;Wie ein Atemzug an der frischen Luft&quot;, schreibt danach jemand auf Twitter.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Barack Obama in Florida: Als w\u00e4re er nie weg gewesen Foto:\u2002EVE EDELHEIT \/ REUTERS Barack Obama joggt locker auf die B\u00fchne, h\u00fcpft die Treppen hoch, winkt, setzt die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3490,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3489","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3489"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3489\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}