{"id":3476,"date":"2020-10-28T00:47:27","date_gmt":"2020-10-27T21:47:27","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-deutsche-exporteure-furchten-zweite-welle\/"},"modified":"2020-10-28T00:47:27","modified_gmt":"2020-10-27T21:47:27","slug":"corona-krise-deutsche-exporteure-furchten-zweite-welle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-deutsche-exporteure-furchten-zweite-welle\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Deutsche Exporteure f\u00fcrchten zweite Welle"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9336a789-93d5-449f-8674-0c6b225a40ef_w948_r1.77_fpx41.59_fpy48.99.jpg\" title=\"Containerschiff vor Hamburg: Als Motor f\u00fcr die wirtschaftliche Erholung fallen Deutschlands Nachbarn vorerst aus\" alt=\"Containerschiff vor Hamburg: Als Motor f\u00fcr die wirtschaftliche Erholung fallen Deutschlands Nachbarn vorerst aus\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Containerschiff vor Hamburg: Als Motor f\u00fcr die wirtschaftliche Erholung fallen Deutschlands Nachbarn vorerst aus<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Kerstin Bittner \/ imago images \/ Westend61  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Da ist zum Beispiel Berlin. Nach Jahrzehnten am Subventionstropf wuchs die Wirtschaft der Hauptstadt in den vergangenen Jahren st\u00e4rker als der bundesdeutsche Durchschnitt. Dabei half auch das Ausland: Der Exportanteil der Berliner Industrieums\u00e4tze stieg seit der Wiedervereinigung fast doppelt so stark wie im Deutschlandschnitt. Vor allem Pharmaprodukte <em>made in Berlin<\/em> fanden ihren Weg in die Welt.<\/p>\n<p>Die positive Entwicklung sei durch die Coronakrise jedoch &quot;j\u00e4h gestoppt&quot; worden, hei\u00dft es in einer Studie der Investitionsbank Berlin. Zwar stiegen die Pharmaexporte in Zeiten der Pandemie um fast die H\u00e4lfte. Unterm Strich aber waren die Berliner Ausfuhren in den ersten sieben Monaten des Jahres r\u00fcckl\u00e4ufig. Besonders heftig fiel das Minus mit 20 Prozent gegen\u00fcber den USA aus &#8211; dem wichtigste Exportmarkt f\u00fcr Berlin und auch Deutschland insgesamt.<\/p>\n<p>Auch in anderen Teilen der Bundesrepublik blicken Unternehmen in diesen Tagen bang ins Ausland. In den vergangenen Monaten hatten die deutschen Exporte teilweise stark zugelegt, vieles deutete auf die erhoffte Erholung in V-Form hin. Nun aber steigt sowohl in Deutschland als auch bei vielen seiner Handelspartner wieder die Zahl der Infizierten &#8211; und damit die Gefahr einer erneuten einbrechenden Nachfrage.<\/p>\n<p>Die Sorgen zeigen sich in den sogenannten Exporterwartungen der Industrie. Einmal im Monat fragt das M\u00fcnchner Ifo-Institut rund 2300 Unternehmen, ob sie in den n\u00e4chsten drei Monaten mehr, gleich viel oder weniger Produkte ins Ausland verkaufen werden und bildet aus positiven und negativen Erwartungen einen Saldowert. Der hatte nach einem massiven Einbruch im Fr\u00fchjahr zuletzt wieder zugelegt. Im Oktober aber gingen die Exporterwartungen deutlich zur\u00fcck &#8211; von 10,3 auf 6,6 Punkt.<\/p>\n<p>&quot;In normalen Zeiten w\u00e4re das keine allzu gro\u00dfe Bewegung&quot;, sagt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmersh\u00e4user. Doch die Zeiten sind nicht normal, die Nervosit\u00e4t der Wirtschaft ist hoch. Nach Ansicht von Wollmersh\u00e4uer zeigt sich im Abw\u00e4rtstrend eine Vorahnung der Unternehmer: &quot;Da ist irgendetwas am Horizont.&quot; Im schlimmsten Fall eine zweite Welle, welche die Wirtschaft noch st\u00e4rker trifft als die erste.<\/p>\n<h3>Nichts ist sicher in den USA<\/h3>\n<p>Ausgesprochen ungewiss f\u00e4llt der Blick in die Zukunft im Fall der <strong>USA<\/strong> aus, Deutschlands wichtigstem Abnehmerland. Zwar erholte sich die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten \u2013 was US-Pr\u00e4sident Donald Trump als Best\u00e4tigung seines Kurses wertete. Doch mehr als 225.000 Tote und ein Anstieg der Neuinfektionen von zuletzt 20 Prozent gegen\u00fcber der Vorwoche zeigen, dass die Pandemie in den USA keineswegs besiegt ist. Hinzu kommt die Gefahr einer innenpolitischen Krise, falls Trump eine m\u00f6gliche Wahlniederlage nicht akzeptieren sollte.<\/p>\n<p>H\u00e4tten Trumps pomp\u00f6se Ank\u00fcndigungen etwas mehr Substanz gehabt, so m\u00fcssten sich zumindest deutsche Exporteure nun weniger Sorgen machen. Schlie\u00dflich gewann Trump die letzte Wahl auch mit dem Versprechen, die US-Industrie zu alter St\u00e4rke zu f\u00fchren. Von solch einem Aufschwung h\u00e4tten deutsche Maschinenbauer profitieren k\u00f6nnen, die in der Vergangenheit bereits kr\u00e4ftig an der Industrialisierung der Schwellen\u00e4nder verdienten.<\/p>\n<p>Eine neue Analyse des Kieler Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft kommt jedoch zu dem Ergebnis, die US-Industrieproduktion sei im internationalen Vergleich &quot;nur Mittelma\u00df&quot;. Keine der von Trump zum Teil mit Schutzz\u00f6llen protegierten Branchen sei \u00fcberdurchschnittlich gewachsen, in der Autoindustrie h\u00e4tten sich die positiven Tendenzen unter Trump sogar abgeschw\u00e4cht. Insgesamt sei in der US-Industrie &quot;kein Trump-Effekt erkennbar&quot;.<\/p>\n<p>Besorgniserregend ist auch der Blick auf Deutschlands zweitwichtigstes Exportland, <strong>Frankreich<\/strong>. Gegen\u00fcber der Vorwoche stiegen die Infektionszahlen um 46 Prozent, Pr\u00e4sident Emmanuel Macron hat angesichts der zweiten Welle erneut den Gesundheitsnotstand ausgerufen.<\/p>\n<p>Schon der erste Lockdown hatte Frankreichs Wirtschaft schwer getroffen. Umso mehr bedrohen die erneuten Einschr\u00e4nkungen die Existenz vieler Unternehmen, insbesondere in der ber\u00fchmten Gastronomie des Landes. Frankreichs Wirtschaft d\u00fcrfte in diesem Jahr laut Prognosen um gut neun Prozent schrumpfen \u2013 der schwerste Einbruch seit Jahrzehnten. Als Motor f\u00fcr die wirtschaftliche Erholung f\u00e4llt Deutschlands Nachbar damit vorerst aus.<\/p>\n<h3>Hoffnungstr\u00e4ger China<\/h3>\n<p>Positiver stellt sich die Lage beim drittgr\u00f6\u00dften Abnehmer deutscher Exporte dar: <strong>China<\/strong>. Das mutma\u00dfliche Ursprungsland der Corona-Pandemie legt mittlerweile wieder beeindruckende Wachstumszahlen vor. Die sind angesichts kommunistischer Planvorgaben zwar mit Vorsicht zu genie\u00dfen, werden aber durch weniger manipulationsanf\u00e4llige Indikatoren wie Stromverbrauch oder Autvoverkaufszahlen gest\u00fctzt.<\/p>\n<p>\u00dcber letztere konnten sich auch deutsche Autokonzerne freuen, die w\u00e4hrend des Lockdowns im Westen zeitweise rund die H\u00e4lfte ihrer Autos in China verkauften. &quot;Wenn man sich die chinesischen Zahlen anschaut, wei\u00df man, warum die Stimmung bei deutschen Herstellern recht gut ist&quot;, sagt Wollmersh\u00e4user. Mit Blick auf das gesamte Ausland wird jedoch auch die Autobranche vorsichtiger. Der Wert f\u00fcr ihre Exporterwartungen sank um acht Punkte.<\/p>\n<p>Wenig optimistisch stimmt auch der Blick auf weitere europ\u00e4ische L\u00e4nder: In den <strong>Niederlanden<\/strong>, Deutschlands f\u00fcnftwichtigstem Exportland, steigen die Fallzahlen wieder steil, Patienten m\u00fcssen zur Behandlung erneut nach Deutschland ausgeflogen werden. <strong>Gro\u00dfbritannien<\/strong>, die Nummer sechs, verzeichnet inzwischen mehr als 45.000 Todesopfer und mit einer Zunahme von 24 Prozent weiterhin steigende Infektionszahlen. Die Aussicht auf einen harten Brexit verunsichert die Wirtschaft zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<h3>Wird der zweite Lockdown glimpflicher?<\/h3>\n<p>Von der ersten Corona-Welle wurde kein Land so hart getroffen wie <strong>Italien<\/strong>, bislang starben mehr als 37.000 Menschen. Nachdem sich die Lage zwischenzeitlich beruhigt hatte, gehen auch hier die Zahlen wieder hoch. Die Regierung verh\u00e4ngte erneut Ausgangssperren, gegen die es in den vergangenen Tagen in verschiedenen St\u00e4dten zu teilweise gewaltsamen Protesten kam.<\/p>\n<p>Auch wirtschaftlich traf die Pandemie das Land schwer. &quot;In Italien ist die Industriepoduktion wirklich heruntergefahren worden&quot;, sagt Wollmersh\u00e4uer. F\u00fcr den Infektionsschutz erscheine das aber nicht mehr notwendig \u2013 zumal viele Industriearbeitspl\u00e4tze inzwischen von Plexiglas oder anderen Vorrichtungen gesch\u00fctzt w\u00fcrden. Selbst bei neuen Lockdowns k\u00f6nnte das verarbeitende Gewerbe deshalb diesmal um komplette Produktionsstopps herumkommen, vermutet der Ifo-Experte. &quot;Das wird eine der Ma\u00dfnahmen sein, die man als letzte ergreift.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Containerschiff vor Hamburg: Als Motor f\u00fcr die wirtschaftliche Erholung fallen Deutschlands Nachbarn vorerst aus Foto:\u2002Kerstin Bittner \/ imago images \/ Westend61 Da ist zum Beispiel Berlin. 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