{"id":3431,"date":"2020-10-25T23:31:55","date_gmt":"2020-10-25T20:31:55","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-die-woche-der-wahrheit\/"},"modified":"2020-10-25T23:31:55","modified_gmt":"2020-10-25T20:31:55","slug":"corona-die-woche-der-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-die-woche-der-wahrheit\/","title":{"rendered":"Corona: Die Woche der Wahrheit"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/fd28fd06-5b07-402e-a0fd-e8c113875f31_w948_r1.77_fpx67.34_fpy45.jpg\" title=\"Berlins Regierender B\u00fcrgermeister M\u00fcller, Kanzlerin Merkel, Bayerns Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der\" alt=\"Berlins Regierender B\u00fcrgermeister M\u00fcller, Kanzlerin Merkel, Bayerns Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Berlins Regierender B\u00fcrgermeister M\u00fcller, Kanzlerin Merkel, Bayerns Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Stefanie Loos \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Auftritt der Kanzlerin am Samstag wirkte ein wenig hilflos. Als wolle sie rufen: Warum h\u00f6rt blo\u00df keiner auf mich?<\/p>\n<p>Die Corona-Pandemie habe sich zugespitzt, sagte Angela Merkel (CDU) in ihrem w\u00f6chentlichen Podcast: &quot;F\u00fcr mich gilt das, was ich Ihnen letzte Woche gesagt habe, noch Wort f\u00fcr Wort.&quot; Was folgte, war einfach Merkels Podcast von der Woche zuvor. Wort f\u00fcr Wort. Der Kern: Merkels dringender Appell, Kontakte au\u00dferhalb der Familie deutlich zu verringern, auf Reisen zu verzichten und auch das Feiern mal sein zu lassen.<\/p>\n<p>Am Sonntag legte Merkel in einer internen Schalte mit den CDU-Fraktionschefs der L\u00e4nder nach. &quot;Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor&quot;, sagte sie nach SPIEGEL-Informationen. Sie habe kein gutes Gef\u00fchl, so Merkel zur aktuellen Lage: &quot;So kann es nicht weitergehen.&quot; Zuerst hatte die &quot;Bild&quot;-Zeitung \u00fcber die Schaltkonferenz berichtet.<\/p>\n<p>Merkel steht mit ihrer Verzweiflung nicht alleine. In der deutschen Politik herrscht zunehmend Ratlosigkeit, wie die rasche Ausbreitung des Coronavirus noch gebremst werden kann. Am Samstag meldete das Robert-Koch-Institut 14.714 neue Infektionen, die Zahl der Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden, stieg auf mehr als 1200. Ein Szenario, das 20.000 t\u00e4gliche Infektionen bis Weihnachten vorhersah, k\u00f6nnte schon in der kommenden Woche erreicht werden.<\/p>\n<p>Schon jetzt sind Gesundheits\u00e4mter in zahlreichen St\u00e4dten und Gemeinden mit der Nachverfolgung der vielen F\u00e4lle \u00fcberfordert. Bundesministerien und andere Beh\u00f6rden fragen ihre Mitarbeiter, ob sie in den Gesundheits\u00e4mtern aushelfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt bereits vor einem erneuten Lockdown. Wenn es in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelinge, die pers\u00f6nlichen Kontakte zu beschr\u00e4nken, k\u00f6nne es dazu kommen, sagte Lauterbach der &quot;Bild am Sonntag&quot;.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung und die Ministerpr\u00e4sidenten der 16 L\u00e4nder wollen das unbedingt verhindern. Ein Lockdown wie im Fr\u00fchjahr gilt als Worst Case Szenario. Nicht nur, aber vor allem f\u00fcr die Wirtschaft. Die Situation sei eine andere als vor einem halben Jahr, hei\u00dft es in Koalitionskreisen. Man kenne das Virus und die Risikofaktoren nun besser und m\u00fcsse nicht mehr komplette Bereiche des \u00f6ffentlichen Lebens schlie\u00dfen. Schulen und Kitas etwa sollen unbedingt offen bleiben.<\/p>\n<p>Doch damit das gelingt, muss die Dynamik der Ausbreitung gebremst werden. Bundesregierung und L\u00e4nderchefs stehen vor einer Woche der Wahrheit. In den kommenden Tagen entscheidet sich, wie es in der Krise weitergeht &#8211; und wie hart der Winter wird.<\/p>\n<h3><strong>Die wichtigsten Termine der Woche<\/strong><\/h3>\n<p>Am Montag sprechen die Chefs der Staatskanzleien in einer Videoschalte \u00fcber die Lage. Eine Arbeitsgruppe der L\u00e4ndervertreter soll bis Ende des Monats ein Konzept f\u00fcr Sportveranstaltungen vorlegen \u2013 was unter anderem die Fu\u00dfballbundesliga betrifft. Bisher sahen die Regeln in den meisten L\u00e4ndern vor, dass ab einer Inzidenz von 35 Infizierten auf 100.000 Menschen in sieben Tagen keine Fans ins Stadion d\u00fcrfen. In Berlin sahen allerdings am Samstag 4500 Zuschauer das Spiel Union gegen den SC Freiburg im Stadion.<\/p>\n<p>Dem Vernehmen nach pl\u00e4dieren einige Verantwortliche im Sport daf\u00fcr, die Regel mit der 35er-Inzidenz aufzuheben. Das gilt allerdings als wenig wahrscheinlich. Es w\u00e4re ein falsches Signal angesichts der allgemeinen Kontaktbeschr\u00e4nkungen, hei\u00dft es aus mehreren Landesregierungen.<\/p>\n<p>In Berlin, dem mit am st\u00e4rksten betroffenen Bundesland, tagt am Dienstag der Senat. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat laut &quot;Tagesspiegel am Sonntag&quot; einen Stufenplan vorgelegt, der Lockdown-\u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen vorsieht, sollte sich die Lage verschlimmern. Aus Kreisen der rot-rot-gr\u00fcnen Landeskoalition hie\u00df es aber, am Dienstag solle nur \u00fcber Kalaycis Konzept diskutiert werden. Entscheidungen werde es vor einer erneuten Bund-L\u00e4nder-Runde nicht geben. Und bevor man etwa wieder Schulen schlie\u00dfe, gebe es andere M\u00f6glichkeiten wie die Aufteilung der Klassen in kleinere Gruppen.<\/p>\n<p>Berlins Regierender B\u00fcrgermeister Michael M\u00fcller (SPD) ist dem Vernehmen nach am Dienstag auch zu Gast in der SPD-Bundestagsfraktion. Dann soll es unter anderem um die Ideen f\u00fcr ein neues Infektionsschutzgesetz gehen. Die Anforderungen f\u00fcr den Erlass von Verordnungen m\u00fcssten konkretisiert werden, fordern die Sozialdemokraten.<\/p>\n<h3><strong>Ministerpr\u00e4sidenten tagen am Freitag<\/strong><\/h3>\n<p>Am Donnerstagvormittag will Merkel eine Regierungserkl\u00e4rung zur Corona-Politik abgeben. Eine Debatte zum Thema habe man ohnehin geplant, hei\u00dft es aus der SPD-Fraktion. Nun werde es sie nach Merkels Rede geben. Die Abgeordneten beschweren sich partei\u00fcbergreifend, zu wenig Mitsprache beim Kampf gegen die Pandemie zu haben. Vor allem die Runde der Ministerpr\u00e4sidenten mit Merkel, die viele Entscheidungen in den L\u00e4ndern koordiniert, sehen viele Parlamentarier kritisch.<\/p>\n<p>Eine solche Konferenz steht am Freitag wieder an. Dann findet die Jahreskonferenz der Ministerpr\u00e4sidenten (MPK) statt. Eigentlich sind die L\u00e4nderchefs dabei unter sich. Doch am Freitag werde es voraussichtlich auch ein Gespr\u00e4ch mit Merkel geben, hei\u00dft es aus der Bundesregierung und den L\u00e4ndern. Das geplante Treffen in Berlin hat M\u00fcller, seit Anfang des Monats MPK-Chef, bereits vor zwei Wochen abgesagt, stattdessen l\u00e4dt er seine Kollegen zur Videoschalte ein.<\/p>\n<p>Inhaltlich stehen au\u00dfer dem Sportkonzept nach SPIEGEL-Informationen noch keine Details zur Pandemie auf der Tagesordnung. Traditionell mache der MPK-Vorsitzende einen Vorschlag, hei\u00dft es. Grunds\u00e4tzlich m\u00fcsse man aber bedenken, dass es dieses Mal um eine l\u00e4ngere Perspektive gehe, hei\u00dft es aus einem SPD-gef\u00fchrten Land. Beim Lockdown im Fr\u00fchjahr habe man den B\u00fcrgern mit der Aussicht auf den Sommer Hoffnung machen k\u00f6nnen, in dem sich die Corona-Lage ja tats\u00e4chlich zeitweise entspannte. Dieses Mal brauche man aber Regeln, an die sich die Menschen ein halbes Jahr hielten.<\/p>\n<p>Wie weit die Politik gehen will, dar\u00fcber herrscht derzeit noch Ratlosigkeit.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Berlins Regierender B\u00fcrgermeister M\u00fcller, Kanzlerin Merkel, Bayerns Ministerpr\u00e4sident S\u00f6der Foto:\u2002Stefanie Loos \/ dpa Der Auftritt der Kanzlerin am Samstag wirkte ein wenig hilflos. 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