{"id":3424,"date":"2020-10-25T14:51:11","date_gmt":"2020-10-25T11:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-gegen-joe-biden-prominente-stimmen-aus-deutschland-zur-us-lage-vor-der-wahl\/"},"modified":"2020-10-25T14:51:11","modified_gmt":"2020-10-25T11:51:11","slug":"donald-trump-gegen-joe-biden-prominente-stimmen-aus-deutschland-zur-us-lage-vor-der-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-gegen-joe-biden-prominente-stimmen-aus-deutschland-zur-us-lage-vor-der-wahl\/","title":{"rendered":"Donald Trump gegen Joe Biden: Prominente Stimmen aus Deutschland zur US-Lage vor der Wahl"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">In wenigen Tagen entscheiden die Amerikaner \u00fcber ihren Pr\u00e4sidenten. Kann Donald Trump weitermachen? Oder \u00fcbernimmt im Januar Joe Biden? Wird Trump eine m\u00f6gliche Niederlage \u00fcberhaupt akzeptieren?<\/p>\n<p>Kaum je zuvor in der Geschichte Amerikas war eine Pr\u00e4sidentschaftswahl derart aufgeladen wie diese. Die einstige F\u00fchrungsmacht des Westens steckt in einer allumfassenden Krise &#8211; politisch, sozial, wirtschaftlich. Auch die Corona-Erkrankung des Pr\u00e4sidenten hat mitnichten zu einer Kurs\u00e4nderung seiner Politik gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Donald Trump hat in den vergangenen Jahren nicht nur die USA ver\u00e4ndert, sondern auch den Blick auf Amerika.<\/p>\n<p>Ist der fr\u00fchere Glaube an die USA Angst und Sorge gewichen? Wie viel ist \u00fcbrig von der Zuneigung, mit der mancher \u00fcber den Atlantik schaute? Und welche Hoffnungen gibt es noch?<\/p>\n<p>Prominente aus Deutschland berichten im SPIEGEL, wie sie jetzt auf die Vereinigten Staaten blicken. Manches ist sehr pers\u00f6nlich geraten, anderes ziemlich d\u00fcster. Aber ganz aufgegeben hat die USA noch keine und keiner von ihnen.<\/p>\n<h3><strong>Luisa Neubauer, 24, Klimasch\u00fctzerin, Fridays for Future<\/strong><\/h3>\n<p>F\u00fcr mich geht es bei der Wahl am 3. November gar nicht &quot;nur&quot; um einen problematischen Pr\u00e4sidenten, nicht &quot;nur&quot; um die Entscheidung Trump oder Biden.<\/p>\n<p>Sondern wir m\u00fcssen beim Blick auf die USA von einer Maschinerie sprechen, der Maschinerie Trump, die hocheffizient Menschenrechtsverachtung, Umweltaggressionen, Rassismus, Faschismus und Sexismus legitimiert, mainstreamed und zu einer gesellschaftlichen Identit\u00e4t erhebt, die bis weit jenseits des Landes Menschen anzieht.<\/p>\n<p>Da werden strategisch und erfolgreich demokratische Grundordnungen zersetzt und fast schon selbstverst\u00e4ndlich die Rechte und Freiheiten zuk\u00fcnftiger Generationen delegitimiert.<\/p>\n<p>Und das ist ein entscheidender Aspekt: Diese Maschinerie gef\u00e4hrdet nicht &quot;nur&quot; Gegenwarten, sie gef\u00e4hrdet Zuk\u00fcnfte, \u00fcberall auf der Welt, auch unsere, meine hier in Deutschland. Nicht zuletzt, weil auch die Klimakrise ohne die notwendigen Beitr\u00e4ge der USA kaum zu beherrschen sein wird.<\/p>\n<p>Es macht Angst zu erleben, wie erfolgreich Trump ist und wie weit fortgeschritten sie sind: die Spaltung, die Gewalt. Und es macht Angst, wie er kategorisch untersch\u00e4tzt, ausgelacht wird, behandelt wird wie der verr\u00fcckte Twittermann von dr\u00fcben &#8211; statt wie ein egomanischer Pr\u00e4sident, der sich verh\u00e4lt wie ein Autokrat und immer gr\u00f6\u00dferes Chaos anrichtet. Wenn er nicht gestoppt wird.<\/p>\n<p>Und daf\u00fcr braucht es Regierungen weltweit, Staatenb\u00fcnde, wie die EU, die das Ph\u00e4nomen Trump als direkte Aufforderung verstehen m\u00fcssen, sich dieser Maschinerie in voller demokratischer Souver\u00e4nit\u00e4t, mit freiheitlichem Selbstbewusstsein, Menschenrechts- und Wissenschaftsbewusstsein entgegenzustellen.<\/p>\n<h3><strong>Friedrich Merz, 64, Kandidat f\u00fcr den CDU-Vorsitz <\/strong><\/h3>\n<p>Die schon vorhandene Spaltung der USA hat sich unter Trump noch einmal vertieft. Dem Land fehlt ein gesellschaftspolitischer Grundkonsens. Trump wird alles tun und jeden Konflikt eingehen, um seine Wiederwahl zu sichern.<\/p>\n<p>Als ein Freund Amerikas kann ich diese Entwicklung nur zutiefst bedauern. Ich bin trotzdem \u00fcberzeugt: In der l\u00e4ngeren Perspektive werden der amerikanische Optimismus und die bekannte Dynamik dieses Landes wieder die Oberhand gewinnen.<\/p>\n<h3><strong>Sawsan Chebli, 42, SPD-Politikerin, Staatssekret\u00e4rin in Berlin<\/strong><\/h3>\n<p>Ich bange und hoffe um Amerika. Ich habe die USA 2007 das erste Mal besucht und war sofort verliebt. Nirgends hatte ich mich je zuvor so frei gef\u00fchlt wie dort, so ich selbst, ohne mich st\u00e4ndig erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen, und so deutsch ohne den Zusatz Migrationshintergrund. Amerika wurde mein &quot;safe space&quot;, wo man mich akzeptierte, wie ich bin. <\/p>\n<p>Die \u00c4ra Trump hat das Land gespalten wie nie zuvor und einen Hass und Rassismus zutage gebracht, die ich so nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Familien reden nicht mehr miteinander. Der Hass rei\u00dft Freunde auseinander. Selbst in New York werden Juden auf offener Stra\u00dfe attackiert. <\/p>\n<p>Ich hoffe, dass diese \u00c4ra am 3. November endet und Amerika wieder zu dem wird, was es verhei\u00dft.<\/p>\n<p>Ich bange darum, welche Abgr\u00fcnde sich in diesem gespaltenen Land auftun k\u00f6nnten, wenn es am 4. November keinen klaren Wahlsieger gibt. Ich will daran glauben, dass die Checks and Balances stark genug sind, die USA vor diesem Abgrund zu bewahren. <\/p>\n<p>Und ich w\u00fcnsche mir, dass die USA und Deutschland in Zukunft nicht nur Nato-Partner sind, sondern Freunde, die mit gemeinsamen Kr\u00e4ften Friedenspolitik machen.<\/p>\n<h3><strong>Ulrich Matthes, 61, Schauspieler, Pr\u00e4sident der Deutschen Filmakademie<\/strong><\/h3>\n<p>Als ich 1978 mit einem Chor durch ein paar Kleinst\u00e4dte des Mittleren Westens der USA tingelte, wurden wir zu zweit bei Familien untergebracht. Wir landeten bei einem kinderlosen Ehepaar Mitte 60. Man f\u00fchrte uns in die angesagteste Pizzeria, bestellte kichernd &quot;The big one&quot; und Bier und freute sich herzhaft \u00fcber unsere Reaktion, als die dampfende Pizza auf dem Tisch stand. Sie war wirklich big.<\/p>\n<p>In dieser heiteren Stimmung wagten die beiden es, politisch zu werden, und fragten uns, wie es denn sei, immer bei minus 20 oder 30 Grad in Russland&#8230; Russland? Wir kamen doch aus West-Berlin! Ja schon, aber das liege doch mitten in Russland &#8211; und da sei es doch immer so kalt.<\/p>\n<p>Sie hatten keine Ahnung, aber wir hatten sie sofort gemocht und waren nicht hochm\u00fctig.<\/p>\n<p>Sie w\u00fcrden, sagten sie, seit Jahrzehnten die Republikaner w\u00e4hlen, die Demokraten seien verkappte &quot;Commies&quot;, also Kommunisten: unw\u00e4hlbar.<\/p>\n<p>Es waren trotzdem, ich bin mir heute noch sicher, herzensgute, liebenswerte Menschen. Sie w\u00fcrden, f\u00fcrchte ich, vor vier Jahren Trump gew\u00e4hlt haben, und sie w\u00fcrden ihn wohl im November wiederw\u00e4hlen, weil sie einfach keinen Demokraten w\u00e4hlen k\u00f6nnen, the way they were.<\/p>\n<p>Wir haben damals an den paar Abenden versucht, mit ihnen zu streiten. Danach wussten sie immerhin, wo Berlin (West wie Ost) lag. Zum Abschied haben wir uns umarmt. &quot;My funny Germans!&quot; l\u00e4chelten sie.<\/p>\n<p>Die Lehre: Trump muss man verachten &#8211; um seine W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler muss man k\u00e4mpfen. Gleiches gilt f\u00fcr die AfD.<\/p>\n<h3>Christiane Paul, 46, Schauspielerin<\/h3>\n<p>Wir haben jetzt genug \u00fcber Trump geh\u00f6rt, wir haben genug \u00fcber ihn geredet.<\/p>\n<p>Es ist alles klar.<\/p>\n<p>Die Entscheidung liegt nun in der Hand der W\u00e4hler, der amerikanischen Bev\u00f6lkerung. Ich hoffe, w\u00fcnsche dem amerikanischen Volk, dass es sich bei dieser historischen Wahl auf sich selbst zur\u00fcckbesinnt.<\/p>\n<p>In den fast 250 Jahren seiner Geschichte ist es trotz aller Krisen systemischer und historischer Relevanz und Tragweite immer wieder aufgestanden, hat sich neu erfunden und die Dinge gewandelt, was letztendlich bestimmt, wie es sich als Nation definiert.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche den Amerikanern, dass sie sich dessen bewusst sind, dass sie sich daran erinnern, welche Kraft sie aus ihrer Diversit\u00e4t sch\u00f6pfen, dass sie nicht l\u00e4nger eine geteilte Nation sind und dass der 3. November 2020 ein Neubeginn wird.<\/p>\n<h3><strong>Sigmar Gabriel, 61, SPD, Ex-Au\u00dfenminister, Vorsitzender Atlantikbr\u00fccke<\/strong><\/h3>\n<p>Ich schaue erst einmal mit einem sehr traurigen Blick auf die USA. Bei aller Kritik, die man immer auch an den Vereinigten Staaten haben konnte, so haben gerade wir Deutschen diesem Amerika doch gleichzeitig fast alles zu verdanken: Ohne die USA w\u00e4re meine Generation unter den Nachfolgern von Hitler oder Stalin aufgewachsen und nicht zu einem so freien und wohlhabenden Land geworden. Und ohne das Vertrauen der Amerikaner in uns Deutsche h\u00e4tte es keine Wiedervereinigung gegeben.<\/p>\n<p>Die USA waren der Inbegriff der kulturellen und politischen Moderne, auch wenn sie ihr Ideal, ein Land der Freien und Gleichen zu sein, oft genug auch missachtet haben.<\/p>\n<p>Dieses gro\u00dfe Land zerrissen in harter politischer Feinschaft zu sehen, unter einem Pr\u00e4sidenten, der das Land immer aggressiver macht, statt es zu vers\u00f6hnen, kann niemanden unber\u00fchrt lassen, der die Liberalit\u00e4t und die Freundschaft von Amerikanern kennengelernt hat.<\/p>\n<p>Wer h\u00e4tte es je f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, dass es eine offene Frage zu sein scheint, ob in den USA faire Wahlen abgehalten werden k\u00f6nnen? Bewaffnete Milizen der Trump-Unterst\u00fctzer und bewaffnete Milizen ihrer Gegner streifen durch Amerikas Vorst\u00e4dte: Bilder, die wir sonst nur aus &quot;failed states&quot; kennen &#8211; unvorstellbar, das in der F\u00fchrungsnation des demokratischen Westens unklar ist, ob nach der Wahl ein unterlegener Kandidat wie Donald Trump das Ergebnis akzeptiert. Nur die autorit\u00e4ren Regime der Welt k\u00f6nnen sich \u00fcber diesen drohenden Zerfall der USA freuen.<\/p>\n<p>Ich kann nur hoffen, dass Joe Biden diese US-Wahl gewinnt. Er wird viel zu tun haben, Amerika wieder zu einen und mit sich selbst zu vers\u00f6hnen.&quot;<\/p>\n<h3>Juli Zeh, 46, Schriftstellerin<\/h3>\n<p>Ich blicke auf die USA wie auf einen Freund, den man schon lange kennt. Mal hatte man mehr miteinander zu tun, mal weniger, aber die Verbundenheit war immer da.<\/p>\n<p>Dann ger\u00e4t der Freund pl\u00f6tzlich in eine Krise. Er hat depressive Sch\u00fcbe, leidet an innerer Zerrissenheit bis in die N\u00e4he der Schizophrenie, scheint verzweifelt um seine Selbstfindung zu k\u00e4mpfen. Er verh\u00e4lt sich aggressiv, irrational, unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Man steht erschrocken davor und denkt: Was ist nur passiert? Wenn man nur helfen k\u00f6nnte!<\/p>\n<p>Man m\u00f6chte dem Freund die Treue halten, in guten und in schlechten Zeiten. Man glaubt fest daran, dass es nur eine Phase ist, die \u00fcberwunden werden muss. Aber je l\u00e4nger die Krise geht, je schwieriger sein Verhalten wird, desto h\u00e4ufiger ertappt man sich bei dem Gedanken: Ich mag ihn eigentlich gar nicht mehr.<\/p>\n<p>Ich glaube, noch sind wir da. Wir halten die Treue. Aber man m\u00f6chte den USA zurufen: Get well &#8211; the sooner the better!<\/p>\n<h3><strong>J\u00fcrgen Trittin, 66, au\u00dfenpolitischer Sprecher der Gr\u00fcnenfraktion<\/strong><\/h3>\n<p>Die Bilanz von vier Jahren Trump ist verheerend. Er hat das Land im Innern weiter gespalten und nach au\u00dfen isoliert. Der selbst ernannte Dealmaker hat sich als Dealbreaker erwiesen.<\/p>\n<p>Er hat die Axt an internationale Institutionen und Vertr\u00e4ge gelegt. Die WTO ist blockiert, mit Europa und China f\u00fchrt er einen Wirtschaftskrieg. Unicef, Pariser Klimaabkommen und WHO haben die USA ebenso verlassen wie das Iran-Abkommen. Am Ende seiner Amtszeit liegt die nukleare R\u00fcstungskontrolle in Scherben.<\/p>\n<p>Trump hat also Wort gehalten: Er hat das alles im Wahlkampf 2016 angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Selbst wenn Trump nicht wiedergew\u00e4hlt wird, d\u00fcrfte sich daran grunds\u00e4tzlich wenig \u00e4ndern. Denn Trump ist Symptom, nicht der Ausl\u00f6ser der transatlantischen Krise.<\/p>\n<p>Die transatlantischen Beziehungen haben sich grundlegend ver\u00e4ndert. Es gibt keine nat\u00fcrliche Interessenidentit\u00e4t mehr in einer multipolar gewordenen Welt. Diese Interessenkonflikte zwischen Europa und den USA verschwinden nicht unter einem Pr\u00e4sident Biden. Aber es besteht vielleicht die Chance, sie ziviler zu bearbeiten.&quot;<\/p>\n<h3><strong> Diana Kinnert, 29, CDU-Politikerin, Publizistin <\/strong><\/h3>\n<p>Trump gegen Biden ist nicht nur eine Personalentscheidung im Wei\u00dfen Haus. Der Wahlausgang ist eine politische Weichenstellung f\u00fcr die noch immer weltweit st\u00e4rkste Volkswirtschaft und das kulturelle Epizentrum der Postmoderne.<\/p>\n<p>Das Ausland kann nur hoffen, dass die Vereinigten Staaten sich ihrer globalen Verantwortung f\u00fcr Krieg und Frieden auf dem Erdball bewusst sind. Es geht nicht nur um America first. Es geht um Klima, China und Iran.<\/p>\n<p>Doch auch innenpolitisch wird es brenzlig: Corona wird ein Nachspiel haben. Die Frage ist nur: welches?<\/p>\n<p>Werden wirtschaftlicher Einbruch, defizit\u00e4re Gesundheitsvorsorge und struktureller Rassismus zu Spielfeldern konstruktiver Neuaufstellung oder zu Polemik und Populismus mit gewaltsamen Begleiterscheinungen f\u00fchren? Gelingt es, eine zutiefst zersplitterte Gesellschaft zu einen, zu vers\u00f6hnen und auf eine Welt neuer Chancen und Gewinner einzustellen?<\/p>\n<p>Das bed\u00fcrfte Offenheit, Kreativit\u00e4t und des Wagemutes, Wahrheiten \u00fcber das Ende alter Industriegesellschaft auszusprechen, die zun\u00e4chst auch Verlierer kennen wird. Republikanischer Deregulierungswahn oder moralistischer Kollektivismus? Hauptsache Folklore?<\/p>\n<p>Ich freute mich, gel\u00e4nge ein unideologischer Aufbruch in Richtung Fairness, Nachhaltigkeit und Innovation.<\/p>\n<h3><strong>Burhan Qurbani, 39, Regisseur <\/strong><\/h3>\n<p>Die USA haben sich in den letzten Jahren zu einer bin\u00e4ren Demokratie entwickelt: Das Land f\u00e4llt in jedem wichtigen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Punkt in der Mitte auseinander.<\/p>\n<p>Trump definiert diese Spaltung. Bill Clinton nannte Trump mal einen &quot;Meister des Vermarktens&quot;. Ich als Regisseur sehe in ihm einen Reality-TV-Performer mit einem r\u00fccksichtslosen Instinkt f\u00fcr Konflikte: ein &quot;Meister des Spaltens&quot;.<\/p>\n<p>Wenn die Wahlen im November, deren Legitimit\u00e4t und technischen Abl\u00e4ufe Trump jetzt schon schamlos unterminiert, ihn wieder zum Pr\u00e4sidenten machen sollten, k\u00f6nnte es die vorerst letzte freie Wahl in den Vereinigten Staaten sein.<\/p>\n<p>Aber h\u00f6ren Sie nicht auf mich. Ich bin von Berufs wegen eine Drama-Queen&#8230;<\/p>\n<h3><strong>Neven Subotic, 31, Fu\u00dfballprofi, unter anderem in Dortmund und Berlin<\/strong><\/h3>\n<p>Die USA haben ihre Leitungsrolle nach dem Zweiten Weltkrieg praktisch aufgegeben und schaffen damit zu einer Zeit, in der die gr\u00f6\u00dfte Krise seitdem herrscht, eine L\u00fccke im globalen System.<\/p>\n<p>Ich schaue mit gro\u00dfer Hoffnung auf die Wahlen nach Amerika. Hoffnung, dass kein erneuter R\u00fcckschritt erfolgt mit der Wahl eines Rassisten. Und der Hoffnung, dass wir als Europ\u00e4er in Zukunft weniger abh\u00e4ngig werden von einer Wahl in den USA, sondern den Fortschritt unserer Gesellschaft vielmehr selbst in die Hand nehmen.<\/p>\n<p>Die USA ist ein Land aus Einwanderern und Sklaven gewesen, das es bisher geschafft hat, politische, soziale und wirtschaftliche Fortschritte zu erzielen, die federf\u00fchrend waren f\u00fcr andere L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Nun ist es unsere Verantwortung, als Europ\u00e4er, unseren Beitrag f\u00fcr den globalen Fortschritt zu leisten.<\/p>\n<h3><strong>Johannes Strate, 40, S\u00e4nger der Band &quot;Revolverheld&quot;<\/strong><\/h3>\n<p>Ich schaue nat\u00fcrlich mit gro\u00dfer Neugierde, aber vor allem Sorge in die USA. Was unter Trump passiert ist in den vergangenen Jahren, ist wirklich erschreckend. Das Land war ja zuvor schon gespalten &#8211; aber nach vier Jahren Trump ist es noch viel schlimmer geworden.<\/p>\n<p>Vor allem habe ich die gro\u00dfe Angst, dass wenn Trump die Wahl verliert, er es dann einfach nicht anerkennt und eine Art Revolution ausruft.<\/p>\n<p>Trump hat ja bereits angek\u00fcndigt: Wenn ich die Wahl verlieren sollte, war sie manipuliert &#8211; was aus seinem Mund besonders absurd klingt. Es k\u00f6nnte aber bedeuten, dass dann wei\u00dfe Milizen mit ihren vielen Waffen losziehen und es zu einer Art B\u00fcrgerkrieg kommt.<\/p>\n<p>Das besorgt mich auch deshalb so sehr, weil die USA in der Vergangenheit doch immer ein Spiegel f\u00fcr die Welt waren &#8211; und so k\u00f6nnte das dem einen oder anderen Autokraten erst recht als Vorlage dienen.<\/p>\n<p>Am Ende hoffe ich nat\u00fcrlich dennoch darauf, dass Biden die Wahl gewinnt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In wenigen Tagen entscheiden die Amerikaner \u00fcber ihren Pr\u00e4sidenten. Kann Donald Trump weitermachen? Oder \u00fcbernimmt im Januar Joe Biden? Wird Trump eine m\u00f6gliche Niederlage \u00fcberhaupt akzeptieren? 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