{"id":3422,"date":"2020-10-25T12:47:01","date_gmt":"2020-10-25T09:47:01","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/bundeswehr-soldaten-im-corona-dienst-habe-kein-verstandnis-mehr-fur-corona-leugner\/"},"modified":"2020-10-25T12:47:01","modified_gmt":"2020-10-25T09:47:01","slug":"bundeswehr-soldaten-im-corona-dienst-habe-kein-verstandnis-mehr-fur-corona-leugner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/bundeswehr-soldaten-im-corona-dienst-habe-kein-verstandnis-mehr-fur-corona-leugner\/","title":{"rendered":"Bundeswehr-Soldaten im Corona-Dienst: &#8220;Habe kein Verst\u00e4ndnis mehr f\u00fcr Corona-Leugner&#8221;"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/09c4d8b8-efbf-4eec-904b-9b44ce7e3cc7_w948_r1.77_fpx41.44_fpy44.97.jpg\" title=\"Gegen das Virus: Soldaten der Bundeswehr helfen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten (Symbolbild)\" alt=\"Gegen das Virus: Soldaten der Bundeswehr helfen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten (Symbolbild)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Gegen das Virus: Soldaten der Bundeswehr helfen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten (Symbolbild)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Julian Stratenschulte \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Den Flecktarn hat Christopher Tim Lischewski Mitte September gegen ein hellblaues Hemd mit Schulterklappen eingetauscht, sein Husumer Regiment gegen einen Schreibtisch im Gesundheitsamt Hamburg-Eimsb\u00fcttel. Der 30-j\u00e4hrige Stabsunteroffizier ist einer von mehr als 1800 Bundeswehrsoldaten, die aktuell im Kampf gegen die Corona-Pandemie bei der Nachverfolgung von Infektionsketten eingesetzt werden. <\/em><\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Herr Lischewski, womit w\u00e4ren Sie heute besch\u00e4ftigt, w\u00fcrde es die globale Pandemie nicht geben?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong> Normalerweise w\u00e4re ich jetzt wohl auf einem milit\u00e4rischen \u00dcbungsplatz, um j\u00fcngere Soldaten oder neue Kameraden auszubilden.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Stattdessen sitzen Sie an einem Schreibtisch. Was sind aktuell Ihre Aufgaben im Gesundheitsamt in Hamburg-Eimsb\u00fcttel?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong> Wir arbeiten hier im Moment in einem Zweischicht-System. Die Kameraden und ich sind eine Woche durchg\u00e4ngig im Dienst, auch am Wochenende und an den Feiertagen. Dann haben wir wieder eine Woche frei. Ich rufe zum Beispiel Personen an, die sich in Quarant\u00e4ne befinden, und frage nach ihrem Gesundheitszustand. Wenn Personen pl\u00f6tzlich schwere Symptome zeigen, kann das Gesundheitsamt \u00e4rztliche Tests anordnen. Und ich rufe Personen an, um sie aus der Quarant\u00e4ne zu entlassen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>F\u00fcr viele Menschen ist die Quarant\u00e4ne ja eine belastende Ausnahmesituation. Sp\u00fcren Sie das in den Gespr\u00e4chen?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong> Absolut. In manchen Telefonaten m\u00fcssen wir ziemliche \u00dcberzeugungsarbeit leisten. Manche wollen einfach nicht wahrhaben, dass sie sich jetzt isolieren m\u00fcssen. Sie fangen an, herumzudiskutieren und Argumente vorzubringen, die sie irgendwo im Internet aufgeschnappt haben. Das ist mitunter schon kr\u00e4ftezehrend und kostet auch einfach viel Zeit und verz\u00f6gert den n\u00e4chsten Anruf, den man machen k\u00f6nnte. Wir wollen ja m\u00f6glichst weitere Infektionen verhindern und da telefonieren wir alle gegen die Uhr an.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Gibt es auch erbauliche Anrufe?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong> Auf jeden Fall, ich bekomme viel positives Feedback. Gerade von \u00e4lteren Menschen, die freuen sich auch \u00fcber die Zwischenanrufe. Die Leute merken, dass sie nicht alleingelassen werden mit ihren Sorgen. Dass es Menschen gibt, die ihnen zuh\u00f6ren, sie ernst nehmen, und sie mit seri\u00f6sen Informationen versorgen. Viele bedanken sich f\u00fcr unsere Arbeit. Das motiviert mich und gibt einem nat\u00fcrlich auch was zur\u00fcck. Ich habe den Eindruck, dass das, was ich mache, den Menschen hilft.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was empfinden Sie, wenn Sie h\u00f6ren, dass manche Menschen Covid-19 leugnen oder meinen, das sei alles nur aufgebauscht?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong> Ich kriege hier die Konsequenzen dieser Krankheit jeden Tag unmittelbar mit. Wenn ich mit Angeh\u00f6rigen spreche, deren Familienmitgliedern es zum Beispiel sehr schlecht geht. Das bewegt mich. Ich bin seitdem viel sensibler f\u00fcr das Thema und habe wirklich kein Verst\u00e4ndnis mehr f\u00fcr Kritiker oder Corona-Leugner. Ich wei\u00df, dass das alles &quot;echt&quot; ist.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>W\u00e4ren Sie gerade lieber anderswo im Einsatz?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong>  Nein, ich bin schon gerne hier. Diese Arbeit ist notwendig und sinnvoll. Und sie macht mir auch Spa\u00df. Die Zusammenarbeit mit den zivilen Kollegen im Bezirksamt ist eine sch\u00f6ne Erfahrung, wir wurden hier sehr gut eingewiesen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Was haben Sie in den letzten Wochen gelernt?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong> Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, dass man als Familie, unter Freunden, Kollegen oder Kameraden zusammenh\u00e4lt. Ich erlebe gerade jeden Tag, wie wertvoll das ist.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL:<\/strong> Hat diese Arbeit Ihre eigene Haltung ver\u00e4ndert?<\/p>\n<p><strong>Lischewski:<\/strong> Mir ist noch einmal bewusst geworden, dass man nichts als selbstverst\u00e4ndlich ansehen sollte. Vor allem nicht die eigene Gesundheit. Unser Alltag hat sich so schnell ver\u00e4ndert. Wenn ich Leute am Telefon habe, die sich dar\u00fcber aufregen, dass sie jetzt nicht mehr in den Urlaub fahren k\u00f6nnen, \u00e4rgert mich das fast schon. Denn ich spreche auch mit den Risikopatienten, f\u00fcr die eine Infektion mit dem Virus t\u00f6dlich enden kann.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Gegen das Virus: Soldaten der Bundeswehr helfen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten (Symbolbild) Foto:\u2002Julian Stratenschulte \/ dpa Den Flecktarn hat Christopher Tim Lischewski Mitte September gegen ein hellblaues<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3423,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3422","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3422","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3422"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3422\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3422"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3422"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3422"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}