{"id":3336,"date":"2020-10-21T13:28:38","date_gmt":"2020-10-21T10:28:38","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-wahl-2020-fur-donald-trump-ist-der-groste-feind-jetzt-die-zeit\/"},"modified":"2020-10-21T13:28:38","modified_gmt":"2020-10-21T10:28:38","slug":"us-wahl-2020-fur-donald-trump-ist-der-groste-feind-jetzt-die-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-wahl-2020-fur-donald-trump-ist-der-groste-feind-jetzt-die-zeit\/","title":{"rendered":"US-Wahl 2020: F\u00fcr Donald Trump ist der gr\u00f6\u00dfte Feind jetzt die Zeit"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Der Pr\u00e4sident spielt den wilden Mann<\/strong><\/h3>\n<p class=\"caps\">F\u00fcr US-Pr\u00e4sident Donald Trump wird es langsam aber sicher eng. Wenn die derzeitigen Umfragen zutreffen, droht ihm am 3. November eine derbe Niederlage gegen seinen Herausforderer Joe Biden. In dieser Endphase des Wahlkampfs ist deshalb die Zeit Trumps gr\u00f6\u00dfter Feind, er muss das Rennen noch irgendwie drehen, sonst kann er im Wei\u00dfen Haus wom\u00f6glich die Koffer packen.<\/p>\n<p>Eine Gelegenheit bietet sich ihm am Donnerstag beim zweiten und letzten TV-Duell. In Nashville, Tennessee, werden die beiden Kontrahenten aufeinandertreffen. Ob Trump die Gelegenheit nutzen kann, unentschlossene W\u00e4hler zu \u00fcberzeugen, ist ungewiss. Erstens gibt es offenbar kaum noch W\u00e4hler, die nicht wissen, wen sie w\u00e4hlen sollen. Und zweitens hat Trumps letzter, reichlich missratener Duellauftritt, am Stand des Rennens auch kaum etwas ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte sich zeigen: Geschichte wiederholt sich eben doch nicht. 2016 konnte Trump mit einer legend\u00e4ren Aufholjagd seine damalige Rivalin Hillary Clinton auf den letzten Metern \u00fcberrunden. Trump und seine Leute wollen diesen Last-minute-Swing wieder schaffen, aber mit jedem Tag, der vergeht, erscheint das Unterfangen aussichtsloser.<\/p>\n<p>Trump ist die Wut \u00fcber seine Lage anzumerken. Er schl\u00e4gt wild um sich, wie die ber\u00fchmte &quot;Lose Kanone&quot;, die sich beim Sturm auf dem Schiffsdeck losrei\u00dft.<\/p>\n<p>Er attackiert den Pandemie-Experten Anthony Fauci, obwohl der im Volk \u00e4u\u00dferst angesehen ist. Er stilisiert sich selbst wieder einmal zum Opfer \u00fcbler Machenschaften, in dem er den unparteiischen Organisatoren der TV-Debatte vorwirft, sich gegen ihn verschworen zu haben (was nicht stimmt). Und er fordert seinen Justizminister William Barr auf, gegen Biden Ermittlungen wegen Korruption einzuleiten (wof\u00fcr es keine Grundlage gibt). Auf solche Ideen kommen in Wahlk\u00e4mpfen sonst eigentlich nur Leute wie Wladimir Putin oder Diktatoren in drittklassigen Bananenrepubliken.<\/p>\n<p>Wird das alles Trump retten? Bei den Demokraten warnen Strategen, man solle nicht untersch\u00e4tzen, wie knapp das Rennen noch werden k\u00f6nne. Dort ist man traumatisiert von 2016 und f\u00fcrchtet, dass Trump es doch wieder schaffen k\u00f6nnte, zu gewinnen.<\/p>\n<p>Fest steht: In vielen Bundesstaaten haben die Wahlen bereits begonnen. Es gibt f\u00fcr die B\u00fcrger die M\u00f6glichkeit, die Stimme schon vor dem 3. November abzugeben, nicht nur per Brief, sondern auch pers\u00f6nlich. Die Wahlbeh\u00f6rden melden t\u00e4glich neue Beteiligungsrekorde. Trump hofft, dass es seine Fans sind, die da begeistert zu Hunderttausenden zu den Wahlurnen str\u00f6men. Es kann aber auch genau umgekehrt sein.<\/p>\n<h3>Im Biden-Lager werden schon die Jobs verteilt<\/h3>\n<p>Was Trump alles anstellen w\u00fcrde, wenn er wieder gew\u00e4hlt wird, kann man sich ungef\u00e4hr vorstellen. Es ginge vermutlich genauso weiter wie bisher, nur schlimmer. Aber angenommen, Biden w\u00fcrde die Wahl gewinnen, wie w\u00fcrde seine Regierung aussehen?<\/p>\n<p>Biden hat bislang seinen gesamten Wahlkampf mit dem Versprechen bestritten, ein Pr\u00e4sident &quot;f\u00fcr alle Amerikaner&quot; zu sein. Er will das Land einen. F\u00fcr eine m\u00f6gliche Biden-Regierung bedeutet dies: Er k\u00f6nnte ein \u00e4u\u00dferst buntes Kabinett zusammenstellen, das alle m\u00f6glichen Gruppen einschlie\u00dft &#8211; auch Republikaner.<\/p>\n<p>Schon werden erste Namen f\u00fcr die neue, partei\u00fcbergreifende Regierung gehandelt, darunter John Kasich. Der fr\u00fchere republikanische Gouverneur von Ohio, der seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr Biden beim Parteitag der Demokraten \u00f6ffentlich gemacht hat, ist laut &quot;Politico&quot; in der engeren Wahl. Ebenso Jeff Flake, ein ehemaliger republikanischer Senator aus Arizona, der mit Donald Trump im Streit liegt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcsste Biden aber auch die Parteilinke und Minderheiten einbinden, die Linke Senatorin Elizabeth Warren ist deshalb ebenso f\u00fcr einen Kabinettsposten im Gespr\u00e4ch wie die B\u00fcrgerrechtlerin Stacey Abrams aus Georgia. Auch Pete Buttigieg wird f\u00fcr eine Position gehandelt. Der fr\u00fchere B\u00fcrgermeister von South Bend im Bundesstaat Indiana steht f\u00fcr eher moderate politische Positionen. F\u00fcr den Job der Au\u00dfenministerin ist Susan Rice im Gespr\u00e4ch, ehemals Nationale Sicherheitsberaterin unter Pr\u00e4sident Barack Obama.<\/p>\n<h3><strong>Was die Umfragen sagen<\/strong><\/h3>\n<p>Es h\u00f6rt nicht auf: Derzeit kommen fast jeden Tag zwei, drei, vier neue Umfragen. Am allgemeinen Trend ver\u00e4ndert sich aber wenig. Joe Biden liegt im Durchschnitt aller Umfragen beim Umfrageportal Fivethirtyeight weiterhin deutlich vor Donald Trump. Er f\u00fchrt aktuell mit 10,3 Prozentpunkten. Unter den vielen schlechten Umfragen f\u00fcr Trump aus den vergangenen Tagen gab es nur eine, die ihm ein wenig Hoffnung machen k\u00f6nnte. Das Institut IDB\/TIPP sieht einen deutlich geringeren Abstand zwischen den Kontrahenten. Hier f\u00fchrt Biden &quot;nur&quot; mit 49 Prozent, Trump erreicht immerhin 46 Prozent.<\/p>\n<p>Trump kann noch gewinnen, sagen die Auguren von Fivethirtyeight. Seine Chance auf den Sieg sei nur leicht geringer als die Wahrscheinlichkeit, bei einem sechsseitigen W\u00fcrfel auf Anhieb die Eins zu werfen. Anders gesagt: Trumps Aussichten auf den Sieg stehen etwas besser als die Chance, dass es in der Innenstadt von Los Angeles regnet. Es regnet dort nur an 36 Tagen im Jahr.<\/p>\n<h3><strong>Die Wahlkampffigur der Woche<\/strong><\/h3>\n<p>Zu den vielen spannenden Experten, denen man als Interessierter in diesem Wahlkampf unbedingt bei Twitter folgen sollte, geh\u00f6rt <strong>Dave Wasserman<\/strong>, ein Umfrageexperte vom &quot;Cook Political Report&quot;. Er taucht stets tief ein in die Umfrageergebnisse an der Basis, in den Bundesstaaten bis hin zu einzelnen Landkreisen. Er riecht Trends, und er bekommt Ver\u00e4nderungen in der politischen Stimmung sofort mit.<\/p>\n<p>Eine von Wassermans interessanten Beobachtungen aus diesen Tagen: Er orakelt, dass sich am Abend des 3. November mithilfe eines Wahlergebnisses wom\u00f6glich der gesamte Wahlausgang sehr fr\u00fch erahnen l\u00e4sst. Es geht um einen Landkreis in Florida namens Sumter County. Dort liegen Teile der gigantischen Seniorenresidenz &quot;The Villages&quot;, einer eigenen Stadt f\u00fcr Rentner mit Villen, Golfpl\u00e4tzen und Shoppingmalls.<\/p>\n<p>Wassermans Tipp geht nun so: Trump muss Florida gewinnen, wenn er Pr\u00e4sident bleiben will. In Sumter County sind die Republikaner traditionell stark, auch Trump schnitt bei der Wahl 2016 gut ab. Allerdings br\u00f6ckelt Trumps Unterst\u00fctzung bei der wichtigen W\u00e4hlergruppe der Senioren laut Umfragen in diesem Jahr, unter anderem wegen seiner Corona-Politik.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Stimmen in Sumter wird am Wahlabend fr\u00fch ausgez\u00e4hlt, kurz nach 19 Uhr (Ortszeit) kann es bereits Zahlen geben. Trump wird dort sicher gewinnen, doch wenn sich die Margen im Vergleich zur letzten Wahl zu seinen Ungunsten ver\u00e4ndern, w\u00e4re das ein schlechtes Vorzeichen f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p>Wassermans Vorhersage f\u00fcr Sumter County: Bei 66 Prozent Trump und 33 Prozent Biden w\u00e4re ein knappes Rennen in ganz Florida zu erwarten. Bei 60 Prozent Trump und 39 Prozent Biden w\u00e4re dies ein fr\u00fches Alarmsignal f\u00fcr katastrophale Verluste f\u00fcr Trump in der Gruppe der wei\u00dfen Senioren &#8211; und damit ein Zeichen, dass Biden der Gesamtsieg winkt, also in Florida und im ganzen Land.<\/p>\n<h3><strong>Was passiert auf Social Media?<\/strong><\/h3>\n<p>Der Schwachsinn in diesem Wahlkampf kennt manchmal leider keine Grenzen, vor allem dann nicht, wenn der Name Trump darin vorkommt und das Wort Twitter. Das zeigt diese Geschichte: Alles begann damit, dass Eric Trump, der Sohn des Pr\u00e4sidenten, das Luftbild einer ansehnlichen Villa in Delaware postete, von der er behauptete, sie geh\u00f6re Joe Biden. Die Sub-Botschaft war klar: Biden ist korrupt, er wohnt in einem teuren Haus, das er sich nur mit Schmiergeldern erkaufen konnte.<\/p>\n<p>Das Problem an der Sache: Es gibt keinerlei Belege, dass Biden korrupt ist. Und das Haus, in dem er angeblich wohnen soll, geh\u00f6rt ihm seit Jahren nicht mehr. Biden hatte es in den Siebzigerjahren f\u00fcr gerade einmal 185.000 Dollar gekauft und viele Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr 1,2 Millionen Dollar verkauft. Eine h\u00fcbsche Summe, aber f\u00fcr einen langj\u00e4hrigen US-Politiker auch nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches.<\/p>\n<p>Nun nehmen die Demokraten Eric Trump auf den Arm und posten scherzhaft Bilder von H\u00e4usern, in denen Joe Biden angeblich wohnt. Darunter das Biltmore Estate der Vanderbilt-Dynastie in North Carolina, das Schloss aus Disney World in Orlando und das Taj Mahal in Indien. Ein bisschen Spa\u00df muss schlie\u00dflich sein.<\/p>\n<h3> <strong>Unsere US-Storys der Woche<\/strong><\/h3>\n<p>Diese beiden Geschichten aus unserem US-Wahlkampfteam der letzten Tage m\u00f6chte ich Ihnen ans Herz legen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>US-Republikaner in Panik: &quot;Wenn Trump verliert, wird es einen B\u00fcrgerkrieg geben&quot;<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Umfragen zur US-Wahl: Der wacklige Gradmesser<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen eine gute Woche!<\/p>\n<p>Herzlich<\/p>\n<p><em>Ihr <\/em><\/p>\n<p><em>Roland Nelles<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Pr\u00e4sident spielt den wilden Mann F\u00fcr US-Pr\u00e4sident Donald Trump wird es langsam aber sicher eng. Wenn die derzeitigen Umfragen zutreffen, droht ihm am 3. 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