{"id":3334,"date":"2020-10-21T11:12:03","date_gmt":"2020-10-21T08:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/die-bisher-letzte-klimaapokalypse-und-was-wir-daraus-lernen-konnen\/"},"modified":"2020-10-21T11:12:03","modified_gmt":"2020-10-21T08:12:03","slug":"die-bisher-letzte-klimaapokalypse-und-was-wir-daraus-lernen-konnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/die-bisher-letzte-klimaapokalypse-und-was-wir-daraus-lernen-konnen\/","title":{"rendered":"Die bisher letzte Klimaapokalypse &#8211; und was wir daraus lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/636bfbe0-b1fb-4575-80be-45949d4e34d5_w948_r1.77_fpx52.35_fpy49.98.jpg\" title=\"Das Skelett eines Landwirbeltiers aus der Gruppe der Therapsiden: Auch an Land starben damals 70 Prozent der Arten aus\" alt=\"Das Skelett eines Landwirbeltiers aus der Gruppe der Therapsiden: Auch an Land starben damals 70 Prozent der Arten aus\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Das Skelett eines Landwirbeltiers aus der Gruppe der Therapsiden: Auch an Land starben damals 70 Prozent der Arten aus<\/p>\n<p>  Foto:\u2002imago images \/ Leemage  <\/figcaption><\/figure>\n<p>&quot;Extinction Rebellion&quot;, zu Deutsch &quot;Rebellion gegen das Aussterben&quot;, hei\u00dft eine Klimaaktivistengruppe, die in Europa mit zivilem Ungehorsam radikalen Klimaschutz einfordert. Je mehr CO\u2082 in die Atmosph\u00e4re gelangt und den Klimawandel anheizt, so die Annahme, desto wahrscheinlicher sei ein massenhaftes Artensterben auf der Erde.<\/p>\n<p>Die bef\u00fcrchtete Klima-Apokalypse w\u00e4re nicht die erste ihrer Art, erkl\u00e4ren Forscher in einer Studie, die in der Fachzeitschrift &quot;Nature Geoscience&quot; erschienen ist. Sie konnten erstmals eines der gr\u00f6\u00dften Massenaussterben der Erdgeschichte vor 252 Millionen Jahren komplett rekonstruieren &#8211; und ziehen beunruhigende Schl\u00fcsse f\u00fcr unsere heutige Zeit.<\/p>\n<p>Das Forscherteam vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Meeresforschung Kiel und dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ untersuchte die Katastrophe am Ende des sogenannten Perm-Zeitalters. Damals geriet der Treibhausgas-Effekt v\u00f6llig au\u00dfer Kontrolle und machte das \u00dcberleben von Meerestieren, Korallenriffen, Insekten und S\u00e4ugetieren an Land unm\u00f6glich. Insgesamt verschwanden 95 Prozent allen Lebens im Meer und rund 70 Prozent der Tiere und Pflanzen an Land. Das damalige Massensterben geschah \u00fcbrigens lange, bevor ein Asteroid die Dinosaurier ausl\u00f6schte.<\/p>\n<h3>390.000 Milliarden Tonnen CO\u2082 gelangten in die Atmosph\u00e4re<\/h3>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr das Massensterben sind nach Erkenntnissen der Forscher gigantische vulkanische Aktivit\u00e4ten im heutigen Sibirien. Durch die \u00fcber mehrere Tausend Jahre andauernden Vulkaneruptionen wurden riesige Mengen an Kohlenstoff in die Luft geschleudert. Insgesamt seien so fast 360.000 Milliarden Tonnen CO\u2082 in die Atmosph\u00e4re gelangt, so die Studienautoren. &quot;Das ist mehr als das 40-fache der Menge an Kohlenstoff, die seit der industriellen Revolution verbrannt wurden, und auch der fossilen Brennstoffe, die noch im Boden liegen&quot;, sagt Leitautorin Hana Jurikova vom Geomar-Zentrum in Kiel im Gespr\u00e4ch mit dem SPIEGEL.<\/p>\n<p>Diese enorme Anreicherung von CO\u2082 in der Erdatmosph\u00e4re habe eine Art \u00f6kologischen Dominoeffekt ausgel\u00f6st. &quot;Wir konnten zeigen, dass der CO\u2082-Anstieg zu verheerenden Folgen f\u00fcr das Erdklima und f\u00fcr das \u00d6kosystem gef\u00fchrt hat und schlie\u00dflich das meiste Leben auf der Erde dadurch vernichtet wurde&quot;, so Jurikova. Im Gegensatz zu fr\u00fcheren Studien zu der Katastrophe h\u00e4tten die Forscher jetzt die Folgen des damaligen Klimawandels f\u00fcr das \u00d6kosystem genauestens aufgeschl\u00fcsselt. Dieser Blick in die Vergangenheit sei eine Art Warnung, sagt Hana Jurikova. &quot;Wir k\u00f6nnen anhand dieses Massensterbens sehen, welche \u00f6kologischen Folgen ein galoppierender Treibhauseffekt hat.&quot;<\/p>\n<p>Daf\u00fcr untersuchten die Wissenschaftler fossile Kalkschalen von sogenannten Brachiopoden, das sind Muschel-\u00e4hnliche Organismen. Die Zunahme des atmosph\u00e4rischen CO\u2082 rekonstruierten die Forscher anhand von Kohlenstoff- und Bor-Isotopen. Isotope sind eine Art physikalischer Fingerabdruck &#8211; mit ihnen kann man r\u00fcckwirkend auf das Alter von Gegenst\u00e4nden, aber auch auf klimatische Umst\u00e4nde schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Der massive CO\u2082 -Aussto\u00df der Vulkane hat laut der Studie zu einem starken Treibhauseffekt gef\u00fchrt, der zu einer extremen Erw\u00e4rmung und zur Versauerung der Ozeane f\u00fchrte. Diese Effekte treten in der derzeitigen Klimakrise ebenfalls auf &#8211; allerdings noch deutlich abgeschw\u00e4chter.<\/p>\n<h3>Heutiger CO\u2082-Anstieg geschieht viel schneller<\/h3>\n<p>Die Katastrophenkette ist dabei recht kleinteilig, aber verheerend: Durch den hohen CO\u2082 -Gehalt in der Atmosph\u00e4re und sauren Regen seien beispielsweise Felsen und Steine schneller verwittert. Deren \u00dcberreste wurden so schneller in die Ozeane und Fl\u00fcsse gesp\u00fclt und h\u00e4tten mehr N\u00e4hrstoffe wie Phosphate und Nitrate eingebracht.<\/p>\n<p>Das h\u00e4tte zur Vermehrung von bestimmten Pflanzen gef\u00fchrt und wiederum die Fotosynthese angekurbelt. Dadurch sei der Sauerstoffgehalt im Meer extrem gesunken &#8211; \u00e4hnlich wie bei einem starken Algenwachstum nach einem hei\u00dfen Sommer in einem See. Doch ohne Sauerstoff kein Leben &#8211; viele Tiere und Pflanzen starben. Die Versauerung tat ihr \u00dcbriges und vernichtete Korallenriffe und dezimierte Schalentier-Populationen.<\/p>\n<p>Sicherlich k\u00f6nne man die damaligen Vulkanausbr\u00fcche nicht mit den heutigen menschengemachten Emissionen vergleichen, meint die Meeresbiologin Hana Jurikova. Die Mengen seien insgesamt viel geringer. Allerdings geschehe die Anreicherung von CO\u2082 in der Atmosph\u00e4re heute viel schneller als vor 250 Millionen Jahren. &quot;Unsere derzeitigen anthropogenen Emissionen sind jedoch etwa 14 mal h\u00f6her als die Spitzenemissionen w\u00e4hrend des Aussterbens&quot;, gibt Jurikova zu bedenken. &quot;Tausend Jahre sind erdgeschichtlich gesehen gar nichts&quot;, so Forscherin. &quot;Die rund 200 Jahre seit der Industrialisierung hingegen sind ein winziger Zeitraum f\u00fcr derart gro\u00dfe Mengen an CO\u2082.&quot;<\/p>\n<p>Au\u00dferdem \u00e4hneln die beobachteten Folgen in der Studie den aktuellen Beobachtungen von Biologen und Klimaforschern: Bereits heute hat sich die Erde um rund ein Grad durchschnittlich erw\u00e4rmt und auch der ph-Wert im Meer \u00e4ndert sich &#8211; das Wasser wird durch den CO\u2082-Eintrag in der Atmosph\u00e4re aber auch im Wasser saurer.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Das Skelett eines Landwirbeltiers aus der Gruppe der Therapsiden: Auch an Land starben damals 70 Prozent der Arten aus Foto:\u2002imago images \/ Leemage &quot;Extinction Rebellion&quot;, zu Deutsch &quot;Rebellion<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3335,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3334","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3334"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3334\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3335"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3334"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3334"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3334"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}