{"id":32439,"date":"2026-07-15T23:56:47","date_gmt":"2026-07-15T20:56:47","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/panne-bei-pistorius-fregatten-aus-konnte-noch-teurer-werden\/"},"modified":"2026-07-15T23:56:47","modified_gmt":"2026-07-15T20:56:47","slug":"panne-bei-pistorius-fregatten-aus-konnte-noch-teurer-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/panne-bei-pistorius-fregatten-aus-konnte-noch-teurer-werden\/","title":{"rendered":"Panne bei Pistorius?: Fregatten-Aus k\u00f6nnte noch teurer werden"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Panne bei Pistorius?Fregatten-Aus k\u00f6nnte noch teurer werden<\/h2>\n<p>15.07.2026, 19:03 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Von Frauke Niemeyer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:15 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/07\/TTSART_31089909_20260715190425-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:15<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/31064862\/1783546022\/Img_16_9\/1024\/Fregatte-MEKO-A-200-Eine-Fregatte-MEKO-A-200-der-HERRAD-Klasse-F-911-am-25-08-2016-auf-der-Ostsee-bei-Kiel.webp\" alt=\"Fregatte-MEKO-A-200-Eine-Fregatte-MEKO-A-200-der-HERRAD-Klasse-F-911-am-25-08-2016-auf-der-Ostsee-bei-Kiel\"\/><figcaption>Sie soll den Ersatz bilden: eine Fregatte MEKO A-200 auf der Ostsee bei Kiel. (Foto: imago\/STAR-MEDIA)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Aus f\u00fcr die Fregatte F126 sollte ein langwieriges Problem l\u00f6sen. Und schafft nun vielleicht ein Neues. Der Hersteller droht mit Klage auf Schadensersatz. Auch andere Faktoren lassen Minister Pistorius nicht gut dastehen. <\/p>\n<p>Das Aus f\u00fcr die Fregatte F126 wird wom\u00f6glich teurer als zun\u00e4chst vom Verteidigungsministerium (BMVg) angek\u00fcndigt. Grund daf\u00fcr ist ein Zerw\u00fcrfnis zwischen dem BMVg und dem niederl\u00e4ndischen Schiffsbauer Damen Schelde Naval Shipbuilding (DSNS). Erst Ende Juni teilte Verteidigungsminister Boris Pistorius mit, er werde den Bau von sechs Fregatten des Typs F126 nicht weiterverfolgen &#8211; und lasse Schadensersatzanspr\u00fcche gegen den niederl\u00e4ndischen Schiffsbauer DSNS pr\u00fcfen. Nun l\u00e4sst die Werft per Brief vom Rechtsanwalt wissen, sie behalte sich Schadensersatzforderungen gegen das Ministerium und das Beschaffungsamt der Bundeswehr vor. Verursacht das Ende des seit Monaten schwelenden Fregatten-Desasters noch h\u00f6here Kosten?<\/p>\n<p>Die Fregatten sollen eine F\u00e4higkeitsl\u00fccke f\u00fcllen, die in Nordsee und Nordatlantik klafft. Dort m\u00fcsste die Nato in der Lage sein, Jagd auf russische U-Boote zu machen. Deutschland hatte zugesagt, die L\u00fccke zu schlie\u00dfen, doch das Projekt geriet ins Stocken und dann in die Krise.<\/p>\n<p>Auffallend konsequent las sich in der Pressemitteilung des BMVg, dass laut DSNS &quot;die Auftragserf\u00fcllung erheblich im Verzug sei und ein Bau der Schiffe weder innerhalb des vereinbarten Zeitraums noch innerhalb der vereinbarten Verg\u00fctung m\u00f6glich ist&quot;, habe das Verteidigungsministerium intensiv einen Generalunternehmerwechsel gepr\u00fcft. Die Option hatte man jedoch wegen &quot;erheblicher Mehrkosten&quot; verworfen. Sie w\u00e4ren von urspr\u00fcnglichen 10 auf knapp 19 Milliarden gestiegen. Stattdessen verk\u00fcndete das Ministerium die Absicht, &quot;dem Haushaltsausschuss des Bundestages schnellstm\u00f6glich die Entscheidungsgrundlage f\u00fcr den Kauf von acht MEKO-Fregatten vorzulegen&quot;.<\/p>\n<h2>Der neue Fregatten-Typ hat Nachteile <\/h2>\n<p>Man setzte also bereits auf ein neues Pferd: Die Fregatten des Typs MEKO A-200, die Abk\u00fcrzung MEKO steht dabei f\u00fcr &quot;Mehrzweckkombination&quot;. Die Fregatte ist mit 120 Metern L\u00e4nge 50 Meter kleiner als die urspr\u00fcnglich gew\u00fcnschte F126 &#8211; und bleibt auch hinter deren F\u00e4higkeiten zur\u00fcck, etwa mit Blick auf Reichweite und Munitionslagerung. Und sie ben\u00f6tigt mehr Personal: Eine Besatzung von 150 Personen w\u00e4re f\u00fcr eine Fregatte MEKO vorgesehen, w\u00e4hrend die F126 mit einer Mannschaft aus 114 Personen fahren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Vorteil der MEKO, die von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) gefertigt wird: Es ist ein Neuanfang mit einem Schiffstyp, der schon an andere L\u00e4nder verkauft wurde. Die Gefahr, dass auch hier der Produktionsprozess in technischen Schwierigkeiten und Abstimmungsproblemen mit dem Auftraggeber stecken bleibt, erscheint dadurch deutlich geringer.<\/p>\n<p>Zudem stammte der alte Vertrag mit DSNS aus dem Jahr 2020, und damit noch aus einer Zeit, als das Verteidigungsministerium &#8211; damals unter Ursula von der Leyen &#8211; bei Auftr\u00e4gen kaum darauf bestand, dass der Vertragspartner vereinbarte Auslieferungsdaten einzuhalten habe. Verteidigungspolitik in &#8211; zumindest gef\u00fchlten &#8211; Friedenszeiten. &quot;30 Jahre lang hat es niemanden sonderlich interessiert, was mit den Verteidigungsausgaben passiert, was das Beschaffungsamt in Koblenz macht&quot;, umrei\u00dft der Verteidigungs\u00f6konom Johannes Binder die Politik jener Zeit. &quot;Wenn Projekte sich verz\u00f6gerten, war das einfach kein gro\u00dfes Problem.&quot;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Fregatten-Werft-wirft-Pistorius-nach-F126-Stornierung-Rechtsbruch-vor-id31086180.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Berlin-Deutschland-Deutscher-Bundestag-28\"\/>&quot;Willk\u00fcrliche Entscheidung&quot;Fregatten-Werft wirft Pistorius nach F126-Stornierung Rechtsbruch vor<\/a><\/p>\n<p>Zumindest in diesem Punkt zeigt das Verteidigungsministerium inzwischen eine deutlich ver\u00e4nderte Einstellung. Doch ob man selbst auch schnell genug damit ist, bei fehlender Perspektive auf einen Erfolg die Rei\u00dfleine zu ziehen, erscheint Kritikern mit Blick auf F126 zumindest fragw\u00fcrdig. Denn das Projekt war nach Beginn im Jahr 2020 recht bald von Verz\u00f6gerungen im Ablauf gepr\u00e4gt. Trotzdem erweiterte Pistorius 2024 den Auftrag \u00fcber vier Schiffe noch einmal um zwei weitere auf sechs Fregatten.<\/p>\n<p>Nur ein Jahr sp\u00e4ter, 2025, lie\u00df sein Ministerium wegen der massiven Probleme dann bereits pr\u00fcfen, ob man von Damen Naval auf einen anderen Generalunternehmer umsteigen k\u00f6nnte. Mit dem bereits erw\u00e4hnten Ergebnis: zu teuer.<\/p>\n<p>Das Verteidigungsportal Hartpunkt berichtete Anfang 2026, dass der Haushaltsausschuss im Januar nicht nur n\u00f6tige Gelder f\u00fcr einen Vorvertrag \u00fcber die MEKO-Fregatten billigte. Er wollte zudem versuchen, per Ma\u00dfgabenbeschluss das Ministerium &quot;deutlich st\u00e4rker in Richtung MEKO-Beschaffung&quot; zu dr\u00e4ngen. &quot;Gut unterrichtete Kreise&quot; h\u00e4tten Hartpunkt berichtet, dass eine direkte Intervention von Pistorius den geplanten Beschluss verhinderte. <\/p>\n<h2>Pistorius hielt an den Pl\u00e4nen fest<\/h2>\n<p>Auch zur Vorbereitung des Vorvertrages f\u00fcr die MEKO-Alternative habe das Ministerium &quot;gezwungen werden&quot; m\u00fcssen, so Hartpunkt. Demzufolge hielt das Ministerium auch 2025 noch weiter an den Beschaffungspl\u00e4nen f\u00fcr die Problem-Fregatte fest, obwohl inzwischen wohl auch Haush\u00e4lter und Marine-Experten aus der Regierungskoalition den Erfolg des teuren Beschaffungsprojektes in Zweifel zogen.<\/p>\n<p>Die Opposition hatte schon l\u00e4nger deutliche Worte mit Blick auf den F126-Vertrag gefunden. Als er endlich gek\u00fcndigt wurde, Ende Juni, sprach Linken-Haushaltspolitiker Dietmar Bartsch von einer teuren Blamage. Die k\u00f6nnte nun noch teurer werden als die 2,3 Milliarden Euro, die bislang bereits in das Projekt F126 flossen &#8211; wenn der geschasste Fregattenbauer tats\u00e4chlich den Rechtsweg einschl\u00e4gt und man dem Ministerium Fehlverhalten nachweisen kann.<\/p>\n<p>Mit dem an die Wand gefahrenen Vertrag \u00fcber F126 und der neuen Bestellung \u00fcber acht MEKO-Fregatten kommt das ganze Projekt Stand heute auf Gesamtkosten von rund 18 Milliarden Euro. Viel Geld f\u00fcr ein einziges Gro\u00dfprojekt zur U-Boot-Jagd in Nordsee und Nordatlantik, auch wenn die Sinnhaftigkeit au\u00dfer Frage steht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Kanada-vergibt-U-Boot-Milliardenauftrag-an-deutsche-Werft-TKMS-id31055333.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Ein-U-Boot-U34-der-Klasse-212A-der-deutschen-Bundesmarine-liegt-beim-U-Boot-Hersteller-TKMS-am-Kai-Hier-werden-Bundesverteidigungsminister-Pistorius-und-sein-indischer-Amtskollege-zu-einem-Besuch-erwartet\"\/>&quot;Bevorzugter Lieferant&quot;Kanada vergibt U-Boot-Milliardenauftrag an deutsche Werft TKMS<\/a><\/p>\n<p>Was zudem weiterhin fehlt, nicht nur mit Blick auf maritime Wehrhaftigkeit, sind Investitionen in Waffengattungen, die den modernen Krieg in der Ukraine pr\u00e4gen. &quot;Gerade wenn man auf viel Kapital, aber nur wenig Personal f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte zur\u00fcckgreifen kann, macht es viel Sinn, st\u00e4rker auf unbemannte Systeme zu setzen&quot;, sagt Binder, der am Kieler Institut f\u00fcr Weltwirtschaft forscht. &quot;Die Ukraine etwa war besonders stark darin, russische \u00dcberwasserschiffe mittels Drohnen von der eigenen K\u00fcste fernzuhalten.&quot;<\/p>\n<p>Im Verteidigungshaushalt f\u00fcr 2027, j\u00fcngst vom Kabinett verabschiedet, vermisst Binder &quot;einen klaren Fokus auf KI, autonome Systeme, Robotik oder Weltraumf\u00e4higkeiten&quot;, sowie auch in Fertigungskapazit\u00e4ten, die es bei Bedarf erm\u00f6glichen w\u00fcrden, dass die Industrie ihre Produktion sehr schnell skaliert. Stattdessen werde weiter &quot;in kleinen St\u00fcckzahlen zu hohen St\u00fcckkosten beschafft&quot;, so der \u00d6konom.<\/p>\n<p>Pistorius hatte beim Nato-Gipfel in Ankara Anfang Juli erkl\u00e4rt, Europa sei &quot;sehr viel weiter&quot; mit Blick auf Drohnen, Weltraumf\u00e4higkeiten und das Projekt eigener, weitreichender Pr\u00e4zisionswaffen. Das m\u00fcsste sich in deutscher Beschaffungspolitik perspektivisch auch umsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Panne bei Pistorius?Fregatten-Aus k\u00f6nnte noch teurer werden 15.07.2026, 19:03 Uhr Von Frauke NiemeyerArtikel anh\u00f6ren(08:15 min)00:00 \/ 08:15 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Sie soll den Ersatz bilden: eine<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-32439","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32439","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32439"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32439\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32439"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32439"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32439"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}