{"id":32414,"date":"2026-07-11T17:16:08","date_gmt":"2026-07-11T14:16:08","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/protest-irrsinn-in-lommatzsch-wir-wollten-windkraft-unbedingt-ablehnen-und-bekommen-jetzt-das-gegenteil\/"},"modified":"2026-07-11T17:16:08","modified_gmt":"2026-07-11T14:16:08","slug":"protest-irrsinn-in-lommatzsch-wir-wollten-windkraft-unbedingt-ablehnen-und-bekommen-jetzt-das-gegenteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/protest-irrsinn-in-lommatzsch-wir-wollten-windkraft-unbedingt-ablehnen-und-bekommen-jetzt-das-gegenteil\/","title":{"rendered":"Protest-Irrsinn in Lommatzsch: &#8220;Wir wollten Windkraft unbedingt ablehnen und bekommen jetzt das Gegenteil&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Protest-Irrsinn in Lommatzsch&quot;Wir wollten Windkraft unbedingt ablehnen und bekommen jetzt das Gegenteil&quot;<\/h2>\n<p>11.07.2026, 14:28 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Christian-Herrmann-article21584372.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2981703\/1615806992\/Img_1_1\/36\/DSC8670-Edit-3-7.webp\" alt=\"DSC8670-Edit-3-7\"\/>Interview: Christian Herrmann und Clara Pfeffer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(13:37 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/07\/TTSART_31066791_20260711142910-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 13:37<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/31067241\/1783599684\/Img_16_9\/1024\/Blumenfelder-in-der-Lommatzscher-Pflege-Blumenfelder-in-der-Lommatzscher-Pflege-Die-wegen-ihrer-fruchtbaren-Boeden-als-Kornkammer-Sachsens-bekannte-Region-besitzt-dank-einer-gemeinsamen-Historie-bezeugt-durch-kulturlandschaftliche-Einheit-und-Baukultur-eine-starke-regionale-Identitaet.webp\" alt=\"Blumenfelder-in-der-Lommatzscher-Pflege-Blumenfelder-in-der-Lommatzscher-Pflege-Die-wegen-ihrer-fruchtbaren-Boeden-als-Kornkammer-Sachsens-bekannte-Region-besitzt-dank-einer-gemeinsamen-Historie-bezeugt-durch-kulturlandschaftliche-Einheit-und-Baukultur-eine-starke-regionale-Identitaet\"\/><figcaption>Lommatzsch befindet sich inmitten der Lommatzscher Pflege, einer mittels\u00e4chsischen H\u00fcgellandschaft, die auch als &quot;Kornkammer Sachsens&quot; bekannt ist. (Foto: imago images\/Sylvio Dittrich)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Lommatzsch hat seit 2015 zwei Windparks und einen Solarpark. Rechnerisch ist die s\u00e4chsische Gemeinde energieautark. F\u00fcr den Haushalt sind die erneuerbaren Energien ein Segen: Vor 20 Jahren war Lommatzsch hoch verschuldet. Heute sind die Kassen gut gef\u00fcllt. Doch die Stimmung schl\u00e4gt um. &quot;Windkraft polarisiert&quot;, sagt B\u00fcrgermeisterin Anita Maa\u00df im Podcast &quot;Das Klima-Labor von ntv&quot;. Als der Investor 2023 sieben alte Windr\u00e4der erneuern m\u00f6chte, will die FDP-Frau zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einnahmen sichern und mit speziellen Windkraftfl\u00e4chen die neuen Ausbauvorgaben des Bundes erf\u00fcllen. Konzentriert. Dort, wo die gr\u00f6\u00dferen Anlagen am wenigsten auffallen. Die Anwohner sollen einen Strombonus erhalten. Doch der Gemeinderat lehnt ab, blockiert den Plan und die Ausweisung von Fl\u00e4chen f\u00fcr Windenergie. Die Totalopposition aus Protest endet als Eigentor. Denn die Bundesvorgaben haben Bestand. Ab sofort wird \u00fcberregional entschieden, wie sie erf\u00fcllt werden, wo die Windr\u00e4der hinkommen und wie viele. An Lommatzsch vorbei. Zus\u00e4tzlich zu den bestehenden Anlagen und Fl\u00e4chen. Diese werden nicht mehr f\u00fcr die Erf\u00fcllung der gesetzlichen Vorgaben ber\u00fccksichtigt. &quot;Wir haben das Heft des Handelns aus der Hand gegeben&quot;, sagt Anita Maa\u00df. &quot;Jetzt m\u00fcssen wir den G\u00fcrtel wieder enger schnallen.&quot;<\/p>\n<p>ntv.de: Lommatzsch z\u00e4hlt zu den Vorreitern der Energiewende. Warum blockiert Ihre Gemeinde trotzdem Windr\u00e4der &#8211; und bekommt jetzt wom\u00f6glich mehr als vorher?<\/p>\n<p>Anita Maa\u00df: Daf\u00fcr muss man weit ausholen. In Lommatzsch wurden bereits 2000\/2001 zwei Vorranggebiete f\u00fcr Windkraft vorgeschlagen, weil es Interesse von Investoren gab. Unter den B\u00fcrgern gab es aber fr\u00fch Vorbehalte, weil Windkraft von Anfang an negativ kommuniziert wurde.<\/p>\n<p>Als sehr teuer?<\/p>\n<p>Wegen der Subventionen als teuer und als Gelddruckmaschine f\u00fcr Investoren. Deshalb hat die Stadt eine Ver\u00e4nderungssperre auf das Gebiet gelegt. Als ich 2005 B\u00fcrgermeisterin wurde, ist diese Sperre ausgelaufen und wir haben gesagt: Wir m\u00f6chten das Beste f\u00fcr die Gemeinde herausholen. Die Windr\u00e4der kommen. Im ersten Gebiet Tummelberg sind neun Anlagen entstanden. \u00dcber st\u00e4dtebauliche Vertr\u00e4ge und die Gewerbesteuer konnten wir viel Geld generieren &#8211; in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"AnitaMaa\u00df2_FotoCrispinMokry\"\/><figcaption>Anita Maa\u00df ist seit 2005 B\u00fcrgermeisterin von Lommatzsch im s\u00e4chsischen Landkreis Mei\u00dfen. Zuletzt wurde die FDP-Frau im September 2019 in ihrem Amt best\u00e4tigt &#8211; mit 93 Prozent der Stimmen. In diesem Jahr wollte sie sich nach 21 Jahren zur\u00fcckziehen. Nach einem offenen Brief von Anwohnern und Unternehmen kandidiert sie im September nun doch f\u00fcr eine vierte Amtszeit. <\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Kassen waren leer?<\/p>\n<p>Lommatzsch war hoch verschuldet. Deshalb haben wir mit dem Investor f\u00fcr das zweite Gebiet W\u00f6lkisch entschieden, ein Zielabweichungsverfahren anzustreben, um von den Vorgaben des regionalen Planungsverbandes abweichen und aktiv mitplanen zu k\u00f6nnen. Das Verfahren war lang, aber die Anlagen sollten bei Fertigstellung 2015 dem Stand der Technik entsprechen und noch mehr Geld generieren. Damals gab es sogar aus umliegenden Orten eine B\u00fcrgerinitiative f\u00fcr Windkraft, weil so viel Geld in die Kassen gesp\u00fclt wurde. Trotzdem war sie nicht unumstritten. Gerade meine Partei hat im Landtagswahlkampf 2014 intensiv gegen Windkraft gek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Ihre Partei ist die FDP.<\/p>\n<p>Das war in Sachsen eine Zeit lang unsere Strategie. Ich habe das schon damals nicht verstanden. Als technologieoffene Partei kann man Subventionen kritisieren, aber nicht eine ganze Technologie. Windkraft hat zu Lommatzsch gepasst. Die konnten wir rechtlich nicht verhindern, aber mitgestalten und mitverdienen. Von den Einnahmen haben wir eine Flutlichtanlage mit LED-Leuchten auf unserem Sportplatz und bereits 2015 ein kleines Nahw\u00e4rmenetz mit einem Blockheizkraftwerk bezahlt. Mit dem Strom und der W\u00e4rme, die dort entsteht, versorgen wir die Grundschule, den Hort, die Turnhalle, die Feuerwehr und, und, und. Rechnerisch sind wir seit 2015 energieautark.<\/p>\n<p>Warum konnten Sie die Windparks nur mitgestalten, aber nicht verhindern? Das passiert doch deutschlandweit.<\/p>\n<p>Deutschland bekennt sich zu den Vorgaben aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, und zwar \u00fcber die Bundesgesetzgebung. Die k\u00f6nnen wir vor Ort nicht au\u00dfer Kraft setzen, sondern nur bestm\u00f6glich damit umgehen.<\/p>\n<p>Das ist keine besonders positive Erz\u00e4hlung. Das klingt nach: Wir k\u00f6nnen maximal das Schlimmste verhindern. War der Widerstand gegen Windr\u00e4der so gro\u00df?<\/p>\n<p>Anfangs nicht. Wie gesagt, beim zweiten Projekt gab es sogar eine B\u00fcrgerinitiative pro Windpark. Damals gab es auch im Gemeinderat einen gewissen Pragmatismus.<\/p>\n<p>Anders als heute?<\/p>\n<p>Die Situation hat sich sp\u00e4testens nach Corona deutlich ge\u00e4ndert. Aber bereits 2012 wurde eine gro\u00dfe Solaranlage in einem Gewerbegebiet beklagt. Wir dachten, die tut wirklich niemandem weh.<\/p>\n<p>Mit welcher Begr\u00fcndung?<\/p>\n<p>Der Zaun mit Stacheldraht war einem Anwohner zu hoch, aber wenn es das nicht gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte er etwas anderes gefunden. Sp\u00e4testens da war klar, dass wir genau darauf achten m\u00fcssen, wie wir Energieformen und Projekte kommunizieren. Aber speziell Windkraft polarisiert. Wenn die politische Stimmung eher konservativ ist, wird sie abgelehnt. 2021 ging es in die andere Richtung &#8211; und wurde ein St\u00fcck weit \u00fcberzogen.<\/p>\n<p>Wo finde ich das &quot;Klima-Labor&quot;?<\/p>\n<p>Dieses Interview ist eigentlich ein Podcast, den Sie sich anh\u00f6ren k\u00f6nnen: &quot;Das Klima-Labor von ntv&quot; finden Sie auf ntv.de und \u00fcberall, wo es Podcasts gibt: RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts, Spotify, RSS-Feed.<\/p>\n<p>Sie haben eine Frage an uns? Schreiben Sie E-Mail an klimalabor@ntv.de.<\/p>\n<p>Es gibt aber zwei Windparks und den Solarpark auch?<\/p>\n<p>Ja, und private Solaranlagen und eine Biogasanlage.<\/p>\n<p>Und jetzt sollen die alten Windkraftanlagen durch neue, leistungsst\u00e4rkere ersetzt werden, damit der Stromertrag steigt.<\/p>\n<p>Genau. Der Investor kam 2023 auf uns zu. Damals war allerdings unser Regionalplan au\u00dfer Kraft gesetzt. Der ist vor Gericht gescheitert. Folglich gab es keine Vorranggebiete.<\/p>\n<p>Der Regionalplan?<\/p>\n<p>Der Regionalplan ist in Sachsen die Planung oberhalb der Gemeinden, aber unterhalb des Landes. In unserem Fall sind die beiden Landkreise S\u00e4chsische Schweiz-Osterzgebirge und Mei\u00dfen sowie unsere Landeshauptstadt Dresden daran beteiligt. Im Planungsverband arbeiten Kreisr\u00e4te und Personen aus Verb\u00e4nden mit. In dem Plan werden Vorranggebiete f\u00fcr Windkraft, f\u00fcr die Landwirtschaft, f\u00fcr den Bodenschutz etc. ausgewiesen. Im Prinzip besagt das, welche Fl\u00e4che wof\u00fcr konzentriert genutzt werden soll. Dieser Regionalplan wurde 2019\/20 beschlossen, aber aus unterschiedlichsten Gr\u00fcnden beklagt &#8211; insbesondere wegen formaler Fehler in der B\u00fcrgerbeteiligung. Deshalb ist er vor Gericht gescheitert.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\"\/><figcaption>Mit den Einnahmen aus den Windparks hat Lommatzsch unter anderem ein modernes Nahw\u00e4rmenetz finanziert. In Zukunft muss die Gemeinde den G\u00fcrtel wieder enger schnallen. (Foto: picture alliance \/ Zoonar)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und damit war nicht klar, welche Fl\u00e4chen f\u00fcr die Windkraft genutzt werden sollen?<\/p>\n<p>Genau. In Berlin wurde aber parallel dazu bereits dar\u00fcber diskutiert, das Fl\u00e4chenziel f\u00fcr die Windenergie zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Der damalige Wirtschaftsminister Robert Habeck hat festgelegt: Zwei Prozent der deutschen Landesfl\u00e4che m\u00fcssen f\u00fcr Windr\u00e4der bereitgestellt werden.<\/p>\n<p>Richtig. Aber Sachsen ist dicht besiedelt. Es ist schwer, pauschal Fl\u00e4chen festzulegen, die ausreichend Abstand zur Wohnbebauung haben. Acht Jahre zuvor hatte der Planungsverband deshalb Verb\u00e4nde, B\u00fcrger und B\u00fcrgerinitiativen beim Festlegen von Standortfaktoren f\u00fcr Vorrangfl\u00e4chen einbezogen. Das war schwierig, aber letztlich hilfreich. Genau in dieser Gemengelage hat unser langj\u00e4hriger Investor gesagt: Auf dem Tummelberg kommen sieben Anlagen ins Alter. Die m\u00f6chte er gerne mit uns repowern. Wir wollten ein gro\u00dfes Gebiet ausweisen, um den Bundesvorgaben zu entsprechen. Gleichzeitig sollten die Anlagen auf maximal neun St\u00fcck begrenzt werden &#8211; so viele stehen bereits. Die sieben alten Anlagen sollten abgebaut und durch neue ersetzt werden. Ich war \u00fcberzeugt, nach einer Weile nimmt man die H\u00f6henunterschiede nicht mehr wahr. <\/p>\n<p>Die neuen Windr\u00e4der w\u00e4ren deutlich gr\u00f6\u00dfer geworden?<\/p>\n<p>Sie h\u00e4tten dem Stand der modernsten Technik entsprochen. Das hat Vorteile und Nachteile, aber letztlich h\u00e4tten sie weiter auseinander gestanden, sich ruhiger gedreht und w\u00e4ren h\u00f6her gewesen, was gut f\u00fcr V\u00f6gel ist. Bei uns wurde aber auch bisher festgestellt: Trotz der 19 Windr\u00e4der sind Natur und Vogelwelt intakt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Klima-Labor-mit-Luca-Piwodda-Gartz-waehlt-AfD-und-einen-jungen-Windkraft-Buergermeister-id5809650.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"494414093\"\/>&quot;Vakuum arroganter Altparteien&quot;Gartz w\u00e4hlt AfD &#8211; und einen jungen Windkraft-B\u00fcrgermeister<\/a><\/p>\n<p>Das ist sch\u00f6n zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Ja. Aber das ist eine enorm emotionale Diskussion, auch beim Infraschall. Das habe ich damals bei den Verhandlungen \u00fcber den Regionalplan miterlebt. Als wir uns im Sommer 2023 im Stadtrat mit dem Repowering der Anlagen auf dem Tummelberg besch\u00e4ftigen wollten, wurden wir von den Ereignissen \u00fcberholt. Die Ger\u00fcchtek\u00fcche kochte hoch. Wir wollten im November 2023 in die B\u00fcrgerbeteiligung gehen, aber zu dem Zeitpunkt war der Protest des Stadtrates bereits zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Weil Ihre Kolleginnen und Kollegen den Eindruck hatten, ausgerechnet ein gr\u00fcner Bundesminister schreibt Lommatzsch vor, wie viele Windr\u00e4der dort stehen sollen?<\/p>\n<p>Oder warum ausgerechnet wir das Klima retten sollen &#8211; es sind alle bekannten Gegenargumente gefallen. Ich habe das im Amtsblatt breit kommentiert und auch die Gegenmeinung zu Wort kommen lassen. Wenn man wissen m\u00f6chte, wie das abl\u00e4uft: Man kann alles nachlesen. Gespr\u00e4che aus dem Leben \u2026<\/p>\n<p>Und dann hat der Stadtrat entschieden: Die alten Windr\u00e4der d\u00fcrfen nicht durch leistungsst\u00e4rkere ersetzt werden.<\/p>\n<p>Der Stadtrat wollte keine Fl\u00e4chen f\u00fcr die neuen Windr\u00e4der ausweisen und hat das Projekt damit gestoppt, genau. Anschlie\u00dfend gab es ein rechtswidrigeres B\u00fcrgerbegehren gegen weitere Beschl\u00fcsse zur Windkraft und einen Abwahlantrag gegen mich, als ich darauf hingewiesen habe, dass der Anwalt der B\u00fcrgerinitiative der Gr\u00fcnder der Freien Sachsen war. Das ist bitter, aber erwartbar, wenn man sich die Wankelm\u00fctigkeit der Politik anschaut. Offiziell wollte die s\u00e4chsische Landesregierung das Zwei-Prozent-Fl\u00e4chenziel des Bundes bereits 2027 erreichen. Gleichzeitig hat sie in der Bauordnung einen Mindestabstand f\u00fcr Windr\u00e4der von 1000 Metern zur Wohnbebauung festgelegt &#8211; es sei denn, die Gemeinden entscheiden selbst, dass der Abstand geringer sein darf. Wir hatten also den Schwarzen Peter. In dieser Gemengelage auf kommunaler Ebene so einen Prozess zu steuern, ist fast unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>ntv.de als bevorzugte Quelle bei Google<\/p>\n<p>Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen eine Box mit Schlagzeilen zum Thema angezeigt.<br \/>Hinterlegen Sie ntv als bevorzugte Quelle. Nur dann bekommen Sie in dieser Schlagzeilen-Box regelm\u00e4\u00dfig unsere Inhalte &#8211; redaktionell gepr\u00fcft und verl\u00e4sslich.<br \/>ntv.de als bevorzugte Quelle bei Google einstellen<\/p>\n<p>Haben die Menschen vergessen, wie viel Geld Lommatzsch mit den Windparks verdient hat und sich nur deshalb eine neue Flutlichtanlage und ein Nahw\u00e4rmenetz leisten konnte?<\/p>\n<p>Das hatte keinerlei Einfluss. Es hie\u00df, man wolle sich nicht kaufen lassen. Wir haben den Anwohnern in den D\u00f6rfern rings um dieses Windkraftgebiet auch einen Strombonus angeboten. Die h\u00e4tten mehr oder weniger einfach ihre Stromrechnung einreichen k\u00f6nnen und einen Abschlag vom Investor erhalten. Jedes Mal, wenn die Windr\u00e4der sich drehen, h\u00e4tten sie Geld verdient. Aber so weit sind wir in der Diskussion gar nicht gekommen. Der regionale Planungsverband hat inzwischen f\u00fcr die Neuplanung gefragt, ob zumindest unsere bestehenden Windparkfl\u00e4chen in die Ausweisung der Zwei-Prozent-Vorgabe einflie\u00dfen wollen. Das hat der Stadtrat auch abgelehnt. Jetzt haben wir 19 Windkraftanlagen, von denen keins eine Rolle daf\u00fcr spielt. Statt der von uns vorgeschlagenen, konzentrierten 89 Hektar hat der Planungsverband im Umkreis von Lommatzsch 130 Hektar als Wind-Vorrangfl\u00e4chen ausgewiesen. Im schlimmsten Fall entstehen rings um uns herum neue Anlagen, von denen wir kaum mehr profitieren.<\/p>\n<p>Sie bekommen kein Geld mehr?<\/p>\n<p>Die gesetzlich vorgeschriebene EEG-Umlage, aber dar\u00fcber hinaus von neuen Windgebieten um uns herum nichts mehr. Der Investor hat f\u00fcr Tummelberg trotzdem f\u00fcnf neue Windr\u00e4der beantragt. Vier befinden sich in Genehmigungsverfahren, ein altes soll abgebaut werden. Wenn das klappt, stehen dort also k\u00fcnftig zw\u00f6lf Anlagen statt der neun, die wir gemeinsam mit ihm geplant hatten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Der-Netzbetreiber-sagt-Fuer-die-Leitung-muss-ich-erst-die-Vogelwelt-kartieren-id30978772.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Windkraftanlagen-stehen-bei-sonnigem-Wetter-hinter-bluehendem-Raps-auf-einem-Feld-im-Landkreis-Vechta\"\/>Bakum beklagt absurde B\u00fcrokratie&quot;Der Netzbetreiber sagt: F\u00fcr die Leitung muss ich erst die Vogelwelt kartieren&quot;<\/a><\/p>\n<p>Ein ziemlicher Griff ins Klo.<\/p>\n<p>Ja. Wir wollten unbedingt etwas ablehnen und bekommen jetzt das Gegenteil. F\u00fcr Lommatzsch ist das schlecht.<\/p>\n<p>Verstehen die Menschen das auch? Gab es den Erkenntnisgewinn, mit solchen Themen in Zukunft anders umzugehen? Sie haben sich ja \u00fcberraschend entschieden, trotz der Probleme im September f\u00fcr eine vierte Amtszeit zu kandidieren. <\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise. Das setzt aber voraus, dass die Menschen sich mit diesen Themen besch\u00e4ftigen. Die meisten lassen sich einfach von der Dynamik dieser Gegenwind-Initiativen anstecken. Als Stadt werden wir mit den alten Anlagen noch den einen oder anderen Euro verdienen, aber deren Laufzeiten sind endlich und wir haben das Heft des Handelns bei der Windkraft aus der Hand gegeben. Dar\u00fcber d\u00fcrfen jetzt andere entscheiden. Auf lange Sicht sind unsere Entwicklungsm\u00f6glichkeiten als Region damit eingeschr\u00e4nkt. Wir m\u00fcssen den G\u00fcrtel wieder enger schnallen.<\/p>\n<p>Mit Anita Maa\u00df sprachen Clara Pfeffer und Christian Herrmann. Das Gespr\u00e4ch wurde zur besseren Verst\u00e4ndlichkeit gek\u00fcrzt und gegl\u00e4ttet. Das komplette Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen Sie sich im Podcast &quot;Das Klima-Labor von ntv&quot;  anh\u00f6ren. <\/p>\n<p>Klima-Labor von ntv<\/p>\n<p>Was hilft wirklich gegen den Klimawandel? Funktioniert Klimaschutz auch ohne Jobabbau und w\u00fctende Bev\u00f6lkerung? Das &quot;Klima-Labor von ntv&quot; ist der Podcast, in dem Clara Pfeffer und Christian Herrmann Ideen, L\u00f6sungen und Behauptungen der unterschiedlichsten Akteure auf Herz und Nieren pr\u00fcfen.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Ist Deutschland ein Strombettler? Rechnen wir uns die Energiewende sch\u00f6n? Vernichten erneuerbare Energien Arbeitspl\u00e4tze oder schaffen sie welche? Warum w\u00e4hlen St\u00e4dte wie Gartz die AfD &#8211; und gleichzeitig einen jungen Windkraft-B\u00fcrgermeister?<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Das Klima-Labor von ntv: Jeden Donnerstag eine halbe Stunde, die informiert, Spa\u00df macht und aufr\u00e4umt &#8211; ohne Streit, in ausf\u00fchrlichen Gespr\u00e4chen mit f\u00fchrenden K\u00f6pfen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Bei ntv und \u00fcberall, wo es Podcasts gibt: RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts, Spotify, RSS-Feed.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Sie haben eine Frage an uns? Dann schreiben Sie eine E-Mail an klimalabor@ntv.de<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde-s6g6gj4v6jnnz\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde\/id1583245007\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/2f1fH1zprRwjX9EqKE3hMJ\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/music.amazon.de\/podcasts\/d2c0c2d1-32a2-4f14-8628-1cdf8ae023f0\/klima-labor-von-ntv-wie-retten-wir-die-erde\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/tinyurl.com\/ctbwzevy\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/Podcast\/Klima-Labor\/rss\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Protest-Irrsinn in Lommatzsch&quot;Wir wollten Windkraft unbedingt ablehnen und bekommen jetzt das Gegenteil&quot; 11.07.2026, 14:28 Uhr Interview: Christian Herrmann und Clara PfefferArtikel anh\u00f6ren(13:37 min)00:00 \/ 13:37 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-32414","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32414"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32414\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}