{"id":32357,"date":"2026-07-01T23:55:53","date_gmt":"2026-07-01T20:55:53","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/umgang-mit-soldaten-angeprangert-veteran-droht-putin-und-muss-ins-gefangnis-aus-ganz-anderem-grund\/"},"modified":"2026-07-01T23:55:53","modified_gmt":"2026-07-01T20:55:53","slug":"umgang-mit-soldaten-angeprangert-veteran-droht-putin-und-muss-ins-gefangnis-aus-ganz-anderem-grund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/umgang-mit-soldaten-angeprangert-veteran-droht-putin-und-muss-ins-gefangnis-aus-ganz-anderem-grund\/","title":{"rendered":"Umgang mit Soldaten angeprangert: Veteran droht Putin und muss ins Gef\u00e4ngnis &#8211; aus ganz anderem Grund"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Umgang mit Soldaten angeprangertVeteran droht Putin und muss ins Gef\u00e4ngnis &#8211; aus ganz anderem Grund <\/h2>\n<p>01.07.2026, 19:33 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/incoming\/Artur-Weigandt-id30760145.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30760148\/1777303281\/Img_1_1\/36\/Artur Weigandt.webp\" alt=\"Artur Weigandt\"\/>Von Artur Weigandt<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:22 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/07\/TTSART_31035071_20260701193402-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:22<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/31035645\/1782914149\/Img_16_9\/1024\/edited_5c84a64a-d435-46df-80c3-7e91509ab4703944955633673940492.webp\" alt=\"edited_5c84a64a-d435-46df-80c3-7e91509ab4703944955633673940492\"\/><figcaption>In seiner mit Orden beh\u00e4ngten Milit\u00e4runiform wendete sich Lunin an Putin und Russland. <\/figcaption><\/figure>\n<p>Alexander Lunin sorgt f\u00fcr Aufsehen in Russland: Die heftige Kritik des Veteranen am Umgang mit den eigenen Soldaten findet breite Zustimmung. Seine Forderung, mit Wladimir Putin pers\u00f6nlich sprechen zu d\u00fcrfen, wirkt skurril. Die prompt erfolgte Haftstrafe ist scheinbar losgel\u00f6st von seinen Vorw\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Ein Video, ein Ultimatum, eine Verhaftung binnen weniger Tage: Der Fall des russischen Kriegsveteranen Alexander Lunin hat in Russland f\u00fcr erhebliches Aufsehen gesorgt und ein Schlaglicht auf die Spannungen innerhalb der eigenen Streitkr\u00e4fte geworfen. Binnen weniger Tage durchlief der 39-J\u00e4hrige aus der Region Woronesch eine bemerkenswerte Kurve: vom unbekannten Soldaten-Blogger zur landesweit diskutierten Figur, vom mutma\u00dflichen \u00dcberbringer einer Botschaft des Kreml-Apparats zum H\u00e4ftling einer Provinzbeh\u00f6rde.<\/p>\n<p>Am 25. Juni ver\u00f6ffentlichte Lunin auf Instagram ein Video, das sich binnen Stunden rasant verbreitete. Je nach Quelle schwanken die Angaben zur Reichweite zwischen rund 5 und \u00fcber 12 Millionen Aufrufen allein in den ersten 24 Stunden. Sp\u00e4ter war von bis zu 20 Millionen die Rede. Es war nicht Lunins erster Auftritt dieser Art: Bereits vier Tage zuvor hatte er ein \u00e4hnliches Video ver\u00f6ffentlicht, in dem er erstmals um eine Begegnung mit Pr\u00e4sident Wladimir Putin bat. Erst dieses fr\u00fchere Video, so behauptete Lunin sp\u00e4ter, habe die Aufmerksamkeit ranghoher Stellen auf ihn gezogen.<\/p>\n<p>In dem Video vom 25. Juni, in Tarnkleidung und mit Orden geschm\u00fcckt, schilderte Lunin, am Vortag sei ein dunkler Gel\u00e4ndewagen mit Vertretern des Verteidigungs- und des Innenministeriums an Bord vorgefahren. Diese h\u00e4tten ihn gebeten, eine Botschaft an Putin weiterzuleiten: Man wolle &quot;kein Blutvergie\u00dfen&quot;, der Pr\u00e4sident m\u00fcsse verstehen, dass an der Front &quot;v\u00f6llig unm\u00f6gliche&quot; Eins\u00e4tze befohlen w\u00fcrden. Eine unabh\u00e4ngige Best\u00e4tigung dieser Begegnung gibt es bislang nicht.<\/p>\n<h2>Kreml kennt Lunin<\/h2>\n<p>Lunin warf russischen Kommandeuren vor, Soldaten systematisch zu foltern, in Gruben festzuhalten und Geld zu erpressen &#8211; h\u00e4ufig als Strafe daf\u00fcr, dass diese sich weigerten, riskante oder &quot;dumme, selbstm\u00f6rderische&quot; Befehle auszuf\u00fchren. Wer sich widersetze, werde am Ende ohnehin &quot;eliminiert&quot; und offiziell als vermisst gef\u00fchrt, behauptete er. Lunin legte daf\u00fcr keine Belege vor, doch solche Vorw\u00fcrfe aus dem Kreis aktiver Soldaten und Veteranen sind keineswegs neu. Berichte \u00fcber Bestrafungen in Kellern und Gruben sowie \u00fcber erpresste Zahlungen zur Vermeidung gef\u00e4hrlicher Eins\u00e4tze kursieren seit L\u00e4ngerem. In sozialenn Medien finden sich zudem Handyaufnahmen solcher Szenen, die aber schwer zu verifizieren sind.<\/p>\n<p>Am Ende des Videos folgte das eigentliche Ultimatum: Sollte er nicht bald in den Kreml eingeladen werden, um live an der Seite Putins &quot;die ganze Wahrheit&quot; zu berichten, werde die Armee ihre Waffen gegen den Kreml richten &#8211; die Konsequenzen w\u00fcrden &quot;sehr ernst&quot; ausfallen. Noch am selben Tag traf sich nach Lunins Angaben ein Vertreter der Woronescher Gebietsverwaltung mit ihm.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Russischer-Ex-Soldat-Alexander-Lunin-nach-Ultimatum-an-Wladimir-Putin-verhaftet-id31022709.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"DIESES-FOTO-WIRD-VON-DER-RUSSISCHEN-STAATSAGENTUR-TASS-ZUR-VERFUeGUNG-GESTELLT-RUSSIA-MOSCOW-JUNE-25-2026-Vladimir-Putin-President-of-Russia-holds-a-video-conference-meeting-with-permanent-members-of-the-Security-Council-from-the-Moscow-Kremlin\"\/>Gespr\u00e4ch mit Kremlchef gefordertRussischer Ex-Soldat nach Ultimatum an Putin verhaftet<\/a><\/p>\n<p>Der Kreml reagierte zun\u00e4chst zur\u00fcckhaltend. Pressesprecher Dmitri Peskow erkl\u00e4rte, man sei \u00fcber das Video informiert, habe es aber noch nicht pr\u00fcfen k\u00f6nnen. Die Wortwahl aber sei &quot;ziemlich seltsam&quot;. Eine inhaltliche Stellungnahme zu den Foltervorw\u00fcrfen blieb aus.<\/p>\n<p>Nur einen Tag sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichte Lunin ein weiteres, deutlich aggressiveres Video, in dem er &#8211; gespickt mit Kraftausdr\u00fccken &#8211; seine eigenen Aussagen relativierte. Seine Worte seien verdreht worden, er habe nie eine Meuterei angek\u00fcndigt. Wer wirklich rebellieren wolle, tue dies leise und nicht \u00fcber einen \u00f6ffentlichen Aufruf. Auch von seiner Forderung nach einem live \u00fcbertragenen Treffen mit Putin r\u00fcckte er vorsichtig ab, wollte aber weiterhin versuchen, dem Pr\u00e4sidenten die angeblichen Missst\u00e4nde zur Kenntnis zu bringen.<\/p>\n<h2>Zustimmung f\u00fcr den Veteranen<\/h2>\n<p>Die Reaktionen aus dem milit\u00e4rischen Umfeld fielen gespalten aus. Aktive und ehemalige Soldaten ver\u00f6ffentlichten Unterst\u00fctzervideos, in denen sie erkl\u00e4rten, Putin werde von seinen Gener\u00e4len belogen. Die einflussreichen, propagandistischen Kriegsblogger aber hielten sich zur\u00fcck. Viele der gro\u00dfen Kan\u00e4le ignorierten das Video. In den Kommentarspalten unter Lunins Beitr\u00e4gen \u00e4u\u00dferten sich nach Angaben kremlkritischer Beobachter dagegen zehntausende Nutzer aus dem &quot;Z&quot;-Umfeld zustimmend &#8211; &quot;Z&quot; ist noch immer das Symbol der Kriegsunterst\u00fctzer. Deren Zustimmung zu Lunins Einlassungen w\u00fcrde auf Unmut auch innerhalb der loyalen Basis hindeuten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Wer-ist-der-Ex-Soldat-der-sich-mit-Putin-anlegt-id31026647.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"KoelnNews_341308082_425 (1)\"\/>Russland verhaftet Alexander LuninWer ist der Ex-Soldat, der sich mit Putin anlegt?<\/a><\/p>\n<p>Geboren 1987, trug Lunin bis 2023 den Nachnamen Pustowalow, bevor er ihn offiziell \u00e4nderte. Ein Schritt, durch den er Berichten zufolge zugleich von einer russischen &quot;Extremisten&quot;-Liste gestrichen wurde. Unter seinem neuen Namen schloss er sich im Dezember 2022 dem Freiwilligenbataillon &quot;Sudoplatow&quot; an und diente zun\u00e4chst als Sch\u00fctze, sp\u00e4ter als Kommandeur einer Aufkl\u00e4rungseinheit. Leaks zufolge war er zuvor auch der 150. motorisierten Sch\u00fctzendivision der 8. Gardearmee zugeteilt und wurde im Kampf verwundet.<\/p>\n<p>Aktuell ist Lunin nach eigener Aussage nicht mehr im aktiven Einsatz: 2025 sei er aus einer Einheit entfernt worden, nachdem er ein Video \u00fcber unbewaffnet in den Kampf geschickte K\u00e4mpfer ver\u00f6ffentlicht hatte. Erst seit Anfang 2026 betreibt er intensiver eigene Kan\u00e4le in sozialen Netzwerken; seit M\u00e4rz sollen mehr als 700 Videos auf seinem Instagram-Profil erschienen sein.<\/p>\n<h2>Faschistische und anti-christliche Symbole<\/h2>\n<p>Nach Ver\u00f6ffentlichung des Videos durchsuchten Sicherheitskr\u00e4fte nach Angaben seiner Frau in der folgenden Nacht die gemeinsame Wohnung und beschlagnahmten Computertechnik. Die Frau ver\u00f6ffentlichte zun\u00e4chst ein Video dazu, l\u00f6schte es jedoch sp\u00e4ter wieder und schrieb, Lunin sei &quot;wohlauf&quot;. Kurz darauf best\u00e4tigte ein Beitrag auf Lunins eigenem Telegram-Kanal, dass er festgenommen worden sei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Der-Stary-Oskol-Moment-offenbart-womit-Putin-wirklich-kaempft-id31027866.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"June-29-2026-Moscow-Moscow-Oblast-Russia-Russian-President-Vladimir-Putin-answers-questions-from-Vesti-television-host-Pavel-Zarubin-during-an-interview-at-the-Kremlin-June-28-2026-in-Moscow-Russia-During-the-interview-Putin-admitted-to-fuel-shortages-caused-by-Ukrainian-drone-strikes-but-said-they-are-not-critical\"\/>Weiter so vom TeleprompterDer Stary-Oskol-Moment offenbart, womit Putin wirklich k\u00e4mpft<\/a><\/p>\n<p>Der Fall landete am Samstag vor dem Bezirksgericht Rossosch. Informationen \u00fcber das Verfahren tauchten auf der Website des Gerichts jedoch erst zwei Tage sp\u00e4ter auf. Eine schriftliche Urteilsbegr\u00fcndung wurde nicht ver\u00f6ffentlicht. Verurteilt wurde Lunin wegen der Zurschaustellung extremistischer beziehungsweise nationalsozialistischer Symbolik nach Artikel 20.3 des russischen Ordnungswidrigkeitengesetzbuchs &#8211; ein Tatbestand, der eine Verwaltungshaft von bis zu 15 Tagen vorsieht. Sein Telegram-Kanal vermeldete eine Haftstrafe von elf Tagen. Eine offizielle Best\u00e4tigung stand zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus.<\/p>\n<p>Die Pointe des Falls liegt in der Herkunft der Beweise: Belastet wurde Lunin durch eigenes Material aus seinen sozialen Netzwerken. Das unabh\u00e4ngige Investigativmedium ASTRA berichtete bereits vor seiner Verhaftung, auf Lunins Profilen f\u00e4nden sich Symbole, die mit dem nationalsozialistischen Deutschland in Verbindung gebracht werden, darunter die sogenannte &quot;Schwarze Sonne&quot;. Andere Berichte verweisen zudem auf heidnische Bildsprache wie Darstellungen des slawischen Gottes Perun. Ausgerechnet dieses Material wurde ihm nun zum juristischen Verh\u00e4ngnis &#8211; obwohl er selbst \u00fcber Jahre einer Armee diente, deren offiziell erkl\u00e4rtes Kriegsziel die &quot;Denazifizierung&quot; der Ukraine ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Umgang mit Soldaten angeprangertVeteran droht Putin und muss ins Gef\u00e4ngnis &#8211; aus ganz anderem Grund 01.07.2026, 19:33 Uhr Von Artur WeigandtArtikel anh\u00f6ren(08:22 min)00:00 \/ 08:22 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-32357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32357"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32357\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}