{"id":32173,"date":"2026-06-03T23:27:53","date_gmt":"2026-06-03T20:27:53","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reform-der-pflegeversicherung-privat-versicherte-zahlen-fur-die-identische-leistung-die-halfte-an-beitragen\/"},"modified":"2026-06-03T23:27:53","modified_gmt":"2026-06-03T20:27:53","slug":"reform-der-pflegeversicherung-privat-versicherte-zahlen-fur-die-identische-leistung-die-halfte-an-beitragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reform-der-pflegeversicherung-privat-versicherte-zahlen-fur-die-identische-leistung-die-halfte-an-beitragen\/","title":{"rendered":"Reform der Pflegeversicherung: &#8220;Privat Versicherte zahlen f\u00fcr die identische Leistung die H\u00e4lfte an Beitr\u00e4gen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Reform der Pflegeversicherung&quot;Privat Versicherte zahlen f\u00fcr die identische Leistung die H\u00e4lfte an Beitr\u00e4gen&quot;<\/h2>\n<p>03.06.2026, 20:28 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Hubertus-Volmer-article13634981.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30029917\/1763369674\/Img_1_1\/36\/b58b01e6-b3b2-4108-ace9-39b8c6dbd390.webp\" alt=\"b58b01e6-b3b2-4108-ace9-39b8c6dbd390\"\/>Interview: Hubertus Volmer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(13:42 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/06\/TTSART_30888339_20260603202821-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 13:42<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30888421\/1780500259\/Img_16_9\/1024\/Verschiedene-Gesundheitskarten-von-Krankenversicherungen-liegen-zusammen-als-Symbolbild-fuer-das-Gesundheitssystem-basierend-auf-gesetzlichen-Krankenkassen-NUR-FUeR-REDAKTIONELLE-VERWENDUNG.webp\" alt=\"Verschiedene-Gesundheitskarten-von-Krankenversicherungen-liegen-zusammen-als-Symbolbild-fuer-das-Gesundheitssystem-basierend-auf-gesetzlichen-Krankenkassen-NUR-FUeR-REDAKTIONELLE-VERWENDUNG\"\/><figcaption>Privat und gesetzlich Versicherte haben in der Pflegeversicherung einen identischen Leistungsanspruch, aber unterschiedliche Risikostrukturen. (Foto: picture alliance \/ SZ Photo)<\/figcaption><\/figure>\n<p>&quot;Das urspr\u00fcngliche Versprechen der Pflegeversicherung war: Ihr m\u00fcsst nicht mehr zum Sozialamt gehen, ihr m\u00fcsst diese h\u00e4ufig als entw\u00fcrdigend empfundene Bed\u00fcrftigkeitspr\u00fcfung nicht mehr \u00fcber euch ergehen lassen&quot;, sagt der Gesundheits\u00f6konom Stefan Gre\u00df im Interview mit ntv.de. &quot;Wenn gewisserma\u00dfen durch die Hintert\u00fcr eine Bed\u00fcrftigkeitspr\u00fcfung eingef\u00fchrt w\u00fcrde, dann k\u00f6nnten wir die Pflegeversicherung auch gleich ganz abschaffen und uns allein auf die Sozialhilfe verlassen.&quot;<\/p>\n<p>Gre\u00df pl\u00e4diert daf\u00fcr, Beamte und Selbstst\u00e4ndige in die soziale Pflegeversicherung einzubeziehen. &quot;Es w\u00e4re aber auch m\u00f6glich, eine Art Risikoausgleich zwischen der privaten Pflegeversicherung und der sozialen Pflegeversicherung durchzuf\u00fchren.&quot;<\/p>\n<p>ntv.de: Gesundheitsministerin Nina Warken beziffert die drohende Finanzierungsl\u00fccke in der sozialen Pflegeversicherung auf 22,5 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren. Ist die Gr\u00f6\u00dfenordnung nachvollziehbar?<\/p>\n<p>Stefan Gre\u00df: Das ist nachvollziehbar. Ob es 2 Milliarden Euro mehr oder weniger sein werden, ist von au\u00dfen schwer einzusch\u00e4tzen. Aber vor dem Hintergrund, dass das Finanzierungsvolumen in der sozialen Pflegeversicherung niedriger ist als in der gesetzlichen Krankenversicherung, reden wir hier \u00fcber erhebliche Betr\u00e4ge. Insofern ist der Handlungsbedarf sehr hoch.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Foto Gre\u00df\"\/><figcaption>Prof. Dr. Stefan Gre\u00df lehrt Versorgungsforschung und Gesundheits\u00f6konomie an der Hochschule Fulda. (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>H\u00f6her als bei Rente oder Krankenkassen?<\/p>\n<p>Ja. Die Pflegeversicherung gibt es erst seit 1995. Damals hat der Gesetzgeber gesagt, die pflegebedingten Kosten sollen, erstens, weit \u00fcberwiegend von der Pflegeversicherung finanziert werden, und zweitens sollen die Pflegebed\u00fcrftigen nicht mehr zum Sozialamt gehen m\u00fcssen, wenn sie ihr Verm\u00f6gen aufgebraucht haben. Von diesen Botschaften sind wir seit 1995 immer weiter weggekommen.<\/p>\n<p>Inwiefern?<\/p>\n<p>Bei den station\u00e4r Pflegebed\u00fcrftigen haben wir inzwischen eine Sozialhilfequote von knapp 40 Prozent, Tendenz stark steigend. Die Eigenanteile explodieren, weil die Leistungen nicht dynamisiert werden.<\/p>\n<p>Die Kosten der Pflegebed\u00fcrftigen steigen also st\u00e4rker als die Leistungen der Pflegeversicherung.<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Eigenanteil pro Monat f\u00fcr station\u00e4re Pflege ist seit 2020 von rund 2100 Euro auf mehr als 3200 Euro gestiegen. Und trotzdem haben wir dieses hohe Defizit. Ich halte das f\u00fcr eine extrem bedenkliche Entwicklung. Damit wird ein ganzer Sozialversicherungszweig sukzessive delegitimiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Die-Kosten-explodieren-Bei-der-Pflege-brennt-wirklich-die-Huette-id30872057.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Die-Bundesministerin-Nina-Warken-gibt-im-Innenhof-des-Seniorenzentrums-ein-Pressestatement-ab-und-beantwortet-Fragen-der-anwesenden-Journalisten\"\/>&quot;Extrem bedenkliche Entwicklung&quot;Die Kosten explodieren: Bei der Pflege brennt wirklich die H\u00fctte<\/a><\/p>\n<p>Was halten Sie von der offenbar angedachten Staffelung der Zuschussstufen f\u00fcr Pflegeheimbewohner?<\/p>\n<p>Wenn die Leistungszuschl\u00e4ge erst sp\u00e4ter gezahlt werden, ist das nat\u00fcrlich eine M\u00f6glichkeit, die Kosten f\u00fcr die Pflegeversicherung zu begrenzen. Aber auch das w\u00fcrde automatisch zu h\u00f6heren Eigenanteilen f\u00fchren und damit zu noch h\u00f6heren Sozialhilfequoten.<\/p>\n<p>Der Wirtschaftsweise Martin Werding sagte dem &quot;Handelsblatt&quot;, die station\u00e4r Gepflegten machten &quot;blo\u00df ein Achtel aller Pflegef\u00e4lle&quot; aus. Wenn davon rund ein Drittel die &quot;Hilfe zur Pflege&quot; in Anspruch nehme, sehe er darin kein Problem.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil der Pflegebed\u00fcrftigen wird zuhause gepflegt, das stimmt. Allerdings sind die Eigenanteile bei diesen Personen nicht so gut sichtbar. Die ambulante Pflege ist eher eine Blackbox.<\/p>\n<p>Die ambulante Pflege ist eine Blackbox?<\/p>\n<p>Auch dort steigen die Kosten, insbesondere die Personalkosten. Deshalb berechnen die Pflegedienste h\u00f6here Pfleges\u00e4tze. Aber die Leistungen der Pflegeversicherung steigen auch bei der ambulanten Pflege nicht. In der Praxis haben die Pflegebed\u00fcrftigen zuhause deshalb die Wahl, weniger Leistungen zu beziehen &#8211; oder privat zuzuzahlen. Wie diese Entscheidungen ausfallen, wissen wir nicht, dazu gibt es keine Erhebungen. Vielfach gleichen Angeh\u00f6rige das aus. \u00dcber die Qualit\u00e4t der Pflege durch Angeh\u00f6rige wissen wir \u00fcbrigens ebenfalls wenig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/CDU-setzt-sich-mit-Pflege-Vorstoss-in-die-Nesseln-id30883357.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Hohe-Eigenanteile-bei-Pflegekosten-Die-Pflegeversicherung-deckt-nicht-alle-Kosten-wodurch-Pflegebeduerftige-oft-erhebliche-finanzielle-Eigenleistungen-tragen-muessen\"\/>RTL\/ntv-TrendbarometerCDU setzt sich mit Pflege-Vorsto\u00df in die Nesseln<\/a><\/p>\n<p>Unionsfraktionsvize Albert Stegemann sagte, es k\u00f6nne kein &quot;Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit&quot; geben: &quot;Wer Verm\u00f6gen besitzt, muss zun\u00e4chst eigenes Verm\u00f6gen einsetzen, auch das Eigenheim, bevor die Gemeinschaft zahlt.&quot; W\u00e4re das ein Paradigmenwechsel in der Pflegeversicherung?<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist das bereits so. Wenn Pflegebed\u00fcrftige Sozialhilfe beziehen, dann m\u00fcssen sie schon jetzt ihr Verm\u00f6gen einbringen &#8211; bis auf ein Schonverm\u00f6gen von maximal 10.000 Euro. Sie m\u00fcssen auch ihr Eigenheim verkaufen, wenn nicht sie selbst, der Ehepartner oder minderj\u00e4hrige Kinder darin leben. W\u00fcrde dies ge\u00e4ndert, w\u00e4re es in der Tat ein Paradigmenwechsel.<\/p>\n<p>Warum?<\/p>\n<p>Das urspr\u00fcngliche Versprechen der Pflegeversicherung war: Ihr m\u00fcsst nicht mehr zum Sozialamt gehen, ihr m\u00fcsst diese h\u00e4ufig als entw\u00fcrdigend empfundene Bed\u00fcrftigkeitspr\u00fcfung nicht mehr \u00fcber euch ergehen lassen. Wenn gewisserma\u00dfen durch die Hintert\u00fcr eine Bed\u00fcrftigkeitspr\u00fcfung eingef\u00fchrt w\u00fcrde, dann k\u00f6nnten wir die Pflegeversicherung auch gleich ganz abschaffen und uns allein auf die Sozialhilfe verlassen. Das w\u00e4re allerdings ein Schritt mit dramatischen gesellschaftlichen Folgen und w\u00fcrde au\u00dferdem die Sozialhilfetr\u00e4ger massiv belasten.<\/p>\n<p>Sehen Sie auf der Ausgabenseite keine M\u00f6glichkeiten, Einsparungen vorzunehmen? Etwa indem man die H\u00fcrde f\u00fcr den Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung h\u00f6her legt?<\/p>\n<p>Einsparm\u00f6glichkeiten gibt es immer. Wir hatten zuletzt 2017 eine gr\u00f6\u00dfere Reform der Pflegegrade, da wurden die Zugangsbedingungen zur Pflegeversicherung erleichtert. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnte der Gesetzgeber das auch wieder ein St\u00fcck zur\u00fccknehmen. Das w\u00fcrde sicherlich Einsparungen erbringen &#8211; aber mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit erst f\u00fcr zuk\u00fcnftige Pflegebed\u00fcrftige. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass der Gesetzgeber alle Pflegebed\u00fcrftigen noch einmal vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen pr\u00fcfen l\u00e4sst. Das m\u00fcsste ja passieren, wenn es neue Regeln f\u00fcr die Einstufung in die Pflegegrade g\u00e4be.<\/p>\n<p>Es gab gro\u00dfe Aufregung, als die Gesundheitsministerin darauf hingewiesen hat, dass &quot;viele Kinder und Jugendliche mit ADHS&quot; Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen. Ist quantifizierbar, um wie viel Geld es da geht?<\/p>\n<p>Aus dem Bauch heraus w\u00fcrde ich sagen, dass man die Finanzierung der Pflegeversicherung damit nicht retten kann. Aber es ist ja auch keine Pflegeversicherung nur f\u00fcr alte Menschen &#8211; es geht um Beeintr\u00e4chtigungen im Alltag. Wenn Kinder und Jugendliche die Kriterien erf\u00fcllen, dann haben sie Anspruch auf entsprechende Leistungen. Das gilt insbesondere f\u00fcr kognitive Einschr\u00e4nkungen, die der Gesetzgeber 2017 in die Pflegeversicherung aufgenommen hat.<\/p>\n<p>Als Laie k\u00f6nnte man bei Kindern mit ADHS schon fragen, ob das wirklich F\u00e4lle f\u00fcr die Pflegeversicherung sind.<\/p>\n<p>Was Laien sagen, ist in diesem Fall aber nicht relevant. Relevant sind die gesetzlich festgelegten Kriterien, die vom Medizinischen Dienst \u00fcberpr\u00fcft werden. Wenn man diese f\u00fcr falsch h\u00e4lt, muss man sie ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Der Beitragssatz f\u00fcr die Pflegeversicherung liegt aktuell bei 3,6 Prozent. Wie hoch m\u00fcsste er steigen, um die L\u00fccke von 22,5 Milliarden Euro zu schlie\u00dfen?<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr 20 Milliarden Euro entsprechen einem Beitragssatzpunkt. Bei 22,5 Milliarden Euro m\u00fcsste der Beitragssatz um 1,1 Punkte nach oben gehen &#8211; gerechnet f\u00fcr alle Versicherten. Im Visier der Ministerin scheinen ja nur die Kinderlosen zu sein.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte argumentieren, dass sie auch weniger Ausgaben haben.<\/p>\n<p>Der Grund ist eher, dass Arbeitgeber von der Anhebung nicht betroffen w\u00e4ren. Die Beitr\u00e4ge von Kinderlosen f\u00fcr die Pflegeversicherung sind ja schon jetzt h\u00f6her, in der Pflegeversicherung ist diese Ungleichbehandlung also schon angelegt. F\u00fcr Arbeitgeber ist der Beitragssatz jedoch bei kinderlosen Versicherten genauso hoch wie bei Versicherten mit Kindern.<\/p>\n<p>Die Pflegeversicherung erh\u00e4lt immer wieder Darlehen der Bundesregierung in Milliardenh\u00f6he. Was bringen solche Darlehen, die ja zur\u00fcckgezahlt werden m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Damit kann man kurzfristig eine finanzielle L\u00fccke \u00fcberbr\u00fccken, aber nachhaltig ist das nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht. Das ist eine vor\u00fcbergehende Entlastung, und der Finanzminister kann in seiner Haushaltsplanung davon ausgehen, dass er das Geld irgendwann zur\u00fcckerh\u00e4lt. Ob das tats\u00e4chlich der Fall sein wird? Da bin ich skeptisch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Patientenschuetzer-erbost-ueber-CDU-Vorschlaege-zu-Pflegekosten-id30876783.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Eine-Pflegerin-der-Geriatrie-im-DRK-Krankenhaus-Chemnitz-schiebt-einen-Patienten-im-Rollstuhl-ueber-die-Station-Die-Geriatrie-ist-auf-die-medizinische-Versorgung-aelterer-Patienten-spezialisiert\"\/>Brysch wartet auf ReformideenPatientensch\u00fctzer erbost \u00fcber CDU-Vorschl\u00e4ge zu Pflegekosten<\/a><\/p>\n<p>Geld ist auch in die andere Richtung geflossen: Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat gesagt, wenn die Pflegeversicherung nicht &quot;gepl\u00fcndert&quot; w\u00fcrde, g\u00e4be es kein Finanzierungsproblem. Er rechnet vor, dass der Bund sich in der Corona-Zeit mehr als 5 Milliarden Euro bei der Pflegeversicherung &quot;ausgeliehen&quot; habe und auch die Rentenversicherungsleistungen f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige eigentlich vom Bund \u00fcbernommen werden sollten, nicht von der Pflegeversicherung. Zusammen kommt er auf rund neun Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Dieser sogenannte Corona-Effekt war eine einmalige Leistung. Aber die 3 Milliarden Euro f\u00fcr die Rentenbeitragszahlungen von pflegenden Angeh\u00f6rigen w\u00e4re ein dauerhafter Effekt. Dass der Bund sich hier beteiligt, wird schon lange gefordert. Das gleiche Problem gibt es ja in der Krankenversicherung mit den Zahlungen f\u00fcr B\u00fcrgergeld-Empf\u00e4nger. Die hat Frau Warken auch nicht durchsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde es bringen, die Einnahmebasis f\u00fcr die Pflegeversicherung zu verbreitern, indem sie zu einer B\u00fcrgerversicherung f\u00fcr alle umgestaltet wird?<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich f\u00e4nde ich es eine gute Idee, die Beamten, die Selbstst\u00e4ndigen und die einkommensstarken Versicherten in die soziale Pflegeversicherung einzubeziehen. Es w\u00e4re aber auch m\u00f6glich, eine Art Risikoausgleich zwischen der privaten Pflegeversicherung und der sozialen Pflegeversicherung durchzuf\u00fchren. Wir haben ja zwei unterschiedliche Risikopools: die privat Versicherten mit der privaten Pflegepflichtversicherung und die gesetzlich Versicherten mit der sozialen Pflegeversicherung. Beide Gruppen haben in der Pflegeversicherung einen identischen Leistungsanspruch, haben aber unterschiedliche Risikostrukturen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Umfrage-Mehrheit-der-Deutschen-fuerchtet-Abstieg-im-Alter-id30883505.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"KoelnNews_339855855_225\"\/>Rentenstudie zeigt Vorsorgel\u00fcckeUmfrage: Mehrheit der Deutschen f\u00fcrchtet Abstieg im Alter<\/a><\/p>\n<p>Warum haben die privaten Pflegeversicherungen eine andere Risikostruktur?<\/p>\n<p>Personen mit einem hohen gesundheitlichen Risiko wechseln in der Regel nicht in die private Krankenversicherung, weil sie dort Risikoaufschl\u00e4ge bezahlen m\u00fcssten. Konkret hei\u00dft das: Die privat Versicherten zahlen f\u00fcr die identische Leistung ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte an Beitr\u00e4gen. Das ist v\u00f6llig ungerechtfertigt.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde ein Risikoausgleich zwischen privater und sozialer Pflegeversicherung bringen?<\/p>\n<p>Je nach Ausgestaltung w\u00fcrde ein Ausgleich der sozialen Pflegeversicherung j\u00e4hrlich drei bis f\u00fcnf Milliarden Euro bringen. Aus meiner Sicht w\u00e4re das eine geeignete Ma\u00dfnahme zur Verbesserung der Nachhaltigkeit. Die Ministerin scheint ja auch zu planen, \u00e4hnlich wie in der gesetzlichen Krankenversicherung die Beitragsbemessungsgrenze in der Pflegeversicherung anzuheben. Auch das w\u00fcrde zus\u00e4tzliche Einnahmen von einkommensstarken Versicherten bringen.<\/p>\n<p>W\u00e4re eine &quot;Pflegeversicherung f\u00fcr alle&quot; m\u00f6glich, ohne bei der Krankenversicherung das bestehende System anzutasten?<\/p>\n<p>Ja, aus meiner Sicht w\u00e4re es in der Pflegeversicherung politisch einfacher durchzusetzen als in der Krankenversicherung, weil man die \u00c4rzte und \u00c4rztinnen dann nicht als politischen Gegner h\u00e4tte, die bei einer Krankenversicherung f\u00fcr alle die Einnahmen aus der Privatabrechnung zu gro\u00dfen Teilen verlieren w\u00fcrden. In der Pflegeversicherung g\u00e4be es das nicht, denn die Leistungen und die Abrechnungss\u00e4tze sind identisch.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Pension-vs-Rente-So-gross-sind-die-Unterschiede-wirklich-id30845360.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Rente Pension\"\/>Systeme im VergleichPension vs. Rente: So gro\u00df sind die Unterschiede wirklich<\/a><\/p>\n<p>Welche drei Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden Sie umsetzen, wenn Sie eine Pflegereform umsetzen m\u00fcssten, mit dem Ziel, die Finanzierung sicherzustellen?<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde als Erstes die Privatversicherten in den Risikopol der Sozialversicherten reinholen. Das w\u00fcrde langfristig zur Stabilisierung beitragen. Dann halte ich einen moderaten Bundeszuschuss f\u00fcr wichtig &#8211; moderat w\u00e4ren f\u00fcr mich die angesprochenen 3 Milliarden Euro f\u00fcr die Rentenversicherungsleistungen f\u00fcr pflegende Angeh\u00f6rige. Das sind gesamtgesellschaftliche Kosten, die aktuell allein von der sozialen Pflegeversicherung gestemmt werden. Ein dritter Punkt, den wir noch nicht angesprochen haben: Ich w\u00fcrde die Bundesl\u00e4nder ins Boot holen.<\/p>\n<p>Warum?<\/p>\n<p>Die sind eigentlich f\u00fcr die Investitionen in die pflegerische Infrastruktur verantwortlich, vor allem in der station\u00e4ren Pflege. W\u00fcrden sie dieser Pflicht gerecht &#8211; was aktuell nicht der Fall ist -, w\u00e4ren die Eigenanteile deutlich entlastet.<\/p>\n<p>Den Zugang zu Leistungen w\u00fcrden Sie nicht einschr\u00e4nken?<\/p>\n<p>Ich kann mir das vorstellen, weil es bei der Pflegereform 2017 einen Expertenbeirat gab, der damals andere Kriterien f\u00fcr die \u00c4nderung des Pflegebed\u00fcrftigkeitsbegriffs hatte. Davon ist die Bundesregierung damals abgewichen, und zwar nach oben. Aber ich bin \u00d6konom. Ob das machbar w\u00e4re, m\u00fcssen Pflegewissenschaftler entscheiden.<\/p>\n<p>Halten Sie es f\u00fcr realistisch, dass die Pflegereform bis Ende des Jahres in Kraft tritt?<\/p>\n<p>Das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber der Handlungsbedarf ist riesig. Insofern sollte die Bundesregierung da Gas geben.<\/p>\n<p>Mit Stefan Gre\u00df sprach Hubertus Volmer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Reform der Pflegeversicherung&quot;Privat Versicherte zahlen f\u00fcr die identische Leistung die H\u00e4lfte an Beitr\u00e4gen&quot; 03.06.2026, 20:28 Uhr Interview: Hubertus VolmerArtikel anh\u00f6ren(13:42 min)00:00 \/ 13:42 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-32173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32173"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32173\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}