{"id":32155,"date":"2026-05-31T21:57:26","date_gmt":"2026-05-31T18:57:26","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/tower-in-tiflis-trump-und-sein-verruckter-traum-vom-monte-carlo-des-kaukasus\/"},"modified":"2026-05-31T21:57:26","modified_gmt":"2026-05-31T18:57:26","slug":"tower-in-tiflis-trump-und-sein-verruckter-traum-vom-monte-carlo-des-kaukasus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/tower-in-tiflis-trump-und-sein-verruckter-traum-vom-monte-carlo-des-kaukasus\/","title":{"rendered":"Tower in Tiflis?: Trump und sein verr\u00fcckter Traum vom &#8220;Monte Carlo des Kaukasus&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Tower in Tiflis?Trump und sein verr\u00fcckter Traum vom &quot;Monte Carlo des Kaukasus&quot;<\/h2>\n<p>31.05.2026, 17:06 Uhr <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autor-fallback.svg\" alt=\"image\"\/>Von Kevin SchulteArtikel anh\u00f6ren(07:50 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/05\/TTSART_30872995_20260531170715-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 07:50<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30873436\/1780090315\/Img_16_9\/1024\/February-20-2026-New-York-United-States-Trump-Tower-is-seen-on-Fifth-Avenue-in-Manhattan-New-York-City.webp\" alt=\"February-20-2026-New-York-United-States-Trump-Tower-is-seen-on-Fifth-Avenue-in-Manhattan-New-York-City\"\/><figcaption>Das Original steht auf der Fifth Avenue in New York, insgesamt gibt es mehr als ein Dutzend Trump Tower auf der Welt. (Foto: IMAGO\/ZUMA Press Wire)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon 2012 tr\u00e4umt Donald Trump erstmals vom &quot;Monte Carlo des Kaukasus&quot;. In Georgien will der sp\u00e4tere US-Pr\u00e4sident seinen gr\u00f6\u00dften Exportschlager bauen, den Trump Tower. Nach jahrelangem Hickhack soll es 14 Jahre sp\u00e4ter tats\u00e4chlich losgehen &#8211; unter undurchsichtigen Umst\u00e4nden.<\/p>\n<p>Im Jahr 2012 ist Donald Trump in erster Linie noch Immobilienmogul. In dieser Rolle reist der aktuelle US-Pr\u00e4sident damals nach Georgien. Dort k\u00fcndigt er feierlich an, dass er sich mit zwei Trump-Towern im Land verewigen m\u00f6chte. Einer der T\u00fcrme solle in der Schwarzmeerstadt Batumi, der andere in der Hauptstadt Tiflis gebaut werden. Bei Trumps Besuch in Georgien f\u00e4llt auch das Zitat vom &quot;Monte Carlo des Kaukasus&quot;. <\/p>\n<p>Trumps Georgien-Projekt sollte der Startpunkt f\u00fcr weitere Trump-Deals im postsowjetischen Raum sein, berichtete das Wirtschaftsmagazin &quot;Bloomberg&quot; einige Jahre sp\u00e4ter. <\/p>\n<p>Die Sterne standen im Jahr 2012 ziemlich gut f\u00fcr Trump. Der damals m\u00e4chtigste Mann Georgiens war Trumps F\u00fcrsprecher: Milliard\u00e4r Michail Saakaschwili, der die ehemalige Sowjetrepublik von 2004 bis 2013 als Pr\u00e4sident vorstand. Berichten zufolge pflegten Saakaschwili und Trump sogar eine pers\u00f6nliche Freundschaft. Heute ist der Stern Saakaschwilis l\u00e4ngst erloschen. Der Ex-Pr\u00e4sident b\u00fc\u00dft eine Gef\u00e4ngnisstrafe ab. Das Gericht sah es 2018 als erwiesen an, dass Saakaschwili im Jahr 2005 angeordnet hat, einen Abgeordneten der georgischen Opposition verpr\u00fcgeln zu lassen. Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes sitzt Saakaschwili die Haft im Krankenhaus ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/bilderserien\/wissen\/Das-sind-die-Trump-Tower-auf-der-ganzen-Welt-id30863132.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"The-Trump-Building-an-der-Wall-Street-in-New-York-City-USA-New-York-New-York-City-Stadt-Metropole-19-01\"\/>Von New York bis MumbaiDas sind die Trump Tower auf der ganzen Welt<\/a><\/p>\n<p>Doch nach Saakaschwilis Abwahl als Pr\u00e4sident r\u00fcckte Trumps Tower-Projekt in den Hintergrund. Bidsina Iwanischwili, Kurzzeit-Ministerpr\u00e4sident von 2012 bis 2013 und Gr\u00fcnder der Partei Georgischer Traum, stemmte sich entschieden gegen die T\u00fcrme. Es folgte ein jahrelanges Hin und Her, ehe das Vorhaben im Januar dieses Jahres endg\u00fcltig abgeblasen wurde. Als Grund wurden m\u00f6gliche politische Interessenkonflikte von Donald Trump genannt. <\/p>\n<p>Die Trump Organization, das Familienunternehmen des US-Pr\u00e4sidenten, gab im Januar dieses Jahres bekannt, dass Investitionen, Verm\u00f6genswerte und Gesch\u00e4ftsbeteiligungen von Donald Trump in einem von seinen Kindern verwalteten Trust gehalten w\u00fcrden. Trump spiele auch keine Rolle im Tagesgesch\u00e4ft oder bei der Entscheidungsfindung.<\/p>\n<h2>&quot;Sehr viel Skepsis in Tiflis&quot;<\/h2>\n<p>Der georgische Trump-Traum schien ausgetr\u00e4umt. Doch dann gab es eine weitere Kehrtwende: Im April hie\u00df es pl\u00f6tzlich, die Trump Organization werde jetzt doch einen Trump Tower in Georgien bauen, und zwar in Tiflis, meldete das &quot;Wall Street Journal&quot;. Von einer &quot;sehr \u00fcberraschenden Wendung&quot; spricht der Politikwissenschaftler und Risikoanalyst Hannes Meissner im ntv-Podcast &quot;Wieder was gelernt&quot;: &quot;Das Projekt ist erstmals 2012 gescheitert. 2017 gab es einen weiteren Anlauf, ebenso erfolglos. Dann zirkulierten erst vor wenigen Wochen Nachrichten, dass das Projekt in Batumi endg\u00fcltig begraben wurde.&quot;<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Trump-Tower-Projekt-in-Batumi-Georgien-Trump-Tower-Projekt-in-Batumi-Georgien-Copyright-xZoonar\"\/><figcaption>Den georgischen Traum vom Trump Tower in der Schwarzmeerstadt Batumi musste die Trump Organization inzwischen endg\u00fcltig begraben. (Foto: IMAGO\/Zoonar)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie und in welchem Rahmen es jetzt doch umgesetzt werden soll, sei noch weitgehend unklar, betont Georgien-Kenner Meissner. &quot;In Tiflis herrscht derzeit noch sehr viel Skepsis, ob der Trump Tower angesichts des vergangenen Hin und Her tats\u00e4chlich gebaut wird.&quot;<\/p>\n<p>Rollen die Bagger eines Tages an, k\u00f6nnte das h\u00f6chste Geb\u00e4ude von Tiflis entstehen &#8211; mit Luxusappartements, Hotelbetrieb, Gesch\u00e4ften und Restaurants auf 70 Stockwerken. <\/p>\n<h2>Brisante Verflechtungen rund um Baugrundst\u00fcck<\/h2>\n<p>Wirklich brisant ist aber nicht der geplante Bau an sich, sondern der Ort der Baustelle: Der Trump-Turm soll n\u00e4mlich auf einem Grundst\u00fcck gebaut werden, das \u00fcber Umwege dem Iwanischwili-Clan geh\u00f6rt. Es handelt sich um das Hippodrom, eine alte Pferderennbahn aus Sowjetzeiten im Westen von Tiflis.<\/p>\n<p>Offiziell als Eigent\u00fcmer im Grundbuch steht der International Charity Fund Cartu, eine von Bidsina Iwanischwili gegr\u00fcndete Wohlt\u00e4tigkeitsorganisation. Die Stiftung geh\u00f6rt zu 100 Prozent der Cartu Group, dessen Hauptanteilseigner Uta Iwanischwili ist, der Sohn des ehemaligen Regierungschefs. Ihm geh\u00f6ren 35 Prozent der Cartu Group, berichtet der Guardian.<\/p>\n<p>&quot;Es ist unbestritten, dass Bidsina Iwanischwili hinter der Charity Foundation Cartu und dem ganzen Firmengeflecht drumherum steht. Bemerkenswert ist, dass diese Wohlfahrtsorganisation zu einer Art Staat im Staat herangewachsen ist. Wohlfahrtsleistungen, die normalerweise der Staat tr\u00e4gt, werden \u00fcber die Charity Foundation abgewickelt&quot;, berichtet Meissner im Podcast. &quot;Iwanischwili hat die Chance erkannt, dass es seine Legitimit\u00e4t im Land st\u00e4rkt, wenn er dank seiner wirtschaftlichen und politischen Macht Wohlfahrtsleistungen selbst finanziert. Insofern ist die Charity Foundation ein Machtinstrument.&quot;<\/p>\n<h2>US-Sanktionen gegen Iwanischwili<\/h2>\n<p>Der milliardenschwere Ex-Regierungschef Bidsina Iwanischwili ist auf dem Papier &quot;nur&quot; Ehrenvorsitzender seiner Partei Georgischer Traum, hinter den Kulissen aber ein gewiefter Strippenzieher im politischen Betrieb Georgiens. Seine populistische, EU-skeptische und russlandfreundliche Partei hat die absolute Mehrheit im Parlament. Sie stellt seit 2012 durchg\u00e4ngig den Ministerpr\u00e4sidenten und damit den m\u00e4chtigsten Politiker des Landes.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Saakaschwili-zu-weiterer-Haftstrafe-verurteilt-article25625341.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"imago143488109\"\/>Georgiens Ex-Pr\u00e4sident in KlinikSaakaschwili zu weiterer Haftstrafe verurteilt<\/a><\/p>\n<p>Doch es gibt ein schwerwiegendes Problem: Bidsina Iwanischwili unterliegt seit 2024 US-amerikanischen Sanktionen. Die damalige US-Regierung unter Joe Biden belegte ihn damit, weil er &quot;die demokratische und euro-atlantische Zukunft Georgiens zugunsten der Russischen F\u00f6deration untergraben&quot; habe, so die Begr\u00fcndung aus Washington. US-Unternehmen d\u00fcrfen seitdem unter normalen Umst\u00e4nden keine Gesch\u00e4fte mit Bidsina Iwanischwili machen, auch nicht die Trump Organization. Aber Uta Iwanischwili unterliegt anders als sein Vater nicht den US-Sanktionen.  <\/p>\n<p>Kritiker von Iwanischwili werten das Trump-Tower-Projekt in Georgien als Versuch, sich beim US-Pr\u00e4sidenten einzuschmeicheln, damit dieser die Sanktionen aufhebt. Es handele sich um reine Geopolitik, verpackt in Beton und Glas, warnt die Antikorruptions-Organisation Transparency International. <\/p>\n<p>Die georgische Regierung als Bef\u00fcrworter des Tiflis-Turms argumentiert, das Projekt sei ein Vertrauensbeweis in Georgiens Wirtschaft. Nach dem Motto: Wenn die Trump Organization in Georgien baut, dann zeigt das doch, wie stabil und sicher das Land ist. <\/p>\n<p>&quot;Wer nicht mit ihm oder seinen Firmen zusammenarbeitet, kann in Georgien nichts erreichen&quot;, macht Hannes Meissner deutlich. Bidsina Iwanischwili kontrolliere die Wirtschaft und auch den Zugang f\u00fcr ausl\u00e4ndische Unternehmen ins Land. Ohne ihn gibt es auch keinen Trump Tower. <\/p>\n<p>Der &quot;Wieder was gelernt&quot;-Podcast<\/p>\n<p>Dieser Text ist eigentlich ein Podcast: &quot;Wieder was gelernt&quot; ist der ntv-Podcast f\u00fcr Neugierige mit Geschichten, die uns schlauer machen.<br \/>Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den RSS-Feed verwenden.<br \/>Redaktion: Caroline Amme, Christian Herrmann, Kevin Schulte<br \/>Sie haben eine Frage? Schreiben Sie eine E-Mail an podcasts@ntv.de<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/plus.rtl.de\/podcast\/wieder-was-gelernt-der-ntv-podcast-d0uld2aqwi6dt\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/de\/podcast\/wieder-was-gelernt-ein-ntv-podcast\/id1434819309?mt=2\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/6w5kuaVaPvVDWGdPLXkONh\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/music.amazon.com\/podcasts\/b6931e40-5e85-4ef9-87f6-c785039b1f1e\/wieder-was-gelernt\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/podcasts.google.com\/feed\/aHR0cHM6Ly9yc3MuYXJ0MTkuY29tL3dpZWRlci13YXMtZ2VsZXJudA\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/audio\/podcast\/wieder_was_gelernt\/rss\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Tower in Tiflis?Trump und sein verr\u00fcckter Traum vom &quot;Monte Carlo des Kaukasus&quot; 31.05.2026, 17:06 Uhr Von Kevin SchulteArtikel anh\u00f6ren(07:50 min)00:00 \/ 07:50 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Das<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-32155","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32155","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32155"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32155\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32155"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32155"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32155"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}