{"id":32154,"date":"2026-05-31T17:56:35","date_gmt":"2026-05-31T14:56:35","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/extrem-bedenkliche-entwicklung-die-kosten-explodieren-bei-der-pflege-brennt-wirklich-die-hutte\/"},"modified":"2026-05-31T17:56:35","modified_gmt":"2026-05-31T14:56:35","slug":"extrem-bedenkliche-entwicklung-die-kosten-explodieren-bei-der-pflege-brennt-wirklich-die-hutte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/extrem-bedenkliche-entwicklung-die-kosten-explodieren-bei-der-pflege-brennt-wirklich-die-hutte\/","title":{"rendered":"&#8220;Extrem bedenkliche Entwicklung&#8221;: Die Kosten explodieren: Bei der Pflege brennt wirklich die H\u00fctte"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>&quot;Extrem bedenkliche Entwicklung&quot;Die Kosten explodieren: Bei der Pflege brennt wirklich die H\u00fctte<\/h2>\n<p>31.05.2026, 13:06 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Hubertus-Volmer-article13634981.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30029917\/1763369674\/Img_1_1\/36\/b58b01e6-b3b2-4108-ace9-39b8c6dbd390.webp\" alt=\"b58b01e6-b3b2-4108-ace9-39b8c6dbd390\"\/>Von Hubertus Volmer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(16:10 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/05\/TTSART_30872057_20260531130620-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 16:10<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30872070\/1780067681\/Img_16_9\/1024\/Die-Bundesministerin-Nina-Warken-gibt-im-Innenhof-des-Seniorenzentrums-ein-Pressestatement-ab-und-beantwortet-Fragen-der-anwesenden-Journalisten.webp\" alt=\"Die-Bundesministerin-Nina-Warken-gibt-im-Innenhof-des-Seniorenzentrums-ein-Pressestatement-ab-und-beantwortet-Fragen-der-anwesenden-Journalisten\"\/><figcaption>Bundesgesundheitsministerin Nina Warken arbeitet derzeit an drei gro\u00dfen Reformen: Neben einer Neuordnung von Kliniken und Notfallversorgung soll sie die Finanzierung von gesetzlichen Krankenkassen und der sozialen Pflegeversicherung sicherstellen. (Foto: picture alliance \/ Chris Emil Jan\u00dfen)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bislang ging es bei Pflegereformen h\u00e4ufig um eine Ausweitung der Leistungen. Das ist dieses Mal anders: Ohne H\u00e4rten wird es nicht gehen, wenn Gesundheitsministerin Nina Warken demn\u00e4chst ihr Pflegeneuordnungsgesetz vorlegt. Ein \u00dcberblick.<\/p>\n<h2>Was ist die Pflegeversicherung?<\/h2>\n<p>Die Pflegeversicherung wurde 1995 ins Leben gerufen und geh\u00f6rt zu den gesetzlichen Sozialversicherungen. Organisatorisch h\u00e4ngen die Pflegeversicherungen an den Krankenkassen. Wer privat krankenversichert ist, zahlt nicht in die soziale Pflegeversicherung, sondern in eine private Pflegeversicherung ein.<\/p>\n<p>Wie bei den meisten Sozialversicherungen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Beitrag zur Pflegeversicherung parit\u00e4tisch, aktuell 1,8 Prozent. Allerdings zahlen kinderlose Arbeitnehmer einen Zuschlag in H\u00f6he von 0,6 Prozent. In Sachsen ist der Arbeitnehmeranteil h\u00f6her, weil der Bu\u00df- und Bettag dort 1995 nicht abgeschafft wurde.<\/p>\n<p>Die Pflegeversicherung ist ausdr\u00fccklich als Teilkasko angelegt: Sie \u00fcbernimmt Pflegekosten nur zum Teil. Sozialverb\u00e4nde fordern seit Jahren, die Pflegeversicherung zu einer &quot;Pflegevollversicherung&quot; auszubauen. Angesichts der stark steigenden Kosten und der Scheu vor h\u00f6heren Sozialbeitr\u00e4gen ist das allerdings politisch kaum umsetzbar.<\/p>\n<h2>Warum soll die Pflegeversicherung reformiert werden?<\/h2>\n<p>Pflegereformen gab es bereits einige &#8211; meist ging es allerdings nicht um die Finanzierung der Pflegeversicherung, sondern um eine Ausweitung der Leistungen. Daher wachsen die Ausgaben schneller als die Einnahmen. Anders als bei der Rente liegt dies zumindest bislang nicht an der \u00dcberalterung der Gesellschaft, sondern ist hausgemacht: Immer mehr Personen werden als pflegebed\u00fcrftig eingestuft.<\/p>\n<p>&quot;Wir haben einfach in guten Jahren das System sehr stark ausgebaut und sind weit \u00fcber das Ziel hinausgeschossen&quot;, sagte die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer k\u00fcrzlich, als sie das Fr\u00fchjahrsgutachten des Sachverst\u00e4ndigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vorstellte.  <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Was-die-Wirtschaftsweisen-fuer-Deutschland-prognostizieren-id30862510.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"WiWeisen\"\/>Sozialkosten, Inflation, KonjunkturWas die Wirtschaftsweisen f\u00fcr Deutschland prognostizieren<\/a><\/p>\n<p>Aus Sicht der Wirtschaftsweisen ist das zentrale Problem die Ausweitung der Leistungen, vor allem 2017 durch die Pflegereform der Gro\u00dfen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Damals wurden die bisher drei Pflegestufen durch f\u00fcnf Pflegestufen ersetzt. Der Begriff der Pflegebed\u00fcrftigkeit wurde erweitert: Bis dahin bezog sich die Pflegebed\u00fcrftigkeit vor allem auf k\u00f6rperliche Beeintr\u00e4chtigungen; seither werden sowohl k\u00f6rperliche als auch kognitive und psychische Beeintr\u00e4chtigungen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hatte dies eine deutliche Ausweitung der Leistungsberechtigten zur Folge. W\u00e4hrend es im Jahr 2000 gut 1,8 Millionen Pflegebed\u00fcrftige im Sinne des Gesetzes gab, sind es heute mehr als 6 Millionen. Entsprechend stark sind die Ausgaben der Pflegeversicherung gestiegen: von knapp 16 Milliarden Euro vor 26 Jahren auf deutlich mehr als 70 Milliarden Euro. Die Zahl der Leistungsberechtigten hat sich also mehr als verdreifacht &#8211; die Ausgaben mehr als vervierfacht.<\/p>\n<p>Ohne Darlehen des Bundes k\u00f6nnte die Pflegeversicherung ihre Ausgaben schon heute nicht mehr decken. Mittlerweile belaufen sich die Schulden der Pflegeversicherung beim Bund auf 4,2 Milliarden Euro. &quot;Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump&quot;, sagte der Chef des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen, Oliver Blatt, dem &quot;Spiegel&quot;. Seine Botschaft kleidete er in ein drastisches Bild: &quot;Bei der Pflegeversicherung brennt die H\u00fctte und wir m\u00fcssen uns dringend ans L\u00f6schen machen.&quot; <\/p>\n<p>Dazu komm die \u00dcberalterung der Gesellschaft: Bisher habe diese die Ausgaben der Pflege kaum beeinflusst, sagte Monika Schnitzer. &quot;Das wird sich aber bald \u00e4ndern, denn die Anzahl der Pflegebed\u00fcrftigen wird mit den Babyboomern absehbar stark steigen, w\u00e4hrend der Anteil der Personen im Erwerbsalter sinken wird.&quot;<\/p>\n<h2>Was sind die gro\u00dfen Kostenfaktoren der Pflegeversicherung?<\/h2>\n<p>Gr\u00f6\u00dfter Kostenfaktor ist die Zunahme bei den Leistungsempf\u00e4ngern durch die Reform von 2017. &quot;Seit Einf\u00fchrung des neuen Pflegebed\u00fcrftigkeitsbegriffs hat sich die Zahl der Anspruchsberechtigten verdoppelt und liegt mit \u00fcber sechs Millionen Menschen weit h\u00f6her, als damals prognostiziert wurde&quot;, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken im Interview mit der &quot;Rheinischen Post&quot;. Danach brachte sie ein Beispiel: &quot;Es werden mittlerweile auch Personengruppen erfasst, von denen das damals niemand gedacht hat, etwa viele Kinder und Jugendliche mit ADHS.&quot;<\/p>\n<p>Der Satz l\u00f6ste einen Aufschrei aus. Linksfraktionschef S\u00f6ren Pellmann warf Warken vor, Kinder &quot;als S\u00fcndenb\u00f6cke&quot; dastehen zu lassen. &quot;Ausgerechnet ihnen eine Mitverantwortung f\u00fcr das Defizit zu geben, ist an Sch\u00e4bigkeit nur schwer zu \u00fcberbieten.&quot; Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, nannte Warkens \u00c4u\u00dferung &quot;Volksverdummung&quot;.<\/p>\n<p>Den Verweis auf die Kinder und Jugendlichen mit ADHS hat sich Warken aber nicht ausgedacht. Von den gut sechs Millionen Leistungsempf\u00e4ngern, die das Bundesgesundheitsministerium f\u00fcr Ende 2025 ausweist, sind knapp 350.000 unter 15 Jahre alt &#8211; immerhin 5,8 Prozent. Weitere 100.000 &#8211; also 1,7 Prozent &#8211; sind zwischen 15 und 20. In seinem Report Pflegebed\u00fcrftigkeit aus dem vergangenen Jahr schreibt der Medizinische Dienst, h\u00e4ufigste Diagnose bei antragstellenden Kindern und Jugendlichen seien 2024 mit 21 Prozent &quot;hyperkinetische St\u00f6rungen&quot; wie ADHS gewesen. Fast alle Kinder und Jugendlichen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, leben zu Hause.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Warum-die-Sozialversicherungsbeitraege-auf-Rekordniveau-steigen-id30083958.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"26-05-2008-Berlin-Deutschland-Aerzte-waehrend-einer-Herzoperation-im-Deutschen-Herzzentrum-im-Virchow-Klinikum-Aerzte-Arbeit-arbeiten-Berlin-Beruf-Chirurgie-chirurgische-Kleidung-deutsch-Deutsches-Herzzentrum-Deutsches-Herzzentrum-Berlin-Deutschland-DHZB-Durchsicht-Eingriff-Europa-Fenster-Gesundheitssystem-Gesundheitswesen-Guckloch-Haube-Herz-Herzoperation-Herzspezialisten-innen-Innenaufnahme-Klinik-Krankenhaus-Medizin-Mediziner-medizinisch-Menschen-Mundschutz-OP-OP-6-OP-Saal-OP-Team-Operation-Operationssaal-operieren-Schild-steril-Team-Technologie-Tuer-Virchow-Klinikum-QF-Aerzte-Tuer-0PA080526D012CARO\"\/>Trotz gesunkenem RentenbeitragWarum die Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge auf Rekordniveau steigen<\/a><\/p>\n<p>Unter Berufung auf diese Zahlen warnt der GKV-Spitzenverband vor einer Explosion der Kosten: &quot;Verglichen mit den \u00e4lteren Erwachsenen ist die Zahl von Versicherten unter 18 Jahren, die j\u00e4hrlich neu pflegebed\u00fcrftig werden, zwar klein, unter der Perspektive einer m\u00f6glicherweise sehr langen Verweildauer stellt sie jedoch einen relevanten Einflussfaktor auf die zuk\u00fcnftige Entwicklung der Pflegepr\u00e4valenz und der Leistungsausgaben der Pflegeversicherung dar.&quot;<\/p>\n<p>Weitere Kostentreiber sind die versicherungsfremden Leistungen, die von der Pflegeversicherung erbracht werden m\u00fcssen. So hat Brysch v\u00f6llig recht, wenn er der Bundesregierung vorwirft, die Finanzkrise der Pflegeversicherung noch zu versch\u00e4rfen: Aus dem Topf der Pflegekassen werden etwa Rentenversicherungsleistungen f\u00fcr viele pflegende Angeh\u00f6rige bezahlt, damit sie f\u00fcr ihre unbezahlte Pflegearbeit Anspr\u00fcche in der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben. Viele Experten und Verb\u00e4nde argumentieren, dass die \u00dcbernahme dieser Kosten Aufgabe des Bundes sein sollte.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem fordern die Krankenkassen Milliarden aus der Zeit der Corona-Krise zur\u00fcck: Damals hatte der Bund den Pflegeversicherungen Aufgaben zugewiesen, die nicht zu ihrem Kerngesch\u00e4ft geh\u00f6ren. Ein Gutachten der Krankenkasse DAK kam 2024 zu dem Schluss, dass der Bund den Pflegekassen Pandemie-Mehrkosten in H\u00f6he von mehr als f\u00fcnf Milliarden Euro zur\u00fcckzahlen m\u00fcsse. Passiert ist das nicht. W\u00fcrden die Corona-Kosten erstattet und die Rentenversicherungsleistungen aus Steuermitteln gezahlt, w\u00fcrde dies &quot;die Pflegeversicherung sofort um neun Milliarden Euro entlasten&quot;, rechnet Brysch vor.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Heimbetreiber-in-Problemen-Bewohner-mehrerer-Haeuser-ziehen-aus-id30677875.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Nahaufnahme-einer-ueber-90-Jahre-alten-Seniorin-mit-ihrem-Rollator-im-Seniorenheim-Detailaufnahme-der-faltigen-Haende-mit-Altersflecken-und-dem-Griff-der-Gehhilfe-Koeln-Nordrhein-Westfalen-Deutschland-Modellfreigabe-vorhanden\"\/>Geh\u00e4lter wohl nicht bezahltHeimbetreiber in Problemen &#8211; Bewohner mehrerer H\u00e4user ziehen aus<\/a><\/p>\n<h2>Was ist mit der Pflege im Heim?<\/h2>\n<p>Die weitaus meisten Leistungsempf\u00e4nger werden zu Hause von Angeh\u00f6rigen gepflegt. Die Zahl der Menschen in vollstation\u00e4rer Versorgung w\u00e4chst zwar, aber nur leicht &#8211; anteilig geht er deutlich zur\u00fcck. Im vergangenen Jahr befanden sich etwa 14 Prozent der Leistungsempf\u00e4nger in der station\u00e4ren Pflege. Auf sie entfielen 33 Prozent der Ausgaben. Zehn Jahre zuvor war es noch mehr als H\u00e4lfte der Ausgaben, bei einem Verh\u00e4ltnis von zwei ambulanten und einem station\u00e4ren Pflegefall. <\/p>\n<p>Zugleich steigt der durchschnittliche Eigenanteil pro Monat f\u00fcr die station\u00e4re Pflege immer weiter an. 2020 lag er bei rund 2100 Euro. Aktuell sind es mehr als 3200 Euro. Sehr viele Heimbewohner k\u00f6nnen diese Kosten nicht aufbringen. &quot;Bei den station\u00e4r Pflegebed\u00fcrftigen haben wir inzwischen eine Sozialhilfequote von 40 Prozent, Tendenz stark steigend&quot;, sagt der Gesundheits\u00f6konom Stefan Gre\u00df von der Hochschule Fulda im Gespr\u00e4ch mit ntv.de. &quot;Ich halte das f\u00fcr eine extrem bedenkliche Entwicklung. Damit wird ein ganzer Sozialversicherungszweig sukzessive delegitimiert.&quot;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Wo-ein-Platz-im-Pflegeheim-am-meisten-kostet-IW-Studie-enthuellt-grosse-regionale-Unterschiede-bei-privaten-Zuzahlungen-id30030990.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Eine-Plegekraft-hilft-Bewohnern-durch-die-Gaenge-eines-Pflegeheims-Die-Kosten-fuer-einen-Platz-im-Heim-sind-in-den-letzten-Jahren-stark-gestiegen\"\/>Zuzahlungen von \u00fcber 3500 EuroWo ein Platz im Pflegeheim am meisten kostet<\/a><\/p>\n<h2>Was plant die Bundesregierung?<\/h2>\n<p>In ihrem Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, die &quot;strukturellen langfristigen Herausforderungen&quot; mit &quot;einer gro\u00dfen Pflegereform&quot; anzugehen. In einem ersten Schritt sollte eine Bund-L\u00e4nder-Arbeitsgruppe die Grundlage der Reform erarbeiten.<\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser Arbeitsgruppe wurde Ende 2025 vorgelegt, fiel allerdings nicht zur allgemeinen Zufriedenheit aus. Besonders der erste Punkt des Papiers wurde als ungen\u00fcgend kritisiert: Durch verst\u00e4rkte Pr\u00e4vention sollte Pflegebed\u00fcrftigkeit vermieden, abgemildert oder hinausgez\u00f6gert werden. &quot;Mehr Pr\u00e4vention und die Zusammenfassung von Leistungen zu Budgets sind fachlich sinnvolle Ans\u00e4tze, werden die Pflegeversicherung aber nicht retten&quot;, kommentierte die Arbeiterwohlfahrt.<\/p>\n<p>Umso h\u00f6her sind die Erwartungen an den Gesetzentwurf, den Gesundheitsministerin Nina Warken eigentlich &quot;bis sp\u00e4testens Mitte Mai&quot; vorlegen wollte, wie sie im April sagte. Doch das Pflegeneuordnungsgesetz ist nicht einmal in der Ressortabstimmung. Wegen der Verz\u00f6gerungen d\u00fcrfte es den Bundestag vor der Sommerpause nicht mehr erreichen. &quot;Der Handlungsbedarf ist riesig&quot;, sagt Stefan Gre\u00df. &quot;Insofern sollte die Bundesregierung da Gas geben.&quot;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Warken-plant-hoehere-Pflegebeitraege-fuer-Kinderlose-id30856715.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Berlin-Deutschland-Deutscher-Bundestag-77\"\/>Milliardendefizit ausgleichenWarken plant h\u00f6here Pflegebeitr\u00e4ge f\u00fcr Kinderlose<\/a><\/p>\n<p>M\u00f6gliche Punkte aus dem geplanten Gesetz wurden bereits bekannt. So berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland, Warken pr\u00fcfe, den Beitragszuschlag f\u00fcr Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf 0,7 Prozent anzuheben. Laut &quot;Handelsblatt&quot; k\u00f6nnte dies rund eine Milliarde Euro pro Jahr bringen. Ein kinderloser Durchschnittsverdiener w\u00fcrde demnach um 13 Euro monatlich st\u00e4rker belastet.<\/p>\n<p>Ebenfalls im Gespr\u00e4ch ist, die Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Eigenanteile von Heimbewohnern zu strecken. Diese Zusch\u00fcsse sind gestaffelt: Je l\u00e4nger eine Person im Heim gepflegt wird, desto h\u00f6her ist der Zuschuss zum Eigenanteil. Bei bis zu 12 Monaten Heimaufenthalt gibt es einen Zuschuss in H\u00f6he von 15 Prozent der Pflegekosten, bei mehr als 12 Monaten sind es 30 Prozent, bei mehr als 24 Monaten 50 Prozent und bei mehr als 36 Monaten 75 Prozent. Aufregung gab es nach Berichten, Warken wolle diese Staffelung langsamer anwachsen lassen. Den vollen Zuschuss w\u00fcrde es dann erst nach 54 Monaten geben. &quot;Das ist nat\u00fcrlich eine M\u00f6glichkeit, die Kosten f\u00fcr die Pflegeversicherung zu begrenzen. Aber das w\u00fcrde automatisch zu h\u00f6heren Eigenanteilen f\u00fchren und damit zu noch h\u00f6heren Sozialhilfequoten&quot;, so Gre\u00df.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/CDU-Politiker-will-fuer-Pflegekosten-das-Eigenheim-heranziehen-id30865273.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Ein-Neubauprojekt-mit-Baukran-entsteht-am-Dorfrand-inmitten-gruener-Landschaft-Das-Bild-zeigt-moderne-Entwicklung-Wohnraum-auf-dem-Land-und-die-Verbindung-von-laendlichem-Leben-und-Bauwirtschaft\"\/>Statt &quot;Erbenschutzprogramm&quot; CDU-Politiker will f\u00fcr Pflegekosten das Eigenheim heranziehen<\/a><\/p>\n<p>Nicht weniger umstritten ist die Idee, st\u00e4rker auf das Verm\u00f6gen der Leistungsbezieher zuzugreifen. &quot;Ein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit kann es nicht geben&quot;, sagte Unionsfraktionsvize Albert Stegemann der &quot;Bild&quot;-Zeitung. &quot;Wer Verm\u00f6gen besitzt, muss zun\u00e4chst eigenes Verm\u00f6gen einsetzen, auch das Eigenheim, bevor die Gemeinschaft zahlt.&quot; Bislang ist die eigene Immobilie gesch\u00fctzt, wenn man selbst, der Ehepartner oder minderj\u00e4hrige Kinder darin leben.<\/p>\n<p>Die SPD lehnt dies ab: &quot;Wer fordert, selbstgenutztes Wohneigentum oder private R\u00fccklagen k\u00fcnftig st\u00e4rker zur Finanzierung von Pflege heranzuziehen, muss den Menschen ehrlich sagen, was das konkret bedeutet&quot;, sagte SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis den Funke-Zeitungen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich soll es, analog zur gesetzlichen Krankenversicherung, eine Einschr\u00e4nkung der kostenlosen Familienversicherung geben. Dies betrifft allerdings, wie bei der Krankenversicherung, nur erwachsene Ehepartner. F\u00fcr Kinder, bestimmte Eltern und pflegende Angeh\u00f6rige soll die kostenlose Familienversicherung bestehen bleiben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Experte-haelt-Pflegesystem-fuer-Monster-das-nicht-reformierbar-ist-id30857700.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"23-01\"\/>Reform der PflegeversicherungExperte h\u00e4lt Pflegesystem f\u00fcr &quot;Monster, das nicht reformierbar ist&quot;<\/a><\/p>\n<h2>Welche Rolle spielen die Pflegegrade?<\/h2>\n<p>Als wahrscheinlich gilt zudem, dass es schwieriger wird, als pflegebed\u00fcrftig anerkannt zu werden. Die f\u00fcnf Pflegegrade werden immer wieder kritisiert, weil ihre Ausweitung auf f\u00fcnf Abstufungen f\u00fcr die Ausweitung des Pflegebegriffs steht. Der Geriatrie-Professor Clemens Becker sagte der &quot;S\u00fcddeutschen Zeitung&quot;, Hilfen wie beim Einkaufen oder im Haushalt seien wichtig. &quot;Trotzdem bleibt die Frage, ob sich die Gesellschaft das wirklich leisten kann, daf\u00fcr Geld aus der Pflegeversicherung zu verteilen. Diese Mittel m\u00fcssen schlie\u00dflich von den Berufst\u00e4tigen erwirtschaftet werden.&quot;<\/p>\n<p>Im Interview mit der &quot;Rheinischen Post&quot; sagte Warken, Pflegegrade w\u00fcrden nicht gestrichen. &quot;Wir werden aber bei der Einstufung in die Pflegegrade 1 bis 3 auf die wissenschaftliche Empfehlung zur\u00fcckgehen m\u00fcssen, die vor deren Einf\u00fchrung erarbeitet wurden. Damals wurde davon abgewichen, man hat die Anspruchsvoraussetzungen deutlich niedriger gesetzt und hat die Leistungen komfortabler gestaltet f\u00fcr die Betroffenen. Dies k\u00f6nnen wir uns heute, zehn Jahre sp\u00e4ter, aber schlichtweg nicht mehr leisten.&quot;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Pension-vs-Rente-So-gross-sind-die-Unterschiede-wirklich-id30845360.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Rente Pension\"\/>ntv vergleicht SystemePension vs. Rente: So gro\u00df sind die Unterschiede wirklich<\/a><\/p>\n<h2>Und die Beamten?<\/h2>\n<p>SPD, Gr\u00fcne und Linke fordern schon lange eine &quot;B\u00fcrgerversicherung&quot;, die Beamte, Selbstst\u00e4ndige und Gutverdiener in die Kranken- und Pflegeversicherung einbezieht. CDU und CSU str\u00e4uben sich dagegen. Allerdings gab es jetzt auch Stimmen aus der Union, bei der Pflegeversicherung eine Ausnahme zu machen: &quot;Um die Einnahmenseite der Pflegeversicherung zu st\u00e4rken, gilt es die Verantwortungsgemeinschaft um die Privatversicherten und Beamten zu erweitern&quot;, sagte CSU-Gesundheitsexpertin Emmi Zeulner der &quot;Augsburger Allgemeinen&quot;.<\/p>\n<p>Das m\u00fcsste nicht zwingend auf eine B\u00fcrgerversicherung hinauslaufen, erl\u00e4utert Stefan Gre\u00df. &quot;Es w\u00e4re auch m\u00f6glich, eine Art Risikoausgleich zwischen der privaten Pflegeversicherung und der sozialen Pflegeversicherung durchzuf\u00fchren.&quot; Schlie\u00dflich gebe es in beiden Versicherungen gleiche Leistungen, aber &quot;unterschiedliche Risikopools&quot;; auch infolge der Einkommensstruktur ist das Risiko f\u00fcr Privatversicherte geringer, pflegebed\u00fcrftig zu werden. &quot;Konkret hei\u00dft das: Die privat Versicherten zahlen f\u00fcr die identische Leistung ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte an Beitr\u00e4gen. Das ist v\u00f6llig ungerechtfertigt.&quot; Je nach Ausgestaltung w\u00fcrde ein Ausgleich j\u00e4hrlich drei bis f\u00fcnf Milliarden Euro bringen, so Gre\u00df.<\/p>\n<p>Sicher ist: Um eine Ausweitung der Leistungen wird es bei der anstehenden Pflegereform nicht gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik &quot;Extrem bedenkliche Entwicklung&quot;Die Kosten explodieren: Bei der Pflege brennt wirklich die H\u00fctte 31.05.2026, 13:06 Uhr Von Hubertus VolmerArtikel anh\u00f6ren(16:10 min)00:00 \/ 16:10 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Bundesgesundheitsministerin<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-32154","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32154","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32154"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32154\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32154"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32154"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32154"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}