{"id":3214,"date":"2020-10-15T21:36:55","date_gmt":"2020-10-15T18:36:55","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/neue-corona-masnahmen-reichen-die-beschlusse-um-die-pandemie-einzudammen\/"},"modified":"2020-10-15T21:36:55","modified_gmt":"2020-10-15T18:36:55","slug":"neue-corona-masnahmen-reichen-die-beschlusse-um-die-pandemie-einzudammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/neue-corona-masnahmen-reichen-die-beschlusse-um-die-pandemie-einzudammen\/","title":{"rendered":"Neue Corona-Ma\u00dfnahmen: Reichen die Beschl\u00fcsse, um die Pandemie einzud\u00e4mmen?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/d3b92e39-bf58-4e02-ae01-ead195ea5f19_w948_r1.77_fpx41_fpy56.jpg\" title=\"Der Corona-Herbst ist da - und er ist heftig: &quot;Wir haben die Chance vertan, eine zweite Welle zu verhindern&quot;\" alt=\"Der Corona-Herbst ist da - und er ist heftig: &quot;Wir haben die Chance vertan, eine zweite Welle zu verhindern&quot;\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Der Corona-Herbst ist da &#8211; und er ist heftig: &quot;Wir haben die Chance vertan, eine zweite Welle zu verhindern&quot;<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Gregor Fischer \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>So viel wie n\u00f6tig &#8211; aber so wenig wie m\u00f6glich: Innerhalb dieser Parameter ringen Bund und L\u00e4nder, Stadt und Land, Politik und Gesellschaft seit Monaten um das richtige Ma\u00df an Kontaktbeschr\u00e4nkungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Denn auch wenn sich im Laufe der Pandemie vieles, was man \u00fcber das Virus zu wissen glaubte, ver\u00e4ndert hat, eine Konstante ist geblieben: Das wirksamste Mittel, um die Fallzahlen zu bremsen, bleibt das Herunterfahren von Begegnungen aller Art. Doch weil darunter Menschen und Wirtschaft gleicherma\u00dfen stark leiden, m\u00fcssen die Ma\u00dfnahmen immer wieder aufs Neue austariert werden.<\/p>\n<p>Einen neuen Anlauf haben die Ministerpr\u00e4sidenten und die Kanzlerin am Mittwoch in Berlin unternommen. Doch sind die am sp\u00e4ten Abend getroffenen Einigungen nun zu strikt oder zu lasch?<\/p>\n<p>Im Kern haben sich die Beteiligten auf eine Art Ampelsystem geeinigt, ohne es so zu nennen. Sp\u00e4testens<strong> bei 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner <\/strong>sollen die betroffenen Landkreise weitere Beschr\u00e4nkungen beschlie\u00dfen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Feiern zu Hause maximal noch mit 15 Personen<\/strong>, im \u00f6ffentlichen Raum liegt die Zahl bei maximal 25.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Erg\u00e4nzende Maskenpflicht<\/strong> im \u00f6ffentlichen Raum, \u00fcberall dort, wo Menschen eng zusammenkommen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Sperrstunde<\/strong> in der Gastronomie, eine genaue Uhrzeit ist nicht vorgeschrieben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Zahl der <strong>Teilnehmer bei Veranstaltungen soll weiter begrenzt<\/strong> werden.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sp\u00e4testens bei <strong>50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner <\/strong>sollen die Ma\u00dfnahmen dann weiter versch\u00e4rft werden:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Gefeiert werden darf maximal noch mit zehn Personen<\/strong>. Wenn die Party zu Hause steigt, d\u00fcrfen die Teilnehmer zudem nur aus zwei Haushalten kommen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Vorgesehen ist eine <strong>generelle Kontaktbeschr\u00e4nkung<\/strong> im \u00f6ffentlichen Raum auf maximal zehn Personen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>\u00d6ffentliche Veranstaltungen sollen <strong>maximal mit 100 Teilnehmern<\/strong> stattfinden. Es sei denn, es liegt ein Hygienekonzept vor.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Gastronomien sollen <strong>um 23 Uhr schlie\u00dfen.<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die <strong>Maskenpflicht soll erweitert<\/strong> werden. Was genau das bedeutet, geht aus dem Beschluss nicht hervor.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Kommt der Anstieg der <strong>Infektionszahlen nicht binnen zehn Tagen zum Stillstand<\/strong> &#8211; und das ist der entscheidende Punkt \u2013 sollen sich in den betroffenen Regionen nur noch f\u00fcnf Personen aus zwei Haushalten im \u00f6ffentlichen Raum treffen d\u00fcrfen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&quot;Wir haben die Chance vertan, eine zweite Welle zu verhindern&quot;, sagt Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut f\u00fcr Dynamik und Selbstorganisation dem SPIEGEL. Sie geh\u00f6rt zu einem bundesweiten Team von Modellierungsexperten der Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaften. Ihre Modelle zeigen, wie sich die Pandemie wahrscheinlich entwickeln wird. Noch bestehe die realistische Chance, die Ausbreitung in den kommenden ein bis zwei Wochen unter Kontrolle zu bekommen. Daf\u00fcr komme es jetzt auf das Verhalten jedes Einzelnen an.<\/p>\n<h3>Alle Kontakte m\u00fcssen um die H\u00e4lfte reduziert werden<\/h3>\n<p>Laut den Modellrechnungen von Priesemann und ihren Kollegen m\u00fcsste die Wahrscheinlichkeit, jemanden anzustecken, um ein Drittel bis zur H\u00e4lfte sinken. &quot;Das hei\u00dft, im Schnitt m\u00fcsste jeder seine Kontakte etwa um die H\u00e4lfte bis ein Drittel reduzieren&quot;, sagt die Expertin. <\/p>\n<p>&quot;Je fr\u00fcher wir reagieren&quot;, sagt Priesemann, &quot;umso leichter l\u00e4sst sich das Virus eind\u00e4mmen.&quot; Haben die Fallzahlen erst ein hohes Niveau erreicht, werde das ungleich schwieriger. &quot;Man kann sich das wie bei einem Hausbrand vorstellen&quot;, so die Physikerin, &quot;ist die Flamme klein, muss man sich kurz anstrengen, um den Brand mit einem Eimer Wasser zu l\u00f6schen. Brennt die ganze Wohnung, muss die Feuerwehr anr\u00fccken.&quot;<\/p>\n<p>Dass das Haus schon jetzt teilweise in Flammen steht, sieht offenbar auch die Bundeskanzlerin so. &quot;Ich bin nicht zufrieden&quot;, soll Angela Merkel w\u00e4hrend der Konferenz mit den Ministerpr\u00e4sidenten laut Teilnehmern gesagt haben. Wenn es nach der Kanzlerin gegangen w\u00e4re, h\u00e4tten sich die Bundesl\u00e4nder wohl auf sch\u00e4rfere Ma\u00dfnahmen geeinigt. Auch wenn die Kanzlerin sp\u00e4ter bei der offiziellen Vorstellung der Verhandlungen verlauten lie\u00df, sie f\u00e4nde die Beschl\u00fcsse &quot;ausdr\u00fccklich sehr gut&quot;. Die Bundesrepublik befinde sich hinsichtlich der Infektionszahlen in einer Phase des exponentiellen Wachstums. Dieser Anstieg m\u00fcsse gestoppt werden, so Merkel. &quot;Sonst wird das kein gutes Ende nehmen.&quot;<\/p>\n<h3>Am Donnerstag wurden so viele Infektionen gemeldet wie noch nie zuvor<\/h3>\n<p>Am fr\u00fchen Donnerstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut 6638 Neuinfektionen &#8211; so viele wie noch nie an einem Tag. Inzwischen wird jedoch auch deutlich mehr getestet, Krankenh\u00e4user und Pflegeheime sind besser auf die Pandemie vorbereitet und erfahrungsgem\u00e4\u00df schwanken die Zahlen im Laufe der Woche wegen der Meldeverz\u00f6gerungen in den Gesundheits\u00e4mtern.<\/p>\n<p>Allerdings steigt auch der Anteil der positiven Tests, ein Indiz, dass sich die Pandemie weiter ausbreitet. Die Entwicklung zeigt sich bereits in anderen L\u00e4ndern. (Mehr dazu lesen Sie hier.)<\/p>\n<p>Etwa bis Mitte September verbreitete sich das Virus vor allem unter J\u00fcngeren. &quot;Seitdem sind nun auch wieder \u00c4ltere betroffen, f\u00fcr mich ein sicheres Indiz, dass die Pandemie au\u00dfer Kontrolle geraten ist&quot;, sagt Priesemann. Gerade \u00dcbertr\u00e4ger, die nichts von ihrer Infektion wissen, k\u00f6nnten das Virus unbeabsichtigt in Pflegeheime und Krankenh\u00e4user tragen. Die Modellierer gehen davon aus, dass die Zahl der Todesf\u00e4lle in den kommenden Wochen ansteigen wird. Die Entwicklung zeichnet sich bereits ab.<\/p>\n<h3>Viel gef\u00e4hrlicher sind unentdeckte F\u00e4lle<\/h3>\n<p>In der jetzigen Phase seien die bereits entdeckten F\u00e4lle nicht einmal das gr\u00f6\u00dfte Problem, argumentiert Priesemann. &quot;Die allermeisten isolieren sich, wenn sie wissen, dass sie infiziert sind.&quot; Das Problem sind diejenigen, die noch nichts von ihrer Infektion ahnen &#8211; weil sie keine Symptome haben oder noch nicht getestet wurden. &quot;Sie wissen also nicht, dass sie das Virus weitergeben k\u00f6nnen&quot;, sagt sie. Deshalb sei die Kontaktnachverfolgung so wichtig.<\/p>\n<p>Laut Berechnungen des Forschungsteams um Priesemann lassen sich Infektionsketten selbst dann noch stoppen, wenn jeder unbemerkt Infizierte das Virus an zwei Menschen weitergibt &#8211; wenn konsequente Kontaktverfolgung eine weitere Ausbreitung verhindert. So lie\u00dfe sich die Reproduktionszahl &#8211; gerechnet auf alle Infizierten &#8211; dauerhaft auf unter 1 dr\u00fccken. Damit das gelingt, m\u00fcssten laut den Forschern:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Menschen bei Verdacht auf eine Infektion <strong>z\u00fcgig ihre Kontakte reduzieren,<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen konsequent eingehalten<\/strong> werden und<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Kontaktpersonen schnell identifiziert <\/strong>und vorsorglich in Quarant\u00e4ne gehen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcssten die Gesundheits\u00e4mter in der Lage sein, etwa zwei Drittel der Kontakte jedes Infizierten nachzuverfolgen, vor allem in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz. Wenn die Kontaktnachverfolgung zusammenbricht, steigt die Zahl unentdeckter \u00dcbertr\u00e4ger. Es folgt ein sich selbst verst\u00e4rkender Effekt, die Fallzahlen steigen an. Ein Kipppunkt ist erreicht.<\/p>\n<p>Bei welcher Zahl t\u00e4glicher Neuinfektionen diese Grenze genau liegt, k\u00f6nnen die Rechnungen nicht bestimmen. Das h\u00e4nge auch stark davon ab, wie viele Kontaktpersonen jeder positiv Getestete habe. Laut den Forschern ist es jedoch ratsam, einen Sicherheitsabstand zur Kapazit\u00e4tsgrenze der Gesundheits\u00e4mter einzuhalten. Politiker bundesweit behelfen sich derzeit mit einer Grenze von 35 beziehungsweise 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Ob diese ausreicht, muss sich zeigen.<\/p>\n<p>Immerhin beruhigend ist die Situation in den deutschen Krankenh\u00e4usern, dort ist die Lage noch immer entspannt. Dass sich das schnell \u00e4ndern kann, zeigt ein Blick in die Niederlande. Dort mussten Notaufnahmen bereits zeitweilig schlie\u00dfen, weil alle Betten belegt waren oder es an Personal mangelte.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Der Corona-Herbst ist da &#8211; und er ist heftig: &quot;Wir haben die Chance vertan, eine zweite Welle zu verhindern&quot; Foto:\u2002Gregor Fischer \/ dpa So viel wie n\u00f6tig &#8211;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3215,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3214","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3214"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3214\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3215"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3214"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3214"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}