{"id":32098,"date":"2026-05-23T00:25:53","date_gmt":"2026-05-22T21:25:53","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/will-der-kreml-verhandeln-putin-muss-sehen-er-kann-nicht-gewinnen\/"},"modified":"2026-05-23T00:25:53","modified_gmt":"2026-05-22T21:25:53","slug":"will-der-kreml-verhandeln-putin-muss-sehen-er-kann-nicht-gewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/will-der-kreml-verhandeln-putin-muss-sehen-er-kann-nicht-gewinnen\/","title":{"rendered":"Will der Kreml verhandeln?: &#8220;Putin muss sehen: Er kann nicht gewinnen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Will der Kreml verhandeln?&quot;Putin muss sehen: Er kann nicht gewinnen&quot;<\/h2>\n<p>22.05.2026, 18:47 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Interview: Frauke Niemeyer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:52 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/05\/TTSART_30850348_20260522184812-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:52<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30850756\/1779472558\/Img_16_9\/1024\/SAINT-PETERSBURG-RUSSIA-JANUARY-18-RUSSIA-OUT-Russian-President-Vladimir-Putin-speaks-as-he-meets-with-workers-at-the-Obukhov-State-Plant-January-18-2023-in-Saint-Petersburg-Russia.webp\" alt=\"SAINT-PETERSBURG-RUSSIA-JANUARY-18-RUSSIA-OUT-Russian-President-Vladimir-Putin-speaks-as-he-meets-with-workers-at-the-Obukhov-State-Plant-January-18-2023-in-Saint-Petersburg-Russia\"\/><figcaption>Noch scheint der russische Pr\u00e4sident \u00fcberzeugt, er k\u00f6nne die Ukraine milit\u00e4risch besiegen. (Foto: Getty Images)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gebietsr\u00fcckgewinne, erfolgreiche Angriffe auf russisches Gebiet, neu entwickelte Waffen &#8211; von einem &quot;zweiten ukrainischen Wunder&quot; ist die Rede. K\u00f6nnte das ein Momentum f\u00fcr Verhandlungen sein? Putin brauche mehr Druck, sagt Experte Stefan Meister ntv.de.   <\/p>\n<p>ntv.de: Herr Meister, derzeit wird vielfach von den Erfolgen der Ukraine berichtet &#8211; auf dem Schlachtfeld und auch mit Drohnen gegen russische Infrastruktur. Es hie\u00df ja oft: Die Ukraine muss in eine gute Verhandlungsposition kommen, damit Wladimir Putin kompromissbereit wird. Ist diese Position jetzt erreicht? <\/p>\n<p>Stefan Meister: Wir erleben das immer in Wellen. Erst wird die Ukraine runtergeredet, dann wird sie wieder hochgeredet, die n\u00e4chste Welle f\u00fchrt wieder in die Gegenrichtung. Soldaten an der Front klagen weiter \u00fcber massiven Personalmangel, den sie gerade so mit Drohnen ausgleichen. Man schafft keine gro\u00dfen Gebietsgewinne, sondern die Frontlinie stagniert. Mit den Mittelstrecken- und Langstreckendrohnen gegen russische Infrastruktur treffen die Ukrainer Russland nat\u00fcrlich h\u00e4rter als zuvor. Wir wissen aber auch, dass es den Kreml nicht interessiert, wie viele Russen bei Angriffen auf ihrem Territorium sterben. Wenn Putin sich wirklich bewegen soll, muss der Druck erh\u00f6ht werden. Wenn wir es nicht schaffen, den Druck zu erh\u00f6hen, wird Moskau nicht bereit sein, Kompromisse zu machen. Die aktuellen Erfolge der Ukrainer schaffen m\u00f6glicherweise ein Momentum. Aber ich w\u00fcrde dieses Momentum &#8211; auch milit\u00e4risch &#8211; nicht \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Zu diesem m\u00f6glichen Momentum geh\u00f6ren ja auch die Aussagen des russischen Pr\u00e4sidenten vom 9. Mai: Er sei bereit zu direkten Verhandlungen mit Selenskyj, aber nur in Moskau. Und er schlug Gaslobbyist Gerhard Schr\u00f6der als Vermittler vor. Muss man nicht jede Gelegenheit nutzen, die geringste Chance, den Krieg zu beenden? <\/p>\n<p>Ich erkenne \u00fcberhaupt kein Entgegenkommen bei Putin. Er k\u00f6nnte jederzeit eine Waffenpause machen, um zu verhandeln. Das Gegenteil ist der Fall: Die russischen Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine nehmen an Intensit\u00e4t und Brutalit\u00e4t zu. Gerhard Schr\u00f6der vorzuschlagen, sehe ich als Teil einer Informationskampagne. Ihre Frage ist der beste Beweis. Der Kreml versucht damit, unseren Diskurs zu beeinflussen, denn das Thema Schr\u00f6der heizt nat\u00fcrlich die Debatte in Europa auf. Russland will Deutschland spalten und Europa spalten, darum geht es dabei. <\/p>\n<p>Also nur Fake? <\/p>\n<p>Putin macht kein Angebot, er zeigt keinerlei Entgegenkommen in irgendeinem Punkt. Die Ukraine hat sich in der Vergangenheit schon in Teilen bewegt &#8211; beim Thema Nato-Beitritt, mit Blick auf Gebietsabtretungen. Putin bewegt sich kein St\u00fcck, sondern macht eine vage Aussage, dass dieser Krieg bald endet. Das ist f\u00fcr mich kein Zeichen von Verhandlungsbereitschaft oder dem Willen, einen Waffenstillstand zu erm\u00f6glichen und Kompromisse zu finden. <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Meister\"\/><figcaption>Stefan Meister leitet das Zentrum f\u00fcr Ordnung und Regieren in Osteuropa, Russland und Zentralasien bei der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik. (Foto: Stefan Meister\/DGAP)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was w\u00e4ren denn Zeichen f\u00fcr echte Verhandlungsbereitschaft? M\u00fcsste Putin dann aus Ihrer Sicht schon mit einem konkreten Angebot kommen? <\/p>\n<p>Das w\u00fcrde ich erwarten. Es gab ja Verhandlungen zwischen Russland, den USA und der Ukraine, in denen bestimmte Fragen diskutiert wurden. Putin ist in allen Punkten bei seinen Maximalforderungen geblieben. Solange sich da nichts bewegt, macht es keinen Sinn zu diskutieren. Es br\u00e4uchte irgendetwas Neues aus Moskau, eine Ver\u00e4nderung, das w\u00e4re f\u00fcr mich der Beweis, dass der Kreml wirklich unter Druck steht.<\/p>\n<p>Die Einbeziehung von Schr\u00f6der l\u00e4sst manche hoffen, dass endlich auch Europa eine Rolle spielen k\u00f6nnte. Zurecht? Wichtig w\u00e4re das, schlie\u00dflich w\u00fcrden europ\u00e4ische Staaten einen Waffenstillstand \u00fcberwachen. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Europ\u00e4er mit am Tisch sitzen, aber das ist ein anderes Thema. Wenn Europa eine Rolle spielen will, muss es von sich aus dringend auf den Tisch legen, wozu es bereit ist. Welche Sicherheitsgarantien kann man geben, um einen Waffenstillstand, um Frieden zu sichern? Wie geht es mit dem EU Beitritt weiter? Welche Territorien sind unverzichtbar f\u00fcr die Ukraine? Wie kann sie entsch\u00e4digt werden durch Russland? Welche Sanktionen gegen Russland k\u00f6nnten stufenweise abgeschafft werden, sollte es tats\u00e4chlich Bewegung geben? Einen Vorschlag \u00fcber diese Punkte m\u00fcssten die Europ\u00e4er &#8211; mit Kiew eng abgestimmt &#8211; machen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Nackte-Verzweiflung-treibt-Ukrainer-zu-Waffenbau-id30832172.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Joachim Weber Ukraine\"\/>Experte Weber zur Kriegslage&quot;Nackte Verzweiflung treibt Ukrainer&quot; zu Waffenbau<\/a><\/p>\n<p>Warum ist das nicht l\u00e4ngst passiert? <\/p>\n<p>Die Europ\u00e4er k\u00f6nnen sich auf nichts einigen, es gibt keine gemeinsame Position im Umgang mit Russland und bei vielen L\u00e4ndern fehlt die Bereitschaft, sich mehr zu engagieren. Das hat auch etwas mit der unterschiedlichen Sicherheitsperzeption in Europa zu tun.<\/p>\n<p>Stattdessen diskutiert man, ob Schr\u00f6der mit Putin reden sollte? <\/p>\n<p>Parallel gibt es dann noch Initiativen von Macron und andere Ideen, aber was es nicht gibt: einen europ\u00e4ischen Vorschlag, den man nimmt und sagt: Damit gehen wir jetzt rein in Verhandlungen, das ist unser Angebot an Putin und das ist auch unser Druckmittel. Denn dieses Angebot bildet auch ab, wie wir milit\u00e4risch die Ukraine dauerhaft st\u00e4rken k\u00f6nnen, es geht auch um Abschreckung. Das w\u00e4re sinnvoll, denn neben den Ukrainern zahlen die Europ\u00e4er am Ende den Preis f\u00fcr das, was die Amerikaner m\u00f6glicherweise mit den Russen vereinbaren. Wir werden diejenigen sein, die alles ausbaden m\u00fcssen. Und die Ukrainer nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Sie erw\u00e4hnten eben schon Sanktionen. Da Ungarns Ex-Premier Viktor Orban als st\u00e4ndiger Bremser weg ist: K\u00f6nnte die EU h\u00e4rter sanktionieren und damit zum Druckaufbau beitragen?<\/p>\n<p>Orban stand immer an vorderster Front, aber hinter ihm haben sich sehr viele versteckt und weiter russisches Gas bezogen. Die Slowakei, \u00d6sterreich, Italien. Auch Frankreich kauft russisches Fl\u00fcssiggas. F\u00fcr diese L\u00e4nder war es angenehm, dass Ungarn immer blockiert hat. Aber auch andere L\u00e4nder waren und sind nicht bereit, weiterzugehen. Wie weit lassen wir es zu, dass Dual Use-G\u00fcter, also solche, die man zivil aber auch milit\u00e4risch verwenden kann, weiter exportiert werden? Auch \u00fcber Drittstaaten. Auch deutsche Unternehmen sind da weiterhin beteiligt. In diesen Fragen finden die EU-Mitgliedsstaaten weiter keinen Konsens, sie zeigen nur begrenzt Interesse daran &#8211; mit oder ohne Ungarn. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Russische-Gleitbomben-Ukraine-antwortet-mit-neuer-Waffe-id30835424.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Gleitbombe\"\/>Ziele weit hinter Front im VisierRussische Gleitbomben: Ukraine antwortet mit neuer Waffe<\/a><\/p>\n<p>Wenn es darum geht, gegen\u00fcber Putin mit einer Stimme zu reden: K\u00f6nnte ein Sondergesandter helfen, den die EU bestimmt? Dem man Prokura gibt, f\u00fcr die EU zu sprechen? <\/p>\n<p>Damit Putin mit jemandem redet, muss er denjenigen als relevant empfinden. Irgendeinen EU-Sondergesandten wird der Kreml-Chef nicht f\u00fcr wichtig erachten. Verhandlungen mit einem Sondergesandten w\u00e4ren meiner Ansicht nach nicht das richtige Format. Eher k\u00f6nnte der deutsche Bundeskanzler das machen, der franz\u00f6sische oder auch der finnische Pr\u00e4sident. Aber eben mit einem Plan, der mit der Ukraine und den anderen Mitgliedsstaaten abgestimmt worden ist. Zudem m\u00fcssten wir einen Rahmen haben, in dem der Kreml das Gef\u00fchl h\u00e4tte, er muss mit uns reden. Daf\u00fcr braucht es die Druckmittel und die Einsicht, dass Moskau den Krieg nicht gewinnen kann. Dann k\u00e4men auch L\u00e4nder wie die Schweiz oder die T\u00fcrkei wieder ins Spiel. <\/p>\n<p>Sie sagen, das Momentum derzeit ist noch nicht stark genug. Was m\u00fcsste passieren, damit Putin wirklich erkennt: Ich kann nicht gewinnen. Ich muss verhandeln? <\/p>\n<p>Genau das muss er verstehen. Derzeit aber hat er vor allem wegen der europ\u00e4ischen Uneinigkeit, aber auch wegen der Position Donald Trumps noch das Gef\u00fchl, dass er den Krieg milit\u00e4risch gewinnen kann. Den Glauben muss man ihm nehmen. Im Prinzip mit einem ganzen Paket an Ma\u00dfnahmen: Durch bessere Ausr\u00fcstung f\u00fcr die Ukraine, sie braucht deutlich mehr milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung. Die EU muss klar machen: Die Verteidigung der Ukraine wird von uns dauerhaft finanziert und da kommt auch noch mehr. Unsere Kooperation in der Sicherheit wird immer enger werden und Kiew darf auch bestimmte Dinge in Russland tun. Die Ukraine muss diese F\u00e4higkeiten noch verbessern, Infrastruktur in Russland zu treffen. Russische Umfragen zeigen bereits, dass viele Menschen nicht glauben, dass der Krieg bald endet. Die Unzufriedenheit mit der schlechten Wirtschaftslage w\u00e4chst. Weitere EU-Sanktionen geh\u00f6ren auch zum Paket. Bis sich im Kreml das Gef\u00fchl breitmacht: Wir kommen da irgendwie nicht raus. Wir m\u00fcssen jetzt Kompromisse machen. <\/p>\n<p>Mit Stefan Meister sprach Frauke Niemeyer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Will der Kreml verhandeln?&quot;Putin muss sehen: Er kann nicht gewinnen&quot; 22.05.2026, 18:47 Uhr Interview: Frauke NiemeyerArtikel anh\u00f6ren(08:52 min)00:00 \/ 08:52 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Noch scheint der<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-32098","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32098"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32098\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}