{"id":31931,"date":"2026-04-26T21:26:56","date_gmt":"2026-04-26T18:26:56","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/falls-putin-an-der-ostflanke-droht-oberst-800-000-streitkrafte-wurden-durch-deutschland-verlegt\/"},"modified":"2026-04-26T21:26:56","modified_gmt":"2026-04-26T18:26:56","slug":"falls-putin-an-der-ostflanke-droht-oberst-800-000-streitkrafte-wurden-durch-deutschland-verlegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/falls-putin-an-der-ostflanke-droht-oberst-800-000-streitkrafte-wurden-durch-deutschland-verlegt\/","title":{"rendered":"Falls Putin an der Ostflanke droht: Oberst: &#8220;800.000 Streitkr\u00e4fte w\u00fcrden durch Deutschland verlegt&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Falls Putin an der Ostflanke drohtOberst: &quot;800.000 Streitkr\u00e4fte w\u00fcrden durch Deutschland verlegt&quot;<\/h2>\n<p>26.04.2026, 17:59 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Ein Interview von Frauke Niemeyer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(12:16 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/04\/TTSART_30755504_20260426175953-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 12:16<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30757145\/1777215083\/Img_16_9\/1024\/Boris-Pistorius-SPD-l-Bundesminister-der-Verteidigung-geht-ueber-die-Landeplattform-an-Bord-des-spanischen-Landungsschiff-L52-Castilla-bei-einem-Medientermin-zum-Nato-Manoever-Steadfast-Dart-26-auf-der-Ostsee-vor-dem-Truppenuebungsplatz-Putlos-Mit-dem-grossangelegten-Manoever-Steadfast-Dart-wollen-sich-Nato-Partner-auf-moegliche-kuenftige-Bedrohungslagen-in-der-Ostsee-vorbereiten-Bestritten-wird-das-Grossmanoever-von-der-sogenannten-Allied-Reaction-Force-ARF-der-Nato-einer-schnellen-rund-40-000-Soldaten-starken-Eingreiftruppe-die-staendig-in-Bereitschaft-ist.webp\" alt=\"Boris-Pistorius-SPD-l-Bundesminister-der-Verteidigung-geht-ueber-die-Landeplattform-an-Bord-des-spanischen-Landungsschiff-L52-Castilla-bei-einem-Medientermin-zum-Nato-Manoever-Steadfast-Dart-26-auf-der-Ostsee-vor-dem-Truppenuebungsplatz-Putlos-Mit-dem-grossangelegten-Manoever-Steadfast-Dart-wollen-sich-Nato-Partner-auf-moegliche-kuenftige-Bedrohungslagen-in-der-Ostsee-vorbereiten-Bestritten-wird-das-Grossmanoever-von-der-sogenannten-Allied-Reaction-Force-ARF-der-Nato-einer-schnellen-rund-40-000-Soldaten-starken-Eingreiftruppe-die-staendig-in-Bereitschaft-ist\"\/><figcaption>Truppen\u00fcbungsplatz Putlos: Mit dem gro\u00dfen Man\u00f6ver Steadfast Dart haben sich Nato-Partner im letzten Winter auf m\u00f6gliche k\u00fcnftige Bedrohungslagen in der Ostsee vorbereitet. (Foto: picture alliance\/dpa\/dpa-Pool)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn Putin an der Ostflanke mit Angriff droht, m\u00fcssen viele Nato-Streitkr\u00e4fte auf dem Landweg dorthin kommen. Wie Deutschland zur Pipeline f\u00fcr Hunderttausende wird, erkl\u00e4rt Bundeswehr-Oberst Armin Schaus ntv.de. <\/p>\n<p>ntv.de: Herr Schaus, in den vergangenen Monaten sahen wir Drohnen \u00fcber Bundeswehr-Kasernen, einen Brandanschlag auf ein Frachtflugzeug, Attacken gegen R\u00fcstungsbetriebe: Bewegen wir uns auf den Spannungsfall zu? <\/p>\n<p>Armin Schaus: Es wird enorm schwierig werden, den politischen Kipppunkt zu finden, zu dem Deutschland den Spannungsfall ausruft. Denn der Spannungsfall stammt noch aus der Grundstruktur &quot;Friede &#8211; Krise &#8211; Krieg&quot;, als man die Vorstellung hatte, dass politische Spannungen anfangen, wenn Truppenteile des Warschauer Paktes \u00dcbungen entlang der innerdeutschen Grenze durchf\u00fchren. Das war zu Zeiten des Kalten Krieges. Inzwischen hat Deutschland keine gemeinsame Grenze mehr mit Russland, darum werden wir auch diese klaren Zeichen wie grenznahe Man\u00f6ver nicht an der deutschen Grenze sehen Es ist denkbar, dass der Deutsche Bundestag die Feststellung des Spannungsfalls als politisches Signal letztlich nicht formal aussprechen wird.<\/p>\n<p>Weil schlicht die eindeutigen Anzeichen fehlen? <\/p>\n<p>Genau. Jetzt kann man \u00fcberlegen: K\u00f6nnen hybride Bedrohungen Anzeichen sein? Drohnen \u00fcber kritischer Infrastruktur oder \u00fcber Kasernen scheinen mittlerweile normal geworden zu sein und geh\u00f6ren zum Grundrauschen, das oftmals nicht mal mehr Widerhall in den Medien findet. Zudem kann der Bundestag den Spannungsfall nur mit Zweidrittel-Mehrheit ausrufen. <\/p>\n<p>Wof\u00fcr br\u00e4uchten wir die Feststellung des Spannungsfalls \u00fcberhaupt? Sie haben eben gesagt, er sei ein politisches Signal. Was ist er noch? <\/p>\n<p>Er gibt Beh\u00f6rden einige M\u00f6glichkeiten, auf Leistungen und auf sogenannte Sicherstellungsgesetze zur\u00fcckzugreifen, die aber relativ niedrigschwellig sind. Zum Beispiel w\u00fcrde das Wirtschaftssicherstellungsgesetz es erlauben, Betrieben vorzuschreiben, was sie produzieren m\u00fcssen &#8211; zum Beispiel medizinische Masken statt normaler Textilien, um die Versorgung der Bev\u00f6lkerung zu garantieren. Da ist noch kein Wehrpflichtgesetz drin, noch kein Gesetz, das die Wirtschaft auf Kriegswirtschaft umstellen w\u00fcrde, noch kein Notstandsgesetz, das alle staatliche Gewalt \u00fcber die L\u00e4nder hinweg dem Kanzler zuspr\u00e4che. <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Armin-Schaus-Oberst-im-Generalstab-und-Einsatzleiter-der-Hochwasserlage-steht-in-der-Julius-Leber-Kaserne-in-der-Operationszentrale-der-Bundeswehr-im-Kommando-Territoriale-Aufgaben-und-erklaert-die-Organisation-der-Unterstuetzung-in-den-Hochwassergebieten\"\/><figcaption>Oberst i.G. Armin Schaus ist Abteilungsleiter &quot;Zivil-milit\u00e4rische Zusammenarbeit&quot; im neu aufgestellten Operativen F\u00fchrungskommando der Bundeswehr in Berlin.  2021 war er auch Einsatzleiter der Hochwasserlage im Ahrtal. (Foto: picture alliance\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn aber die Nato feststellt, dass die Bedrohung durch Russland sehr konkret wird, was w\u00fcrde in Deutschland passieren? <\/p>\n<p>Wenn die Nachrichtendienste Indikatoren finden, die einen russischen Angriff auf einen oder mehrere Nato-Staaten sehr wahrscheinlich erscheinen lassen, dann wird ein Mechanismus in Gang gesetzt: Dann werden Truppenteile der Nato an die Ostflanke verlegt. Zu diesem Zeitpunkt muss noch kein milit\u00e4rischer Angriff dort erfolgt sein. Aber allein zur Abschreckung w\u00fcrden bis zu 800.000 Streitkr\u00e4fte der Nato-Staaten samt Ger\u00e4t durch Deutschland hindurch an die Ostflanke verlegt. <\/p>\n<p>Das m\u00fcsste vermutlich ziemlich schnell gehen? <\/p>\n<p>Das sollte es. Zugleich wird Deutschland zu dem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch im tiefsten Frieden sein. <\/p>\n<p>Das hei\u00dft, dieser ungeheure milit\u00e4rische und logistische Kraftakt m\u00fcsste ohne Spannungsfall \u00fcber die B\u00fchne gehen? <\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich glaube, wir werden weit weg vom Spannungsfall sein, wenn wir diese Bewegung durch Deutschland haben, wenn also diese Verlegung von hunderttausenden Kr\u00e4ften durch alle Verkehrstr\u00e4ger geht &#8211; Lufttransport, Schiene, Wasser und ganz viel \u00fcber Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/politik_kommentare\/Pistorius-eskaliert-leider-noch-nicht-ueberall-id30744659.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Feldjaeger-Military-Police-Militaerpolizei-MP-im-Einsatz-Soldat-Soldaten-Gemeinsamen-Terrorabwehruebung-der-Bayerischen-Polizei-und-Bundeswehr-am-19-03-2026-in-Dachau-Rund-150-Polizeieinsatzkraefte-25-Feldjaeger-und-20-Kraefte-der-Berufsfeuerwehr-Muenchen-ueben-die-Zusammenarbeit-an-einem-komplexen-Anschlagsszenario-zum-Thema-Sabotage\"\/>Regeln mit &quot;Verfallsdatum&quot;Pistorius eskaliert &#8211; leider noch nicht \u00fcberall<\/a><\/p>\n<p>Dann schauen wir mal auf die Logistik: Wie schnell ginge das?<\/p>\n<p>Man muss differenzieren zwischen Schwerlasttransportern und Konvois. Die Konvois vergleiche ich gerne mit einem langsam fahrenden PKW mit Wohnanh\u00e4nger. Stellen Sie sich vor, Sie sind mit solch einem Auto voll besetzt unterwegs, maximal mit 80 km\/h. Da fahren Sie auch nicht in einem Rutsch von der deutsch-holl\u00e4ndischen Grenze bis nach Polen. Da fahren Sie mehrfach rechts ran, tanken, schauen auf den \u00d6lstand, Sie essen, Sie trinken, gehen auf die Toilette, wom\u00f6glich m\u00fcssen Sie einmal \u00fcbernachten. Genau das m\u00fcssen milit\u00e4rische Konvois auch tun. Die fahren aber nicht zum Autohof, sondern zum Konvoi Support Center. Der bietet die gleichen Dienstleistungen, ist aber milit\u00e4risch organisiert und gegen hybride Bedrohungen gesch\u00fctzt. <\/p>\n<p>Gibt es diese Support Center schon jetzt? <\/p>\n<p>Ja, die Convoi Support Center sind planerisch vorbereitet und k\u00f6nnen kurzfristig eingerichtet werden. Sie sind ein Paradebeispiel f\u00fcr die zivil-milit\u00e4rische Zusammenarbeit, da diese oft in Kooperation mit privaten Partnern betrieben werden, um milit\u00e4rische Mobilit\u00e4t zu garantieren. <\/p>\n<p>Der soll Deutschland in der Krise &quot;kaltstartf\u00e4hig&quot; machen. Aber was hei\u00dft das eigentlich?<\/p>\n<p>Der Operationsplan Deutschland greift unabh\u00e4ngig von Mechanismen wie Spannungs- oder Verteidigungsfall \u00fcber das zivile Vertragsrecht. Das hei\u00dft, wir zwingen die zivile Seite nicht per Gesetz zur Unterst\u00fctzung der Streitkr\u00e4fte, sondern wir holen uns die Leistungen, die wir ben\u00f6tigen, \u00fcber Vertr\u00e4ge &#8211; etwa mit Logistikunternehmen, mit Speditionen. W\u00e4hrend Details zur operativen Nutzung verst\u00e4ndlicherweise nicht vollumf\u00e4nglich \u00f6ffentlich sind, werden diese Convoi Support Center bereits aktiv f\u00fcr vorbereitende \u00dcbungszwecke der Bundeswehr genutzt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wenn-der-Ernstfall-an-der-Ostsee-eintritt-id30378041.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"KIEL-GERMANY-FEBRUARY-18-NATO-s-largest-exercise-this-year-AeuSteadfast-Dart-2026-Aeu-is-underway-at-the-Putlos-training-and-exercise-area-near-the-city-of-Kiel-Germany-on-February-18-2026\"\/>Nato-Soldaten vor Fehmarn Wenn der Ernstfall an der Ostsee eintritt<\/a><\/p>\n<p>K\u00f6nnte die Bundeswehr diese logistischen Leistungen nicht selbst erbringen?<\/p>\n<p>Theoretisch schon, aber im Ernstfall brauchen wir unsere Logistik an der Ostflanke f\u00fcr unsere eigenen Kr\u00e4fte. Darum haben wir uns entschieden, diese Leistungen an zivile Anbieter zu vergeben. Die Ausschreibung hat ein Unternehmen f\u00fcr zwei Jahre f\u00fcr sich gewinnen k\u00f6nnen, danach wird erneut ausgeschrieben. <\/p>\n<p>Und die Logistik k\u00f6nnte man theoretisch morgen benutzen? <\/p>\n<p>Genau. Die Unternehmer haben eine gewisse Vorwarnzeit, aber die Center werden auch schon jetzt f\u00fcr \u00dcbungen genutzt und dann f\u00fcr reale Eins\u00e4tze. Sie sind \u00fcber Deutschland verteilt, das ist alles vorbereitet, und wenn die Konvois hier ankommen, wissen sie auch, wo sie hinm\u00fcssen. Es ist wie eine Pipeline, durch die die Streitkr\u00e4fte zum Einsatzort flie\u00dfen. <\/p>\n<p>Im besten Fall sind also die Nato-Truppen ganz schnell an der Ostflanke und der Kreml entscheidet, bei so viel Gegenwehr greift er lieber nicht an. Was aber, wenn doch? <\/p>\n<p>Wir wollen einen m\u00f6glichen Gegner \u00fcberzeugen, dass unser B\u00fcndnis zusammensteht, dass wir uns nicht spalten lassen und ein Angriff sich nicht lohnt. Gleichwohl liegt die Entscheidung \u00fcber eine m\u00f6gliche Eskalation nicht in unserer Hand, weshalb wir uns auf alle Szenarien vorbereiten. F\u00fcr unsere Logistik brauchen wir deshalb auch Konzepte f\u00fcr Instandsetzung, f\u00fcr Abschub von Schadmaterial und die Verlegung von Verwundeten. Ein praktisches Beispiel hierf\u00fcr lieferte die \u00dcbung Medical Quadriga Anfang M\u00e4rz. Dabei wurde die gesamte Rettungskette realit\u00e4tsnah erprobt: Ausgehend von simulierten Verwundungen beim deutschen Truppenteil in Litauen wurde der strategische Patiententransport zur\u00fcck nach Deutschland trainiert. Zentrale Knotenpunkte bildeten dabei die sogenannten Verwundeten-Hubs in Berlin und Koblenz, an denen die koordinierte Aufnahme und Weiterverteilung der Patienten intensiv ge\u00fcbt wurde. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Deutsche-Militaerstrategie-schliesst-wesentliche-Luecke-id30744590.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"was\"\/>Milit\u00e4rexperte lobt DokumentDeutsche Milit\u00e4rstrategie &quot;schlie\u00dft wesentliche L\u00fccke&quot;<\/a><\/p>\n<p>In welchen Gr\u00f6\u00dfenordnungen rechnen Sie? <\/p>\n<p>Man hat eine Annahme von 1000 Verwundeten getroffen, die im Kriegsfall pro Tag nach Westen verbracht werden m\u00fcssten. Etwa ein Drittel von ihnen braucht ein Krankenhausbett. In Deutschland haben wir f\u00fcnf Bundeswehrkrankenh\u00e4user, aber das milit\u00e4rische medizinische Personal w\u00e4re nat\u00fcrlich auch an der Ostflanke gebunden. Damit die Kapazit\u00e4tsvorgaben erreicht werden, m\u00fcssen das milit\u00e4rische und das zivile Gesundheitswesen als Einheit agieren. Diese Zusammenarbeit muss fest etabliert sein, um im Bedarfsfall unmittelbar und effektiv abrufbar zu sein. Der Sanit\u00e4tsdienst der Bundeswehr kooperiert und h\u00e4lt Vertr\u00e4ge mit zivilen Krankenh\u00e4usern, mit gro\u00dfen Universit\u00e4ts- und Unfallkliniken. Im Rahmen von Quadriga wurde auch jetzt schon die Versorgung von Verwundeten ge\u00fcbt. Auch das ist Teil der Abschreckung. <\/p>\n<p>Nochmal zum ersten Szenario, wenn Truppen zur Abschreckung an die Ostflanke verlegt w\u00fcrden: Die Zivilbev\u00f6lkerung spielt da noch keine Rolle? Erste B\u00fcrgerpflicht w\u00e4re, cool zu bleiben? <\/p>\n<p>Cool in der Krise ist immer gut. Es gibt auch keinen Grund, wegen Truppenverlegungen den restlichen Betrieb in Deutschland einzustellen. Es ist ja noch nichts passiert &#8211; au\u00dfer vielleicht hybride Angriffe, verst\u00e4rkte Rhetorik. Unsere Wirtschaft muss normal weiterlaufen, ich gehe davon aus, dass es weiterhin Fu\u00dfballspiele geben wird, Konzerte, das normale Leben geht einfach weiter. Trotzdem ist es wichtig, vorbereitet zu sein. Das Bundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat hierf\u00fcr erstklassiges Informationsmaterial und Empfehlungen f\u00fcr Bev\u00f6lkerung und Wirtschaft. <\/p>\n<p>Man muss es sich allerdings aus dem Netz herunterladen. <\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir auch w\u00fcnschen, dass diese Infos an alle Haushalte versandt werden, oder sie im Discounter ausliegen. Da dies in die Federf\u00fchrung des Innenministeriums f\u00e4llt, entzieht es sich unserem direkten Einflussbereich. Wir bekommen Anfragen von Verb\u00e4nden, Beh\u00f6rden, aus der Wirtschaft, ganz unterschiedlich. Die Belegschaft eines Unternehmens ist ja auch Bev\u00f6lkerung. Ich war bei den Landfrauen in Niedersachsen. Viele Unternehmen bieten Incentives an &#8211; f\u00fcr eine Sanit\u00e4tsausbildung zum Beispiel. Eine Firma muss auch personell resilient sein. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Bundeswehr-Plaene-Da-kommt-eine-grosse-Hausnummer-id30742840.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Bundeswehr\"\/>Europas k\u00fcnftige Spitzen-Armee?Bundeswehr-Pl\u00e4ne &#8211; &quot;Da kommt eine gro\u00dfe Hausnummer&quot;<\/a><\/p>\n<p>Wer kommt denn noch zur Arbeit, wenn die Krise da ist? <\/p>\n<p>Da sind Mitarbeitende vielleicht gleich mehrfach verplant &#8211; beim Technischen Hilfswerk, in der Reserve der Bundeswehr. Verpflichtend abfragen kann man das nicht, aus Datenschutzgr\u00fcnden. Aber wenn die Betriebsr\u00e4te mit an Bord sind, weil es darum geht, den Betrieb krisenfest zu machen, l\u00e4sst sich ein gutes Lagebild erstellen. Denn keiner hat Interesse daran, dass das Unternehmen in der ersten Krise pleitegeht. <\/p>\n<p>Dazu kann die Bundeswehr beraten? <\/p>\n<p>Ja, wir informieren. Und ich bin positiv \u00fcberrascht, wie aufgeschlossen Unternehmen an dieses Thema herangehen. Wir sprechen mit den F\u00fchrungskr\u00e4ften auf Top Level Ebene, mit den Vorst\u00e4nden. Unsere Expertise ist letztlich aufzuzeigen, was aus milit\u00e4rischer Sicht auf Deutschland mit Blick auf Desinformation und Fake News, im Cyberspektrum, mit Spionage und Sabotage zu kommt. Diese vier Bedrohungslinien muss jedes Unternehmen f\u00fcr sich in den eigenen Betrieb \u00fcbersetzen. Was hei\u00dft es zudem, wenn die Firma viele ausl\u00e4ndische Mitarbeitende, zum Beispiel LKW-Fahrer, besch\u00e4ftigt, die im Ernstfall als Wehrpflichtige von den heimischen Streitkr\u00e4ften eingezogen werden? M\u00fcssten sensible Bereiche des Unternehmens gesondert gesch\u00fctzt werden? Meine Erfahrung ist: Wenn man da ein paar Impulse gibt, kommen ganz schnell gute Ideen und Ma\u00dfnahmen, die erstmal oft auch nicht viel kosten. <\/p>\n<p>Was haben Sie den Landfrauen gesagt? <\/p>\n<p>Wir sprachen unter anderem dar\u00fcber, was in einem Milchviehbetrieb passiert, wenn der Strom weg ist. Wir hatten das 2005 im M\u00fcnsterland, als unter einer Eislast Strommasten zusammenbrachen. Da war sofort klar: Wenn die Tiere zwei Tage lang nicht gemolken werden, gibt es Milchfieber, dann sind sie nicht mehr zu retten. Mit Riesenaufwand wurden Stromerzeugeraggregate zu den Betrieben gefahren. Nach dem Gespr\u00e4ch hat mir eine Landwirtin gesagt, sie liege ihrem Mann seit Jahren in den Ohren, dass sie ein Aggregat f\u00fcr den Notfall brauchen. Nach meinem Vortrag legte sie fest: &quot;Morgen fahren wir los und kaufen eins.&quot; Da hat sich die Runde f\u00fcr mich schon gelohnt. <\/p>\n<p>Mit Armin Schaus sprach Frauke Niemeyer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Falls Putin an der Ostflanke drohtOberst: &quot;800.000 Streitkr\u00e4fte w\u00fcrden durch Deutschland verlegt&quot; 26.04.2026, 17:59 Uhr Ein Interview von Frauke NiemeyerArtikel anh\u00f6ren(12:16 min)00:00 \/ 12:16 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31931"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31931\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}