{"id":3188,"date":"2020-10-14T18:28:04","date_gmt":"2020-10-14T15:28:04","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-in-europa-die-zweite-welle-rollt\/"},"modified":"2020-10-14T18:28:04","modified_gmt":"2020-10-14T15:28:04","slug":"coronavirus-in-europa-die-zweite-welle-rollt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-in-europa-die-zweite-welle-rollt\/","title":{"rendered":"Coronavirus in Europa: Die zweite Welle rollt"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/e3cf8c4a-ef49-43c1-a8f0-b4121b04cd8a_w948_r1.77_fpx68.6_fpy50.png\" title=\"Corona-Neuinfektionen: Europa ist ein roter Teppich\" alt=\"Corona-Neuinfektionen: Europa ist ein roter Teppich\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Corona-Neuinfektionen: Europa ist ein roter Teppich<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Mittwochnachmittag beraten Angela Merkel und die Regierungschefs der 16 Bundesl\u00e4nder im Kanzleramt \u00fcber die Corona-Pandemie. Es geht um die Beherbergungsverbote und um bundesweit einheitliche Vorgaben. W\u00e4hrend hierzulande noch \u00fcber Details diskutiert wird, gehen andere europ\u00e4ische L\u00e4nder in Teilen schon wieder in den Notfallmodus \u00fcber.<\/p>\n<p>In unserer Nachbarschaft schie\u00dfen die Infektionszahlen teils extrem nach oben. Laut dem w\u00f6chentlichen Situationsbericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnete Europa in der zweiten Oktoberwoche den h\u00f6chsten Anstieg der Corona-Fallzahlen weltweit &#8211; ein Plus von 34 Prozent. Rund 700.000 neue F\u00e4lle wurden registriert. Damit entfiel knapp ein Drittel der global nachgewiesenen Neuinfektionen auf die Region. Sie umfasst laut WHO-Definition 51 Staaten, auch Russland.<\/p>\n<p>In Polen hat sich die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen und der Covid-19-Todesf\u00e4lle laut der Auswertung der Zahlen von vergangener Woche innerhalb von sieben Tagen verdoppelt. Bezogen auf die Gr\u00f6\u00dfe der Bev\u00f6lkerung \u00fcberholt Europa gerade erstmals seit April Nordamerika.<\/p>\n<h3>Europa ist ein roter Teppich<\/h3>\n<p>In Teilen l\u00e4sst sich der Anstieg zwar mit h\u00f6heren Testzahlen erkl\u00e4ren, aber auch unabh\u00e4ngig davon nimmt die Zahl der nachweislich Infizierten zu. Der Anteil positiver Testergebnisse, die sogenannte Positivrate, w\u00e4chst. Das Virus breitet sich wieder aus.<\/p>\n<p>Die Grafik unten zeigt, wie viele positive Coronatests in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern in 45 Staaten Europas erfasst wurden. Zu erkennen ist ein gro\u00dfer roter Teppich mit nur wenigen orangefarbenen Bereichen. 26 Staaten \u00fcberschreiten den Wert von 50 nachgewiesenen Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohnern.<\/p>\n<p>Den h\u00f6chsten Wert hat Andorra. Mit gerade mal 77.000 Einwohnern treibt in dem Zwergstaat jeder neue Corona-Fall die Statistik in die H\u00f6he. Darauf folgen die deutschen Nachbarl\u00e4nder Tschechien und Belgien mit 370 und 340 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen.<\/p>\n<p>Die Niederlande liegen nach Montenegro auf Platz f\u00fcnf mit einem Wert von rund 260. Auch Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Spanien sind mit mehr als 150 Corona-F\u00e4llen in den Top 10 vertreten. Zum Vergleich: Deutschland belegt mit 36 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen Platz 32. Allerdings w\u00e4chst die Zahl der positiven Tests auch hierzulande.<\/p>\n<p>Am Mittwoch meldete das Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 5100 neue Corona-F\u00e4lle, noch vor einer Woche waren es rund 2800 (siehe Grafik oben). Wie auch bei der ersten Welle im Fr\u00fchjahr, scheinen uns viele EU-Staaten ein St\u00fcck voraus zu sein. Was derzeit in unserer Nachbarschaft geschieht, k\u00f6nnte also ein Vorgeschmack sein auf die kommenden Wochen, wobei die L\u00e4nder sehr unterschiedlichen Erfolg dabei haben, die zweite Welle abzuflachen.<\/p>\n<h3>Kontaktverfolgung aufgegeben<\/h3>\n<p>Unter anderem in Tschechien, Belgien, den Niederlanden und Frankreich schie\u00dfen die Zahlen derzeit explosionsartig in die H\u00f6he. Dabei war die erste Corona-Welle in Tschechien relativ mild verlaufen. Zwar lassen sich die Zahlen von heute und damals aufgrund der ver\u00e4nderten Teststrategie nicht eins zu eins vergleichen. Aber es zeigt sich einmal mehr, dass eine flache erste Welle keine Garantie f\u00fcr einen dauerhaft milden Verlauf ist (siehe Grafik unten).<\/p>\n<p>Umgekehrt scheitert Belgien nach einer bereits heftigen ersten Welle offenbar ein zweites Mal daran, wirksame Gegenma\u00dfnahmen zu etablieren. Bezogen auf die Zahl der Einwohner sind in dem Land in der gesamten Corona-Pandemie bislang mehr Menschen an und mit Sars-CoV-2 gestorben als in den USA, zeigt eine Untersuchung im Fachmagazin &quot;Jama&quot;.<\/p>\n<p>Demnach starben in Belgien bis 19. September rund 87 unter 100.000 Einwohnern, in den USA waren es 60, in Deutschland 11. Wo das Virus die M\u00f6glichkeit bekommt, sich auszubreiten, tut es das.<\/p>\n<p>Auch in den Niederlanden war die Todesquote mit 36 unter 100.000 Einwohnern bislang hoch. Bei dem Wert wird es allerdings auch in dem Land nicht bleiben. Durch den rasanten Anstieg positiver Testergebnisse sind die dortigen Beh\u00f6rden bereits so \u00fcberlastet, dass sie Infektionsketten nicht mehr nachzuverfolgen k\u00f6nnen. Um mit der rasanten Ausbreitung des Virus fertig zu werden, hat die Regierung j\u00fcngst einen teilweisen Lockdown beschlossen (mehr dazu lesen Sie hier).<\/p>\n<p>Je mehr sich das Coronavirus in einer Gesellschaft ausbreitet, desto schwieriger wird es, Risikogruppen zu sch\u00fctzen und Todesf\u00e4lle zu verhindern. Dementsprechend haben zunehmend auch die Krankenh\u00e4user in den Niederlanden mehr Patienten. In Amsterdam, Rotterdam und Den Haag mussten die Notaufnahmen von Krankenh\u00e4usern bereits zeitweilig geschlossen werden, weil alle Betten belegt waren und zu wenig Personal zur Verf\u00fcgung stand. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass bis November im g\u00fcnstigsten Fall 40 Prozent der regul\u00e4ren Versorgung gestrichen werden muss.<\/p>\n<p>Das Problem zeigt sich auch in Frankreich. In Gebieten mit der Warnstufe &quot;Scharlachrot&quot; gelten dort bereits strikte Schutzma\u00dfnahmen. Caf\u00e9s und Bars sowie Fitnessclubs und Schwimmb\u00e4der m\u00fcssen schlie\u00dfen, Restaurants d\u00fcrfen nur unter Auflagen \u00f6ffnen. Das betrifft auf dem Festland derzeit den Gro\u00dfraum Marseille, zu dem auch Aix-en-Provence z\u00e4hlt, sowie die Gro\u00dfst\u00e4dte Paris, Lyon, Grenoble, Saint-Etienne, Lille, Toulouse und Montpellier.<\/p>\n<p>In den Regionen f\u00fcllen sich auch die Krankenh\u00e4user. In der Hauptstadt schlagen die Verantwortlichen in den Kliniken Alarm: Bis Ende Oktober k\u00f6nnten bis zu tausend Corona-Patienten auf den Intensivstationen der 39 Krankenh\u00e4user liegen, das entspr\u00e4che 90 Prozent ihrer normalen Kapazit\u00e4t. Bereits bis Ende September war die Todesquote in Frankreich mit rund 47 F\u00e4llen pro 100.000 Einwohnern recht hoch.<\/p>\n<h3>Italien bremst die Welle<\/h3>\n<p>Bemerkenswert ist, dass Italien, das im M\u00e4rz noch besonders stark vom Coronavirus betroffen war, die dort nun ebenfalls aufkommende zweite Welle bislang vergleichsweise gut im Griff zu haben scheint. Mit 58 F\u00e4llen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen \u00fcberschreitet es den Grenzwert von 50 zwar etwas, doch die Ausbreitung hat l\u00e4ngst nicht so viel Fahrt aufgenommen wie in anderen derzeit stark betroffenen Staaten (siehe Grafiken oben).<\/p>\n<p>Das liegt wohl auch daran, dass die Italiener nach den heftigen Erfahrungen aus dem M\u00e4rz mit weitreichenden Einschr\u00e4nkungen und \u00fcberf\u00fcllten Intensivstationen aus der Krise gelernt haben. Sie sind f\u00fcr ihre gro\u00dfe Disziplin bei den Hygienevorgaben &#8211; etwa beim Tragen von Masken &#8211; bekannt. Bislang sind auf 100.000 Einwohner in dem Land 59 Menschen an und mit Sars-CoV-2 gestorben.<\/p>\n<p>Spanien war mit einem Wert von 65 noch etwas st\u00e4rker betroffen. Ab Ende Juli sind die Infektionszahlen dort wieder stark gestiegen. Die Regierung versuchte mit neuen Schutzma\u00dfnahmen gegenzusteuern, unter anderem wurden Diskotheken, Nachtbars und Tanzs\u00e4le geschlossen, Trinkgelage sollten konsequenter von der Polizei aufgel\u00f6st werden. In Madrid gibt es einen teilweisen Lockdown. Doch es bleibt ein Funken Hoffnung: Seit Ende September sinkt die Zahl der Neuinfektionen im Land wieder leicht (siehe Grafik oben).<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Corona-Neuinfektionen: Europa ist ein roter Teppich Am Mittwochnachmittag beraten Angela Merkel und die Regierungschefs der 16 Bundesl\u00e4nder im Kanzleramt \u00fcber die Corona-Pandemie. 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