{"id":31870,"date":"2026-04-17T02:56:33","date_gmt":"2026-04-16T23:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/95-prozent-reichen-nicht-aus-warum-die-ukraine-trotz-beachtlicher-abwehrquote-schwer-getroffen-wird\/"},"modified":"2026-04-17T02:56:33","modified_gmt":"2026-04-16T23:56:33","slug":"95-prozent-reichen-nicht-aus-warum-die-ukraine-trotz-beachtlicher-abwehrquote-schwer-getroffen-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/95-prozent-reichen-nicht-aus-warum-die-ukraine-trotz-beachtlicher-abwehrquote-schwer-getroffen-wird\/","title":{"rendered":"95 Prozent reichen nicht aus: Warum die Ukraine trotz beachtlicher Abwehrquote schwer getroffen wird"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>95 Prozent reichen nicht ausWarum die Ukraine trotz beachtlicher Abwehrquote schwer getroffen wird<\/h2>\n<p>16.04.2026, 19:15 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Lukas-Wessling-article24912589.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2389227\/1714492498\/Img_1_1\/36\/20240327-DSC-8255.webp\" alt=\"20240327-DSC-8255\"\/>Von Lukas Wessling und Martin Morcinek (Grafiken)<\/a><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30720119\/1776335677\/Img_16_9\/920\/image.webp\" alt=\"Video poster\"\/><video poster=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30720119\/1776335677\/Img_16_9\/920\/image.webp\" controls=\"true\"><source src=\"https:\/\/streaming.n-tv.de\/proxy\/abr\/2026\/04\/WVVID_Angriff_Kiew_260416102636-prog.ism\/.mp4?filter=(trackName==&quot;video-web6&quot;||trackName==&quot;audio-web6&quot;)\" type=\"video\/mp4\"><\/source><source src=\"https:\/\/streaming.n-tv.de\/proxy\/abr\/2026\/04\/WVVID_Angriff_Kiew_260416102636-abr.ism\/.m3u8\" type=\"application\/vnd.apple.mpegURL\"><\/source><\/video><\/p>\n<p>Auf den ersten Blick wirkt die ukrainische Luftverteidigung nahezu un\u00fcberwindbar: Hunderte russische Drohnen, Dutzende Marschflugk\u00f6rper und Raketen prasseln innerhalb eines Tages auf das Land ein, nur gut ein Zwanzigstel kommt durch. Oberst Reisner erkl\u00e4rt, warum gerade dieses Zwanzigstel so verheerend ist.<\/p>\n<p>In den vergangenen 24 Stunden hat Russland die Ukraine mit einer der schwersten Angriffswellen dieses Jahres \u00fcberzogen. 19 ballistische Raketen, 25 Marschflugk\u00f6rper und 659 Drohnen meldete die ukrainische Luftwaffe am Morgen. Der Angriff war damit weitaus gewaltiger als \u00fcblich und beschr\u00e4nkte sich nicht auf die Nacht; die russischen Drohnen und Raketen flogen auch am Tag. Trotz dieser massiven Belastung gelang es der Ukraine nach eigenen Angaben, knapp 95 Prozent der Angriffe abzuwehren.<\/p>\n<p>Ein beeindruckender Erfolg, auch in den Augen des Milit\u00e4rexperten Markus Reisner. Im Gespr\u00e4ch mit ntv.de merkt der Oberst des \u00f6sterreichischen Bundesheers an, nicht jeder abgewehrte Angriff aber wiege gleich schwer. Trotz Hunderter erfolgreich abgefangener Drohnen sei schon der Einschlag einer einzelnen Rakete &quot;wirklich schmerzhaft&quot; f\u00fcr die Ukraine. Russland nutze die schiere Masse an Drohnen, um die ukrainische Flugabwehr auszulasten und dann mit Raketen oder Marschflugk\u00f6rpern verheerenden Schaden anzurichten. Gerade bei den Waffen aber, mit denen solche Angriffe abgewehrt werden, steuere die Ukraine auf einen Engpass zu, so Reisner.<\/p>\n<p>Die Verteidigung des ukrainischen Luftraums gleicht einer Zwiebel: Sie beginnt an der Grenze mit akustischen Sensoren und optischer Erkennung und verdichtet sich bis zum Kern in den St\u00e4dten. Dort setzt die Ukraine verschiedene Luftabwehrsysteme ein. Die Ukraine setzt dabei aber verst\u00e4rkt Drohnen ein, die sich gezielt in die russischen Flugk\u00f6rper st\u00fcrzen. Im vergangenen Monat hatte der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorow einen Rekord beim Einsatz von Abfangdrohnen gemeldet. Ihre Zahl habe sich im Vergleich zum Vormonat verdoppelt. <\/p>\n<p>Gleichzeitig steigerte die russische Armee bei ihren Angriffen die Zahl der eingesetzten Drohnen. Ihr gelingt es Milit\u00e4rexperte Reisner zufolge zudem, mit ihren Drohnen immer weiter in die Ukraine vorzudringen. Sie greife daf\u00fcr auf Funkstellen in Belarus und Transnistrien zur\u00fcck, die russische Signale verst\u00e4rkten und die Drohnen so weniger anf\u00e4llig f\u00fcr ukrainische St\u00f6rman\u00f6ver machten. <\/p>\n<p>Russland verzichtete in letzter Zeit immer \u00f6fter auf den Schutz der Nacht und flog auch tags\u00fcber Drohnenangriffe &#8211; laut Reisner eine Folge des verbesserten Signals. Diese Angriffe bei Tag dienen laut Reisner unter anderem der psychologischen Kriegsf\u00fchrung, sie sollen die ukrainische Bev\u00f6lkerung verunsichern. <\/p>\n<p>Noch verunsichernder d\u00fcrften aber die Treffer der letzten Nacht gewirkt haben: In Kiew, Odessa und Dnipropetrowsk forderte der russische Beschuss nach ukrainischen Angaben mindestens 16 Tote und viele Verletzte, darunter Kinder und medizinisches Personal.<\/p>\n<p>Reisner zufolge zeigte sich in den vergangenen Monaten immer wieder, wie wichtig eine funktionierende Luftabwehr f\u00fcr die Ukraine ist. Anfang des Jahres offenbarte die Ukraine massive Versorgungsl\u00fccken &#8211; mit messbarem Effekt, so Reisner: &quot;Russland hat in mehreren Angriffen wichtige Heizkraftwerke in Kiew zerst\u00f6rt oder besch\u00e4digt.&quot;<\/p>\n<p>Besonders an Luftabwehrraketen mangele es der Ukraine, so Reisner. Bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz im Februar hatte der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius angeboten, der Ukraine 5 Flugabwehrraketen aus Bundeswehrbest\u00e4nden zu liefern, sollte der Rest der Unterst\u00fctzer gemeinsam weitere 30 Raketen beisteuern. Das Man\u00f6ver gelang, 35 Raketen wurden bereitgestellt. <\/p>\n<p>In Reisners Augen ist diese Anekdote ein Beleg f\u00fcr die L\u00fccken in der ukrainischen Luftabwehr. Er rechnet so: W\u00e4hrend die Drohnen jeden Tag fliegen, setzt Russland seine Raketen und Marschflugk\u00f6rper nur vereinzelt ein. Diese teuren Waffen fliegen an besonders angriffsintensiven Tagen als t\u00f6dliche Spitze eines breiten Drohnenschwarms. Das sind die Tage, an denen die ukrainische Luftabwehr auf die Probe gestellt wird.<\/p>\n<p>Bei den vergangenen drei russischen Angriffswellen kamen zu den rund 540 bis 950 Drohnen etwa 35 bis 45 Raketen und Marschflugk\u00f6rper. &quot;Und wenn letztere abgeschossen werden, dann k\u00f6nnen Sie davon ausgehen, dass jede dieser Raketen und Marschflugk\u00f6rper mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Abwehrraketen verbraucht haben&quot;. Reisner sagt: &quot;Mit einer Lieferung von 35 Raketen k\u00f6nnen Sie im schlechtesten Fall maximal einen Angriff abwehren&quot;. <\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische R\u00fcstungsindustrie produziere pro Jahr 100 bis 150 dieser Abwehrraketen, so Reisner. Die USA stellten 600 bis 650 St\u00fcck her. Die Golfstaaten und die USA h\u00e4tten allerdings &quot;in den ersten drei Tagen des Irankonflikts so viele Raketen verschossen, wie die Ukraine w\u00e4hrend des ganzen Krieges zur Verf\u00fcgung hatte&quot;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik 95 Prozent reichen nicht ausWarum die Ukraine trotz beachtlicher Abwehrquote schwer getroffen wird 16.04.2026, 19:15 Uhr Von Lukas Wessling und Martin Morcinek (Grafiken) Auf den ersten Blick wirkt die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31870","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31870","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31870"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31870\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31870"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31870"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31870"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}