{"id":31857,"date":"2026-04-14T21:36:46","date_gmt":"2026-04-14T18:36:46","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/merz-macht-ukraine-zum-partner-ein-tag-der-putin-abschrecken-konnte\/"},"modified":"2026-04-14T21:36:46","modified_gmt":"2026-04-14T18:36:46","slug":"merz-macht-ukraine-zum-partner-ein-tag-der-putin-abschrecken-konnte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/merz-macht-ukraine-zum-partner-ein-tag-der-putin-abschrecken-konnte\/","title":{"rendered":"Merz macht Ukraine zum Partner: Ein Tag, der Putin abschrecken k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Merz macht Ukraine zum PartnerEin Tag, der Putin abschrecken k\u00f6nnte<\/h2>\n<p>14.04.2026, 20:12 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Von Frauke Niemeyer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:19 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/04\/TTSART_30714287_20260414201314-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:19<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30714390\/1776197064\/Img_16_9\/1024\/German-Chancellor-Friedrich-Merz-receives-Ukrainian-President-Volodymyr-Zelensky-prior-to-German-Ukrainian-Government-Consultations-at-the-Chancellery-in-Berlin-on-April-14-2026.webp\" alt=\"German-Chancellor-Friedrich-Merz-receives-Ukrainian-President-Volodymyr-Zelensky-prior-to-German-Ukrainian-Government-Consultations-at-the-Chancellery-in-Berlin-on-April-14-2026\"\/><figcaption>Das kann dem Kreml nicht gefallen: Merz und Selenskyj im Gespr\u00e4ch (Foto: picture alliance \/ NurPhoto)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Selenskyj in Berlin &#8211; nicht als Bittsteller, sondern als strategischer Partner. F\u00fcr Deutschland bedeutet das Kosten, aber auch enorme Vorteile. Vor allem, wenn man Putin abschrecken will. <\/p>\n<p>&quot;Thank you so much, Friedrich&quot;, sagt Wolodymyr Selenskyj, als die Mikrofone schon ausgeschaltet sind und man eilig losgeht. Auf der gro\u00dfen Treppe im Kanzleramt sammeln sich die deutschen Minister und ihre Amtskollegen aus der Ukraine f\u00fcr das traditionelle Familienfoto. F\u00fcr ein Dankesch\u00f6n nach dem gemeinsamen Pressetermin muss aber noch Zeit sein. Schlie\u00dflich hat Friedrich Merz als Regierungschef des inzwischen gr\u00f6\u00dften Ukraine-Unterst\u00fctzers soeben eine strategische Partnerschaft mit dem Land im Krieg verk\u00fcndet. <\/p>\n<p>Was der Kanzler auf Selenskyjs Dank entgegnet, ist nicht mehr zu sehen. Passend erschiene so etwas wie: &quot;We have to thank.&quot; Denn aus dem Land, das sich 2022, wenige Tage nach Beginn der Vollinvasion Russlands, noch artig f\u00fcr die Lieferung von 5000 deutschen Helmen bedankte, ist eine resiliente, milit\u00e4risch starke und durch die Kampferfahrung taktisch enorm versierte Nation geworden. <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Germany-Berlin-April-14-2026-President-of-Ukraine-Volodymyr-Zelenskyy-meets-Federal-Chancellor-of-Germany-Friedrich-Merz\"\/><figcaption>Selenskyj und Merz vor dem Kanzleramt (Foto: picture alliance \/ ROPI)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn also Merz kurz zuvor am Rednerpult erkl\u00e4rt hat, die strategische Zusammenarbeit sei &quot;nicht nur von Nutzen f\u00fcr die Verteidigung der Ukraine. Es ist auch von besonderem Nutzen f\u00fcr uns, f\u00fcr unsere Sicherheit&quot;, dann war das vermutlich nicht g\u00f6nnerhaft oder h\u00f6flich, sondern einfach ernst gemeint. Zugleich ein realistisches Fazit der kleinen bilateralen Leistungsschau, die das Team Kanzleramt f\u00fcr den Besuch aus Kiew optisch ansprechend im Erdgeschoss drapiert hatte. Selenskyj und Merz hatten sie zuvor gemeinsam angeschaut. <\/p>\n<p>Sieben neu entwickelte Drohnen waren dort zu sehen, jeweils in deutsch-ukrainischer Zusammenarbeit und unter ziemlich straffen Zeitpl\u00e4nen entstanden &#8211; die Linsa 3.0 etwa transportiert G\u00fcter durch die Luft, die Babka kl\u00e4rt auf, der TerMit als unbemanntes Bodenfahrzeug evakuiert in unterschiedlichstem Gel\u00e4nde, die Anubis nimmt es mit gepanzerten Fahrzeugen auf, die STRILA soll russische Shahed-Kampfdrohnen abfangen. <\/p>\n<p>Straffe Zeitpl\u00e4ne sind nicht unbedingt die St\u00e4rke der deutschen R\u00fcstungsindustrie, was auch an der Menge von Vorschriften liegt, mit der die Produzenten auch im Jahr 5 nach der Zeitenwende noch immer hadern. Die Ukraine, in der quasi jede neu hergestellte Waffe vom Flie\u00dfband weg direkt an die Front geht, hat die Bedingungen f\u00fcr die Produktion bis aufs unerl\u00e4ssliche Regel-Minimum entschlackt. <\/p>\n<h2>Die Ukrainer verlassen sich auf Iris-T<\/h2>\n<p>Davon profitieren die kooperierenden deutschen Hersteller, ebenso wie von dem direkten Feedback aus dem Einsatz. Denn nicht jede Drohne, die auf dem \u00dcbungsplatz eine gute Figur macht, erf\u00fcllt die Erwartungen dann auch an der Front. &quot;Da gab es Software-Probleme oder auch Schwierigkeiten bei der Lenkung, wenn etwa \u00fcber lange Distanz die Verbindung zur Drohne halten muss. Aber die meisten dieser Kinderkrankheiten sind inzwischen behoben&quot;, sagt der \u00f6sterreichische Milit\u00e4rexperte Gustav Gressel. <\/p>\n<p>Was Deutsche und Ukrainer in den vergangenen zwei Jahren geschafft haben, kann sich also sehen lassen. Zudem hat sich die deutsche Flugabwehrwaffe Iris-T im selben Zeitraum zum zuverl\u00e4ssigsten und meist verwendeten System in der Luftverteidigung mittlerer Reichweite entwickelt. Das einzige System, f\u00fcr das kein Engpass bei der Munitionsversorgung besteht. Ein Umstand, den die Ukrainer enorm zu sch\u00e4tzen wissen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Am-ukrainischen-Himmel-ist-eine-neue-Aera-angebrochen-id30694559.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Abfangdrohne\"\/>Kiew meldet Abfangdrohnen-RekordAm ukrainischen Himmel ist eine neue \u00c4ra angebrochen<\/a><\/p>\n<p>Viel mehr als das, was bereits geschafft wurde, muss aber noch passieren, und auch deshalb ist Selenskyj nach Berlin gereist. Denn im Jahr 2027 will die ukrainische Armee ein eigenes Fliegerabwehrsystem f\u00fcr die hohe Reichweite zur Verf\u00fcgung haben. Auch da k\u00f6nnte Iris-T eine zentrale Rolle spielen. &quot;Denkbar w\u00e4re, eine Rakete zur Abwehr ballistischer Raketen zu bauen, die mit Iris-T kompatibel w\u00e4re&quot;, sagt Gressel. Der Werfer des Iris-T-Systems k\u00f6nnte dann zus\u00e4tzlich zu der bisherigen Munition f\u00fcr kurze und mittlere Reichweite auch noch neu entwickelte Abwehrmunition gegen ballistische Raketen mit hoher Reichweite abfeuern. <\/p>\n<p>Um einen solchen v\u00f6llig neuen Munitionstypen zu bauen, m\u00fcssten die Ukrainer in die Interna des Systems eingreifen. Das hei\u00dft, f\u00fcr den deutschen Hersteller Diehl Defence m\u00fcssten sie vom Kunden zum Partner werden. Aber w\u00fcrde Diehl das wollen? <\/p>\n<p>F\u00fcr Gressel h\u00e4tte ein solcher Deal weit \u00fcber den Ukrainekrieg hinaus Vorteile. Denn derzeit noch arbeiten viele europ\u00e4ische L\u00e4nder mit dem Patriotsystem der USA. Eine europ\u00e4ische L\u00f6sung w\u00fcrde die Abh\u00e4ngigkeit vom US-Hersteller verringern. Ob eine solche Option heute in den Gespr\u00e4chen konkret wurde, dar\u00fcber drang noch nichts nach au\u00dfen. <\/p>\n<h2>Ein gigantischer Datenschatz ist zu gewinnen<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend die Ukrainer auf deutsche und europ\u00e4ische Gelder setzen, ohne die sie bei der Masse an Kosten f\u00fcr Entwicklung und Produktion kaum handlungsf\u00e4hig sind, profitiert Deutschland schon bald noch konkreter von den Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. Was denkbar unspektakul\u00e4r als &quot;Einigung \u00fcber Daten-Kooperation&quot; in der neuen strategischen Partnerschaft gef\u00fchrt wird, kann in der R\u00fcstungsindustrie einen enormen Erkenntnisgewinn umfassen. <\/p>\n<p>&quot;Die entwickelten Waffen sind darauf ausgerichtet, die aktuell eingesetzten Systeme der Russen zu kontern &#8211; ihre Abwehrwaffen, ihre Kampfjets, ihre St\u00f6rsender&quot;, sagt Gressel. &quot;Deutsche Unternehmen, die jetzt in der Ukraine t\u00e4tig sind, gewinnen so einen gigantischen Datenschatz \u00fcber russische Waffen f\u00fcr die Nachrichtendienstler&quot;, sagt Gressel. <\/p>\n<p>So verwundert es nicht, dass &#8211; im Kanzleramt neben Selenskyj stehend &#8211; Friedrich Merz einen gro\u00dfen Teil seines Statements den Vorteilen widmet, die f\u00fcr die deutsche Seite aus der strategischen Partnerschaft ihrer L\u00e4nder erwachsen. Keine Armee in Europa sei in den letzten Jahrzehnten im Kampf so erprobt worden wie die der Ukraine. &quot;Keine Verteidigungsindustrie ist innovativer geworden als die der Ukraine&quot;, sagte Merz. &quot;Mit unserer Unterst\u00fctzung st\u00e4rken wir damit zugleich die deutsche und europ\u00e4ische Verteidigungsf\u00e4higkeit und unsere industrielle Basis.&quot; <\/p>\n<p>Das w\u00fcrde auch Gressel unterschreiben. Die taktischen Erfahrungen der ukrainischen Truppen mit der Anwendung neu entwickelter Waffen sch\u00e4tzt der Wissenschaftler inzwischen noch wertvoller ein, als ihr rein technisches Knowhow. &quot;Auf den Bildern im Internet sehen wir das Endresultat &#8211; ein Bataillon, das ein Dorf angreift. Doch dahinter steht eine ganze Brigade, die das Drumherum koordiniert: Die Ausschaltung des russischen Drohnenteams, die elektronische Kampff\u00fchrung, um den \u00dcberraschungsmoment sicherzustellen, all das, was \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht, dass ein Bataillon im gl\u00e4sernen Gefechtsfeld einen Angriff durchf\u00fchren kann&quot;, so der Experte. &quot;Das kann die Bundeswehr auf einem \u00dcbungsplatz nur sehr schwer nachstellen. Aber von den Ukrainern kann sie es lernen.&quot; <\/p>\n<h2>Eine Botschaft f\u00fcr Putin<\/h2>\n<p>Das wei\u00df auch Wladimir Putin, und es kann dem russischen Pr\u00e4sidenten nicht gefallen, wenn Selenskyj im Kanzleramt nicht als Bittsteller auftritt, sondern als strategischer Partner auf Augenh\u00f6he. Das zu verdeutlichen, ist Friedrich erkennbar wichtig, und die Botschaft dahinter wird in Moskau wohl ankommen. <\/p>\n<p>Wenn deutsche und andere europ\u00e4ische Soldaten von Erfahrungen aus erster Hand profitieren, w\u00fcrden sie bei einem potenziellen Angriff etwa auf einen Baltenstaat zum deutlich schwierigeren Gegner. Diesen Faktor dem Kreml bewusst zu machen, zum Beispiel durch strategische Partnerschaft mit Kiew, nennt man Abschreckung. &quot;Die Bundeswehr kann sich so mehr Respekt verschaffen&quot;, sagt Gressel, &quot;Wenn sie komplexe Operationen durchf\u00fchren kann und \u00fcber Ger\u00e4t verf\u00fcgt, dass gegen die Russen schon mal hart zugebissen hat.&quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Merz macht Ukraine zum PartnerEin Tag, der Putin abschrecken k\u00f6nnte 14.04.2026, 20:12 Uhr Von Frauke NiemeyerArtikel anh\u00f6ren(08:19 min)00:00 \/ 08:19 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Das kann dem<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31857","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31857"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31857\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}