{"id":31851,"date":"2026-04-13T21:06:49","date_gmt":"2026-04-13T18:06:49","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-fur-die-soldaten-ist-das-die-holle\/"},"modified":"2026-04-13T21:06:49","modified_gmt":"2026-04-13T18:06:49","slug":"reisners-blick-auf-die-front-fur-die-soldaten-ist-das-die-holle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-fur-die-soldaten-ist-das-die-holle\/","title":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front : &#8220;F\u00fcr die Soldaten ist das die H\u00f6lle&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Reisners Blick auf die Front &quot;F\u00fcr die Soldaten ist das die H\u00f6lle&quot;<\/h2>\n<p>13.04.2026, 18:14 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Ein Interview von Frauke Niemeyer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:58 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/04\/TTSART_30709489_20260413181526-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:58<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30709678\/1776098298\/Img_16_9\/1024\/.webp\"\/><figcaption>Ukrainische Soldaten ehren den gefallenen Kommandeur des Bataillons Da Vinci Wolves in Kiew. (Foto: Global Images Ukraine via Getty )<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Russen gewinnen derzeit kaum Gel\u00e4nde, doch die Ukrainer zahlen einen hohen Preis daf\u00fcr, sagt Oberst Reisner ntv.de. Die Drohnen h\u00e4tten den Krieg nicht pr\u00e4ziser gemacht, sondern &quot;ihn entartet&quot;.<\/p>\n<p>ntv.de: Der Ukraine sind in den vergangenen Wochen einige Angriffe auf russische Infrastruktur gelungen. K\u00f6nnte das ein Trend sein?<\/p>\n<p>Markus Reisner: Erstmals schafft es die Ukraine, den Druck, den Russland mit seinen Drohnenangriffen, Raketen und Marschflugk\u00f6rpern auf hohem Niveau h\u00e4lt, auch zur\u00fcckzugeben. In einer gezielten Offensive haben die Ukrainer Ende M\u00e4rz versucht, den Hafen Ostluga im Norden Russlands, nahe am Baltikum, zu treffen. Von dort aus sendet Russland viele Schiffe der Schattenflotte auf die Weltmeere, vollbeladen mit \u00d6l. Es gab einige bemerkenswerte Treffer.<\/p>\n<p>An der Front verharren die Truppen in der Pattsituation?<\/p>\n<p>Ja, aber diese Lage ist f\u00fcr die Ukraine besser als f\u00fcr Russland, das sich bewegen, also angreifen muss, um gegnerisches Gebiet einzunehmen. Doch je mehr die ukrainischen Truppen in der Lage sind, Drohnen an die Front zu liefern, desto besser gelingt es ihnen, die russischen Einheiten tats\u00e4chlich zum Stehen zu bringen. Denn an der Front kann sich praktisch keine Maus mehr bewegen, ohne dass sie von einer Drohne entdeckt und verfolgt wird. Das gilt f\u00fcr beide Seiten, ist aber f\u00fcr Russland ein gr\u00f6\u00dferer Nachteil, weil es den Angreifern fast gar nicht mehr gelingt, aus den eigenen Stellungen heraus mit kleinen Trupps in Richtung der Verteidiger vorzugehen. Im Internet zeigt die Dokumentation des Frontverlaufs, dass die Russen derzeit deutlich weniger Gel\u00e4nde erobern als in den vergangenen Jahren.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Markus-Reisner\"\/><figcaption>Der promovierte Historiker und Oberst Markus Reisner bildet an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie in Wien Offiziere des \u00f6sterreichischen Bundesheers aus. F\u00fcr ntv.de analysiert er jede Woche Entwicklungen im Ukraine-Krieg. <\/figcaption><\/figure>\n<p>So l\u00fcckenlos ist die ukrainische Abwehr? Es hei\u00dft ja oft, dass die Truppen an der Front schon sehr ausged\u00fcnnt seien.<\/p>\n<p>Das stimmt auch. Der R\u00fcckgang der Gel\u00e4ndegewinne kann daher auch die Ruhe vor dem Sturm sein, vor der n\u00e4chsten Sommeroffensive. Feststeht aber: Durch den starken Einsatz von Drohnen in der Luft in Kombination mit Bodenrobotern, den unmanned ground vehicles (UGV), schaffen es die Ukrainer, die Front zu halten. Punktuell gibt es auf beiden Seiten Vorm\u00e4rsche &#8211; seit Februar etwa den Vorsto\u00df der Ukrainer bei Pokrowske und den der Russen westlich von Siversk. Aber wenn wir die Front insgesamt betrachten, sehen wir im Wesentlichen eine Pattsituation.<\/p>\n<p>Klingt erstmal gut, klang auch letzte Woche schon gut: Die Ukraine h\u00e4lt stand, die Russen r\u00fccken kaum vor. Aber das hat auch seinen Preis. Was hat jemand, der jetzt als Infanterist vorn an die Front geschickt wird, zu erwarten?<\/p>\n<p>Nochmal kurz zur Orientierung: An der Front liegen die Streitkr\u00e4fte sich nicht mehr in Sch\u00fctzengr\u00e4ben gegen\u00fcber, zwischen sich das unkontrollierte Niemandsland, sondern sie verteilen sich auf kleine St\u00fctzpunkte in der sogenannten &quot;Grauzone&quot;. L\u00fcckenlos \u00fcberwacht von Drohnen beider Seiten. F\u00fchrt diese Todeszone, die bis etwa 40 Kilometer breit sein kann, durch freies Gel\u00e4nde, dann liegen die St\u00fctzpunkte zum Beispiel in einem Erdbunker, wo sich zwei oder drei Mann unter der Erde verbergen. Dort, wo sich D\u00f6rfer in der Grauzone befinden, kann man sich im Keller zerst\u00f6rter H\u00e4user verstecken. Untereinander k\u00f6nnen die Soldaten zwischen diesen St\u00fctzpunkten kommunizieren und versuchen, mit Hilfe von Drohnen zu erkennen, ob sich russische Soldaten in ihre Richtung bewegen.<\/p>\n<p>Die Leute verlassen aber diesen St\u00fctzpunkt nicht? Sie gehen nicht raus?<\/p>\n<p>Nein, sie bleiben grunds\u00e4tzlich unter der Erde, es sei denn, ein Bodenroboter mit Versorgungsg\u00fctern erreicht den St\u00fctzpunkt und muss entladen werden. Oder ein Verwundeter muss auf ein solches UGV gebettet werden, um ihn zu evakuieren. Aber niemand sonst verl\u00e4sst die Front, es findet keine Abl\u00f6se statt, die Ukrainer hocken in notd\u00fcrftig errichteten Bunkern, \u00fcber Wochen, \u00fcber Monate.<\/p>\n<p>Bei den Russen ist es anders.<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen ihre Stellungen verlassen, sich exponieren, weil sie die ukrainischen St\u00fctzpunkte angreifen m\u00fcssen. Konkret als Beispiel: Ein flaches Gel\u00e4nde, von Feldern und Windschutzg\u00fcrteln durchzogen. Auf einen Kilometer Breite gehen drei russische Sto\u00dftrupps sehr rasch und aufgef\u00e4chert, mit gro\u00dfem Abstand zueinander voran. Meistens zu Fu\u00df, manchmal auf Motorr\u00e4dern, selten auf Fahrzeugen. Zwei Trupps werden von Drohnen erkannt und get\u00f6tet, w\u00e4hrenddessen schafft es der dritte in eine Ortschaft und fl\u00fcchtet dort in einen Keller.<\/p>\n<p>Und wenn sie Pech haben, hocken im Verschlag nebenan Ukrainer?<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte passieren. Allerdings versuchen die Russen mittels ihrer Aufkl\u00e4rungsdrohnen, ukrainische Stellungen zu erkennen und anzugreifen, damit ihre vorsto\u00dfenden Trupps m\u00f6glichst unbeschadet durchkommen. Die Ukraine allerdings sucht nicht nur nach vorsto\u00dfenden Russen, sondern versucht, diese bereits anzugreifen, bevor sie \u00fcberhaupt losmarschieren, in ihren Bereitstellungsr\u00e4umen. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel &#8211; entlang der gesamten Front.<\/p>\n<p>Was passiert mit den drei \u00fcberlebenden Russen im Keller? <\/p>\n<p>Sie melden ihre Position nach hinten und die n\u00e4chsten Trupps marschieren los. Wenn dabei erneut zwei Trupps eliminiert werden und einer durchkommt, haben sie sechs Soldaten vor Ort. Damit k\u00f6nnen sie versuchen, den Nachbarkeller in Besitz zu nehmen, selbst wenn es zum Gefecht mit Ukrainern kommt, die sich dort verbergen. Beide besetzte Keller bilden dann einen Br\u00fcckenkopf, und wieder meldet man nach hinten, dass die n\u00e4chsten nachr\u00fccken k\u00f6nnen. Dieser Prozess l\u00e4uft langsam, enorm blutig und verlustreich. Wie dort gek\u00e4mpft wird, k\u00f6nnen wir uns kaum vorstellen. Eine der wirkungsvollsten Waffen der Ukrainer ist Stacheldraht.<\/p>\n<p>Auf den Feldern gespannt?<\/p>\n<p>Man verlegt Stacheldraht auf den Feldern, in dem sich die russischen Soldaten verhaken und dann gut von Abwehrdrohnen erkannt und get\u00f6tet werden k\u00f6nnen. Etliche Videos im Netz zeigen solche Vorf\u00e4lle. Wir haben insgesamt ein gutes Bild der Kriegsf\u00fchrung, denn im Schnitt kommen t\u00e4glich bis zu 15 neue Videos herein, die solches Vorgehen zeigen.<\/p>\n<p>Im l\u00e4ndlichen Raum, wo derzeit noch kein Laub an den B\u00e4umen Sichtschutz gibt, scheint das Vorr\u00fccken besonders t\u00f6dlich zu sein.<\/p>\n<p>Ja, darum greifen die Russen derzeit ganz massiv bei Konstantinowka an, das ist urbanes Gel\u00e4nde. Dort stehen sie bereits am Stadtrand und k\u00f6nnen sich relativ gut verbergen und im Schutz der Tr\u00fcmmer angreifen. Ansonsten ist die Front erstarrt. Die Russen schicken Soldaten nach vorn in den fast sicheren Tod durch ukrainische Drohnen und kommen kaum vorw\u00e4rts. Die Ukrainer k\u00f6nnen kaum Gel\u00e4nde zur\u00fcckerobern, weil sie sich daf\u00fcr exponieren m\u00fcssten. Sie verstecken sich im Boden, sind gefangen in diesem Bunker, in diesen Kellerl\u00f6chern, aus denen sie nicht herauskommen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Am-ukrainischen-Himmel-ist-eine-neue-Aera-angebrochen-id30694559.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Abfangdrohne\"\/>Kiew meldet Abfangdrohnen-RekordAm ukrainischen Himmel ist eine neue \u00c4ra angebrochen<\/a><\/p>\n<p>Ein Ukrainer, der als Infanterist ganz vorn an die Front gehen soll, der wei\u00df doch eigentlich: Zur\u00fcckkehren werde ich wohl nur verwundet oder tot. Ich hocke da so lange, bis es mich irgendwann erwischt?<\/p>\n<p>F\u00fcr den Soldaten ist das die H\u00f6lle.<\/p>\n<p>So klingt es.<\/p>\n<p>Das muss uns klar sein. Diese Soldaten vorne an der Front erleben die H\u00f6lle. Die hygienischen Zust\u00e4nde sind katastrophal. Die Isolation, monatelang zu zweit oder zu dritt im Loch zu hocken, das greift die Soldaten psychisch enorm an. Sobald sie das Versteck verlassen, sind sie dem Tod geweiht. Zudem kommt es in den kalten Wintermonaten zu Erfrierungen. Feuer kann ja niemand machen, weil der Rauch verr\u00e4terisch w\u00e4re. Der Kriegswinter in der Ukraine ist viel h\u00e4rter als die Winter, die wir aus vergangenen Kriegen kennen. Auf dem Schlachtfeld gibt es keinen R\u00fcckzug mehr. Die Drohne findet Sie und rei\u00dft Sie in St\u00fccke. Der Drohnenkampf hat den Krieg nicht pr\u00e4ziser und sauberer gemacht, sondern er hat ihn v\u00f6llig entartet.<\/p>\n<p>Hat die erste tats\u00e4chliche Oster-Waffenruhe w\u00e4hrend der Feierlichkeiten der Orthodoxen Kirche zumindest eine kurze Ruhepause erm\u00f6glicht?<\/p>\n<p>Zwar haben sich beide Seiten Br\u00fcche vorgeworfen, aber in einem gewissen Rahmen haben die Waffen offenbar geschwiegen. Eine Waffenruhe k\u00f6nnte aus Sicht des Kreml das Ziel gehabt haben, vor allem ukrainische Drohneneinfl\u00fcge auf russisches Territorium an den Feiertagen zu verhindern. Damit die Bev\u00f6lkerung nicht noch unruhiger wird. Das k\u00f6nnte ein Zeichen russischer Ersch\u00f6pfung sein &#8211; wenn wir Gl\u00fcck haben. <\/p>\n<p>Mit Markus Reisner sprach Frauke Niemeyer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Reisners Blick auf die Front &quot;F\u00fcr die Soldaten ist das die H\u00f6lle&quot; 13.04.2026, 18:14 Uhr Ein Interview von Frauke NiemeyerArtikel anh\u00f6ren(08:58 min)00:00 \/ 08:58 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31851","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31851","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31851"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31851\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31851"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31851"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31851"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}