{"id":3170,"date":"2020-10-13T23:46:55","date_gmt":"2020-10-13T20:46:55","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-boris-johnson-schlagt-alarm-in-grosbritannien\/"},"modified":"2020-10-13T23:46:55","modified_gmt":"2020-10-13T20:46:55","slug":"corona-krise-boris-johnson-schlagt-alarm-in-grosbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-krise-boris-johnson-schlagt-alarm-in-grosbritannien\/","title":{"rendered":"Corona-Krise: Boris Johnson schl\u00e4gt Alarm in Gro\u00dfbritannien"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/9d4e3b5c-5841-42aa-b52e-ea2a07a49aff_w948_r1.77_fpx51_fpy57.jpg\" title=\"Ein Mann, eine Maske: Boris Johnson bei einem Besuch seines Londoner Wahlkreises im Juli\" alt=\"Ein Mann, eine Maske: Boris Johnson bei einem Besuch seines Londoner Wahlkreises im Juli\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Ein Mann, eine Maske: Boris Johnson bei einem Besuch seines Londoner Wahlkreises im Juli<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Andrew Parsons\/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Mitte Juli, als auch im Vereinigten K\u00f6nigreich die erste Welle der Pandemie abebbte, wurde Boris Johnson danach gefragt, ob er im Winter wom\u00f6glich den n\u00e4chsten nationalen Lockdown verh\u00e4ngen werde. Er bezweifle das, antwortete der Premierminister, das Land erneut abzuriegeln, w\u00e4re eine &quot;nukleare&quot; Option &#8211; &quot;ich will nicht darauf zur\u00fcckgreifen. Und ich glaube auch nicht, dass wir noch mal in eine solche Lage kommen werden.&quot;<\/p>\n<p>Drei Monate und viele Tausend Covid-19-Infizierte sp\u00e4ter trat Johnson am Montagabend live vor die Nation und verk\u00fcndete, dass das Alltagsleben von rund 17 Millionen Engl\u00e4ndern nun wieder massiven Einschr\u00e4nkungen unterliegen wird.<\/p>\n<p>Vor allem das der Menschen in Liverpool und Umgebung, sie d\u00fcrfen sich von Mittwoch an weder drinnen noch drau\u00dfen mit anderen treffen, nicht mehr in Pubs trinken gehen, keine Fitnessstudios mehr aufsuchen. Es war kein nationaler Lockdown, den Johnson verh\u00e4ngte &#8211; noch nicht. Aber: &quot;Die Zahlen leuchten wie Warnlampen in einem Passagierflugzeug.&quot;<\/p>\n<h3>Wieder zur\u00fcck auf Los<\/h3>\n<p>Tats\u00e4chlich melden alle vier Teile des K\u00f6nigreichs seit Ende September rapide steigende Infektionsraten. Allein in England und Wales wurden zuletzt t\u00e4glich mehr als 13.000 Neuinfizierte registriert; die Zahl der Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden m\u00fcssen, ist inzwischen h\u00f6her als vor dem landesweiten Lockdown im M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Besonders beunruhigend: Obwohl die Regierung f\u00fcr die besonders betroffenen Regionen in Mittel- und Nordengland bereits vor Wochen eind\u00e4mmende Ma\u00dfnahmen verk\u00fcndet hat, grassiert das Virus dort weiter \u00fcberdurchschnittlich stark. Der stellvertretende Chief Medical Officer f\u00fcr England, Jonathan Van-Tam, sieht es so: Das Land sei praktisch wieder an dem Punkt, an dem es im M\u00e4rz stand.<\/p>\n<p>Am Montag nun versuchte Johnson, die Rei\u00dfleine zu ziehen. Um die kaum noch zu \u00fcberblickenden Regeln und Ausnahmen im Kampf gegen die Pandemie &quot;zu vereinfachen und zu standardisieren&quot;, k\u00fcndigte der Regierungschef ein dreistufiges Corona-Warnsystem an. Demnach werden k\u00fcnftig landesweit Regionen mit &quot;mittlerem&quot;, &quot;hohem&quot; und &quot;sehr hohem&quot; Infektionsrisiko ausgeflaggt. Je h\u00f6her das Risiko, desto strikter die Restriktionen.<\/p>\n<h3>Liverpool am h\u00e4rtesten betroffen<\/h3>\n<p>Die 500.000-Einwohner-Stadt Liverpool im Nordwesten Englands hat es dabei einstweilen am h\u00e4rtesten getroffen. Weil dort zuletzt bis zu 1000 Neuinfektionen t\u00e4glich gez\u00e4hlt wurden, wird das Leben der feierfreudigen Liverpudlians nun f\u00fcr mindestens vier Wochen vielerorts stillstehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr gro\u00dfe Teile des englischen Nordens und der Midlands gilt f\u00fcrs Erste die Warnstufe 2 \u00ad- im gesamten Rest Englands, inklusive Londons, sieht die Regierung noch ein mittleres Risiko. Dort bleibt es bei den bislang \u00fcblichen Regeln, wie etwa der, dass sich maximal sechs Menschen gleichzeitig drinnen wie drau\u00dfen treffen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Johnsons Regierung will damit offenkundig einen Teil des Vertrauens zur\u00fcckgewinnen, das sie in den vergangenen Monaten durch etliche Fehlentscheidungen und Spitzkehren verspielt hat. Ob das dem gl\u00fccklosen Premierminister gelingen wird, ist jedoch fraglich. Sein abendlicher Fernsehauftritt jedenfalls war noch keine 20 Minuten alt, als Kritiker im ganzen Land auf die n\u00e4chsten Ungereimtheiten im neuen Coronakonzept hinwiesen.<\/p>\n<h3>Wales will Engl\u00e4nder an Einreise hindern<\/h3>\n<p>So d\u00fcrfen etwa Pubs auch in Hochrisikogebieten ge\u00f6ffnet bleiben, wenn sie zum Bier &quot;substanzielle Mahlzeiten&quot; anbieten &#8211; was immer das auch hei\u00dfen mag. Unklar ist auch, wie und ob die Regierung B\u00fcrger daran hindern wird, Corona-Hotspots zu verlassen. Vorsorglich hat die Regionalregierung von Wales bereits wissen lassen, dass sie Einreisende aus England k\u00fcnftig nicht ohne Weiteres passieren lassen will &#8211; die nordwalisische Grenze liegt rund 50 Kilometer von der Metropolregion Liverpool entfernt.<\/p>\n<p>Mit den neuen Ma\u00dfnahmen riskiert die Zentralregierung in London zudem, den \u00c4rger der Rathauschefs im Norden Englands weiter anzufachen. Viele von ihnen beklagen seit Wochen partei\u00fcbergreifend, dass anhaltende Restriktionen die wirtschaftlich ohnehin gebeutelte Region in den Ruin treiben werden.<\/p>\n<p>Johnsons Regierung habe die Situation im Norden durch serielle Inkompetenz verschlimmert, monieren etliche B\u00fcrgermeister. So kam es zuletzt etwa zu haarstr\u00e4ubenden Pannen bei Massentests f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung: Mal wurden rund 16.000 positiv Getestete wegen einer Computerpanne schlicht \u00fcbersehen, mal gingen in Manchester und allen anderen Hotspots des Nordens die Tests aus.<\/p>\n<h3>Folgte Johnson wirklich der Wissenschaft?<\/h3>\n<p>Andy Burnham, Labourpolitiker und Chef der Metropolregion Manchester, bezweifelt, dass die Regierung die Lage noch im Griff hat. Das vor Wochen ergangene Edikt, Pubs um 22 Uhr zu schlie\u00dfen, sei beispielsweise nicht nur sinnlos, sondern wom\u00f6glich kontraproduktiv. Es gebe jedenfalls etliche Hinweise darauf, dass Durstige sp\u00e4tabends einfach auf der Stra\u00dfe weitertrinken &#8211; dabei aber \u00fcberhaupt nicht mehr auf soziale Distanz achten.<\/p>\n<p>Burnham und andere verlangen daher immer vehementer, dass Johnson endlich offenlegt, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage er diese und andere Entscheidungen getroffen habe. Schlie\u00dflich beteuere der Regierungschef ja bei jeder Gelegenheit, dass er &quot;der Wissenschaft folgt&quot;.<\/p>\n<p>Die Zweifel daran haben seit Montag erneut zugenommen. Da wurde \u00f6ffentlich, dass das wissenschaftliche Beratergremium von Johnsons Regierung (abgek\u00fcrzt: Sage) bereits vor drei Wochen dringend zu strikten Beschr\u00e4nkungen des \u00f6ffentlichen Lebens geraten hatte.<\/p>\n<h3>Fachleute rieten fr\u00fch zu vor\u00fcbergehendem Lockdown<\/h3>\n<p>Laut einem Sitzungsprotokoll vom 21. September forderten die Fachleute Johnson zu einem landesweiten zweiw\u00f6chigen Lockdown auf, um die exponentielle Zunahme von Infektionen zu stoppen. Jeder, der k\u00f6nne, m\u00fcsse von zu Hause aus arbeiten, alle Treffen mit Menschen aus anderen Haushalten m\u00fcssten untersagt werden; Pubs, Restaurants, Fitnessstudios, Friseure und andere Dienstleister sollten umgehend schlie\u00dfen, Uni-Kurse d\u00fcrften nur noch online stattfinden.<\/p>\n<p>Ihre Empfehlung sprachen die Wissenschaftler zu einem Zeitpunkt aus, als die neuerliche Krise noch beherrschbar schien und etwa 3000 Neuinfektionen t\u00e4glich gemeldet wurden. Aber nur einen Vorschlag, die Arbeit im Homeoffice, nahm Johnsons Regierung auf.<\/p>\n<p>Dabei hatten die Fachleute sehr deutlich gemacht, dass alles andere als unverz\u00fcgliche Beschr\u00e4nkungen &quot;katastrophale Konsequenzen&quot; haben werde.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Ein Mann, eine Maske: Boris Johnson bei einem Besuch seines Londoner Wahlkreises im Juli Foto:\u2002Andrew Parsons\/ dpa Mitte Juli, als auch im Vereinigten K\u00f6nigreich die erste Welle der<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3171,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3170","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3170","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3170"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3170\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3171"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3170"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3170"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3170"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}