{"id":31680,"date":"2026-03-16T22:25:55","date_gmt":"2026-03-16T19:25:55","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukraine-sieht-in-der-situation-im-nahen-osten-auch-eine-chance\/"},"modified":"2026-03-16T22:25:55","modified_gmt":"2026-03-16T19:25:55","slug":"reisners-blick-auf-die-front-die-ukraine-sieht-in-der-situation-im-nahen-osten-auch-eine-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukraine-sieht-in-der-situation-im-nahen-osten-auch-eine-chance\/","title":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front: &#8220;Die Ukraine sieht in der Situation im Nahen Osten auch eine Chance&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukraine sieht in der Situation im Nahen Osten auch eine Chance&quot;<\/h2>\n<p>16.03.2026, 19:59 Uhr Artikel anh\u00f6ren(09:51 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/03\/TTSART_30477559_20260316195917-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 09:51<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30476154\/1773670761\/Img_16_9\/920\/image.webp\" alt=\"Video poster\"\/><video poster=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30476154\/1773670761\/Img_16_9\/920\/image.webp\" controls=\"true\"><source src=\"https:\/\/streaming.n-tv.de\/proxy\/abr\/2026\/03\/WVVID_Reisner__Wie_Ukraine_Nahostkrieg_als_Heb_260316135045-prog.ism\/.mp4?filter=(trackName==&quot;video-web6&quot;||trackName==&quot;audio-web6&quot;)\" type=\"video\/mp4\"><\/source><source src=\"https:\/\/streaming.n-tv.de\/proxy\/abr\/2026\/03\/WVVID_Reisner__Wie_Ukraine_Nahostkrieg_als_Heb_260316135045-abr.ism\/.m3u8\" type=\"application\/vnd.apple.mpegURL\"><\/source><\/video><\/p>\n<p>Weniger Aufmerksamkeit, weniger Ressourcen, weniger Sicherheit: Der Krieg im Iran bedeutet f\u00fcr die Ukraine geopolitisch vor allem Verzicht. Ein bestimmter Umstand k\u00f6nne Kiews Truppen aber helfen &#8211; vielleicht sogar finanziell, sagt Oberst Reisner.<\/p>\n<p>ntv.de: Die Eskalation mit Iran und die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus wirken auf den Ukraine-Krieg. Steigende Energiepreise und knappere Ressourcen lassen in der EU Zweifel wachsen, wie viel milit\u00e4rische und finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kiew politisch noch machbar ist. Welche Auswirkungen bekommt die Ukraine bereits zu sp\u00fcren?<\/p>\n<p>Markus Reisner: Die Ukraine versucht, weiter im Gespr\u00e4ch zu bleiben. Sie ben\u00f6tigt auch weiterhin Unterst\u00fctzung durch die USA und Europa. Der Krieg im Iran wird f\u00fcr die USA immer unkontrollierbarer, obwohl US-Pr\u00e4sident Donald Trump das Gegenteil behauptet. In der US-Regierung gibt es immer mehr Stimmen, die sich fragen: Was ist eigentlich das Kriegsziel? Jetzt versucht Trump, die Nato-Mitglieder f\u00fcr eine Mission in der Stra\u00dfe von Hormus in die Pflicht zu nehmen &#8211; indem er ihnen droht. Das zeigt, wie weit sich die USA als wichtigste Unterst\u00fctzer von der Ukraine wegdrehen und andere Kriegsschaupl\u00e4tze ins Visier nehmen.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Markus-Reisner-ist-Historiker-und-Rechtswissenschaftler-Oberst-des-Generalstabs-im-Oesterreichischen-Bundesheer-und-Leiter-des-Institutes-fuer-Offiziersgrundausbildung-an-der-Theresianischen-Militaerakademie-Wissenschaftlich-arbeitet-er-u-a-zum-Einsatz-von-Drohnen-in-der-modernen-Kriegsfuehrung-Jeden-Montag-bewertet-er-fuer-ntv-de-die-Lage-an-der-Ukraine-Front\"\/><figcaption>Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er u.a. zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front. (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gibt es daf\u00fcr weitere Anzeichen?<\/p>\n<p>Trump behauptete neulich, das Hindernis zwischen Krieg und Frieden in der Ukraine hei\u00dfe nicht Wladimir Putin, sondern Wolodymyr Selenskyj. Die Ukraine versteht diese Signale. Sie versucht diese L\u00fccke, die die USA hinterlassen, zu f\u00fcllen &#8211; und wendet sich an die Europ\u00e4er. Aber die Europ\u00e4er stecken in einem Dilemma: Sollen sie jetzt die Amerikaner unterst\u00fctzen oder wollen sie es riskieren, sich vom Krieg im Iran abzuwenden und Trump vor den Kopf zu sto\u00dfen? Und welche Ressourcen haben sie denn \u00fcberhaupt noch, um die Ukraine zu unterst\u00fctzen?<\/p>\n<p>Wie w\u00fcrden Sie diese Frage beantworten?<\/p>\n<p>In Br\u00fcssel verhindern die Vetos Ungarns und der Slowakei, der Ukraine den zugesagten Kredit von 90 Milliarden Eurom zu \u00fcberweisen. Dieses Geld brauchen der ukrainische Staat und das ukrainische Milit\u00e4r dringend. Aus rein milit\u00e4rischer Sicht braucht die Ukraine vor allem Fliegerabwehrraketen f\u00fcr die Systeme Patriot und SAMP\/T. Die Ukraine kann die Russen zwar bis hin zur operativen Ebene durch den Einsatz vieler tausend Drohnen auf dem Gefechtsfeld auf Distanz halten. Eine Herausforderung ist aber die Abwehr der strategischen Luftangriffe der Russen, die alle f\u00fcnf bis zehn Tage stattfinden. Die Ukraine hatte bereits angeboten, Patriot-Fliegerabwehrraketen selbst zu produzieren. Aber die USA wollen die eigene Produktion behalten. Da die Produktionsrate nicht erh\u00f6ht wird, sind die Raketen nur in eingeschr\u00e4nktem Umfang verf\u00fcgbar. Das versch\u00e4rft sich noch durch den israelisch-amerikanischen Krieg im Iran.<\/p>\n<p>Der Iran hat der Ukraine nun mit einem Angriff gedroht wegen der angeblichen ukrainischen Drohnenhilfe f\u00fcr Israel. Was steckt dahinter?<\/p>\n<p>Die Ukraine sieht in der Situation im Nahen Osten auch eine Chance. Der Iran setzt f\u00fcr Angriffe auf Israel neben ballistische Raketen vor allem billige Schahed-Drohnen ein. Die israelischen Abschussraten und die der Golfstaaten sind bei den iranischen Attacken hoch. Sie holen aber Raketen und Drohnen auch durch den Einsatz von Patriots vom Himmel. Die Patriots sind teuer, die iranischen Drohnen billig. Zu Beginn des Krieges setzte der Iran \u00fcber 500 Drohnen t\u00e4glich ein. Die Ukraine hat den Golfstaaten angeboten, ihre Expertise zur Verf\u00fcgung zu stellen, um diese langsam fliegenden Drohnen abschie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Die Ukraine sagt: Wir k\u00f6nnen euch eine billige Alternative anbieten &#8211; und hofft, von den Golfstaaten daf\u00fcr Patriot-Raketen zu bekommen oder vielleicht finanzielle Unterst\u00fctzung. Der Iran m\u00f6chte somit verhindern, dass die Ukraine den Golfstaaten und den USA ihre F\u00e4higkeiten zur Verf\u00fcgung stellt. Es w\u00fcrde die Wirkung der iranischen Angriffe minimieren.<\/p>\n<p>Russland hat von den Iranern gelernt und setzt ebenfalls billige Shahed-Drohnen in der Ukraine ein. Wo und wie werden diese Drohnen produziert?<\/p>\n<p>Die Russen haben sich bei den Iranern bereits 2022 durch den Einsatz von billigen, aber wirkungsvollen Waffentr\u00e4gern bedient. Durch die Schahed-Drohnen konnten die Russen den Druck aufrechterhalten, vor allem in den ersten Phasen des Krieges, als sie noch weniger ballistische Raketen und Marschflugk\u00f6rper herstellen konnten. Inzwischen kombinieren die Russen die Angriffe mit Schahed-Drohnen, Marschflugk\u00f6rpern und Raketen. Fr\u00fcher bekamen die Russen die Drohnen aus dem Iran, inzwischen bauen sie diese nach. Die Russenwollen 2026 insgesamt 40.000 St\u00fcck produzieren. . Daf\u00fcr haben sie in Alabuga eine Sonderwirtschaftszone eingerichtet mit nordkoreanischen Arbeitern, die im Drei-Schicht-Betrieb liefern. Ziel ist es im Monat 6000 St\u00fcck zu produzieren. Mittlerweile gibt es auch Berichte, wonach die Russen wiederum Drohnen an die Iraner geliefert haben.<\/p>\n<p>Stellt man die n\u00e4chtlichen Luftangriffe der Russen auf die Ukraine grafisch dar, ergibt sich ein Muster. Es gibt einerseits Tage, an denen neben Raketen und Marschflugk\u00f6rpern mit Hunderten Drohnen angegriffen wird &#8211; andererseits Tage mit wenigen Dutzend Drohnenattacken. L\u00e4sst sich aus den regelm\u00e4\u00dfigen Unterbrechungen herauslesen, dass Russland Waffensysteme f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Schwarmangriffe aufsparen muss?<\/p>\n<p>Davon k\u00f6nnen Sie ausgehen. Sie sehen am Verlauf der Grafik: Es hat eine Steigerung gegeben vom Beginn des Jahres 2025 an. Das zeigen die Spitzen an den Tagen mit schweren Angriffen, die bis zum Januar dieses Jahres immer h\u00f6her werden. Der Anteil der Raketen und Marschflugk\u00f6rper wird moderat gesteigert, aber bleibt \u00fcberschaubar. Es sind vor allem die vielen Drohnen, die den Unterschied machen &#8211; die einerseits die Fliegerabwehr auf Trab halten, andererseits auch Ziele treffen. Jede dieser Drohnen ist beladen mit wirkungsvollen Sprengk\u00f6rpern. An den Produktionsseriennummern der abgest\u00fcrzten Raketen und Marschflugk\u00f6rpern erkennt man zudem, dass die Russen nicht ihre Lagerbest\u00e4nde nutzen. Nein, sie produzieren laufend. Und wenn sie eine gewisse St\u00fcckzahl produziert haben, dann setzen sie diese auch gleich wieder ein. Darum gibt es alles f\u00fcnf bis zehn Tage diesen Unterschied zwischen diesen Angriffen in der Grafik.<\/p>\n<p>Ukrainische Truppen haben Gel\u00e4ndegewinne bei Kupjansk, um Huljapole sowie im Raum Kostjantyniwka erzielt. Inwiefern stehen die russischen Truppen unter Druck?<\/p>\n<p>Seit Beginn des Februars hat die Ukraine es geschafft, dort signifikant Gel\u00e4nde in Besitz zu nehmen, zwischen 400 und 500 Quadratkilometer. Das ist mehr als die Russen an dieser Stelle letztes Jahr in Besitz genommen haben. Der Hintergrund dieses Angriffes war der Versuch der Ukraine, den Angriff der Russen Richtung Westen Richtung Saporischschja aufzuhalten. Die Ukraine griff die n\u00f6rdliche Flanke der russischen Offensive an. Tats\u00e4chlich haben die Angriffe der Russen bei Huljapole dann nachgelassen. Sie versuchen jetzt zum Teil wieder frontal anzugreifen vom S\u00fcden in Richtung Norden.<\/p>\n<p>Also werden die Russen in die Defensive gedr\u00e4ngt?<\/p>\n<p>Die Offensivanstrengungen der Russen werden sich dieses Jahr mit dem Beginn des Fr\u00fchjahrs und sp\u00e4ter auch mit der Sommeroffensive wieder verlagern, vor allem auf das sogenannte Festungsdreieck des Donbass. Das Dreieck reicht von Slowjansk \u00fcber Kramatorsk hinunter nach Kostjantyniwka. Die Russen werden versuchen, das Festungsdreieck von Norden und von S\u00fcden zu umfassen . Ob das gelingt, sei dahingestellt, aber es ist zumindest der Versuch erkennbar durch das Zuf\u00fchren von Kr\u00e4ften. Die Russen werden zudem in die Offensive gehen, sobald die B\u00e4ume ab dem Fr\u00fchjahr wieder Laub tragen und sie besser vor Drohnenangriffen sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Russland muss laut dem Institute for the Study of War (ISW) bereits Eliteverb\u00e4nde umlenken, was eine gr\u00f6\u00dfere Sommer Offensive gegen den ukrainischen Fortress Belt einschr\u00e4nken k\u00f6nnte. Wie sch\u00e4tzen Sie das ein?<\/p>\n<p>Der Vormarsch der Ukraine muss nat\u00fcrlich zun\u00e4chst von den Russen abgewehrt werden. Einer der ersten Eliteverb\u00e4nde, die eingesetzt werden, ist meist die Drohneneinheit Rubicon. Sie wird auf operativer Ebene in die Schwergewichtsr\u00e4ume verlegt, um dort sofort zu agieren. Dahinter steckt eine gewisse Strategie. Der Angriff der Ukraine im Raum Kursk, der in letzter Konsequenz gescheitert ist, hatte damals den Hintergrund, dass man die Russen, die einen enormen Druck im Donbass ausge\u00fcbt haben, zwingen wollte, die Kr\u00e4fte nach Kursk zu verlagern. Das haben die Russen dann auch gemacht. Das Katz-und-Maus-Spiel befeuern beide Seiten, um zu verhindern, dass nur eine Seite in der Lage ist, ein Schwergewicht zu bilden. Deshalb provoziert die Ukraine nun wieder die Verlegung der russischen Eliteeinheiten. Alles, was wir sehen, ist typisch f\u00fcr einen Abn\u00fctzungskrieg. Der Ausgang noch immer v\u00f6llig offen. Verlieren wird die Seite, die keine Ressourcen mehr aufbringen kann.<\/p>\n<p>Mit Markus Reisner sprach Lea Verstl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukraine sieht in der Situation im Nahen Osten auch eine Chance&quot; 16.03.2026, 19:59 Uhr Artikel anh\u00f6ren(09:51 min)00:00 \/ 09:51 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31680","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31680"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31680\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}