{"id":3168,"date":"2020-10-13T21:36:09","date_gmt":"2020-10-13T18:36:09","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/turkisch-griechischer-grenzstreit-provokation-aus-prinzip\/"},"modified":"2020-10-13T21:36:09","modified_gmt":"2020-10-13T18:36:09","slug":"turkisch-griechischer-grenzstreit-provokation-aus-prinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/turkisch-griechischer-grenzstreit-provokation-aus-prinzip\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkisch-griechischer Grenzstreit: Provokation aus Prinzip"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/60a66bf6-24c0-470a-bced-8aa4df2efa3b_w948_r1.77_fpx33_fpy49.jpg\" title=\"T\u00fcrkisches Forschungsschiff &quot;Oruc Reis&quot;: Erdo\u011fan bem\u00fcht sich, Fakten zu schaffen\" alt=\"T\u00fcrkisches Forschungsschiff &quot;Oruc Reis&quot;: Erdo\u011fan bem\u00fcht sich, Fakten zu schaffen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">T\u00fcrkisches Forschungsschiff &quot;Oruc Reis&quot;: Erdo\u011fan bem\u00fcht sich, Fakten zu schaffen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002YORUK ISIK \/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Dem t\u00fcrkischen Au\u00dfenminister gen\u00fcgten zwei Worte: &quot;Oruc Reis&quot; twitterte Mevl\u00fct \u00c7avu\u015fo\u011flu am Sonntag. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass das t\u00fcrkische Forschungsschiff &quot;Oruc Reis&quot; abermals in Richtung Griechenland aufgebrochen war. <\/p>\n<p>Deutlicher als \u00c7avu\u015fo\u011flu h\u00e4tte man es nicht zum Ausdruck bringen k\u00f6nnen, worum es bei dieser Mission geht: um eine Provokation.<\/p>\n<h3>St\u00e4nkern statt verhandeln<\/h3>\n<p>Seit Monaten streiten die T\u00fcrkei und Griechenland um Gas und Grenzen im Mittelmeer. Zwischenzeitlich gingen die Scharm\u00fctzel so weit, dass Beobachter vor einem Krieg zwischen den beiden Nato-Partnern warnten. Auf Initiative Deutschlands war es im Herbst gelungen, den Konflikt vor\u00fcbergehend zu entsch\u00e4rfen. Noch im Oktober sollten T\u00fcrken und Griechen zu Sondierungsgespr\u00e4chen zusammenkommen.<\/p>\n<p>Dazu d\u00fcrfte es nun erst mal nicht kommen. Indem der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan die &quot;Oruc Reis&quot; erneut in Richtung Griechenland schickt, macht er deutlich, dass ihm St\u00e4nkereien wichtiger sind als ernsthafte Verhandlungen. &quot;Die t\u00fcrkische Regierung will zeigen, wie furchtlos sie ist, wenn es darum geht, t\u00fcrkische Interessen im \u00f6stlichen Mittelmeer zu verteidigen&quot;, sagt Sinan \u00dclgen, t\u00fcrkischer Ex-Diplomat und Leiter des Istanbuler Thinktanks Edam.<\/p>\n<p>Dabei ist der Grund f\u00fcr den Konflikt zwischen Griechenland und der T\u00fcrkei relativ banal. Im Kern geht es darum, welchem Staat welcher Anteil am \u00f6stlichen Mittelmeer zusteht. Das Seerechts\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 sieht vor, dass Staaten in einem Radius von 200 Meilen um ihre Inseln in einer sogenannten &quot;Ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszone&quot; (AWZ) Rohstoffe ausbeuten d\u00fcrfen. Die t\u00fcrkische Regierung f\u00fchlt sich ungerecht behandelt. Da mehrere griechische Inseln nur wenige Kilometer von der T\u00fcrkei entfernt liegen, ist der Umfang der t\u00fcrkischen AWZ sehr viel kleiner, als es Ankara gern h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung ist eher symbolisch, denn in den umstrittenen Gew\u00e4ssern existieren wohl nur geringe Gasvorkommen, die \u00fcberhaupt gewinnbringend erschlossen werden k\u00f6nnten. Doch sowohl die t\u00fcrkische wie auch die griechische Seite haben das Thema durch ihre nationalistische Rhetorik aufgeladen. Es geht l\u00e4ngst nicht mehr um juristische Fragen, sondern um nationale Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<h3>Maas fordert Ende der t\u00fcrkischen Provokationen<\/h3>\n<p>Erdo\u011fan bem\u00fcht sich, Fakten zu schaffen, indem er die &quot;Oruc Reis&quot; seismische Untersuchungen durchf\u00fchren l\u00e4sst. &quot;Die T\u00fcrkei k\u00e4mpft im Mittelmeer nicht nur um Rohstoffe, sondern auch um eine Vormachtstellung in der Region&quot;, sagt Ilke Toyg\u00fcr, T\u00fcrkei-Expertin am spanischen Elcano Royal Institut. Erdo\u011fan, glaubt sie, d\u00fcrfte auch auf den Druck seines ultranationalistischen Koalitionspartners, der MHP, reagieren, der einen harten Kurs gegen\u00fcber Athen beschw\u00f6rt.<\/p>\n<p>Griechenland reagierte prompt auf die Provokation und forderte am Montag Sanktionen gegen Ankara, und das, obwohl die &quot;Oruc Reis&quot; gegenw\u00e4rtig noch rund 80 Kilometer s\u00fcdlich der griechischen Insel Kastelorizo stationiert ist. Eigentlich hatten sich die EU-Staaten gerade erst darauf geeinigt, das Verhalten der T\u00fcrkei im Dezember erneut bewerten zu wollen. &quot;Es gibt eine Eskalation. Also m\u00fcssen wir auch nicht l\u00e4nger warten&quot;, sagte nun aber ein Sprecher der griechischen Regierung.<\/p>\n<p>Eine rasche Beilegung des Konflikts ist durch den j\u00fcngsten Schlagabtausch unwahrscheinlich geworden. Die Europ\u00e4er und die T\u00fcrkei befinden sich stattdessen einmal mehr auf Kollisionskurs. Au\u00dfenminister Heiko Maas sagte eine geplante Reise nach Ankara kurzerhand ab und forderte ein Ende der Provokationen, stattdessen besucht er Zypern und Griechenland. &quot;Erdo\u011fan hat eine Situation geschaffen, bei der alle Seiten nur verlieren k\u00f6nnen&quot;, bilanziert Ex-Diplomat \u00dclgen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern T\u00fcrkisches Forschungsschiff &quot;Oruc Reis&quot;: Erdo\u011fan bem\u00fcht sich, Fakten zu schaffen Foto:\u2002YORUK ISIK \/ REUTERS Dem t\u00fcrkischen Au\u00dfenminister gen\u00fcgten zwei Worte: &quot;Oruc Reis&quot; twitterte Mevl\u00fct \u00c7avu\u015fo\u011flu am Sonntag. 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