{"id":31643,"date":"2026-03-10T22:36:04","date_gmt":"2026-03-10T19:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/experte-sieht-harte-einschnitte-die-party-ist-vorbei-vw-mitarbeiter-mussen-kroten-schlucken\/"},"modified":"2026-03-10T22:36:04","modified_gmt":"2026-03-10T19:36:04","slug":"experte-sieht-harte-einschnitte-die-party-ist-vorbei-vw-mitarbeiter-mussen-kroten-schlucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/experte-sieht-harte-einschnitte-die-party-ist-vorbei-vw-mitarbeiter-mussen-kroten-schlucken\/","title":{"rendered":"Experte sieht harte Einschnitte: &#8220;Die Party ist vorbei &#8211; VW-Mitarbeiter m\u00fcssen Kr\u00f6ten schlucken&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Wirtschaft<\/p>\n<h2>Experte sieht harte Einschnitte&quot;Die Party ist vorbei &#8211; VW-Mitarbeiter m\u00fcssen Kr\u00f6ten schlucken&quot;<\/h2>\n<p>10.03.2026, 18:53 Uhr Artikel anh\u00f6ren(08:25 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/03\/TTSART_30452972_20260310185358-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:25<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30453031\/1773153636\/Img_16_9\/1024\/Mitarbeiter-demonstrieren-in-der-Erlebnisproduktion-in-der-Glaesernen-VW-Manufaktur-die-Montage-von-ID3-Modellen-Rund-sechs-Wochen-nach-dem-Auslauf-der-Fahrzeugfertigung-eroeffnet-die-Glaeserne-Manufaktur-am-29-Januar-wieder-fuer-Besucher-Die-Glaeserne-Manufaktur-von-VW-in-Dresden-will-Besucher-kuenftig-in-die-Geheimnisse-des-Automobilbaus-einweihen-Waehrend-Gaeste-bei-Fuehrungen-in-dem-imposanten-Gebaeude-frueher-bei-der-Herstellung-von-Autos-wie-dem-Phaeton-oder-zuletzt-dem-ID-3-zuschauen-konnten-wird-es-kuenftig-mehr-um-die-Logik-eines-Fahrzeuges-gehen.webp\" alt=\"Mitarbeiter-demonstrieren-in-der-Erlebnisproduktion-in-der-Glaesernen-VW-Manufaktur-die-Montage-von-ID3-Modellen-Rund-sechs-Wochen-nach-dem-Auslauf-der-Fahrzeugfertigung-eroeffnet-die-Glaeserne-Manufaktur-am-29-Januar-wieder-fuer-Besucher-Die-Glaeserne-Manufaktur-von-VW-in-Dresden-will-Besucher-kuenftig-in-die-Geheimnisse-des-Automobilbaus-einweihen-Waehrend-Gaeste-bei-Fuehrungen-in-dem-imposanten-Gebaeude-frueher-bei-der-Herstellung-von-Autos-wie-dem-Phaeton-oder-zuletzt-dem-ID-3-zuschauen-konnten-wird-es-kuenftig-mehr-um-die-Logik-eines-Fahrzeuges-gehen\"\/><figcaption>Die Gewerkschaften m\u00fcssten nun unangenehme Entscheidungen mittragen, mahnt Branchenkenner Stefan Bratzel. (Foto: picture alliance\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das schwarze Autojahr 2025 ist nicht das Ende der schweren Krise der Branche. Volkswagen leidet besonders. Wie der Konzern den Karren aus dem Dreck ziehen k\u00f6nnte, erkl\u00e4rt Branchenexperte Stefan Bratzel im Interview mit ntv.de. Er leitet das Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach.<\/p>\n<p>ntv.de: Der Gewinn des VW-Konzerns ist um knapp die H\u00e4lfte eingebrochen, die Luxustochter Porsche verdiente im vergangenen Jahr fast gar nichts mehr. Die deutsche Autoindustrie steckt inzwischen seit Jahren in einer tiefen Krise. Wie ist vor diesem Hintergrund die aktuelle Bilanz der Wolfsburger zu bewerten?<\/p>\n<p>Stefan Bratzel: Die Zahlen sind alles andere als \u00fcberraschend und w\u00e4ren noch wesentlich schlimmer, wenn der VW-Konzern nicht schon vor eineinhalb Jahren begonnen h\u00e4tte, wichtige Schritte einzuleiten. Sowohl was den Standort Deutschland angeht, wo Volkswagen viel produziert, als auch die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit, vor allem mit Blick auf China.<\/p>\n<p>An welchen Stellschrauben hat der Konzern schon gedreht?<\/p>\n<p>Besonders bei den Volumenmarken VW, Skoda und Seat hat das Management die Kosten reduziert, vor allem durch eine deutliche Reduzierung der Mitarbeiterzahl mithilfe von Abfindungen. Bis 2030 sollen im Konzern insgesamt 50.000 Stellen im Vergleich zu vor eineinhalb Jahren wegfallen. Bei den Volumenmarken ist man unter dem Chef Thomas Sch\u00e4fer durch ein konsequentes Controlling schon gut vorangekommen. Der Gesamtkonzern muss noch effizienter werden, ohne sich kaputtzusparen.<\/p>\n<p>Sie sehen den VW-Konzern also auf dem richtigen Kurs?<\/p>\n<p>In einem schwierigen Umfeld geht es in die richtige Richtung. Das Management darf jetzt nicht nachlassen, schlie\u00dflich sind die Wolken noch dunkler geworden. Porsche ist die gr\u00f6\u00dfte Baustelle, darauf folgen Audi, China und die USA. Es handelt sich wie beim gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland um eine Polykrise.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/VW-rennt-aber-das-Laufband-wird-immer-schneller-id30452337.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"MuenchenNews_3410517_6\"\/>Reitz kommentiert Gewinneinbruch&quot;VW rennt, aber das Laufband wird immer schneller&quot;<\/a><\/p>\n<p>Die deutschen Hersteller tun sich in China und bei der Elektromobilit\u00e4t insgesamt schon seit Jahren schwer. Welche neuen Probleme sind im vergangenen Jahr dazugekommen, wie stark belasten zum Beispiel die US-Z\u00f6lle?<\/p>\n<p>Donald Trumps Tiraden hauen extrem rein. Die Z\u00f6lle d\u00fcrften den VW-Konzern im vergangenen Jahr unserer Einsch\u00e4tzung nach einige Milliarden Euro gekostet haben. Die Marktanteilsverluste in China haben sich versch\u00e4rft und es wird angesichts der dortigen konjunkturellen Abk\u00fchlung nicht leichter werden. Jetzt ist auch noch der Iran-Krieg dazugekommen. Die Energiepreise steigen, und die generelle Kaufzur\u00fcckhaltung wird noch gr\u00f6\u00dfer werden. Der Vorteil dabei ist, dass VW schon im Restrukturierungsmodus angekommen ist.<\/p>\n<p>Wie sollte der Autobauer auf diese zahlreichen Herausforderungen reagieren, an welchen Stellen muss das Management noch nachlegen?<\/p>\n<p>Das ist wirklich schwierig, die Krise kann nicht nur VW und der Vorstand allein l\u00f6sen. Auch die Gewerkschaften m\u00fcssen mitziehen und unangenehme Entscheidungen mittragen. Die Standortbedingungen in Deutschland und ganz Europa m\u00fcssen sich verbessern, da ist auch die Politik gefragt. Niemand spricht laut dar\u00fcber, aber wir haben eine schleichende Verlagerung von Produktion und Arbeitspl\u00e4tzen ins Ausland. Diese ist verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Warum k\u00f6nnen Sie das nachvollziehen &#8211; welche unangenehmen Entscheidungen sollte die Arbeitnehmerseite mittragen?<\/p>\n<p>Die Mitarbeiter, das Management und die Eigent\u00fcmer m\u00fcssen gleicherma\u00dfen Kr\u00f6ten schlucken, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts zu sichern und nicht noch mehr Arbeitspl\u00e4tze zu verlieren. Wir m\u00fcssen uns eingestehen, dass wir in Deutschland niedrige Arbeitszeiten bei hohen L\u00f6hnen und Krankheitskosten haben. Wir k\u00f6nnen nicht mehr auf unseren fr\u00fcheren Vorsprung vertrauen. Auch wenn es wehtut: Die Party ist vorbei. Wir m\u00fcssen die n\u00e4chsten Jahre Ma\u00df halten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/VW-Konzern-will-50-000-Jobs-bis-2030-streichen-id30453073.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Mitarbeiter-ueberpruefen-im-Lichttunnel-der-Lackiererei-im-Werk-von-Volkswagen-den-Lack-einer-Karosserie-Der-VW-Konzern-praesentiert-am-Dienstag-in-Wolfsburg-seine-Bilanz-fuer-2025\"\/>Plan f\u00fcr Stellenabbau bekr\u00e4ftigtVW-Konzern will 50.000 Jobs bis 2030 streichen<\/a><\/p>\n<p>Die VW-Mitarbeiter sollen also Abstriche machen. Und wo sehen Sie beim Management Nachholbedarf?<\/p>\n<p>VW ist ein riesiges Schiff, deshalb trifft die Krise der Branche den Konzern auch am st\u00e4rksten. Aus diesem &#8211; inzwischen schon flexibleren &#8211; Schiff m\u00fcssen Schnellboote werden. Denn es hat eine neue \u00c4ra extrem hoher Volatilit\u00e4t begonnen.<\/p>\n<p>Wie sollten diese Schnellboote aussehen?<\/p>\n<p>Es geht nicht um eine Zerschlagung, aber der Konzern darf nicht mehr Vollgas geradeaus fahren, sondern muss einiges umschiffen. Deshalb muss nicht nur das Tempo, sondern vor allem die Flexibilit\u00e4t steigen. N\u00f6tig ist mehr Eigenst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, die Konzernmarken m\u00fcssen Ihrer Meinung nach selbst\u00e4ndiger werden?<\/p>\n<p>Die Marken brauchen wieder mehr Spielraum &#8211; unter Nutzung sinnvoller Synergien. Das ist ein Spannungsverh\u00e4ltnis. Aber so lie\u00dfen sich die Prozesse beschleunigen. Porsche zum Beispiel hat l\u00e4ngere Zeit mit hohem Tempo eigene Entscheidungen getroffen und wurde nun durch Gemeinschaftsprojekte wie bei der Software ausgebremst. Auch wenn die Stuttgarter daran nat\u00fcrlich auch ihren eigenen Anteil haben.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen die Marken also schneller werden?<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen neue Kompetenzen lernen, aber auch alte ablegen, wenn diese nicht mehr gebraucht werden. Zweitens m\u00fcssen sie mit den richtigen Partnern kooperieren. Drittens m\u00fcssen sich Kultur und Organisation \u00e4ndern. <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"424178806\"\/><figcaption>Branchenexperte Stefan Bratzel (Foto: picture alliance\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>An welche Partner denken Sie da?<\/p>\n<p>In den USA sollte VW noch enger mit dem E-Autobauer Rivian zusammenarbeiten, um sich die notwendige Software-Architektur zu sichern. Beim autonomen Fahren wird es ohne Kooperationspartner wie Mobileye und andere nicht gehen. In China ist der zust\u00e4ndige Vorstand Ralf Brandst\u00e4tter mit verschiedenen Kooperationen wie Xpeng und Horizon schon gut vorangekommen. Es wird sich zeitnah zeigen, ob man wieder Marktanteile gewinnen kann. <\/p>\n<p>Und wie sollte das neue Mindset aussehen, zu dem sich die Kultur des Tankers VW Ihrer Meinung nach wandeln muss?<\/p>\n<p>N\u00f6tig ist ein Unternehmergeist von Ausprobieren und notfalls schnellem Scheitern. Die Organisationsstrukturen m\u00fcssen Schnelligkeit erm\u00f6glichen statt Tausender Pr\u00fcfantr\u00e4ge: Gucken, ob neue Dinge funktionieren, und wenn nicht, das n\u00e4chste Thema angehen. Das hat VW etwas verlernt, weil der Hersteller lange sehr erfolgreich mit dem war, was er immer schon gemacht hat.<\/p>\n<p>Sie sehen auch die Politik in der Pflicht &#8211; wie kann sie der kriselnden Branche am besten helfen?<\/p>\n<p>Wir brauchen eine neue Kooperationskultur in Deutschland: einen langfristigen Schulterschluss zwischen Politik, Sozialpartnern und Industrie, um wieder vor die technologische Welle zu kommen. Wir werden nie g\u00fcnstiger Autos produzieren als in anderen L\u00e4ndern, deshalb m\u00fcssen diese so viel besser sein, wie sie teurer sind. Zum Beispiel beim autonomen Fahren inklusive Robotik. Bei der Batterie-Wertsch\u00f6pfungskette m\u00fcssen wir nicht nur aufholen, sondern einen Vorsprung gegen\u00fcber China aufbauen und die Abh\u00e4ngigkeit reduzieren. Das geht nicht kurzfristig, sondern nur legislatur\u00fcbergreifend.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Autoexperte-Volkswagen-ist-viel-zu-gross-id30450788.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Pieper\"\/>Hoffnung auf deutsches Comeback?Autoexperte: &quot;Volkswagen ist viel zu gro\u00df&quot;<\/a><\/p>\n<p>Und wie l\u00e4sst sich so ein Technikvorsprung politisch f\u00f6rdern?<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr Energie, die Personalnebenkosten sowie der B\u00fcrokratieaufwand sind zu hoch. Wie in anderen L\u00e4ndern m\u00fcssen zum Beispiel die ersten ein, zwei Krankheitstage ohne Lohnfortzahlung sein, das wird Krankschreibungen freitags und montags deutlich reduzieren. <\/p>\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Baustellen der Branche war in den vergangenen Jahren die Elektromobilit\u00e4t. Sehen Sie hier keinen Nachholbedarf mehr?<\/p>\n<p>Die deutschen Hersteller sind hier inzwischen technisch voll vorn dabei, das w\u00fcrde ich bei VW auf der Positivseite verbuchen. Nur die Kostenstruktur muss besser werden. Die Wachstumsraten von E-Autos waren im vergangenen Jahr toll, in diesem Jahr wird es so weitergehen. Aber auch hier greifen viele R\u00e4dchen ineinander. Die Ladeinfrastruktur muss besser werden, vor allem das bidirektionale Laden. Autobauer, Energieversorger und Netzbetreiber m\u00fcssen zusammenarbeiten. Momentan blockieren wir uns h\u00e4ufig selbst, das geht alles viel zu langsam.<\/p>\n<p>Mit Stefan Bratzel sprach Christina Lohner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Experte sieht harte Einschnitte&quot;Die Party ist vorbei &#8211; VW-Mitarbeiter m\u00fcssen Kr\u00f6ten schlucken&quot; 10.03.2026, 18:53 Uhr Artikel anh\u00f6ren(08:25 min)00:00 \/ 08:25 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Die Gewerkschaften m\u00fcssten nun unangenehme Entscheidungen mittragen, mahnt Branchenkenner Stefan Bratzel. (Foto: picture alliance\/dpa) Das schwarze Autojahr 2025 ist nicht das Ende der schweren Krise der Branche. 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