{"id":31552,"date":"2026-02-23T21:45:57","date_gmt":"2026-02-23T18:45:57","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukrainer-stosen-vor-wie-im-ersten-weltkrieg\/"},"modified":"2026-02-23T21:45:57","modified_gmt":"2026-02-23T18:45:57","slug":"reisners-blick-auf-die-front-die-ukrainer-stosen-vor-wie-im-ersten-weltkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukrainer-stosen-vor-wie-im-ersten-weltkrieg\/","title":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front: &#8220;Die Ukrainer sto\u00dfen vor wie im Ersten Weltkrieg&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukrainer sto\u00dfen vor wie im Ersten Weltkrieg&quot;<\/h2>\n<p>23.02.2026, 17:26 Uhr Artikel anh\u00f6ren(09:03 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/02\/TTSART_30396171_20260223172649-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 09:03<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30396400\/1771866731\/Img_16_9\/1024\/KOSTIANTYNIVKA-UKRAINE-DECEMBER-28-Oleg-a-Ukrainian-serviceman-from-the-24th-Brigade-stands-in-front-of-a-residential-building-damaged-by-Russian-bombing-in-Kostiantynivka-Ukraine-on-28-December-2025-Despite-ongoing-attacks-and-harsh-winter-conditions-daily-life-continues-in-Kostiantynivka.webp\" alt=\"KOSTIANTYNIVKA-UKRAINE-DECEMBER-28-Oleg-a-Ukrainian-serviceman-from-the-24th-Brigade-stands-in-front-of-a-residential-building-damaged-by-Russian-bombing-in-Kostiantynivka-Ukraine-on-28-December-2025-Despite-ongoing-attacks-and-harsh-winter-conditions-daily-life-continues-in-Kostiantynivka\"\/><figcaption>Oleg, ukrainischer Soldat, nach einem Bombenangriff der Russen in Kostiantynivka (Foto: Anadolu via Getty Images)<\/figcaption><\/figure>\n<p>W\u00e4hrend Europa beteuert, wie sehr es an Kiews Seite steht, macht US-Pr\u00e4sident Trump weiter Druck auf Selenskyj. Der kann von der Front Erfolge vermelden, aber sind sie nachhaltig? <\/p>\n<p>ntv.de: Vor einigen Tagen gab es nochmals eine Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA. Wieviel Druck machen die Amerikaner, sich den Forderungen Wladimir Putins zu beugen? <\/p>\n<p>Markus Reisner: Die russische wie auch die amerikanische Seite wollen beide, dass sich die Ukraine aus dem Donbass zur\u00fcckzieht. US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat zuletzt zweimal gesagt, das Hindernis zum Frieden hei\u00dfe Selenskyj. Wolodymyr Selenskyj, der ukrainische Pr\u00e4sident, so hei\u00dft es, war auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz und noch einmal unmittelbar vor den Verhandlungen in Genf gro\u00dfes Thema. Die USA m\u00f6chten aus diesem Krieg rauskommen. <\/p>\n<p>Dringender denn je, vermutlich \u2013 Stichwort Iran? <\/p>\n<p>Der dortige massive Aufmarsch der US-Truppen kostet extrem viel Geld, ein begrenzter Luftschlag ist zu erwarten. Als zweites Thema poppt gerade Mexiko auf. Bei der Festnahme eines Kartell-Bosses ist es zu massiven Ausschreitungen gekommen, zu K\u00e4mpfen zwischen Angeh\u00f6rigen des Drogenkartells und der mexikanischen Armee. Die Festnahme des Drogenbarons basierte auf Geheimdienstdaten des US-Milit\u00e4rs. Geheimdienstlich und mit weitreichender Aufkl\u00e4rung unterst\u00fctzen die USA die Ukrainer auch weiterhin, aber die Hilfeleistungen sind rapide zur\u00fcckgegangen. Die gro\u00dfe Masse der B\u00fcrde tr\u00e4gt momentan die Europ\u00e4ische Union, vor allem finanziell.<\/p>\n<p>Die russischen Luftschl\u00e4ge gegen Umspannwerke und das Gasnetz verlangen den Ukrainern gerade enorme Widerstandskraft ab. Beeinflusst das die Verhandlungen? <\/p>\n<p>Ja, innerhalb der ukrainischen Delegation soll sich eine Spaltung abzeichnen. Ein Fl\u00fcgel, angef\u00fchrt von General Kyrylo Budanov, seit Januar Chef des Pr\u00e4sidialamts, pl\u00e4diert f\u00fcr eine rasche Einigung auf ein Abkommen, gef\u00fchrt von den USA. Die Gruppe um Budanov bef\u00fcrchtet, dass sich das Zeitfenster f\u00fcr Ma\u00dfnahmen bald schlie\u00dfen k\u00f6nnte. Die Gegenposition vertritt Andryj Yermak der ehemalige enge Berater des ukrainischen Pr\u00e4sidenten. <\/p>\n<p>In Genf konnte sich Yermak offenbar durchsetzen? <\/p>\n<p>Offenbar, es gab ja noch keine Zugest\u00e4ndnisse und die Verhandlungen am zweiten Tag waren nach nur zwei Stunden vorbei. Man hat sich angen\u00e4hert bei Themen wie Gefangenenaustausch. Aber substanziell inhaltlich gibt es kein weiteres Ergebnis, was aus meiner Sicht f\u00fcr mehr Einfluss von Yermak spricht. Man darf auch nicht vergessen: Selenskyj hat sich im vergangenen Jahr signifikant bewegt. Im Fr\u00fchjahr 2025 \u00e4u\u00dferte er erstmals die Bereitschaft, den Krieg an der Frontlinie einzufrieren &#8211; v\u00f6llig kontr\u00e4r zu seiner Position bis dahin. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Starlink-Abschaltung-gibt-Ukraine-bedeutenden-Vorteil-id30395679.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Russischer_Funkmast\"\/>Russische Truppen strauchelnStarlink-Abschaltung gibt Ukraine bedeutenden Vorteil<\/a><\/p>\n<p>Drei Jahre lang galt das Ziel, die Ukraine zur\u00fcckzuerobern, inklusive der Krim. Da kam er dem Kreml 2025 schon massiv entgegen, oder? <\/p>\n<p>Ja. Wenn die Russen nun darauf bestehen, den gesamten Donbass bekommen zu wollen, dann w\u00fcrde das bedeuten: mit allen dort noch befindlichen Verteidigungsstellungen. Das w\u00e4re extrem ung\u00fcnstig f\u00fcr die Ukrainer, denn niemand kann ausschlie\u00dfen, dass die Russen in eine paar Jahren wieder angreifen. Die n\u00e4chste Invasion w\u00e4re ohne diese Verteidigungslinie wesentlich schwieriger abzuwehren. Vor allem auch, weil bislang noch niemand die n\u00f6tigen Sicherheitsgarantien zugesagt hat. Die USA verlangen daf\u00fcr weiterhin eine Einigung. Die konkrete Unterst\u00fctzung \u00fcberl\u00e4sst Donald Trump den Europ\u00e4ern. Ich erkenne keinerlei \u00c4u\u00dferungen in Richtung der Ukraine, die hier Mut machen. <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Markus-Reisner-ist-Historiker-und-Rechtswissenschaftler-Oberst-des-Generalstabs-im-Oesterreichischen-Bundesheer-und-Leiter-des-Institutes-fuer-Offiziersgrundausbildung-an-der-Theresianischen-Militaerakademie-Wissenschaftlich-arbeitet-er-u-a-zum-Einsatz-von-Drohnen-in-der-modernen-Kriegsfuehrung-Jeden-Montag-bewertet-er-fuer-ntv-de-die-Lage-an-der-Ukraine-Front\"\/><figcaption>Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er u.a. zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front. (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch das forciert wahrscheinlich die geteilten Positionen der Ukrainer? <\/p>\n<p>Ja, und Sie k\u00f6nnen davon ausgehen, dass es auch kein Zufall ist, dass das \u2013 in einem Bericht des britischen Wirtschaftsmagazins \u201eThe Economist\u201c &#8211; an die \u00d6ffentlichkeit gelangt ist. Man m\u00f6chte damit zus\u00e4tzlich Druck aus\u00fcben. Es kommt noch etwas dazu: Das europ\u00e4ische Hilfspaket wird gerade massiv in Frage gestellt. Ungarn und die Slowakei haben angek\u00fcndigt, dass sie die Zusage f\u00fcr das 90-Milliarden-Paket verweigern werden. Ungarn befindet sich im Wahlkampf, am 15. April wird gew\u00e4hlt, und zum ersten Mal seit 15 Jahren wackelt die Position von Pr\u00e4sident Viktor Orb\u00e1n. Der will die Blockade f\u00fcr das Hilfspaket erst aufheben, wenn wieder \u00d6ltransit nach Ungarn \u00fcber die Druschba-Pipeline erfolgt. Orb\u00e1n macht mit seiner Weigerung vor allem Innenpolitik. Die Ukraine ger\u00e4t dadurch zus\u00e4tzlich unter Druck, denn die Luftangriffe der Russen verursachen derzeit schwere Sch\u00e4den. <\/p>\n<p>Von der Front gab es ja zuletzt auch positive Meldungen. Wie haben sich die ukrainischen Vorst\u00f6\u00dfe entwickelt? <\/p>\n<p>Der Informationsraum ist voll von dieser Offensive, die aber aus meiner Sicht keine tats\u00e4chliche Offensive mit weitgesteckten operativen Zielen ist. Es ist eher eine Bereinigung, die sich ergeben hat. Die Abschaltung von Starlink hat das beg\u00fcnstigt, aber zu wenig in der Fl\u00e4che. Sonst h\u00e4tten wir in mehreren Abschnitten sehen m\u00fcssen, dass die Russen massiv unter Druck kommen. Das war aber bisher nicht der Fall. <\/p>\n<p>Warum k\u00f6nnen die Ukrainer an zwei Stellen vorsto\u00dfen und an vielen anderen nicht? <\/p>\n<p>Das kam zustande, weil die Russen dort jeweils den Raum ausged\u00fcnnt hatten. Es war zum einen quasi die Flanke des russischen Vorsto\u00dfes, der s\u00fcdlich davon Richtung Saporischschja stattfindet. Dort war also ein ausgedehnter Raum, in dem teilweise Panik ausgebrochen sein soll bei den Russen. Das konnten die Ukrainer nutzen und die Russen \u00fcber den Fluss Wowtscha zur\u00fcckdr\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Die Gel\u00e4ndegewinne haben sich aber nicht steigern lassen? <\/p>\n<p>Nur marginal. Laut den positivsten Sch\u00e4tzungen wurden bis zu 400 Quadratkilometer zur\u00fcckerobert. Die Ukrainer mussten nun diesen Raum halten und hatten dasselbe Problem wie die Russen zuvor: Sie mussten die Versorgungslinien f\u00fcr Soldaten und Munition \u00fcber den Fluss stabil halten. Dazu muss man die \u00dcbergangsstellen \u00fcber das Wasser sichern, w\u00e4hrend der Himmel voller Drohnen ist. Das ist extrem schwierig. Die Ukrainer sto\u00dfen zu Fu\u00df vor. Ohne Panzer, ohne Fahrzeuge. Soldaten, die in kleinen Trupps vormarschieren, wie im Ersten Weltkrieg. In anderen Abschnitten ist der russische Druck unver\u00e4ndert hoch, wie zum Beispiel bei Siversk, bei Konstantinowka und noch immer Richtung Saporischschja.<\/p>\n<p>In M\u00fcnchen wurde bekannt, dass das erste Werk f\u00fcr die ukrainische Drohne Flamingo von russischen Angriffen zerst\u00f6rt wurde. Hat man diesen Notstand l\u00f6sen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Es ist gelungen, die Produktion an einen anderen Standort auszulagern. Die ersten Eins\u00e4tze wurden geflogen. Die Erfolge sind bemerkenswert, weil die Angriffe tats\u00e4chlich auf strategische Ziele abzielen. Bei Votkinsk, etwa 1400 Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Territorium entfernt wurde eine Fertigungsfabrik getroffen, die in die Produktion von Iskander-Raketen, Oreschnik und Kinzhal eingebunden ist. Satellitenbilder zeigen ein gro\u00dfes Loch im Dach des Geb\u00e4udes, etwa 30 mal 24 Meter gro\u00df. Als zweites wurde ein Munitionsdepot in Kotluban, etwa 1460 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Territorium entfernt, beschossen. Beides also relevante Ziele, aber die Sch\u00e4den waren noch \u00fcberschaubar.<\/p>\n<p>Hat das dennoch Perspektive? <\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, es w\u00fcrden Dutzende dieser Flamingos eingesetzt werden. Oder noch besser: Die Ukraine h\u00e4tte Tomahawk Marschflugk\u00f6rper aus den USA oder deutsche vom Typ Taurus. Das w\u00fcrde sofort ganz andere Effekte ergeben. Vor allem aufgrund der M\u00f6glichkeit, das Mittel der Navigation zu wechseln, sind die westlichen Marschflugk\u00f6rper wesentlich schwieriger abzufangen. Zum Flamingo gibt es unterschiedliche Aussagen, auch aus der Ukraine. <\/p>\n<p>Und die besagen? <\/p>\n<p>Der Flamingo ist ein Produkt, das aus der Not heraus geboren ist. Er hat gewisse F\u00e4higkeiten, ist aber zum Beispiel relativ schwerf\u00e4llig und gegen russische Abfangma\u00dfnahmen wenig best\u00e4ndig. K\u00e4me das System in h\u00f6herer St\u00fcckzahl zum Einsatz, oder sogar kombiniert mit Tomahawk oder Taurus, dann lie\u00dfe sich die russische Abwehr \u00fcberw\u00e4ltigen und der Effekt w\u00e4re wesentlich gr\u00f6\u00dfer. Ein solcher Angriff auf die Milit\u00e4rfabrik h\u00e4tte wirklich nachhaltige Folgen. <\/p>\n<p>Mit Markus Reisner sprach Frauke Niemeyer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukrainer sto\u00dfen vor wie im Ersten Weltkrieg&quot; 23.02.2026, 17:26 Uhr Artikel anh\u00f6ren(09:03 min)00:00 \/ 09:03 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Oleg, ukrainischer Soldat,<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31552\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}