{"id":31546,"date":"2026-02-22T21:06:22","date_gmt":"2026-02-22T18:06:22","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-als-testfeld-fur-drohnen-die-deutsche-seite-darf-den-kontakt-zur-frontlinie-nicht-verlieren\/"},"modified":"2026-02-22T21:06:22","modified_gmt":"2026-02-22T18:06:22","slug":"ukraine-als-testfeld-fur-drohnen-die-deutsche-seite-darf-den-kontakt-zur-frontlinie-nicht-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-als-testfeld-fur-drohnen-die-deutsche-seite-darf-den-kontakt-zur-frontlinie-nicht-verlieren\/","title":{"rendered":"Ukraine als Testfeld f\u00fcr Drohnen: &#8220;Die deutsche Seite darf den Kontakt zur Frontlinie nicht verlieren&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Ukraine als Testfeld f\u00fcr Drohnen&quot;Die deutsche Seite darf den Kontakt zur Frontlinie nicht verlieren&quot;<\/h2>\n<p>22.02.2026, 18:09 Uhr Artikel anh\u00f6ren(08:37 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/02\/TTSART_30378063_20260222180912-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:37<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30378176\/1771433849\/Img_16_9\/1024\/Beim-Besuch-des-Drohnenherstellers-Quantum-Frontline-Industries-wird-dem-ukrainischen-Praesidenten-Selenskyj-eine-Drohne-praesentiert-Das-deutsch-ukrainische-Gemeinschaftsunternehmen-soll-Drohnen-fuer-die-Streitkraefte-der-Ukraine-im-Krieg-gegen-Russland-produzieren-Der-Besuch-fand-im-Vorfeld-der-Muenchner-Sicherheitskonferenz-statt.webp\" alt=\"Beim-Besuch-des-Drohnenherstellers-Quantum-Frontline-Industries-wird-dem-ukrainischen-Praesidenten-Selenskyj-eine-Drohne-praesentiert-Das-deutsch-ukrainische-Gemeinschaftsunternehmen-soll-Drohnen-fuer-die-Streitkraefte-der-Ukraine-im-Krieg-gegen-Russland-produzieren-Der-Besuch-fand-im-Vorfeld-der-Muenchner-Sicherheitskonferenz-statt\"\/><figcaption>&quot;Die Entwicklung jeder Drohne, die heute von gro\u00dfen Unternehmen gebaut wird, begann mit einer Handvoll Ingenieuren in kleinen Werkst\u00e4tten&quot;, sagt Lomikovskyi. (Foto: picture alliance\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mut und Erfindungsreichtum ist f\u00fcr die Ukrainer der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Durch Innovationen k\u00f6nnen sie den Russen seit vier Jahren die Stirn bieten. Wenn die Bundesregierung wichtige Schritt beachte, k\u00f6nne sie von Kiews Drohnentechnik profitieren, sagt R\u00fcstungsexperte Lomikovskyi<\/p>\n<p>ntv.de: Nach vier Jahren Krieg halten die Ukrainer den russischen Vormarsch immer noch auf. Liegt der Grund daf\u00fcr in der Innovationskraft der Ukraine im Bereich der Drohnentechnologie?<\/p>\n<p>Yurii Lomikovskyi: Der wichtigste Grund ist der Mut der Ukrainer und die F\u00e4higkeiten der ukrainischen Soldaten im Krieg. Aber auch der technologische Fortschritt ist entscheidend, um dem russischen Aggressor entgegenzutreten. Anfang 2023 begannen Drohnen eine Schl\u00fcsselrolle im Krieg zu spielen. Damals entstand die gesamte Drohnenindustrie, weil Artilleriegeschosse knapp waren. First-Person-View-Drohnen, kurz FPV-Drohnen, wurden von den Ukrainern bereits vor der gro\u00df angelegten Invasion im Jahr 2022 eingesetzt, als sie gegen die Russen im Donbass k\u00e4mpften. Heute greifen die Ukrainer 80 bis 85 Prozent ihrer Ziele mit Drohnen an.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"yurii\"\/><figcaption>Yurii Lomikovskyi ist Mitbegr\u00fcnder von Iron, einem Netzwerk f\u00fcr die R\u00fcstungs- und Tech-Industrie mit Sitz in Lwiw. Seit 2023 beteiligen sich mehr als 80 Unternehmen, Startups und 2.500 Fachkr\u00e4fte an dem Netzwerk, um Innovationen voranzutreiben. Lomikovskyi leitet den Bereich Regierungsbeziehungen. <\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie kam es dazu?<\/p>\n<p>Drohnen k\u00f6nnen kosteng\u00fcnstig eingesetzt werden. Eine FPV-Drohne im Wert von etwa 500 Euro kann einen russischen Panzer zerst\u00f6ren, der Millionen kostet. Bodendrohnen tragen auch dazu bei, das Leben ukrainischer Soldaten zu retten. Ihr Einsatz ist besonders wichtig in der sogenannten Todeszone, dem umk\u00e4mpften Gebiet zwischen den Stellungen der Kriegsparteien, das sich manchmal \u00fcber einen 20 Kilometer breiten Streifen erstreckt. Hier gibt es keine Null-Linie wie im Zweiten Weltkrieg. Es werden so viele Drohnen eingesetzt, dass sich eine Linie bildet, in der niemand lange unentdeckt \u00fcberleben kann. In dieser Zone wollen wir uns noch st\u00e4rker auf Technologie verlassen, damit Roboter und autonome Drohnen bald alle gef\u00e4hrlichen Aufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die Russen holen den technischen Vorsprung der Ukraine meist schnell auf, indem sie abgeschossene Drohnen untersuchen und kopieren. Wie ist der aktuelle Stand Russlands in der Drohnenproduktion im Vergleich zur Ukraine?<\/p>\n<p>Die Ukrainer sind aufgrund ihrer dezentralen, horizontalen Entscheidungsfindung weitaus innovativer als die Russen. F\u00fcr mich ist das der Kern der Widerstandsf\u00e4higkeit der Ukraine gegen\u00fcber der russischen Aggression. Jede innovative L\u00f6sung wurde in Laboren der Streitkr\u00e4fte selbst entwickelt und dann von den Akteuren der Industrie skaliert. Die Entwicklung jeder Drohne, die heute von gro\u00dfen Unternehmen gebaut wird, begann mit einer Handvoll Ingenieuren in kleinen Werkst\u00e4tten. Der Vorteil der Russen: Sie kopieren unsere Ideen und skalieren viel schneller. Das liegt an der zentralisierten Drohnenfertigung, die eine Massenproduktion erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Kann die Ukraine das nicht auch?<\/p>\n<p>Der ukrainische Drohnenmarkt ist mit bis zu 900 konkurrierenden Unternehmen nur teilweise f\u00fcr die Massenproduktion geeignet. Die Russen haben diese gro\u00dfe, schnelle Skalierung, die Ukrainer haben Innovation. Beides hat sich w\u00e4hrend der K\u00e4mpfe im Jahr 2025 ausgeglichen. Der ukrainische Staat hat im letzten Jahr drei Millionen Drohnen beschafft. In diesem Jahr braucht die Ukraine mindestens sieben Millionen Drohnen f\u00fcr den Krieg.<\/p>\n<p>Hoffen die Ukrainer auf Unterst\u00fctzung aus anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern?<\/p>\n<p>Ja, Hilfe wird dringend ben\u00f6tigt. Ukrainische Unternehmen und Fabriken sind st\u00e4ndig von russischen Angriffen bedroht. In Europa wird oft dar\u00fcber gesprochen, dass Russland zivile Infrastruktur ins Visier nimmt. Das stimmt, besonders im Winter. Aber von Sommer bis Herbst sind milit\u00e4risch-industrielle Komplexe die Hauptziele. Joint Ventures im Ausland bieten Sicherheit und Vorteile. Ukrainische Drohnen, die mit der Kapazit\u00e4t und Qualit\u00e4t der deutschen Industrie hergestellt werden, markieren einen echten Wendepunkt. Denn der Krieg f\u00fchrt zu Arbeitskr\u00e4ftemangel in der Ukraine. Nato-Mitglieder bieten einen leichteren Zugang zu Kapital und fortschrittlicher Technologie.<\/p>\n<p>Die Drohnenproduktion f\u00fcr die Ukraine hat in Deutschland bereits begonnen. Was genau wird hierzulande hergestellt und in welchem Umfang?<\/p>\n<p>Es handelt sich um eine Partnerschaft zwischen dem ukrainischen Unternehmen Frontline Robotics und dem deutschen Unternehmen Quantum Systems zur Herstellung von Linza-Drohnen. Eine Linza-Drohne ist eine Quadcopter-Drohne, die beispielsweise als Bomber eingesetzt wird. Alle produzierten Drohnen gehen in die Ukraine und werden von Deutschland finanziert. Das ukrainische Unternehmen Airlogix plant ebenfalls eine Zusammenarbeit mit dem Auterion, einem multinationalen Unternehmen mit Hauptsitzen in den USA und M\u00fcnchen. Gemeinsam wollen die Firmen f\u00fcr Deutschland und die Ukraine KI-L\u00f6sung entwickeln f\u00fcr Streikdrohnen mit mit starren Tragfl\u00e4chen, die besonders pr\u00e4zise Angriffe durchf\u00fchren.. Insgesamt werden Tausende von Angriffsdrohnen in Deutschland hergestellt, dazu kommen Aufkl\u00e4rungsdrohnen mit starren Tragfl\u00e4chen und unbemannte Bodenfahrzeuge<\/p>\n<p>Wie kann die deutsche Drohnenindustrie innovativer werden?<\/p>\n<p>Deutschland k\u00f6nnte vom Aufbau der ukrainischen Drohnenindustrie lernen. Quantum Systems hat vieles richtig gemacht: Das Unternehmen schickte ein Forschungsteam an die ukrainische Front, um die Produkte an die \u00f6rtlichen Gegebenheiten anzupassen. Die Kenntnis der Bed\u00fcrfnisse der Soldaten macht ihre Drohnen wettbewerbsf\u00e4hig. Deutsche Unternehmen m\u00fcssen von den ukrainischen Truppen lernen und Produkte an der Front testen, um Innovationszyklen zu verk\u00fcrzen. Die deutsche Seite darf unter keinen Umst\u00e4nden den direkten Kontakt zur Front verlieren, da nur dort die Qualit\u00e4t und Wirksamkeit der in ihren Werken hergestellten Produkte wirklich \u00fcberpr\u00fcft werden kann.<\/p>\n<p>Gibt es noch weitere Tipps?<\/p>\n<p>Die deutsche Bundesregierung sollte die Finanzierung und Beschaffung flexibler machen. Deutsche R\u00fcstungsvertr\u00e4ge dauern oft Jahre und sind dann f\u00fcr zehn Jahre festgelegt &#8211; wie etwa bei der Panzerproduktion. Drohnen haben in der Ukraine jedoch Innovationszyklen von 3 bis 6 Monaten. Produkte m\u00fcssen dann angepasst oder erneuert werden. Milliardenauftr\u00e4ge helfen da nicht weiter. Zudem sollte die Bundesregierung kleinere Auftr\u00e4ge an Start-ups vergeben und daf\u00fcr Mittel aus \u00f6ffentlichen und privaten Quellen nutzen.<\/p>\n<p>Die Ukraine ist bei der Drohnenproduktion auf China angewiesen. Peking hat einst Komponenten zur\u00fcckgehalten, um Druck auf Kiew auszu\u00fcben. Ist das immer noch so?<\/p>\n<p>Offiziell propagiert China eine Friedensnarrative und bestreitet, Russland im Krieg zu unterst\u00fctzen. Aber Peking liefert sowohl an Russland als auch an die Ukraine G\u00fcter mit doppeltem Verwendungszweck &#8211; zivile Produkte f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke, wie Drohnenteile. Die Exportbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr chinesische G\u00fcter mit doppeltem Verwendungszweck in die Ukraine bestehen weiterhin. Die ukrainische Industrie verbessert aber bereits die Komponentenproduktion und baut sogar ben\u00f6tigte Elektromotoren, die zuvor aus China stammten. Unsere Industrie arbeitet derzeit intensiv daran, die Bedingungen f\u00fcr ukrainische Komponentenhersteller zu vereinfachen und zu vereinheitlichen sowie den Grad der Lokalisierung zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Hoffen Sie auch hierbei auf europ\u00e4ische Hilfe?<\/p>\n<p>Die Hilfe der deutschen Industrie ist entscheidend &#8211; sie ist die gr\u00f6\u00dfte in Europa und verf\u00fcgt \u00fcber volle Kapazit\u00e4ten. Aber die Produktion muss kosteng\u00fcnstig sein. Die Ukraine kann sich keine teuren Drohnen leisten. Die Deutschen sind bisher auf komplexe, kostspielige L\u00f6sungen spezialisiert. Drohnenmotoren sollten aber nicht mehr als 100 Euro kosten. Kompromisse bei der Qualit\u00e4t erm\u00f6glichen eine kosteng\u00fcnstigere Produktion.<\/p>\n<p>Mit Yurii Lomikovskyi sprach Lea Verstl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Ukraine als Testfeld f\u00fcr Drohnen&quot;Die deutsche Seite darf den Kontakt zur Frontlinie nicht verlieren&quot; 22.02.2026, 18:09 Uhr Artikel anh\u00f6ren(08:37 min)00:00 \/ 08:37 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x &quot;Die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31546","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31546\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}