{"id":31511,"date":"2026-02-16T21:36:57","date_gmt":"2026-02-16T18:36:57","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukrainer-haben-russische-stutzpunkte-uberflugelt\/"},"modified":"2026-02-16T21:36:57","modified_gmt":"2026-02-16T18:36:57","slug":"reisners-blick-auf-die-front-die-ukrainer-haben-russische-stutzpunkte-uberflugelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukrainer-haben-russische-stutzpunkte-uberflugelt\/","title":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front: &#8220;Die Ukrainer haben russische St\u00fctzpunkte \u00fcberfl\u00fcgelt&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukrainer haben russische St\u00fctzpunkte \u00fcberfl\u00fcgelt&quot;<\/h2>\n<p>16.02.2026, 18:52 Uhr <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30369212\/1771262784\/Img_16_9\/1024\/Servicemen-of-the-48th-Separate-Artillery-Brigade-named-after-Colonel-of-the-Army-of-the-Ukrainian-People-s-Republic-Hryhorii-Chyzhevskyi-are-seen-by-the-Ukrainian-made-2S22-Bohdana-self-propelled-howitzer-during-combat-operations-in-the-Kharkiv-direction-Ukraine-on-February-9-2026-Photo-by-Viacheslav-Madiievskyi-Ukrinform-NurPhoto-via-Getty-Images-NO-USE-RUSSIA-NO-USE-BELARUS.webp\" alt=\"Servicemen-of-the-48th-Separate-Artillery-Brigade-named-after-Colonel-of-the-Army-of-the-Ukrainian-People-s-Republic-Hryhorii-Chyzhevskyi-are-seen-by-the-Ukrainian-made-2S22-Bohdana-self-propelled-howitzer-during-combat-operations-in-the-Kharkiv-direction-Ukraine-on-February-9-2026-Photo-by-Viacheslav-Madiievskyi-Ukrinform-NurPhoto-via-Getty-Images-NO-USE-RUSSIA-NO-USE-BELARUS\"\/><figcaption>Soldaten der 48. Artilleriebrigade setzen eine Haubitze im Raum Charkiw ein. (Foto: NurPhoto via Getty Images)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Ukrainer k\u00f6nnen Erfolge von der Front melden. Zwei Vorst\u00f6\u00dfe gelingen. Nun m\u00fcssen sie die Positionen halten, w\u00e4hrend die Russen versuchen, den Nachschub abzuschneiden, erkl\u00e4rt Oberst Reisner ntv.de.<\/p>\n<p>ntv.de: Herr Reisner, der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj hat am Wochenende auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz vorgef\u00fchrt, was es bedeutet, wenn die Luftverteidigungssysteme keine Munition mehr haben. Das ist gerade nicht seine einzige Sorge, oder? <\/p>\n<p>Markus Reisner: Der Druck auf die Ukraine ist in M\u00fcnchen noch gr\u00f6\u00dfer geworden. US-Pr\u00e4sident Donald Trump hat aus den USA wissen lassen, dass aus seiner Sicht Selenskyj das gr\u00f6\u00dfte Hindernis auf dem Weg zum Frieden ist. Seine Worte lauteten: &quot;Selenskyj muss sich bewegen.&quot; Die USA wollen ihn zwingen, eine Pr\u00e4sidentschaftswahl abzuhalten und dazu noch ein Referendum \u00fcber ein Friedensabkommen. Das Volk soll bis sp\u00e4testens Mai abstimmen. <\/p>\n<p>Warum so bald und mitten im Krieg? Logistisch ist das kaum m\u00f6glich mit Hunderttausenden an der Front und in europ\u00e4ischen Staaten im Exil. <\/p>\n<p>Die Kongresswahlen im November stehen quasi vor der T\u00fcr. Darum m\u00f6chte Trump bis zum Sommer im Ukrainekrieg ein Ergebnis haben. Was man h\u00f6rt: Die Amerikaner kn\u00fcpfen ihre Sicherheitsgarantien an eine solche L\u00f6sung. Sie wollen offensichtlich, dass Selenskyj die Forderungen der Russen erf\u00fcllt. Nur dann w\u00e4ren die USA zu Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine bereit. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Selenskyj-bringt-den-Krieg-nach-Muenchen-id30363419.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Wolodymyr-Selenskyj-Praesident-der-Ukraine-spricht-bei-der-Muenchner-Sicherheitskonferenz\"\/>Eindringliches Luftkrieg-SeminarSelenskyj bringt den Krieg nach M\u00fcnchen<\/a><\/p>\n<p>Eine eigenwillige Haltung: Wenn man etwas garantiert, hei\u00dft das ja eigentlich, dass es gerade nicht von Bedingungen abh\u00e4ngt. <\/p>\n<p>Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Die Ukraine sagt: Wir wollen erst die Garantien bekommen, dann stimmen wir zu. Und die USA sagen: Ihr m\u00fcsst erst zustimmen, dann bekommt ihr die Garantien. Wie verl\u00e4sslich solche Garantien sind, darauf der polnische Au\u00dfenminister Radoslaw Sikorski in M\u00fcnchen nochmals hingewiesen: Bereits im Budapester Memorandum von 1994 hatten die Signatarstaaten der Ukraine Garantien gegeben, die sie eigentlich auch jetzt noch erf\u00fcllen m\u00fcssten. Die USA waren damals Mitunterzeichner. <\/p>\n<p>Und jetzt kann die Ukraine sich kaum gegen schwere Angriffe aus der Luft verteidigen. <\/p>\n<p>Es hat mich \u00fcberrascht, wie offen Selenskyj eingestanden hat, dass die Patriot-Batterien zum Jahreswechsel 2025\/2026 wirklich gar keine Munition mehr hatten. Er beschrieb, der Kommandant der Luftwaffe habe ihn angerufen und gesagt: &quot;Wir haben keine Munition mehr, um den n\u00e4chsten Angriff abzuwehren.&quot; Als Ergebnis sehen wir zwei zerst\u00f6rte Heizkraftwerke in Kiew und eines, das schwer besch\u00e4digt ist. Immer mehr Folgesch\u00e4den der Angriffe treten ein, etwa wenn Wasser in Leitungen nicht flie\u00dfen kann, diese dann einfrieren und bersten. Zwei f\u00fcr Kiew wichtige Umspannwerke sind schwer getroffen, und die Energiebetreiber sagen schon jetzt, dass die Instandsetzung Jahre dauern wird. Zudem hat es in Kiew wieder angefangen zu schneien. Die Lage ist extrem angespannt und wir m\u00fcssen damit rechnen, dass es vor der n\u00e4chsten trilateralen Runde zwischen den USA, Russland und der Ukraine diese Woche der Kreml einen weiteren schweren Angriff fliegen lassen wird. <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Markus-Reisner-ist-Historiker-und-Rechtswissenschaftler-Oberst-des-Generalstabs-im-Oesterreichischen-Bundesheer-und-Leiter-des-Institutes-fuer-Offiziersgrundausbildung-an-der-Theresianischen-Militaerakademie-Wissenschaftlich-arbeitet-er-u-a-zum-Einsatz-von-Drohnen-in-der-modernen-Kriegsfuehrung-Jeden-Montag-bewertet-er-fuer-ntv-de-die-Lage-an-der-Ukraine-Front\"\/><figcaption>Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er u.a. zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front. (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zugleich meldet Deutschland, man sei bereit, den Ukrainern f\u00fcnf St\u00fcck Patriot-Munition zu schicken, wenn europ\u00e4ische Partner noch 30 oben drauf packen. Eine Bankrotterkl\u00e4rung? <\/p>\n<p>Absolut. Das ist nicht mal ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. Bei einem durchschnittlich schweren russischen Luftangriff kommen etwa 400 Geran 2-Drohnen zum Einsatz. Gegen die brauchen Sie keine Flugabwehrrakete, aber gegen die 40 Marschflugk\u00f6rper und ballistischen Raketen, die mit abgefeuert werden. Die sind weitaus gef\u00e4hrlicher. Die USA liefern nur noch Munition, die Europ\u00e4er bezahlen, und in geringen St\u00fcckzahlen. Denn es werden derzeit nur 600 bis 650 St\u00fcck der hochwertigen Patriot-Munition pro Jahr produziert. <\/p>\n<p>Es gibt eine europ\u00e4ische Alternative zu Patriot: Das Luftverteidigungssystem SMPT. Sieht die Lage da besser aus? <\/p>\n<p>Nein. Das Herstellerkonsortium MBDA &#8211; das sind in unterschiedlicher Beteiligung Franzosen, Italiener, Deutsche und Briten &#8211; produziert f\u00fcr dieses System maximal 100 bis 150 St\u00fcck Munition pro Jahr. Das ist die Menge, die der Kreml in einem Monat an Raketen auf die Ukraine abfeuern l\u00e4sst. Es ist v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, warum diese Produktionsrate noch nie gesteigert wurde. Eine Lenkrakete f\u00fcr SMPT kostet zwei Millionen Euro. Das ist teuer, aber ein Lenkflugk\u00f6rper, den das Patriotsystem abschie\u00dft, kostet das Doppelte. Wenn man so wenig Munition produziert, 150 St\u00fcck maximal, dann leidet nicht nur die Ukraine, sondern auch die eigene Verteidigungsf\u00e4higkeit. W\u00e4hrend der Sicherheitskonferenz sa\u00df die Ukraine-Unterst\u00fctzergruppe zusammen und stellte fest, dass die Staaten kaum Geld oder Hardware zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen. Es war sehr ern\u00fcchternd. <\/p>\n<p>Die russischen Luftangriffe setzen nicht nur die Bev\u00f6lkerung unter Druck, sondern zerst\u00f6ren auch milit\u00e4rische Infrastruktur. Wie dramatisch ist das? <\/p>\n<p>Selenskyj hat in M\u00fcnchen auch noch zugegeben, dass die Russen das wichtigste Produktionswerk f\u00fcr den neuen ukrainischen Marschflugk\u00f6rper Flamingo erkannt und zerst\u00f6rt haben. Man war gezwungen, die Produktion an einen neuen Ort zu verlegen. Aus diesem Grund haben wir l\u00e4ngere Zeit keinen Einsatz gesehen. Hinzu kommt, dass auch die R\u00fcstungsindustrie Strom braucht. Die Ressourcen sind also sehr begrenzt. Immerhin: Letzte Woche wurden dann bis zu sechs Flamingos gegen ein gro\u00dfes Munitionsdepot nahe Wolgograd abgefeuert. Videos zeigen Explosionen, die Ukraine meldet, man habe das Werk getroffen. Die Russen wollen f\u00fcnf Flamingos abgeschossen haben, der sechste sei eingeschlagen. <\/p>\n<p>Auch an der Front konnte die Ukraine Erfolge vermelden. Sind die nachhaltig? <\/p>\n<p>Im Mittelabschnitt haben es die ukrainischen Truppen geschafft, in zwei R\u00e4umen mehrere Kilometer vorzumarschieren &#8211; einmal im Raum der Stadt Kupjansk, die sie zu 90 Prozent wieder in Besitz nehmen konnten, und einmal bei Pokrowske, das ist grob gesagt der Bereich 80 Kilometer s\u00fcdwestlich der Stadt Pokrowsk. <\/p>\n<p>Wie war das m\u00f6glich? <\/p>\n<p>Zwei Faktoren waren entscheidend: Die Offensive war koordiniert mit der Abschaltung von Starlink am 6. Februar. Die Russen k\u00f6nnen Starlink dort an der Front nicht mehr nutzen und waren davon \u00fcberrascht. Hinter vorgehaltener Hand wusste man, dass die russische Armee im gro\u00dfen Stil Zugriff auf Starlink hatte, das satellitenbasierte Kommunikationssystem von Elon Musk. <\/p>\n<p>Wie haben die Russen das geschafft? <\/p>\n<p>F\u00fcr die Nutzung von Starlink muss man sich registrieren. Es existiert nun eine &quot;wei\u00dfe Liste&quot; von registrierten Plattformen, die auf Starlink zugreifen d\u00fcrfen. Die Russen versuchen, auf Umwegen &#8211; zum Beispiel \u00fcber ukrainische Gefangene &#8211; auf diese Liste zu kommen. Die Russen haben auch Starlink-Sch\u00fcsseln auf Drohnen montiert, um sie dar\u00fcber zu steuern. Starlink hat nun aber die Nutzung eingeschr\u00e4nkt f\u00fcr Objekte, die sich schneller als 90 Stundenkilometer bewegen. Das geht darum nicht mehr.<\/p>\n<p>Wie gehen die Russen mit den Einschr\u00e4nkungen um? <\/p>\n<p>Sie lassen Ballonplattformen starten, die 5G-Hotspots in den Himmel tragen. Der Ballon steigt bis zu 20 Kilometer hoch, kann sich dort in der Stratosph\u00e4re mehrere Tage bewegen und Kommunikation erm\u00f6glichen. Zudem nehme ich an, dass mit Unterst\u00fctzung Chinas bereits an einem System gearbeitet wird, um den Starlink-Ausfall zu kompensieren. <\/p>\n<p>Aber bei Kupjansk und Pokrowske konnten die Ukrainer jetzt erstmal von der \u00dcberraschung der Russen profitieren? <\/p>\n<p>Ja, dieser erfolgreiche Vormarsch ist bemerkenswert. Neben der Starlink-Abschaltung haben die Ukrainer von einem zweiten Faktor profitiert: Es gibt ja direkt an der Front, zwischen den Gegnern, kein Niemandsland, in dem sich niemand befindet, sondern es gibt eine breite Grauzone, in der K\u00e4mpfer beider Seiten pr\u00e4sent sind. Die Ukrainer unterhalten kleine St\u00fctzpunkte, die Russen greifen mit kleinen Sturm- und Sto\u00dftrupps an. Oft lassen die ukrainischen Verteidiger die Russen auch erstmal vorbeimarschieren, weil im hinteren Bereich die Drohnen warten, die den russischen Angriff stoppen. Die ganze Situation an der Front ist also sehr por\u00f6s und durchl\u00e4ssig. <\/p>\n<p>Das haben die Ukrainer nutzen k\u00f6nnen? <\/p>\n<p>Diese Durchl\u00e4ssigkeit und die fehlende Kommunikation. Die Ukrainer sind in wenigen Tagen gezielt und gleichzeitig vormarschiert und haben vereinzelte russische St\u00fctzpunkte \u00fcberfl\u00fcgelt. Sie haben dazu den Fluss Wowtscha \u00fcberquert. Nun wird der weitere Erfolg davon abh\u00e4ngen, ob die Russen den Angriff zum Stehen bringen. Sie versuchen, den Vormarsch zu behindern, indem sie die Br\u00fccken \u00fcber den Wowtscha angreifen, hinter den Ukrainern. So k\u00f6nnten sie die vormarschierenden Ukrainer von der Versorgung abschneiden. <\/p>\n<p>Welche Chancen haben die Ukrainer, ihren Erfolg zu halten? <\/p>\n<p>Im Vergleich mit den Offensiven der Vergangenheit ist es schwierig geworden, einen offensiven Erfolg zu n\u00e4hren. Die Ukrainer m\u00fcssen sehr schnell Ger\u00e4t, Versorgungsg\u00fcter und Personal nachschieben, um ihn nutzen zu k\u00f6nnen. Ich finde es bemerkenswert, dass die Ukrainer das \u00fcberhaupt geschafft haben. Es sollte sicherlich auch ein Signal zur M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz senden und an die trilateralen Runden in dieser Woche: Wir k\u00f6nnen noch! Es lohnt sich, weiter auf uns zu setzen! <\/p>\n<p>Mit Markus Reisner sprach Frauke Niemeyer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukrainer haben russische St\u00fctzpunkte \u00fcberfl\u00fcgelt&quot; 16.02.2026, 18:52 Uhr Soldaten der 48. 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