{"id":31494,"date":"2026-02-13T23:47:28","date_gmt":"2026-02-13T20:47:28","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/merz-eroffnet-die-msc-zerreist-europa-zerreist-deutschland\/"},"modified":"2026-02-13T23:47:28","modified_gmt":"2026-02-13T20:47:28","slug":"merz-eroffnet-die-msc-zerreist-europa-zerreist-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/merz-eroffnet-die-msc-zerreist-europa-zerreist-deutschland\/","title":{"rendered":"Merz er\u00f6ffnet die MSC : &#8220;Zerrei\u00dft Europa, zerrei\u00dft Deutschland&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Politik<\/p>\n<h2>Merz er\u00f6ffnet die MSC &quot;Zerrei\u00dft Europa, zerrei\u00dft Deutschland&quot;<\/h2>\n<p>13.02.2026, 17:53 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Von Frauke Niemeyer, M\u00fcnchen<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:43 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/02\/TTSART_30361452_20260213175402-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:43<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30361485\/1771003610\/Img_16_9\/1024\/MUNICH-GERMANY-FEBRUARY-13-German-Chancellor-Friedrich-Merz-2nd-from-L-gestures-to-U-S-Secretary-of-State-Marco-Rubio-2nd-from-R-as-German-Foreign-Minister-Johann-Wadephul-L-looks-on-during-a-bilateral-meeting-at-the-62nd-Munich-Security-Conference-on-February-13-2026-in-Munich-Germany-The-conference-which-brings-together-government-leaders-security-experts-and-defence-ministers-is-taking-place-at-a-time-when-the-traditional-western-political-and-military-alliance-is-facing-rupture-due-to-the-policies-of-U-S-President-Donald-Trump.webp\" alt=\"MUNICH-GERMANY-FEBRUARY-13-German-Chancellor-Friedrich-Merz-2nd-from-L-gestures-to-U-S-Secretary-of-State-Marco-Rubio-2nd-from-R-as-German-Foreign-Minister-Johann-Wadephul-L-looks-on-during-a-bilateral-meeting-at-the-62nd-Munich-Security-Conference-on-February-13-2026-in-Munich-Germany-The-conference-which-brings-together-government-leaders-security-experts-and-defence-ministers-is-taking-place-at-a-time-when-the-traditional-western-political-and-military-alliance-is-facing-rupture-due-to-the-policies-of-U-S-President-Donald-Trump\"\/><figcaption>Bundeskanzler Friedrich Merz im Gespr\u00e4ch mit US-Au\u00dfenminister Marco Rubio w\u00e4hrend der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz. (Foto: Getty Images)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Premiere in M\u00fcnchen: Der Bundeskanzler er\u00f6ffnet die Sicherheitskonferenz. Er findet deutliche Worte in Richtung der USA, will mit den US-Vertretern aber in den n\u00e4chsten Tagen auch noch unbelastet reden k\u00f6nnen. Gelingt der Spagat? <\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre Krieg in Europa. In Russland laufen 24\/7 Kampfdrohnen vom Band, die kurz darauf auf europ\u00e4ischem Boden einschlagen. Die USA z\u00fcgeln nur unwillig ihren Appetit auf Gr\u00f6nland. Der Vertrag, der beide Gro\u00dfm\u00e4chte an Grenzen nuklearer R\u00fcstung band, ist Vergangenheit. Und China versucht sich als regionaler Hegemon mit nuklearer F\u00e4higkeit: Willkommen im Krisensetting der diesj\u00e4hrigen M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, B\u00fchne frei f\u00fcr den Bundeskanzler. Friedrich Merz ruft in seiner Rede Europa zur\u00fcck von seinem &quot;Urlaub von der Weltgeschichte&quot;. Er will hier im Bayerischen Hof den Ton setzen f\u00fcr die kommenden Tage. Aber welcher Ton ist der richtige? <\/p>\n<p>Bedarf es einer weiteren Ruck-Rede, wie sie Kanadas Premier Mark Carney im Januar in Davos gehalten hat? Mit kritischem Blick auf das, was man bislang f\u00fcr die Internationale Ordnung hielt, ihre Schw\u00e4chen, ihr Unrecht, und mit einem Pl\u00e4doyer an die Mittelm\u00e4chte, den Gro\u00dfm\u00e4chten gemeinsam die Stirn zu bieten? <\/p>\n<h2>Merz darf nicht naiv wirken<\/h2>\n<p>Sehr schnell wird am fr\u00fchen Freitagnachmittag klar, dass Merz ein anderes Ziel verfolgt. Bei allen Differenzen, aller Entfremdung, die sich in der zweiten Amtszeit von US-Pr\u00e4sident Donald Trump kraftvoll Bahn brechen, will der Kanzler eines auf keinen Fall: Den vom Trump-Lager provozierten Bruch zwischen Europa und den USA weiter vorantreiben. <\/p>\n<p>Zugleich muss Merz vermeiden, einen naiven, nostalgischen Blick auf die Lage zu werfen, auf eine Partnerschaft, von der sich die USA sp\u00e4testens vor einem Jahr am selben Ort mit der Rede des Vizepr\u00e4sidenten JD Vance offen abkehrten. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Merz-Fuehrungsanspruch-der-USA-vielleicht-schon-verspielt-id30361182.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"fm\"\/>Deutliche Worte in M\u00fcnchenMerz: &quot;F\u00fchrungsanspruch der USA vielleicht schon verspielt&quot;<\/a><\/p>\n<p>Die Kanzler-Analyse geht \u00fcber den Titel der diesj\u00e4hrigen Sicherheitskonferenz hinaus: &quot;Under destruction&quot; &#8211; &quot;In Aufl\u00f6sung begriffen&quot; titelt die MSC, als ob da noch was zu retten sei. Die Internationale Ordnung, auf Rechten und Regeln beruhend, &quot;gibt es so nicht mehr&quot;, stellt Merz fest. <\/p>\n<p>Angesichts der R\u00fcckbesinnung auf Gro\u00dfmachtpolitik kommt Europa aus Sicht des Kanzlers aber &quot;zu anderen Ergebnissen als die Administration in Washington&quot;. <\/p>\n<p>Die gro\u00dfen Ziele deutscher Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik ergeben sich f\u00fcr Merz &quot;aus unserem Grundgesetz, aus unserer Geschichte und aus unserer Geografie. Und \u00fcber allem steht unsere Freiheit&quot;. F\u00fcr den Moment vertraut der Kanzler darauf, dass die Weltgemeinschaft versteht, wenn er auf Verfassung und Freiheit pocht, w\u00e4hrend in den USA demokratische Werte erodieren. <\/p>\n<p>An anderer Stelle wird er deutlicher: &quot;Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung ist nicht unserer&quot;, sagte der Bundeskanzler \u00fcber Trumps Bewegung Make America great again (MAGA). &quot;Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenw\u00fcrde und Grundgesetz wendet. Wir glauben nicht an Z\u00f6lle und Protektionismus, sondern an freien Handel.&quot; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Aus-US-Sicht-kein-Grund-sich-ueber-Merz-Rede-aufzuregen-id30361724.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"wisch\"\/>MSC-Chef Ischinger lobt Kanzler&quot;Aus US-Sicht kein Grund, sich \u00fcber Merz-Rede aufzuregen&quot;<\/a><\/p>\n<h2>Merz will kein &quot;Wir gegen Die&quot;<\/h2>\n<p>Da werden also deutliche Risse aufgezeigt, und dennoch will Merz auf keinen Fall f\u00fcr eine Abkehr vom transatlantischen B\u00fcndnis pl\u00e4dieren, kein &quot;Wir gegen Die&quot;. Obwohl er Verst\u00e4ndnis zeigt f\u00fcr &quot;das Unwohlsein und die Zweifel, die sich in solchen Forderungen Bahn brechen. Ich teile sogar einiges davon&quot;.<\/p>\n<p>Doch macht er sie nicht zum K\u00fcndigungsgrund, sondern pl\u00e4diert daf\u00fcr, Europa zu st\u00e4rken, ohne den Rahmen der Nato in Frage zu stellen. Die Begr\u00fcndung erfolgt pragmatisch, entlang der Lage: &quot;Die Neuordnung der Welt durch gro\u00dfe M\u00e4chte vollzieht sich schneller und tiefgreifender, als wir uns selbst st\u00e4rken k\u00f6nnen&quot;, sagt Merz und gibt damit eine Analyse wieder, die in Sicherheitskreisen geteilt wird. <\/p>\n<p>Denn so sieht es aus: Weder bei der Satelliten-Aufkl\u00e4rung noch auf dem Feld der Geheimdienste k\u00f6nnte Europa derzeit ohne die USA auskommen. Luftverteidigung findet weitgehend mit US-Systemen statt, nicht einmal die leistungsstarke Munition daf\u00fcr produziert Europa selbst. Entsprechend wird sie wie Goldstaub gehandelt \u2013 erst wenige Stunden alt ist die Nachricht, dass Deutschland der Ukraine f\u00fcnf Lenkflugk\u00f6rper f\u00fcr Patriot \u00fcberlassen will. F\u00fcnf St\u00fcck Munition &#8211; in einer Minute verschossen. <\/p>\n<p>Zu den Abh\u00e4ngigkeiten bei milit\u00e4rischer Hardware kommen auch strategische F\u00e4higkeiten, die derzeit nur die USA innehaben. Etwa das Knowhow zur F\u00fchrung riesiger Verb\u00e4nde. Das Oberkommando \u00fcber s\u00e4mtliche Nato-Streitkr\u00e4fte in Europa hatte noch nie jemand anderes inne als ein US-Milit\u00e4r, aus Gr\u00fcnden. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Merz-macht-den-Kulturkampf-USA-eine-Ansage-und-ein-Angebot-id30358953.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Muenchen-Bayern-Deutschland-Hotel-Bayerischer-Hof-Muenchner-Sicherheitskonferenz-2026-Bundeskanzler-Friedrich-Merz-CDU-haelt-die-Eroeffnungsrede\"\/>Atomschirm-Gespr\u00e4che mit ParisMerz macht den &quot;Kulturkampf&quot;-USA eine Ansage &#8211; und ein Angebot<\/a><\/p>\n<p>Wenn Merz konstatiert, der &quot;allzu reflexhafte&quot; Ruf danach, die USA als Partner abzuschreiben, \u00fcberzeuge ihn nicht, dann hat er mit Blick auf die realen Abh\u00e4ngigkeiten Europas von Amerika einen validen Punkt. Und dabei ist das Thema atomarer Abschreckung des russischen Diktators Wladimir Putin, der hobbym\u00e4\u00dfig mit nuklearen Tr\u00e4gerraketen winkt, noch gar nicht eingepreist. <\/p>\n<p>Soweit die Lage, nun zum Handlungsanspruch: Das Wichtigste sei Folgendes, erkl\u00e4rt der Kanzler: &quot;Wir legen den Schalter im Kopf um.&quot; Europa werde Festigkeit und Willenskraft brauchen, um seine Freiheit zu behaupten. &quot;Das wird uns die Bereitschaft zu Aufbruch, Ver\u00e4nderung, und ja, auch zu Opfern abverlangen. Und zwar nicht eines Tages, sondern jetzt.&quot; Gelingt das nicht und vor allem nicht, indem man die europ\u00e4ischen Partner mitnimmt, dann sieht Merz schlicht schwarz: &quot;Wir sind die Mitte Europas. Zerrei\u00dft Europa, zerrei\u00dft Deutschland.&quot; <\/p>\n<h2>Auch die USA brauchen Partner<\/h2>\n<p>Sich milit\u00e4risch zu st\u00e4rken, in &quot;glaubhafte Abschreckung&quot; zu investieren, die Ukraine weiter zu unterst\u00fctzen und dabei auch noch die USA als Gebernation zu ersetzen: Das wird Geld kosten, das an anderer Stelle fehlt. &quot;Zur Erinnerung: Deutschland hat seine Verfassung ge\u00e4ndert&quot;, sagt Merz und deutet damit die Tragweite dieser Entscheidungen an. Und: Die Reform des Wehrdienstes sei auf den Weg gebracht. &quot;Wenn es erforderlich ist, steuern wir nach&quot;, sagt Merz, wohl auch mit Blick auf die vielen Expertenstimmen, die den Schritt zu einer modernen Bedarfswehrpflicht forderten und nicht geh\u00f6rt wurden.<\/p>\n<p>Wenn der Deutsche schlie\u00dflich darauf hinweist, dass im Kr\u00e4ftemessen der M\u00e4chte &quot;auch Washington k\u00fcnftig Partner brauchen&quot; werde, dann wirkt es so, als greife Merz schon seinen n\u00e4chsten Terminen vor. Da steht ein Treffen mit US-Au\u00dfenminister Marco Rubio an, sowie das traditionelle &quot;McCain-Dinner&quot;, eine Veranstaltung, der kaum ein Mitglied der US-Delegation fernbleiben wird. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Rubios-Warnung-an-Europa-Alte-Welt-gibt-es-nicht-mehr-id30358398.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"US-Aussenminister-Marco-Rubio-winkt-als-er-auf-dem-Joint-Base-Andrews-Maryland-auf-dem-Weg-zur-Muenchner-Sicherheitskonferenz-sein-Flugzeug-besteigt\"\/>Vor Abflug nach M\u00fcnchenRubios Warnung an Europa: &quot;Alte Welt gibt es nicht mehr&quot;<\/a><\/p>\n<p>Fast 50 amerikanische Abgeordnete sind angereist, beim abendlichen Dinnertermin h\u00e4lt Merz die zentrale Rede. Auch diese Termine m\u00f6gen ein Grund daf\u00fcr sein, dass er Stunden vorher auf der Hauptb\u00fchne sp\u00fcrbar vermeidet, rhetorisch Br\u00fccken \u00fcber den Atlantik vollends abzurei\u00dfen. Den Einfluss, den man als europ\u00e4ischer Staatenlenker noch hat auf das politische System der USA, den m\u00f6chte Merz offensichtlich nutzen \u2013 mit dem n\u00f6tigen Selbstbewusstsein: &quot;Teil der Nato zu sein, ist nicht nur ein Wettbewerbsvorteil f\u00fcr Europa, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil f\u00fcr die Vereinigten Staaten.&quot; <\/p>\n<p>So gelingt dem deutschen Kanzler zum Auftakt der bislang vielleicht wichtigsten Ausgabe der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz ein realistisch gezeichnetes Bild der europ\u00e4ischen Lage inmitten von schneller, harter, oft unberechenbarer Gro\u00dfmachtpolitik. Er h\u00e4lt ein deutliches Pl\u00e4doyer: f\u00fcr die Entwicklung gemeinsamer europ\u00e4ischer St\u00e4rke, ohne sich von den USA zu fr\u00fch abzuwenden. Und auch, ohne die Hoffnung vollends aufzugeben, dass sich die Aufl\u00f6sung der transatlantischen Partnerschaft doch noch abwenden lie\u00dfe. Merz macht sehr klar: Europa und die USA m\u00fcssen viel miteinander reden. Aber nach dieser Rede k\u00f6nnen sie das auch noch. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Merz er\u00f6ffnet die MSC &quot;Zerrei\u00dft Europa, zerrei\u00dft Deutschland&quot; 13.02.2026, 17:53 Uhr Von Frauke Niemeyer, M\u00fcnchenArtikel anh\u00f6ren(08:43 min)00:00 \/ 08:43 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Bundeskanzler Friedrich Merz im Gespr\u00e4ch mit US-Au\u00dfenminister Marco Rubio w\u00e4hrend der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz. (Foto: Getty Images) Premiere in M\u00fcnchen: Der Bundeskanzler er\u00f6ffnet die Sicherheitskonferenz. 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