{"id":31486,"date":"2026-02-12T23:05:54","date_gmt":"2026-02-12T20:05:54","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/hunderte-betrugs-ermittlungen-die-corona-milliarden-verschwinden-seit-jahren-in-der-eu\/"},"modified":"2026-02-12T23:05:54","modified_gmt":"2026-02-12T20:05:54","slug":"hunderte-betrugs-ermittlungen-die-corona-milliarden-verschwinden-seit-jahren-in-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/hunderte-betrugs-ermittlungen-die-corona-milliarden-verschwinden-seit-jahren-in-der-eu\/","title":{"rendered":"Hunderte Betrugs-Ermittlungen: Die Corona-Milliarden verschwinden seit Jahren in der EU"},"content":{"rendered":"<p>Politik<\/p>\n<h2>Hunderte Betrugs-ErmittlungenDie Corona-Milliarden verschwinden seit Jahren in der EU<\/h2>\n<p>12.02.2026, 19:38 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Lea-Verstl-article23006163.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2852517\/1639738243\/Img_1_1\/36\/verstl.webp\" alt=\"verstl\"\/>Von Lea Verstl<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:00 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/02\/TTSART_30357132_20260212193852-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:00<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30357128\/1770919445\/Img_16_9\/1024\/Euro-Waehrung-mit-Muenzen-und-Scheinen-als-Symbolbild-fuer-Bargeld-in-der-Finanzwirtschaft.webp\" alt=\"Euro-Waehrung-mit-Muenzen-und-Scheinen-als-Symbolbild-fuer-Bargeld-in-der-Finanzwirtschaft\"\/><figcaption>Mehr als 300 Ermittlungsverfahren wegen Betrugs mit den Corona-Milliarden z\u00e4hlt die Europ\u00e4ische Staatsanwaltschaft allein bis Ende 2024. (Foto: picture alliance \/ SZ Photo)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Corona-Wiederaufbaufonds sollte die Wirtschaft der EU aus dem Pandemie-Tief holen. Doch die 700 Milliarden Euro flie\u00dfen ohne richtige Kontrolle &#8211; ein offenes Geheimnis in Br\u00fcssel. Dennoch soll der Fonds als Vorbild f\u00fcr den n\u00e4chsten EU-Haushalt herhalten. <\/p>\n<p>Betrug, Intransparenz und mangelnde demokratische Kontrolle &#8211; die Probleme mit der Geldvergabe aus dem Corona-Wiederaufbaufonds bedienen alle tragischen Klischees zur Europ\u00e4ischen Union. Im gro\u00dfen Stil nahm die EU f\u00fcr den Fonds Schulden auf, um die europ\u00e4ische Wirtschaft in der Pandemie anzukurbeln. Mit mehr als 700 Milliarden Euro sollten Projekte im digitalen und \u00f6kologischen Bereich gef\u00f6rdert werden. Oft geschah das aber nicht. Stattdessen bedienten sich Betr\u00fcger an dem Topf, weil die Kontrolle fehlt. Mehr als 300 Ermittlungsverfahren z\u00e4hlt die Europ\u00e4ische Staatsanwaltschaft allein bis Ende 2024. <\/p>\n<p>Das Problem ist seit Jahren bekannt. Der Europ\u00e4ische Rechnungshof wies in mehreren Berichten auf die mangelnde Aufsicht \u00fcber die Verwendung der Gelder hin. Am Donnerstag konstatierte der Rechnungshof in einem weiteren Bericht, Betrug werde trotz kleinerer Korrekturen nicht ausreichend vorgebeugt. Die Autoren monieren &quot;fehlende detaillierte Anforderungen an die Betrugsbek\u00e4mpfung, unzureichende Betrugsbek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen in einigen Mitgliedstaaten und unvollst\u00e4ndige Daten zu mutma\u00dflichen Betrugsf\u00e4llen. Diese Schw\u00e4chen erh\u00f6hen das Risiko, dass EU-Mittel durch Betrug verloren gehen.&quot;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Niemand-weiss-wohin-die-EU-Milliarden-verschwinden-article24258732.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"249755201\"\/>Intransparenz bei SubventionenNiemand wei\u00df, wohin die EU-Milliarden verschwinden<\/a><\/p>\n<p>ntv.de berichtete bereits 2023, der Haushaltskontrollausschuss des Europ\u00e4ischen Parlaments beschwere sich \u00fcber die undurchsichtige Vergabe der Mittel. Viel ge\u00e4ndert hat sich seitdem nicht. Monika Hohlmeier, Vize-Vorsitzende des Haushaltsausschusses, sieht noch immer die gleichen Probleme beim Corona-Wiederaufbaufonds, in Br\u00fcssel Aufbau- und Resilienzfazilit\u00e4t, kurz RRF, genannt. &quot;Die Transparenz der \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationen zur RRF hat sich nicht grundlegend verbessert. Immer noch sind die Hauptinformationsquellen zu Umsetzung und Fortschritt der Wiederaufbaupl\u00e4ne das Scoreboard und die Karte auf der Internetseite der Kommission&quot;, sagt die CSU-Politikerin ntv.de. Die Karte und das Scoreboard zeigen exemplarisch, in welche Projekte die Mittel flie\u00dfen. Eine vollst\u00e4ndige, transparente Aufschl\u00fcsselung der Endempf\u00e4nger ist das nicht. <\/p>\n<h2>Kommission muss Parlament nicht informieren<\/h2>\n<p>Inzwischen sind die Mitgliedstaaten zwar verpflichtet, zumindest die 100 gr\u00f6\u00dften Empf\u00e4nger pro Land zu ver\u00f6ffentlichen. Allerdings bleiben auch hier die Angaben oft ungenau. Der viertgr\u00f6\u00dfte Nutznie\u00dfer der Gelder in der Slowakei ist etwa das Bildungsministerium, das lediglich angibt, damit &quot;bessere Dienstleistungen f\u00fcr B\u00fcrger und Unternehmen&quot; finanzieren zu wollen. Ohne genaue Informationen fehlt jegliche parlamentarische Kontrolle. Die Kommission muss den Abgeordneten auch auf Nachfrage keine Angaben zur Verf\u00fcgung stellen. Lediglich die europ\u00e4ische Betrugsbek\u00e4mpfungsbeh\u00f6rde Olaf, die Europ\u00e4ische Staatsanwaltschaft und der Europ\u00e4ische Rechnungshof haben das Recht, von der Kommission Daten \u00fcber Endempf\u00e4nger und Auftragnehmer anzufordern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/magazine\/fruehstart\/EU-ist-Ort-der-Superregulierung-nicht-der-Freiheit-id30304230.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"FS_Kretschmer\"\/>Michael Kretschmer im ntv Fr\u00fchstart&quot;EU ist Ort der Superregulierung, nicht der Freiheit&quot;<\/a><\/p>\n<p>Die undurchsichtigen Strukturen laden zum Betrug ein. In \u00d6sterreich etwa waren Gelder aus dem Wiederaufbaufonds geplant f\u00fcr die Reparaturen von Elektroger\u00e4ten und Haushaltsger\u00e4ten. Dann aber sollen Betr\u00fcger fiktive Unternehmen als Partnerbetriebe registriert und anschlie\u00dfend tausende Erstattungsantr\u00e4ge f\u00fcr angebliche Reparaturen eingereicht haben. Mehr als 3,5 Millionen Euro sollten so ergaunert werden. Aufgrund von Ermittlungsverfahren der Europ\u00e4ischen Staatsanwaltschaft f\u00fchrte die Wiener Kriminalpolizei 37 Hausdurchsuchungen durch und nahm 15 Verd\u00e4chtige fest.<\/p>\n<p>Abhilfe k\u00f6nnte laut Hohlmeier geschaffen werden durch ein interoperables IT-System, das eine \u00dcbersicht \u00fcber die Verwendung der Gelder erm\u00f6glicht. &quot;Es liegt aber wiederum an den Mitgliedsstaaten, dieses System mit belastbaren Daten zu f\u00fcttern. Hierzu habe ich zuletzt einen Bericht im Parlament verfasst, der ebenjene Forderung formuliert, bis auf die Ebene der letztendlichen Projektausf\u00fchrung Geldstr\u00f6me sichtbar zu machen&quot;, sagt sie. Sprich: Es muss im Detail deutlich werden, welches Unternehmen oder welche \u00f6ffentliche Institution am Ende die Beg\u00fcnstigten sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/sendungen\/Fonds\/Was-kann-den-Wirtschaftsstandort-Europa-retten-id30245401.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"KoelnNews_332417450_800\"\/>Viel B\u00fcrokratie und hohe KostenWas kann den Wirtschaftsstandort Europa retten?<\/a><\/p>\n<h2>Haushaltsentwurf sieht noch weniger Kontrolle vor<\/h2>\n<p>Ob und welches System f\u00fcr die \u00dcberwachung geschaffen wird, k\u00f6nnte zukunftsweisend f\u00fcr die EU sein. Die Kommission plant n\u00e4mlich in ihrem Entwurf f\u00fcr den kommenden mehrj\u00e4hrigen EU-Haushalt, die Gelder in \u00e4hnlicher Weise zu vergeben, wie dies bereits beim Corona-Wiederaufbaufonds geschieht. Bislang l\u00e4uft es so: Die Kommission erarbeitet mit den Mitgliedstaaten Etappenziele, die erreicht werden m\u00fcssen, damit die Mittel flie\u00dfen. Die Mitgliedstaaten haben hier eine Bringschuld. Sie m\u00fcssen nachweisen, dass die Ziele erreicht wurden. Fehlt der Nachweis, kann die Kommission die F\u00f6rderung k\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Bei den Corona-Milliarden knobeln die L\u00e4nder und die Kommission also weitestgehend unter sich aus, was sie erreichen und wie viel sie daf\u00fcr ausgeben wollen. Die Parlamentarier bleiben weitgehend au\u00dfen vor. Die Situation w\u00fcrde sich verschlechtern, falls die Kommission an ihrem Entwurf f\u00fcr den kommenden EU-Haushalt festh\u00e4lt, kritisiert Hohlmeier: &quot;Die Mitgliedstaaten k\u00f6nnten sich die Auszahlung von Mitteln selbst gew\u00e4hren, ohne dass die Kommission die Erf\u00fcllung der Meilensteine pr\u00fcfen m\u00fcsste. Aus einer nicht-kostenbasierten Finanzierung w\u00fcrde eine Finanzierung ohne jedwede Leistungs- oder Kostenkontrolle.&quot; Eine solche Finanzierungsstruktur w\u00e4re besonders gef\u00e4hrlich mit Blick auf so korrupte Staaten wie Ungarn oder Rum\u00e4nien <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Durchsuchungen-bei-EU-Kommission-wegen-Immobilien-Verkauf-id30356246.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Bruessel-Belgien-EU-Fahnen-vor-der-Europaeische-Kommission\"\/>900-Millionen-Deal im VisierDurchsuchungen bei EU-Kommission wegen Immobilien-Verkauf<\/a><\/p>\n<p>Diese Gefahren sieht auch Daniel Freund, der ebenfalls im Haushaltskontrollausschuss sitzt. Der Abbau von B\u00fcrokratie d\u00fcrfe nicht dazu f\u00fchren, dass &quot;es zum unkontrollierten Betrug mit Geldern kommt, wie wir es immer wieder sehen &#8211; ob nun in der Slowakei, wo Luxusvillen mit EU-Geldern finanziert werden, oder in Ungarn, wo Ministerpr\u00e4sident Viktor Orban im Milliardenumfang EU-Mittel klaut&quot;, sagt der Gr\u00fcnen-Abgeordnete ntv.de. Auch Freund fordert eine bessere parlamentarische Kontrolle \u00fcber die Gelder aus dem Corona-Wiederaufbaufonds. Sollte die Kommission dem Parlament nicht innerhalb eines halben Jahres eine vollst\u00e4ndige Liste mit Endempf\u00e4ngern vorlegen, erw\u00e4gt Freund vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof zu klagen, um mehr Transparenz zu erzwingen.<\/p>\n<h2>Kommission verweist auf Mitgliedstaaten<\/h2>\n<p>Wie will die Kommission die drohende Klage abwenden? Auf Anfrage von ntv.de verweist eine Sprecherin lediglich auf das Meilenstein-Modell und die bestehenden Gesetze dazu. &quot;Die Kommission setzt die RRF in voller \u00dcbereinstimmung mit den Bestimmungen der von den Mitgesetzgebern festgelegten Verordnung um&quot;, so die Sprecherin. Die Mitgliedstaaten seien nicht verpflichtet, der Kommission die entstandenen Kosten zu melden, und die Kommission habe weder das Recht noch die Pflicht, solche Daten systematisch von den Mitgliedstaaten anzufordern. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/EuGH-Gutachten-haelt-Freigabe-von-Milliarden-an-Ungarn-fuer-nichtig-id30355231.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Ursula-von-der-Leyen-CDU-Praesidentin-der-Europaeischen-Kommission-steht-im-Plenarsaal-des-Europaeischen-Parlaments-und-spricht-waehrend-im-Hintergrund-Vikor-Orban-Fidesz-Ministerpraesident-von-Ungarn-zu-sehen-ist-Zu-Beginn-des-dritten-Sitzungstags-will-Ungarns-Regierungschef-Orban-die-Arbeit-der-ungarischen-EU-Ratspraesidentschaft-vorstellen-Zudem-soll-ueber-nachhaltigen-menschenwuerdigem-und-bezahlbaren-Wohnraum-in-der-EU-diskutiert-werden-Anschliessend-besprechen-die-Abgeordneten-Faelle-von-Verletzungen-der-Menschenrechte-der-Demokratie-und-der-Rechtsstaatlichkeit\"\/>EU-Parlament gegen EU-KommissionEuGH-Gutachten h\u00e4lt Freigabe von Milliarden an Ungarn f\u00fcr nichtig<\/a><\/p>\n<p>Freund kennt die Argumente. &quot;Die Kommission sagt bisher immer, das sei die Verantwortung der Mitgliedstaaten und nicht ihre&quot;, sagt er. Er kann das nachvollziehen: &quot;Die Mitgliedstaaten m\u00fcssen sich bewegen.&quot; Erst dann k\u00f6nnen die gew\u00e4hlten Volksvertreter ihrer Aufgabe nachkommen, die Staatsausgaben zu pr\u00fcfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Hunderte Betrugs-ErmittlungenDie Corona-Milliarden verschwinden seit Jahren in der EU 12.02.2026, 19:38 Uhr Von Lea VerstlArtikel anh\u00f6ren(08:00 min)00:00 \/ 08:00 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Mehr als 300 Ermittlungsverfahren wegen Betrugs mit den Corona-Milliarden z\u00e4hlt die Europ\u00e4ische Staatsanwaltschaft allein bis Ende 2024. 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