{"id":31357,"date":"2026-01-23T23:16:28","date_gmt":"2026-01-23T20:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/okonomen-sehen-starkes-europa-wirtschaftlich-bilden-usa-und-eu-ein-gleichgewicht-des-schreckens\/"},"modified":"2026-01-23T23:16:28","modified_gmt":"2026-01-23T20:16:28","slug":"okonomen-sehen-starkes-europa-wirtschaftlich-bilden-usa-und-eu-ein-gleichgewicht-des-schreckens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/okonomen-sehen-starkes-europa-wirtschaftlich-bilden-usa-und-eu-ein-gleichgewicht-des-schreckens\/","title":{"rendered":"\u00d6konomen sehen starkes Europa: Wirtschaftlich bilden USA und EU ein &#8220;Gleichgewicht des Schreckens&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft<\/p>\n<h2>\u00d6konomen sehen starkes EuropaWirtschaftlich bilden USA und EU ein &quot;Gleichgewicht des Schreckens&quot;<\/h2>\n<p>23.01.2026, 19:22 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Christina-Lohner-article24773302.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2423486\/1709272075\/Img_1_1\/36\/Christina-Lohner.webp\" alt=\"Christina-Lohner\"\/>Von Christina Lohner<\/a>Artikel anh\u00f6ren(07:21 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/01\/TTSART_30277547_20260123192359-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 07:21<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30277629\/1769189023\/Img_16_9\/1024\/President-Donald-Trump-meets-with-the-President-of-the-European-Commission-Ursula-von-der-Leyen-during-the-United-Nations-General-Assembly-Tuesday-Sept-23-2025-in-New-York.webp\" alt=\"President-Donald-Trump-meets-with-the-President-of-the-European-Commission-Ursula-von-der-Leyen-during-the-United-Nations-General-Assembly-Tuesday-Sept-23-2025-in-New-York\"\/><figcaption>Die wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit besteht auf beiden Seiten des Atlantiks. (Foto: picture alliance \/ ASSOCIATED PRESS)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Derisking lautet die neue Ma\u00dfgabe gegen\u00fcber den USA, also die wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit zu reduzieren. Allzu gro\u00dfe Angst vor diesem Risiko m\u00fcssen die Europ\u00e4er allerdings gar nicht haben. Denn erpressbar w\u00e4ren beide Seiten gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Europa atmet auf, weil der US-Pr\u00e4sident seine milit\u00e4rische Drohung gegen\u00fcber Gr\u00f6nland nicht wahr macht. Auch die \u00f6konomische Keule neuer Z\u00f6lle l\u00e4sst Donald Trump in der Schublade. Die Forderung, sich auch aus der wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeit von den USA st\u00e4rker zu l\u00f6sen, war in dieser Woche aber nicht mehr zu \u00fcberh\u00f6ren. \u00d6konomen sehen die Europ\u00e4er allerdings nicht in einer Position der Schw\u00e4che. Im Gegenteil: Wirtschaftswissenschaftler betonen, wie abh\u00e4ngig auch die USA umgekehrt von der EU seien.<\/p>\n<p>Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kam vor Kurzem zu dem Ergebnis, dass die USA im Warenhandel von der EU inzwischen sogar abh\u00e4ngiger sind als von China &#8211; auch in wichtigen industriellen und strategischen Bereichen. &quot;Daher ist es nicht verwunderlich, dass der unberechenbare Donald Trump bisher zwar immer wieder mit Z\u00f6llen droht&quot;, sagt J\u00fcrgen Matthes, Leiter des IW-Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik, ntv.de. &quot;Aber gegen\u00fcber der EU gab es meines Wissens noch keine Drohungen der USA, wichtige G\u00fcter nicht zu liefern. Denn der US-Pr\u00e4sident d\u00fcrfte wissen, dass er hier im Glashaus sitzt.&quot; Ein Beispiel: &quot;Ohne die Hochleistungsmaschinen von ASML f\u00fcr die Produktion modernster Chips geht auch in den USA kaum etwas.&quot;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/magazine\/navidi\/Europa-endgueltig-klar-Koennen-USA-nicht-mehr-trauen-id30274831.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Navidi\"\/>Navidi zieht Lehren aus Davos&quot;Europa endg\u00fcltig klar: K\u00f6nnen USA nicht mehr trauen&quot;<\/a><\/p>\n<p>Auch Klaus-J\u00fcrgen Gern, der am Institut f\u00fcr Weltwirtschaft (IfW) in Kiel die internationale Konjunkturprognose leitet, betont: &quot;Die wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von den USA ist betr\u00e4chtlich, in gro\u00dfen Teilen aber beidseitig, so dass vielfach eher von Interdependenz gesprochen werden sollte.&quot; So sei etwa Deutschland im industriellen Bereich ein wichtiger Technologielieferant f\u00fcr die USA, erkl\u00e4rt Gern ntv.de. Die starke gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit zwischen den USA und der EU f\u00fchrt laut dem Wirtschaftswissenschaftler dazu, &quot;dass in den USA starke Interessen bestehen, die Beziehungen aufrechtzuerhalten und die Funktionsf\u00e4higkeit der europ\u00e4ischen Wirtschaft sicherzustellen&quot;.<\/p>\n<p>Die USA sind nach wie vor Deutschlands gr\u00f6\u00dfter einzelner Exportmarkt, besonders wichtig f\u00fcr die klassischen Exportbranchen Autos, Maschinen, Chemie und Pharma, wie Gern ausf\u00fchrt. &quot;Allerdings ist der Handel innerhalb Europas zusammengenommen bei Weitem wichtiger, der Anteil der Exporte in die USA and den Gesamtexporten liegt lediglich bei rund zehn Prozent.&quot; In umgekehrter Richtung sind die wichtigsten Importg\u00fcter aus den USA nach Deutschland pharmazeutische Erzeugnisse, sonstige Fahrzeuge wie Schiffe oder Flugzeuge, Datenverarbeitungsger\u00e4te, Erd\u00f6l und -gas sowie chemische Erzeugnisse und Maschinen. Noch wichtiger als Waren sind beim Import amerikanische Dienstleistungen.<\/p>\n<h2>&quot;Keine Wirtschaftsbeziehung ist so intensiv&quot;<\/h2>\n<p>Der Bundesverband Gro\u00dfhandel, Au\u00dfenhandel, Dienstleistungen (BGA) hatte am Dienstag ebenfalls betont: &quot;Deutsche und europ\u00e4ische Produkte werden weltweit gebraucht, auch in den USA.&quot; Mit Blick auf die im vergangenen Jahr verh\u00e4ngten US-Z\u00f6lle sagte BGA-Pr\u00e4sident Dirk Jandura: &quot;Trump s\u00e4gt damit an dem Ast, auf dem er sitzt.&quot; Die deutschen Exporte in die USA sind im vergangenen Jahr bis November um mehr als neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. &quot;Die USA bleiben ein f\u00fcr uns sehr wichtiger Markt, aber nichts ist f\u00fcr die Ewigkeit&quot;, so Jandura. &quot;Das Derisking hat begonnen.&quot;<\/p>\n<p>Sich nun umfassend aus den US-Abh\u00e4ngigkeiten zu l\u00f6sen, h\u00e4lt Matthes allerdings f\u00fcr eine Illusion, auch wenn dies in einzelnen kritischen Bereichen, wo es alternative Anbieter gibt, sinnvoll sei. So gebe es beispielsweise bei einigen Softwareanwendungen europ\u00e4ische Ausweichm\u00f6glichkeiten wie etwa SAP. &quot;Doch in der Breite wird das kaum m\u00f6glich sein&quot;, stellt der \u00d6konom klar. &quot;Keine Wirtschaftsbeziehung ist so intensiv wie die transatlantische.&quot; Neben der starken Handelsbeziehung best\u00fcnden enge Unternehmens- und Finanzverflechtungen. &quot;Und dann haben wir noch die engen Verbindungen in der R\u00fcstungsindustrie.&quot; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/US-Regierung-fuerchtet-finanzielle-Nuklearoption-Europas-id30276991.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"President-Donald-Trump-arrives-at-Joint-Base-Andrews-Md-after-attending-the-World-Economic-Forum-in-Davos-Thursday-Jan-22-2026\"\/>Trump droht schon malUS-Regierung f\u00fcrchtet finanzielle Nuklearoption Europas<\/a><\/p>\n<p>Gern sieht Abh\u00e4ngigkeiten insbesondere bei Hightech und IT-Dienstleistungen, &quot;wo in wichtigen Schl\u00fcsseltechnologien kaum europ\u00e4ische Alternativen existieren und die gro\u00dfen US-Konzerne dominieren: Halbleiter-Design, Software, KI, Betriebssysteme. Auch Dateninfrastruktur und -standards sind stark US-gepr\u00e4gt.&quot; Neu hinzugekommen sei der hohe US-Anteil bei den LNG-Importen. &quot;Eine gewisse Abh\u00e4ngigkeit besteht zudem durch die Dominanz des US-Dollar als Weltw\u00e4hrung und von US-Firmen im internationalen Zahlungsverkehr: Kreditkartenfirmen sowie das Swift-Abrechnungssystem.&quot;<\/p>\n<p>Problematisch ist in seinen Augen vor allem die Abh\u00e4ngigkeit bei verteidigungsrelevanten F\u00e4higkeiten wie bestimmten Waffensystemen, Satelliten oder im Geheimdienstbereich. &quot;Hier ist der rasche Aufbau eigener Kapazit\u00e4ten unbedingt erforderlich angesichts einer offenbar nicht mehr gegebenen Verl\u00e4sslichkeit der USA.&quot; <\/p>\n<h2>Exportbeschr\u00e4nkungen als &quot;Ultima Ratio&quot;<\/h2>\n<p>Um Handelsrisiken zu senken, sieht Gern eine Verst\u00e4rkung der Handelsbeziehungen zu anderen Wirtschaftsr\u00e4umen wie Indien\/S\u00fcdostasien, Mercosur und inzwischen auch Afrika als probates Mittel. Zweifel hegt der \u00d6konom an einem forcierten Aufbau europ\u00e4ischer Alternativen bei Cloud-Computing und Betriebssystemen. Voraussetzung hierf\u00fcr sei, einen leistungsf\u00e4higen Risikokapitalmarkt sowie innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen.<\/p>\n<p>&quot;Sollte sich das Verh\u00e4ltnis mit den USA entgegen unserer Hoffnung noch weiter versch\u00e4rfen, laufen wir damit in eine Situation hinein, in der man sich gegenseitige stark sch\u00e4digen k\u00f6nnte&quot;, mahnt Matthes &#8211; &quot;eine Art wirtschaftliches Gleichgewicht des Schreckens&quot;. Er hofft, dass dieses die US-Regierung weiter abschreckt. Umgekehrt warnt der \u00d6konom vor einer Eskalation seitens der EU in Form von Exportbeschr\u00e4nkungen bei wichtigen G\u00fctern. &quot;Ohne Not sollten auch wir hier nicht den ersten Schritt tun&quot;, meint Matthes. &quot;Das kann nur eine Ultima Ratio sein.&quot; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft \u00d6konomen sehen starkes EuropaWirtschaftlich bilden USA und EU ein &quot;Gleichgewicht des Schreckens&quot; 23.01.2026, 19:22 Uhr Von Christina LohnerArtikel anh\u00f6ren(07:21 min)00:00 \/ 07:21 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31357"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31357\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}