{"id":31333,"date":"2026-01-20T21:36:31","date_gmt":"2026-01-20T18:36:31","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/was-europa-tun-kann-die-bitteren-lehren-aus-einem-jahr-wirtschaftskrieg-mit-trump\/"},"modified":"2026-01-20T21:36:31","modified_gmt":"2026-01-20T18:36:31","slug":"was-europa-tun-kann-die-bitteren-lehren-aus-einem-jahr-wirtschaftskrieg-mit-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/was-europa-tun-kann-die-bitteren-lehren-aus-einem-jahr-wirtschaftskrieg-mit-trump\/","title":{"rendered":"Was Europa tun kann: Die bitteren Lehren aus einem Jahr Wirtschaftskrieg mit Trump"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft<\/p>\n<h2>Was Europa tun kannDie bitteren Lehren aus einem Jahr Wirtschaftskrieg mit Trump<\/h2>\n<p>20.01.2026, 18:40 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Hannes-Vogel-id4288126.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30101680\/1764776540\/Img_1_1\/36\/image (2).webp\" alt=\"image (2)\"\/>Von Hannes Vogel<\/a>Artikel anh\u00f6ren(07:41 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/01\/TTSART_30262909_20260120184057-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 07:41<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30263090\/1768925021\/Img_16_9\/1024\/President-Donald-Trump-displays-a-chart-with-reciprocal-tariffs-during-a-Liberation-Day-event-in-the-Rose-Garden-at-the-White-House-on-April-2-2025-in-Washington-D-C-Todays-tariffs-are-just-the-most-recent-moves-that-President-Trump-has-taken-in-this-new-trade-war-since-returning-to-the-White-House-less-that-three-months-ago.webp\" alt=\"President-Donald-Trump-displays-a-chart-with-reciprocal-tariffs-during-a-Liberation-Day-event-in-the-Rose-Garden-at-the-White-House-on-April-2-2025-in-Washington-D-C-Todays-tariffs-are-just-the-most-recent-moves-that-President-Trump-has-taken-in-this-new-trade-war-since-returning-to-the-White-House-less-that-three-months-ago\"\/><figcaption>Trumps Vorgehen bei den im vergangenen April verk\u00fcndeten &quot;reziproken&quot; Z\u00f6llen zeigte: Dem US-Pr\u00e4sidenten die andere Wange hinzuhalten ist oft schmerzhafter, als ihm die Stirn zu bieten. (Foto: picture alliance \/ Sipa USA)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit seinem Amtsantritt attackiert Donald Trump Europa unabl\u00e4ssig. Mit dem Gerede von der Annexion Gr\u00f6nlands bringt er die Nato an einen Zerrei\u00dfpunkt. Was k\u00f6nnen die Europ\u00e4er tun? Die Antworten hat Trump in seinem Zollkrieg geliefert. Sie d\u00fcrften Europa nicht gefallen.<\/p>\n<p>Europa h\u00e4tte es kommen sehen k\u00f6nnen. Schon in seiner Amtsantrittsrede fast auf den Tag genau vor einem Jahr lie\u00df Donald Trump keinen Zweifel daran, dass ihm die territoriale Souver\u00e4nit\u00e4t anderer L\u00e4nder egal ist. Er k\u00fcndigte an, den Golf von Mexiko in Golf von Amerika umzubenennen. Und drohte: &quot;Wir holen uns den Panama-Kanal zur\u00fcck.&quot;<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr begann er dann, mit dem Zollhammer jeglichen Widerstand gegen seine Pl\u00e4ne zur Neuordnung der Welt zu brechen: Am &quot;Liberation Day&quot; im April gab er mit horrenden Strafz\u00f6llen den Startschuss f\u00fcr einen globalen Wirtschaftskrieg und schickte die Welt in die 30er Jahre zur\u00fcck. Angesichts einer folgenden B\u00f6rsenpanik kassierte er die Z\u00f6lle gr\u00f6\u00dftenteils wieder und machte mit den gr\u00f6\u00dften US-Handelspartnern eine Reihe von Deals, darunter auch mit der EU. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Froehlich-Wir-sehen-ein-Primat-der-Exekutive-id30260358.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Froehlich\"\/>Machtverst\u00e4ndnis des US-Pr\u00e4sidentenFr\u00f6hlich: &quot;Wir sehen ein Primat der Exekutive&quot;<\/a><\/p>\n<p>Diesen Waffenstillstand hat Trump mit seinen Gr\u00f6nland-Drohungen und neuen Strafz\u00f6llen gegen Deutschland und andere Nato-Verb\u00fcndete aufgek\u00fcndigt. Wie ein trotziges Kind zerrei\u00dft er die globale Nachkriegsordnung, unter anderem weil Norwegen ihm nicht seinen hei\u00df ersehnten Friedensnobelpreis verliehen hat. Wie soll die EU mit Trump umgehen? Die Lehren aus einem Jahr Wirtschaftskrieg d\u00fcrften Europa nicht gefallen.<\/p>\n<h2>Kein Deal mit Trump ist endg\u00fcltig<\/h2>\n<p>In Wahrheit redet Trump schon seit fast einem Jahr immer wieder davon, dass die USA sich Gr\u00f6nland aus Sicherheitsgr\u00fcnden einverleiben m\u00fcssten. Doch nun hat er pl\u00f6tzlich Ernst gemacht. Wenn er scheinbar aus einer Laune heraus den im Sommer monatelang austarierten Zoll-Deal mit der EU \u00fcber den Haufen wirft &#8211; worauf k\u00f6nnen sich Partner der USA noch verlassen? Die erste bittere Erkenntnis aus einem Jahr Zollkrieg mit Trump lautet: auf gar nichts.<\/p>\n<p>Die Hoffnung im vergangenen Jahr war, dass man mit einem Handelsdeal Trump bes\u00e4nftigen k\u00f6nne, von seinen exorbitanten &quot;Liberation Day&quot;-Z\u00f6llen abzusehen und die Milit\u00e4rhilfen f\u00fcr die Ukraine aufrechtzuerhalten. Das hat sich als Fehlkalkulation erwiesen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/magazine\/fruehstart\/ntv-Fruehstart-Stegner-fordert-mehr-Staerke-gegenueber-Trump-id30260272.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Screenshot 2026-01-20 085814\"\/>SPD-Politiker im ntv Fr\u00fchstartStegner: Keine grotesken Verbeugungen vor Trump<\/a><\/p>\n<p>&quot;Kein Deal mit Trump ist jemals endg\u00fcltig&quot;, bringt es sein Ex-Sicherheitsberater John Bolton im US-Fernsehen auf den Punkt. Selbst ein unterschriebenes Abkommen bedeutet nicht, dass Trump sich daran h\u00e4lt.<\/p>\n<h2>Nur wer sich wehrt, den nimmt Trump ernst<\/h2>\n<p>Seit einem Jahr versucht Europa, ein Mittel gegen diese Unberechenbarkeit zu finden. Und ist bislang den Weg des Appeasements und der Vernunft gegangen. Z\u00e4hneknirschend haben die Europ\u00e4er, allen voran Deutschland, Z\u00f6lle von 15 Prozent auf ihre Exporte hingenommen &#8211; ohne Gegenleistung. &quot;Wenn Sie mich das Wort &#039;Verhandlung&#039; nicht haben sagen h\u00f6ren &#8211; das liegt daran, dass es keine waren&quot;, r\u00e4umte die EU-Generaldirektorin f\u00fcr Handel, Sabine Weyand, gegen\u00fcber der &quot;S\u00fcddeutschen Zeitung&quot; unumwunden zum Zolldeal mit Washington ein. Zum Dank geht Trump nun erneut auf die Europ\u00e4er los.<\/p>\n<p>Dabei zeigen die Erfahrungen des letzten Jahres: Trump noch die andere Wange hinzuhalten ist oft schmerzhafter, als ihm die Stirn zu bieten. Vor allem das Beispiel China zeigt, dass Trump den Mund gerne vollnimmt, vor ebenb\u00fcrtigen Gegnern aber auffallend schnell einknickt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Denison-Trump-wirkt-schwaecher-als-je-zuvor-id30253800.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"KoelnNews_332534290_10767\"\/>Zollstreit und Gr\u00f6nlandDenison: Trump wirkt schw\u00e4cher als je zuvor<\/a><\/p>\n<p>Der US-Pr\u00e4sident nimmt nur die ernst, die mit der Faust auf den Tisch hauen. Sein Finanzminister Scott Bessent hat es im US-Sender NBC selbst gesagt: Es werde um Gr\u00f6nland keinen Krieg geben, &quot;denn die USA sind heute das st\u00e4rkste Land der Welt. Die Europ\u00e4er strahlen Schw\u00e4che aus. Die USA zeigen St\u00e4rke.&quot; &quot;Frieden durch St\u00e4rke&quot; &#8211; das ist die Denkweise der Trump-Regierung.<\/p>\n<h2>Trump knickt ein, wenn die Kosten zu hoch werden<\/h2>\n<p>Eine weitere Konstante sind Trumps leere Drohungen. Erinnern Sie sich noch an seine Ank\u00fcndigung, ausl\u00e4ndische Filme mit 100 Prozent Zoll zu belegen? Oder Champagner aus der EU mit 200 Prozent? Oder alle Waren aus China mit 125 Prozent? Umgesetzt hat Trump das alles nie oder &#8211; wie etwa im Deal mit China &#8211; auf faktisch unbestimmte Zeit ausgesetzt. Das erste Jahr mit Trump lehrt auch: er knickt ein, wenn die Kosten zu hoch werden.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft nicht, das alles, was Trump sagt, nur hei\u00dfe Luft ist, wie es viele Trader an der Wall Street denken. Doch in entscheidenden Momenten St\u00e4rke zu zeigen, lohnt sich. Daf\u00fcr braucht es allerdings einen Hebel, so wie ihn China etwa mit seinen seltenen Erden hat. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Zollstreit-mit-USA-wegen-Groenland-EU-will-sich-nicht-erpressen-lassen-id30255853.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Zollstreit\"\/>Kommt es zur Eskalation?Nach Trumps Zoll-Drohungen schw\u00f6rt sich die EU ein<\/a><\/p>\n<p>Wehrlos ist auch Europa nicht: Laut der US-Statistikbeh\u00f6rde BEA haben US-Konzerne Direktinvestitionen von fast 4 Billionen Dollar in Europa &#8211; soviel wie nirgendwo sonst auf der Welt. Zudem h\u00e4lt Europa Aktien und US-Staatsanleihen im Wert von 10 Billionen Dollar &#8211; und ist damit der wichtigste Finanzier des immer gigantischeren US-Schuldenbergs. All das w\u00e4re genauso gef\u00e4hrdet wie die Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte der US-Armee in Europa, wenn Trump es mit seinen Gr\u00f6nland-Drohungen \u00fcbertreibt.<\/p>\n<p>Und dann ist da noch die &quot;Handelsbazooka&quot; der EU: Das &quot;Anti-Coercion&quot;-Instrument erlaubt Br\u00fcssel, die US-Wirtschaft nicht nur mit Gegenz\u00f6llen ins Visier zu nehmen, sondern beispielsweise auch US-Firmen von \u00f6ffentlichen Auftragsvergaben auszuschlie\u00dfen oder den Marktzugang f\u00fcr die Tech-Riesen einzuschr\u00e4nken. Bei den &quot;glorreichen Sieben&quot; US-Tech-Riesen Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia, Tesla kommen zwischen 20 und 30 Prozent der Ums\u00e4tze aus Europa. Der Kontinent ist f\u00fcr sie der zweitwichtigste und lukrativste Markt. <\/p>\n<h2>Trumps Schwachstelle: das eigene Portemonnaie <\/h2>\n<p>Eine m\u00f6gliche Form der Gegenwehr ergibt sich noch aus einer weiteren bitteren Erkenntnis: Als Pr\u00e4sident hat Trump so ungeniert wie keiner seiner Vorg\u00e4nger die Schleusen f\u00fcr Korruption im Wei\u00dfen Haus ge\u00f6ffnet. 2,7 Milliarden Dollar hat er allein im ersten Jahr seiner Amtszeit mit Krypto-, Immobilien- und anderen Deals verdient, die er und seine Familie eingef\u00e4delt haben, w\u00e4hrend er im Wei\u00dfen Haus sitzt. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/So-stark-hat-Trump-die-USA-in-nur-einem-Jahr-veraendert-id30250545.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"U-S-President-Donald-Trump-speaks-to-reporters-before-boarding-Marine-One-on-the-South-Lawn-of-the-White-House-on-January-16-2026-in-Washington-D-C-The-President-is-heading-to-Palm-Beach-Florida-where-he-will-be-spending-the-holiday-weekend-at-his-private-club-Mar-a-Lago\"\/>Warten auf &quot;Goldenes Zeitalter&quot;So stark hat Trump die USA in nur einem Jahr ver\u00e4ndert<\/a><\/p>\n<p>Trump will immer mitverdienen &#8211; und stellt daher unter anderem die US-Au\u00dfenpolitik zum Verkauf: \u00dcber einen Luxusflieger aus Katar, Krypto-Milliarden aus den Emiraten oder \u00d6ldollars aus Saudi-Arabien l\u00e4sst er sich um den Finger wickeln. Weil Trump korrupt ist, k\u00f6nnte man seine Gunst in Sachen Gr\u00f6nland schlicht kaufen. Oder aber Europa k\u00f6nnte Trumps eigene Firmen und Gesch\u00e4ftsinteressen zu vielversprechenden Zielen von Gegenma\u00dfnahmen machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Was Europa tun kannDie bitteren Lehren aus einem Jahr Wirtschaftskrieg mit Trump 20.01.2026, 18:40 Uhr Von Hannes VogelArtikel anh\u00f6ren(07:41 min)00:00 \/ 07:41 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Trumps<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31333","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31333","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31333"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31333\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}