{"id":31329,"date":"2026-01-20T05:25:59","date_gmt":"2026-01-20T02:25:59","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kanzler-reagiert-auf-trump-merz-tut-ganz-harmlos-aber-dann-droht-er-doch\/"},"modified":"2026-01-20T05:25:59","modified_gmt":"2026-01-20T02:25:59","slug":"kanzler-reagiert-auf-trump-merz-tut-ganz-harmlos-aber-dann-droht-er-doch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kanzler-reagiert-auf-trump-merz-tut-ganz-harmlos-aber-dann-droht-er-doch\/","title":{"rendered":"Kanzler reagiert auf Trump: Merz tut ganz harmlos, aber dann droht er doch"},"content":{"rendered":"<p>Politik<\/p>\n<h2>Kanzler reagiert auf TrumpMerz tut ganz harmlos, aber dann droht er doch<\/h2>\n<p>19.01.2026, 17:31 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Volker-Petersen-article14511836.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2603106\/1756473407\/Img_1_1\/36\/RTL01231-1.webp\" alt=\"RTL01231-1\"\/>Von Volker Petersen<\/a>Artikel anh\u00f6ren(06:33 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2026\/01\/TTSART_30258823_20260119173219-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 06:33<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30258725\/1768842167\/Img_16_9\/1024\/Bundeskanzler-Friedrich-Merz-CDU-nimmt-an-der-Pressekonferenz-nach-der-Sitzung-des-CDU-Bundesvorstands-teil-Der-CDU-Vorstand-kommt-zu-seiner-Jahresauftakt-Klausur-zusammen-und-will-eine-Erklaerung-zur-Wirtschaftspolitik-verabschieden.webp\" alt=\"Bundeskanzler-Friedrich-Merz-CDU-nimmt-an-der-Pressekonferenz-nach-der-Sitzung-des-CDU-Bundesvorstands-teil-Der-CDU-Vorstand-kommt-zu-seiner-Jahresauftakt-Klausur-zusammen-und-will-eine-Erklaerung-zur-Wirtschaftspolitik-verabschieden\"\/><figcaption>Was ist jetzt richtig? Trump eine klare Ansage machen? Den Ball flach halten? Merz entschied sich f\u00fcr letzteres. (Foto: picture alliance\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Zolldrohung Trumps an acht europ\u00e4ische L\u00e4nder am Samstag gleicht einem Frontalangriff. Erst zwei Tage sp\u00e4ter \u00e4u\u00dfert sich der Bundeskanzler dazu pers\u00f6nlich. Er l\u00e4sst eine eindeutige Strategie erkennen. <\/p>\n<p>Besonnenheit, das war eigentlich die Spezialit\u00e4t von Olaf Scholz. Besonnenheit wurde zum Leitmotiv des fr\u00fcheren Bundeskanzlers, nachdem Russland die Ukraine \u00fcberfallen hatte. Auch rhetorisch. Teils versteckte sich der SPD-Politiker so sehr hinter Worth\u00fclsen, dass meist offenblieb, was er eigentlich sagen wollte. <\/p>\n<p>Friedrich Merz dagegen kann ganz anders. Geht es gegen Gr\u00fcne, Linke oder die AfD, zermetzelt der aktuelle Bundeskanzler mit scharfer Klinge jede argumentative Schw\u00e4che, gerne von ganz oben herab. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Wie-ein-Milliardaer-Trumps-Groenland-Ambitionen-befeuerte-id30258325.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"President-elect-Donald-Trump-walks-with-World-Jewish-Congress-President-Ronald-Lauder-after-meeting-at-Mar-a-Lago-Wednesday-Dec-28-2016-in-Palm-Beach-Fla\"\/>Spielfeld um Macht und MillionenWie ein Milliard\u00e4r Trumps Gr\u00f6nland-Ambitionen befeuerte<\/a><\/p>\n<p>Doch an diesem Mittag im Konrad-Adenauer-Haus h\u00e4lt er sich zur\u00fcck. Denn da steht er vor Dutzenden Journalisten in der Berliner CDU-Zentrale und soll etwas zu den Zolldrohungen von US-Pr\u00e4sident Donald Trump sagen. <\/p>\n<h2>Bazooka oder Ball flach halten?<\/h2>\n<p>Eine schwierige Aufgabe. Europa ist in heller Aufregung, die Emp\u00f6rung ist gro\u00df &#8211; gr\u00f6\u00dfer als bei anderen Tabubr\u00fcchen des Pr\u00e4sidenten. Die Rufe nach Gegenwehr erschallen lauter als sonst. Hektisch werden allerorten Sondersitzungen einberufen, Forderungen erhoben, Konsequenzen gefordert. <\/p>\n<p>Europapolitiker und EVP-Chef Manfred Weber k\u00fcndigte an, die Ratifizierung des Zollabkommens zwischen USA und EU auf Eis zu legen. Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron fordert, mit der Handels-&quot;Bazooka&quot; zur\u00fcckzuschie\u00dfen, etwa in Form von Digitalsteuern auf US-Techkonzerne. SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil sagte noch am Morgen ganz deutlich: &quot;Wir lassen uns nicht erpressen.&quot; Eine Grenze sei erreicht. <\/p>\n<p>Der Kanzler hatte sich bisher nicht pers\u00f6nlich ge\u00e4u\u00dfert &#8211; am Sonntag schickte er Au\u00dfenminister Johann Wadephul vor, belie\u00df es selbst bei schriftlichen Erkl\u00e4rungen. Erst an diesem Montag wird die Merz-Herangehensweise deutlich. Er bei\u00dft sich so fest auf die Zunge, dass er wie Scholz klingt, oder aus seiner Sicht vielleicht der dramatischere Vergleich: wie Angela Merkel. <\/p>\n<h2>Noch immer betont er Gemeinsamkeiten<\/h2>\n<p>So verbreitet er Banalit\u00e4ten wie: &quot;Im Kreis der Europ\u00e4er besteht gro\u00dfe Einigkeit, dass weitere Zollandrohungen die transatlantischen Beziehungen nicht st\u00e4rken, sondern schw\u00e4chen&quot;. Er redet die Dramatik des Augenblicks klein: Die Z\u00f6lle &quot;bergen auch das Risiko einer Eskalation.&quot; Als ob die Drohung Trumps nicht schon eine w\u00e4re. Und weiter: &quot;Wir werden jedenfalls auf der europ\u00e4ischen Seite besonnen und auch angemessen auf solche Herausforderungen reagieren.&quot; Da ist sie, die Besonnenheit.<\/p>\n<p>So scholzt und merkelt Merz sich durch die Pressekonferenz. Von Bazooka, Vergeltung, einem kr\u00e4ftigen &quot;Es reicht!&quot; ist nichts zu sp\u00fcren. Stattdessen k\u00fcndigt er geruhsam an, dass er am Mittwoch in Davos mit Trump sprechen will. Dass er sich vor dem Sondertreffen der europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs am Donnerstag schon mit Macron auf eine gemeinsame Position einigen wird. Demonstriert Zuversicht, wo die Grundlage daf\u00fcr weitaus schneller schmilzt als das Packeis in Gr\u00f6nland. Spricht sogar jetzt noch von gemeinsamen Sicherheitsinteressen mit den USA auf der Arktisinsel. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Zollstreit-mit-USA-wegen-Groenland-EU-will-sich-nicht-erpressen-lassen-id30255853.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Zollstreit\"\/>Kommt es zur Eskalation?Nach Trumps Zoll-Drohungen schw\u00f6rt sich die EU ein<\/a><\/p>\n<p>Eine Journalistin meldet sich. Fragt, ob diese Strategie, Trump unbedingt im gemeinsamen Boot zu halten, nicht gescheitert sei. Merz verneint. Sie sei voll aufgegangen.<\/p>\n<p>Erst auf Nachfrage schaltet er dann doch auf Offensive. Ein bisschen zumindest. &quot;Die amerikanische Seite wei\u00df, dass wir von unserer Seite aus reagieren k\u00f6nnten.&quot; Was entfernt an rhetorisches Muskelspiel erinnert, schw\u00e4cht er gleich wieder ab: &quot;Ich will es nicht, aber wenn es n\u00f6tig ist, dann werden wir nat\u00fcrlich auch unsere europ\u00e4ischen Interessen, auch unsere deutschen nationalen Interessen sch\u00fctzen.&quot; Ein Satz, den er wom\u00f6glich bewusst so lang macht, damit er in keine knackige \u00dcberschrift passt. Denn die k\u00f6nnte ja Trump weiter reizen. So wird eine Strategie deutlich: Trump nicht weiter \u00e4rgern, Gespr\u00e4che anbieten, nur subtil mit Gegenwehr drohen.<\/p>\n<h2>Ukraine nicht vergessen<\/h2>\n<p>Ist das jetzt deutsch-franz\u00f6sisches &quot;Good cop, bad cop&quot;? Macron t\u00f6nt von der Bazooka, Merz streckt die Hand aus? Es w\u00e4re jedenfalls leicht, dem Kanzler mangelnden Mut vorzuwerfen. Die EU zu einer gemeinsamen, tragf\u00e4higen Position zusammenzuf\u00fchren, ist jedes Mal wieder Knochenarbeit. Und am Ende ist die Einigkeit wackeliger als bei den Bremer Stadtmusikanten, denn die waren nur zu viert. Ein Handelskrieg w\u00e4re das Letzte, was die deutsche Wirtschaft gerade gebrauchen kann. Breitbeiniges Auftreten mag sich gut anf\u00fchlen, kann aber daneben gehen. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/US-Amerikaner-zahlen-selbst-fuer-Trumps-Zoelle-id30257073.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Beim-Bezahlen-mit-US-Dollar-im-Geschaeft-wird-sichtbar-wie-Bargeld-unmittelbar-im-Alltag-wirkt-Inflation-und-Preise-beeinflussen-die-Kaufkraft-der-Verbraucher-und-damit-auch-ihr-Konsumverhalten-sowie-die-Wirtschaft\"\/>Studie zeigt Nachteile f\u00fcr alleUS-Amerikaner zahlen selbst f\u00fcr Trumps Z\u00f6lle<\/a><\/p>\n<p>Oder haben die anderen doch recht? Trump verstehe doch nur klare Ansagen, H\u00e4rte, Gegenwehr &#8211; alles andere nehme er nicht ernst, sagen nun viele &#8211; etwa CDU-Fraktionsvize Sepp M\u00fcller im ntv Fr\u00fchstart. Das k\u00f6nnte stimmen. Allerdings muss man dann auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. <\/p>\n<p>Und da geht es um mehr als um Z\u00f6lle. Es geht auch um die Ukraine. &quot;Die Bedrohung unserer Sicherheit geht zurzeit eher vom Osten aus als vom Westen&quot;, sagt Merz. Er wolle in seinen Gespr\u00e4chen in den kommenden Tagen wieder mehr \u00fcber die Ukraine reden. &quot;Wir haben nach wie vor keine Bereitschaft von Putin, an den Verhandlungstisch zu kommen und diesen Krieg zu beenden&quot;, sagt der Kanzler. &quot;Das ist zurzeit meine gr\u00f6\u00dfte Sorge, nicht Gr\u00f6nland, sondern die Ukraine.&quot; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wir-brauchen-Amerika-in-dem-Fall-nicht-CDU-kontert-Trump-id30256354.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Fr\u00fchstart\"\/>M\u00fcller im ntv Fr\u00fchstart&quot;Wir brauchen Amerika in dem Fall nicht&quot;: CDU kontert Trump<\/a><\/p>\n<p>Da werden die USA noch dringend gebraucht &#8211; ihre Waffen, ihre Aufkl\u00e4rungsdaten, letztlich ihr Atom-Schutzschirm f\u00fcr West- und Mitteleuropa. Alles Dinge, die sich mit keinem Sonderverm\u00f6gen der Welt mal eben ersetzen lassen. Auch Merz wei\u00df das. Um es mit einer Redewendung Trumps zu sagen: Er muss mit den Karten spielen, die er hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Kanzler reagiert auf TrumpMerz tut ganz harmlos, aber dann droht er doch 19.01.2026, 17:31 Uhr Von Volker PetersenArtikel anh\u00f6ren(06:33 min)00:00 \/ 06:33 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Was ist jetzt richtig? Trump eine klare Ansage machen? Den Ball flach halten? Merz entschied sich f\u00fcr letzteres. 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