{"id":31319,"date":"2026-01-18T12:46:17","date_gmt":"2026-01-18T09:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ironie-der-geschichte-die-inflation-qualt-trump\/"},"modified":"2026-01-18T12:46:17","modified_gmt":"2026-01-18T09:46:17","slug":"ironie-der-geschichte-die-inflation-qualt-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ironie-der-geschichte-die-inflation-qualt-trump\/","title":{"rendered":"Ironie der Geschichte: Die Inflation qu\u00e4lt Trump"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft<\/p>\n<h2>Ironie der GeschichteDie Inflation qu\u00e4lt Trump<\/h2>\n<p>18.01.2026, 07:28 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Jan-Gaenger-article13667566.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2547530\/1690285908\/Img_1_1\/36\/DSCF1383-2.webp\" alt=\"DSCF1383-2\"\/>Von Jan G\u00e4nger und Laura Stresing (Grafiken)<\/a><\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30248374\/1768559410\/Img_16_9\/1024\/U-S-President-Donald-Trump-attends-a-Mexican-Border-Defense-Medal-presentation-in-the-Oval-Office-at-the-White-House-in-Washington-D-C-U-S-December-15-2025.webp\" alt=\"U-S-President-Donald-Trump-attends-a-Mexican-Border-Defense-Medal-presentation-in-the-Oval-Office-at-the-White-House-in-Washington-D-C-U-S-December-15-2025\"\/><figcaption>Gold gilt als Inflationsschutz. (Foto: REUTERS)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Preise an der Zapfs\u00e4ule und im Supermarkt k\u00f6nnen in den USA Wahlen entscheiden. Vor einem Jahr profitierte Donald Trump davon. Doch mittlerweile ist die Inflation sein Problem.<\/p>\n<p>Aus dem Wahlkampfschlager wurde ein Bumerang. Donald Trump gewann die Pr\u00e4sidentschaftswahl 2024 unter anderem deshalb, weil er \u00fcber die Inflation schimpfte und die Demokratische Partei um Joe Biden und Kamala Harris verantwortlich machte. Ein Jahr sp\u00e4ter sind die Preise immer noch hoch, doch die Rollen haben sich umgekehrt.<\/p>\n<p>Die oppositionellen Demokraten haben die &quot;Erschwinglichkeitskrise&quot; als politische Waffe entdeckt, nutzen sie ausgiebig &#8211; und erfolgreich. Sie erzielten Ende des vergangenen Jahres Wahlsiege, die ihnen Hoffnung f\u00fcr die US-Kongresswahlen im November machen. In New York wurde Zohran Mamdani B\u00fcrgermeister, der die hohen Lebenshaltungskosten ins Zentrum seiner Kampagne gestellt hatte und Abhilfe versprach. In den Bundesstaaten Virginia und New Jersey setzten sich die demokratischen Kandidaten unerwartet deutlich durch &#8211; auch sie hatten im Wahlkampf auf das Thema &quot;Bezahlbarkeit&quot; gesetzt. <\/p>\n<p>Trumps Umfragewerte sind au\u00dferordentlich schlecht. W\u00e4hrend ihm vor seinem Wahlsieg vor allem Kompetenz f\u00fcr Wirtschaft zugesprochen wurde, schwindet hier der Zuspruch stark. Besonders unzufrieden sind die US-Amerikaner damit, wie der Pr\u00e4sident mit der Inflation umgeht. <\/p>\n<p>Trump wehrt sich auf seine Art. Entweder leugnet er, dass die Preise w\u00e4hrend seiner Amtszeit gestiegen sind. Oder er macht f\u00fcr den Preisanstieg die Demokraten verantwortlich. Zugleich versucht er, Preissenkungen zu erzwingen &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob er das \u00fcberhaupt kann oder darf. So k\u00fcndigte er beispielsweise an, die Kreditkartenzinsen zu deckeln und stellte in Aussicht, institutionellen Investoren den Kauf von Einfamilienh\u00e4usern zu verbieten. <\/p>\n<p>Auch Trumps Versuch, Einfluss auf die US-Notenbank zu nehmen, ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Sein Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken, ist zumindest teilweise durch den Wunsch motiviert, Hypotheken g\u00fcnstiger zu machen. &quot;Die Leute k\u00f6nnen seinetwegen keine Hypothek bekommen&quot;, \u00e4tzte er in seinem sozialen Netzwerk Truth Social gegen Jerome Powell, den Vorsitzenden der Fed. Was Trump dabei geflissentlich ignoriert: Niedrigere Zinsen sorgen tendenziell f\u00fcr h\u00f6here Inflation. <\/p>\n<p>Die Inflation in den USA hat sich gegen\u00fcber ihren H\u00f6chstst\u00e4nden nach der Corona-Pandemie zwar deutlich abgeschw\u00e4cht, aber sie liegt weiterhin \u00fcber dem Niveau vor der Pandemie. Die allgemeine Preissteigerung ist so hoch wie am Ende der Amtszeit Bidens. <\/p>\n<p>Wahrscheinlich ist die Inflationsrate noch h\u00f6her als die im November und Dezember ausgewiesenen 2,7 Prozent. Viele \u00d6konomen gehen davon aus, dass die Daten durch den langen &quot;Shutdown&quot; der US-Regierung k\u00fcnstlich gedr\u00fcckt wurden. Die US-Beh\u00f6rde BLS hat im Oktober keine Preise erheben k\u00f6nnen, das wird die Statistik noch ein paar Monate verzerren. Die Ratingagentur Moody&#039;s sch\u00e4tzt, dass die Inflationsrate bei Einbeziehung der fehlenden Daten bei etwa 3 Prozent liegen w\u00fcrde &#8211; und damit deutlich \u00fcber dem Inflations-Ziel der US-Notenbank von 2 Prozent. <\/p>\n<p>Trump hilft nicht, dass trotz der Preissteigerungen die pauschale Behauptung unzutreffend ist, US-Amerikaner k\u00f6nnten sich insgesamt weniger leisten als fr\u00fcher. Der wichtigste Indikator f\u00fcr &quot;Bezahlbarkeit&quot; und &quot;Erschwinglichkeit&quot; sind die Reall\u00f6hne. Sie zeigen, wie viel man mit seinem Gehalt unter Ber\u00fccksichtigung der Inflation kaufen kann. Und in den USA sind die Durchschnittsl\u00f6hne in den letzten Jahren st\u00e4rker gestiegen als die Durchschnittspreise. <\/p>\n<p>Das allgemeine Preisniveau liegt derzeit etwa 25 Prozent \u00fcber dem Niveau vor der Corona-Pandemie vor sechs Jahren. Auch wenn sich der Anstieg verlangsamt hat, ist das eine f\u00fcr viele Amerikaner erschreckende Entwicklung. Die Nominall\u00f6hne (also die L\u00f6hne ohne Ber\u00fccksichtigung der Inflation) sind derweil im Schnitt 30 Prozent gestiegen &#8211; \u00fcberproportional stark in den unteren Lohngruppen. Doch das ist f\u00fcr viele kein Trost. Trump bekommt zu sp\u00fcren, was schon Biden traf: Menschen nehmen Preissteigerungen sehr viel st\u00e4rker wahr als Lohnsteigerungen. <\/p>\n<p>Verst\u00e4rkt wird dieses Ph\u00e4nomen dadurch, dass eine Reihe von allt\u00e4glichen G\u00fctern sehr teuer geworden sind &#8211; etwa Eier, Kaffee, Steaks und Orangensaft. Sie sind ein Symbol f\u00fcr die &quot;Erschwinglichkeitskrise&quot; geworden, die Trump und seinen Republikanern zu schaffen macht. <\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr Wohnraum &#8211; sowohl f\u00fcr Mieter als auch f\u00fcr Eigent\u00fcmer &#8211; sind ebenfalls stark gestiegen. Sie haben die Lohnsteigerungen bei weitem \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>Die Stimmung unter den Verbrauchern hat sich entsprechend verschlechtert. Der von der Universit\u00e4t Michigan ermittelte Index liegt fast 25 Prozent unter dem Wert vom Januar vergangenen Jahres, als Trump seine zweite Amtszeit begann. Vor allem die hohen Preise tr\u00fcben die Stimmung. Sie sinkt besonders kr\u00e4ftig bei Menschen mit niedrigem Einkommen. <\/p>\n<p>Trump hatte vor seinem Wahlsieg versprochen, die Preise &quot;sehr, sehr schnell&quot; zu senken und &quot;Amerika wieder bezahlbar zu machen&quot;. Diese unerf\u00fcllbare Ank\u00fcndigung f\u00e4llt ihm jetzt auf die F\u00fc\u00dfe. Denn ein allgemeiner Preisr\u00fcckgang findet nur in einer tiefen Rezession statt. Und die d\u00fcrfte sich der Pr\u00e4sident nicht herbeisehnen. <\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Trumps wirkungsvollste Ma\u00dfnahmen bei Preisen seine Z\u00f6lle sind, die sie allerdings erh\u00f6hen. Wie sehr die Inflationsrate durch sie exakt steigt, ist unklar. Die US-Bank Goldman Sachs geht von 0,5 Prozentpunkten aus, der US-\u00d6konom Justin Wolfers &#8211; wie andere &#8211; von etwa einem Prozentpunkt. <\/p>\n<p>Sogar Trump r\u00e4umte ein, dass die Z\u00f6lle &quot;in einigen F\u00e4llen&quot; zu Preissteigerungen f\u00fchren k\u00f6nnten. Das Wei\u00dfe Haus nahm Z\u00f6lle auf zahlreiche Lebensmittel zur\u00fcck, darunter Rindfleisch, Kaffee und Orangensaft. <\/p>\n<p>Selbst bislang treue W\u00e4hler und Anh\u00e4nger Trumps gehen aber von der Fahne. Die Rechtsau\u00dfen-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene warf ihm vor, er habe in wichtigen Fragen den Kontakt zu den W\u00e4hlern verloren, auch in der &quot;Erschwinglichkeitskrise&quot;. &quot;[Die Amerikaner] wissen, wie sehr ihre Rechnungen in den letzten f\u00fcnf Jahren gestiegen sind, sie kaufen selbst ein und wissen, dass Lebensmittel zu teuer sind. Ihre Mieten sind gestiegen. (\u2026) Sie sind einfach nicht dumm&quot;, so die gl\u00fchende Maga-Anh\u00e4ngerin. Sie glaube derzeit nicht daran, dass die Republikaner die Zwischenwahlen gewinnen werden.<\/p>\n<p>Trump beschimpfte Greene daraufhin als &quot;Irre&quot; und &quot;Verr\u00e4terin&quot;. Sie hat mittlerweile ihr Mandat im Repr\u00e4sentantenhaus niedergelegt. Die hartn\u00e4ckige Inflation d\u00fcrfte Trump allerdings nicht so schnell loswerden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Ironie der GeschichteDie Inflation qu\u00e4lt Trump 18.01.2026, 07:28 Uhr Von Jan G\u00e4nger und Laura Stresing (Grafiken) Gold gilt als Inflationsschutz. 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