{"id":31209,"date":"2025-12-31T09:56:17","date_gmt":"2025-12-31T06:56:17","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/lindner-uber-kinder-merz-autos-ich-wurde-anderen-nie-sagen-ist-total-easy\/"},"modified":"2025-12-31T09:56:17","modified_gmt":"2025-12-31T06:56:17","slug":"lindner-uber-kinder-merz-autos-ich-wurde-anderen-nie-sagen-ist-total-easy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/lindner-uber-kinder-merz-autos-ich-wurde-anderen-nie-sagen-ist-total-easy\/","title":{"rendered":"Lindner \u00fcber Kinder, Merz, Autos: &#8220;Ich w\u00fcrde anderen nie sagen: Ist total easy&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Lindner \u00fcber Kinder, Merz, Autos&quot;Ich w\u00fcrde anderen nie sagen: Ist total easy&quot;<\/h2>\n<p>31.12.2025, 07:04 Uhr Artikel anh\u00f6ren(28:17 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2025\/12\/TTSART_30190356_20251231070455-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 28:17<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30190350\/1767127421\/Img_16_9\/1024\/Lindner-2025-06.webp\" alt=\"Lindner-2025-06\"\/><figcaption>Christian Lindner beim Gespr\u00e4ch mit ntv.de. Lindner war zw\u00f6lf Jahre FDP-Chef. Nun f\u00e4ngt er als Vize-Chef beim Autoh\u00e4ndler &quot;Autoland&quot; an. (Foto: Max Patzig\/ntv.de)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zum zehnten Mal in Folge sprechen wir zum Jahreswechsel mit Christian Lindner. &quot;Deutschland hat die besten Jahre noch vor sich&quot;, sagte er 2016. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Hoffnungen und Eitelkeiten, Gebrauchtwagen und Kinder.<\/p>\n<p>ntv.de: Herr Lindner, nach 25 Jahren haben Sie die Politik verlassen. Haben Sie eine \u00dcberschrift f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre?<\/p>\n<p>Christian Lindner: Alles kann, nichts muss.<\/p>\n<p>Klingt nach \u2026 neuer Freiheit f\u00fcr den ehemaligen FDP-Vorsitzenden.<\/p>\n<p>Ja, die genie\u00dfe ich auch. Allerdings meinte ich es vor allem mit Blick auf unser Land. Das hat Chancen, aber gesichert ist eine prosperierende Zukunft nicht.<\/p>\n<p>Vermissen Sie nicht auch Politik und Bundestag?<\/p>\n<p>Nein. Aber ich vermisse manche Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p>Welche?<\/p>\n<p>Vor allem viele aus der FDP mit denen ich \u00fcber Jahre nahezu t\u00e4glich im Austausch stand\u2026 aber dieses Kapitel ist mit gro\u00dfer Dankbarkeit abgeschlossen.<\/p>\n<p>Selbst Kritiker von Christian Lindner sagen: Seine rhetorische Begabung, die liberalen Perspektiven fehlen im Bundestag. Sie vermissen den Bundestag nicht. Aber der Bundestag vermisst vielleicht Sie. Gibt es da eine Art Pflichtgef\u00fchl?<\/p>\n<p>Es war ja nicht so, dass ich gesagt habe, ich scheide freiwillig aus. Mein Vertrag ist von den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern nicht verl\u00e4ngert worden. Nun kandidiere ich nicht mehr f\u00fcr \u00f6ffentliche \u00c4mter.<\/p>\n<p>Wenn Sie gerufen w\u00fcrden?<\/p>\n<p>Es ist wirklich zu Ende.<\/p>\n<p>Haben Sie eigentlich den Job bei Autoland schon angetreten? <\/p>\n<p>Mein Vertrag beginnt am 1. Januar.<\/p>\n<p>Und Sie trauen sich zu, dort jetzt Vertrieb und Marketing zu leiten? <\/p>\n<p>Ja, ich freue mich auf die Herausforderung. Mit Markenf\u00fchrung, Vertrieb und Digitalisierung habe ich mich vor der Politik und im Management politischer Organisationen besch\u00e4ftigt. Damit verbreitere ich nun die F\u00fchrung der Autoland AG. Wir wollen deren beeindruckende Wachstumsstory fortsetzen. Bislang bieten wir bezahlbare Mobilit\u00e4t mit dem eigenen Auto vor allem in Ostdeutschland, jetzt geht es um die bundesweite Expansion, den Ausbau des digitalen Vertriebskanals und die Verbreiterung des Produktangebots.<\/p>\n<p>Das war jetzt der Werbeblock f\u00fcr Autoland. Sp\u00f6tter raunen, \u201eMensch, jetzt wird der Lindner Gebrauchtwagenh\u00e4ndler\u201c\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Schoene-Bescherung-fuer-Friedrich-Merz-id30174349.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Berlin-Deutschland-28-11\"\/>RTL\/ntv-TrendbarometerSch\u00f6ne Bescherung f\u00fcr Friedrich Merz<\/a><\/p>\n<p>\u2026 wir verkaufen \u00fcberwiegend Neu- und Jahreswagen \u2026<\/p>\n<p>\u2026 und sagen, sie h\u00e4tten Ihnen irgendwie mehr zugetraut, mehr Glanz erwartet.<\/p>\n<p>Vom Urteil fremder Leute habe ich mich nie abh\u00e4ngig gemacht. W\u00e4re ich in das Management eines Hedgefonds eingetreten, dann h\u00e4tten manche gesagt: &quot;Da schau mal, jetzt hat ihn die Finanzindustrie eingekauft.&quot; W\u00fcrde ich etwas machen mit Bezug zum \u00f6ffentlichen Sektor, dann w\u00fcrde es hei\u00dfen: &quot;Jetzt verkauft er als Lobbyist sein Adressbuch.&quot; Wem Auto, Familienunternehmen und Ostdeutschland zu wenig Glanz bieten, der sollte sich pr\u00fcfen, ob er verstanden hat, worauf gesellschaftlicher Wohlstand beruht. Ich jedenfalls freue mich auf eine Aufgabe, die echte operative Verantwortung und unternehmerische Freiheit bedeutet. Die Autoland AG ist ein hochprofitables Unternehmen, dessen Umsatz wir in f\u00fcnf Jahren auf zwei Milliarden Euro verdoppeln wollen. Und das in einer Branche, die mir, wie man wei\u00df, sehr viel Freude macht.<\/p>\n<p>Sie machen ja noch vieles andere. Gab es auch Mandate, wo Sie gesagt haben, Stichwort Adressbuch vergolden, \u201eDas mache ich nicht?\u201c<\/p>\n<p>Ja. Ich bin dankbar daf\u00fcr, dass ich die Wahl zwischen verschiedenen attraktiven Angeboten habe. Aber ich habe mich jetzt erst einmal nur f\u00fcr die Engagements entschieden, wo ich einen pers\u00f6nlichen Bezug zum Unternehmen oder zur Branche habe. <\/p>\n<p>Bei der Lhoist Rheinkalk? Wo Sie jetzt im Aufsichtsrat sitzen? <\/p>\n<p>Ja, tats\u00e4chlich auch da. Mir war wichtig, dass ich die Transformation der Industrie begleiten kann. Deren Wettbewerbsf\u00e4higkeit ist mir ein Anliegen. Kalk ist Teil vieler industrieller Wertsch\u00f6pfungsketten beginnend beim Stahl. Und ganz konkret ist einer meiner Urgro\u00dfv\u00e4ter 1919 als Sprengmeister bei Rheinkalk eingetreten. Ich habe sogar seit einigen Jahren die Buchhaltungskladde, in der die ersten Wochenl\u00f6hne meines Urgro\u00dfvaters quittiert worden sind, aus dem Unternehmens-Archiv. <\/p>\n<p>Ist das jetzt unter Umst\u00e4nden ein wenig langweilig f\u00fcr Sie? Man sitzt so mit alten wei\u00dfen M\u00e4nnern in Gremien rum und\u2026<\/p>\n<p>\u2026 das war eher die Vergangenheit, die Sie gerade beschrieben haben.<\/p>\n<p>Bitte?<\/p>\n<p>Ich will es mal so auf den Punkt bringen: Wenn Sie ein politisches Vorhaben auf den Weg bringen wollen, dann sagen Sie, &quot;Okay, das ist mein Modell.&quot; Und schon die eigenen Fachleute, die anderen Ministerien, der Koalitionspartner, der Bundesrat, das Verfassungsgericht, das Europ\u00e4ische Recht, die lassen dann vielleicht am Ende von ihren 100 Prozent 20 Prozent \u00fcbrig. Das ist in der Wirtschaft anders. Mehr Gestaltungsm\u00f6glichkeit, aber zugleich klarere Haftung f\u00fcr messbare Ergebnisse.<\/p>\n<p>Jetzt haben Sie fast ein Jahr Zeit gehabt nach dem Politik-Aus. Haben Sie etwas Neues an sich entdeckt?<\/p>\n<p>Also, ich bin 2025 Vater geworden und das \u00e4ndert alles. Wie man Dinge sieht, was man sieht und den Blick aufs Leben. Fast trivial zu sagen: Alles wurde in diesem Jahr ab April anders.<\/p>\n<p>Mir sagte mal jemand zum Thema Kinderkriegen: &quot;Jetzt m\u00fcssen Sie immerhin nicht mehr nach dem Sinn des Lebens suchen.&quot; Geht Ihnen das auch so?<\/p>\n<p>Das teile ich absolut, ja.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Das-sind-Christian-Lindners-sechs-neue-Jobs-id30106688.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"News-Bilder-des-Tages-Wahlkampf-Bundestagswahl-2025-Politik-Partei-FDP-Christian-Lindner-zu-Besuch-in-Luebeck-Luebeck-Election-campaign-Bundestag-election-2025-Politics-Party-FDP-Christian-Lindner-visits-Luebeck-Luebeck\"\/>Umtriebiger Ex-PolitikerDas sind Christian Lindners sechs neue Jobs<\/a><\/p>\n<p>Was hat sich noch alles ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p>Im Alltag denkt man die Tochter immer mit. Du lebst eben jetzt nicht als Endverbraucher deiner eigenen Lebenschancen, sondern es h\u00e4ngt ein kleiner Mensch dran. Mir fallen andere Dinge auf.<\/p>\n<p>Haben Sie ein Beispiel?<\/p>\n<p>Wie schnell manche mit dem Auto am Spielplatz vorbeifahren. Es \u00e4ndert sich die Lebensperspektive. Und was die ganz langfristige Ausrichtung von Politik angeht, habe ich mich eher noch radikalisiert.<\/p>\n<p>Radikalisiert?<\/p>\n<p>Staatsverschuldung, nachhaltiges Haushalten, so was.<\/p>\n<p>Wie geht es Ihrer Tochter?<\/p>\n<p>Ausgezeichnet. Sie ist zauberhaft. Der sch\u00f6nste Moment ist, sie zum Lachen zu bringen. Da geht mir das Herz auf.<\/p>\n<p>W\u00e4ren Sie da nicht ausgelastet mit der jungen Vaterrolle statt sich jetzt insgesamt sechs neue Jobs, also ein Hauptjob und Aufsichtsmandate, zu suchen?<\/p>\n<p>Ich war mit voller Energie Politiker, dieselbe Energie investiere ich nun in meine beruflichen T\u00e4tigkeiten. Meine Frau und ich haben gemeinsam entschieden, dass wir zusammen unsere Familie tragen, aber dass wir beide voll unsere Jobs machen wollen. Meine Frau ist ja als Journalistin und Unternehmerin auch stark gefordert.<\/p>\n<p>Es gibt keine Aufteilung?<\/p>\n<p>Nein, wir haben beide dieselben Freiheiten und dieselben Aufgaben.<\/p>\n<p>Klappt das gut? Man kann sich ja viele Sachen vornehmen und im Alltag stellt man dann fest: Schwierig<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das eine st\u00e4ndige Herausforderung. Wer behauptet, das geht einem leicht von der Hand, der erweckt den falschen Eindruck. Denn kleine Kinder sind nicht organisiert und planbar. Die leben. Und die haben ihre Bed\u00fcrfnisse. Die Bed\u00fcrfnisse \u00e4ndern sich. Und jetzt, im Falle unserer kleinen Tochter, sind die auch nicht immer sofort klar. Was ist jetzt das Bed\u00fcrfnis? Hat sie nun schlechte Laune oder Zahnziehen oder hat sie Bauch-Aua? Insofern, nat\u00fcrlich ist das eine Herausforderung und ich w\u00fcrde nie anderen sagen &quot;ist total easy&quot;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Bas-Rentenpaket-nuetzt-gut-versorgten-Senioren-deutlich-mehr-id30102880.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Side-view-of-mature-woman-wearing-sunglasses-and-looking-to-the-distance-while-standing-on-the-yacht-Modellfreigabe-vorhanden\"\/>FDP legt Studie vorBas&#039; Rentenpaket n\u00fctzt gut versorgten Senioren deutlich mehr<\/a><\/p>\n<p>Stellen wir uns vor, Ihre Tochter will in 20 Jahren in die Politik einsteigen. W\u00fcrden Sie ihr dazu raten?<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde ihr bei allem, was sie will, immer meine Unterst\u00fctzung bieten. Ich w\u00fcrde auch nicht abraten. Man muss nur wissen, was man tut. Was einem die Politik f\u00fcr gro\u00dfartiges Erfahrungen erm\u00f6glicht, aber auch, welchen pers\u00f6nlichen Preis politische \u00c4mter verlangen.<\/p>\n<p>Was sagen Sie der Tochter, wenn sie \u00e4lter ist, 5 oder 6, und fragt: Papa, was war die Ampel?<\/p>\n<p>5, 6? Bisschen fr\u00fch? Die glauben bei einer Ampel noch an Verkehrszeichen. Die Ampel war eine Koalition von drei sehr unterschiedlichen Parteien, die in Zeiten der Krise ihrer staatspolitischen Verantwortung gerecht geworden sind, die am Ende aber keine gemeinsame Gestaltungsidee f\u00fcr Deutschland hatten. Weshalb es eine Neuwahl gegeben hat. Das Tragische ist, dass die Gro\u00dfe Koalition genau da weitermacht, wo die Ampel aufgeh\u00f6rt hat.<\/p>\n<p>Wir wollen es mit Horst Seehofer halten, der sagte: &quot;Es gibt einen Grund, warum der R\u00fcckspiegel kleiner ist als die Windschutzscheibe.&quot;<\/p>\n<p>Sehr gut.<\/p>\n<p>Aber dennoch ganz kurz zur Ampel. Wenn Sie irgendeinen Satz, einen Erkenntnisgewinn aus dem Scheitern der Ampel formulieren m\u00fcssten. Was w\u00e4re das?<\/p>\n<p>Also doch etwas R\u00fcckspiegel. Koalitionsvertr\u00e4ge sollten kurz und pr\u00e4zise sein, keine verkappten Dissense tarnen und nicht einfach nur mit zus\u00e4tzlichem Geld politische Unterschiede verdecken wollen.<\/p>\n<p>Ist denn Friedrich Merz, aus Ihrer Perspektive, ein guter Bundeskanzler?<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle mich auf der internationalen Ebene von Friedrich Merz habituell ordentlich repr\u00e4sentiert. Man hat den Eindruck, dass er pers\u00f6nliche Beziehungen aufbauen kann.<\/p>\n<p>Und sonst?<\/p>\n<p>Was er angek\u00fcndigt hat, liefert er nicht. Er macht oft sogar das Gegenteil dessen, wovon er \u00fcber Jahrzehnte gesagt hat, dass es im \u00fcberragenden Interesse des Landes w\u00e4re.<\/p>\n<p>Sie sprechen von den Finanzen?<\/p>\n<p>Nicht nur. Weil ich eine Wirtschaftswende f\u00fcr n\u00f6tig gehalten habe, die die Regierung Scholz nicht liefern konnte, habe ich in Kauf genommen, entlassen zu werden. Ich dachte, Deutschland hat so die Chance auf einen politischen Neuanfang und vielleicht spielt die FDP dabei sogar mit. Nun stelle ich wie viele andere fest: Der Neuanfang bleibt aus. Wir haben Merz-Schulden, aber keine Merz-Reformen. Stattdessen steigen Staatsquote und staatliche Lenkung zu Lasten der Marktwirtschaft. Woran die FDP Rot-Gr\u00fcn gehindert hat, das setzt die CDU nun um. Am Ende dieses Jahrzehnts werden wir einen hohen Anteil des Bundeshaushalts f\u00fcr Zinsen aufwenden, f\u00fcr die Schulden, mit denen Merz seine Kanzlerschaft begr\u00fcndet hat. Und dann hat er noch aufgrund mangelhafter Vorbereitung in Br\u00fcssel und aufgrund des Irrtums, man folge ihm schon nur weil er Bundeskanzler ist, die rote Linie der Gemeinschaftsschulden in Europa aufgegeben\u2026<\/p>\n<p>\u2026bei dem 90-Milliarden-Euro-Hilfskredit f\u00fcr die Ukraine, der vom EU-Haushalt abgesichert wird \u2026<\/p>\n<p>\u2026 wenn ich das gemacht h\u00e4tte als Finanzminister, die Union h\u00e4tte gefordert, dass ich geteert und gefedert werde. Und zwar zu Recht. Denn durch die Vergemeinschaftung der Schulden geht \u00fcber kurz oder lang die fiskalische Disziplin verloren. F\u00fcr die unverzichtbare Unterst\u00fctzung der Ukraine h\u00e4tte man eine andere L\u00f6sung suchen sollen.<\/p>\n<p>Sie sch\u00e4tzen doch Friedrich Merz. Haben Sie regelm\u00e4\u00dfig Kontakt zu ihm?<\/p>\n<p>Ich sch\u00e4tze ihn menschlich. Und ja, gelegentlich gab und gibt es pers\u00f6nlichen Kontakt.<\/p>\n<p>Warum handelt Merz so?<\/p>\n<p>Wenn ich mich um eine objektive Erkl\u00e4rung bem\u00fche, dann w\u00fcrde ich spekulieren: Er glaubt, aus geopolitischen Gr\u00fcnden in der Innenpolitik alle m\u00f6glichen Zugest\u00e4ndnisse machen zu m\u00fcssen. Das halte ich allerdings f\u00fcr einen Irrtum. Denn die geopolitische St\u00e4rke von Europa und Deutschland ist in unserer wirtschaftlichen St\u00e4rke begr\u00fcndet. Die Wiederherstellung von Wettbewerbsf\u00e4higkeit muss daher Teil der Resilienzstrategie sein. <\/p>\n<p>Das Argument ist auch, dass Deutschland eine stabile Regierung braucht, weil es vielleicht die letzte stabile Regierung der Mitte ist. Stichwort &quot;Letzte Patrone der Demokratie&quot;, wie CSU-Chef Markus S\u00f6der das genannt hat.<\/p>\n<p>Das ist eine Frage, die m\u00fcssen jetzt die Parteistrategen bei Union, SPD, Gr\u00fcnen und FDP diskutieren. Wie ist der richtige Umgang mit einer AfD, die in manchen Landstrichen Deutschlands ja bereits die st\u00e4rkste Kraft ist? Wie geht man mit der um, wenn sie zugleich bisweilen ja sogar noch Radikalisierungstendenzen zeigt?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Von-irgendwas-muss-Lindner-ja-leben-id30017146.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Christian-Lindner-bisheriger-Bundesvorsitzender-der-FDP-spricht-beim-76-Ordentlichen-Bundesparteitag-der-FDP-Der-fruehere-FDP-Chef-und-Finanzminister-Christian-Lindner-wechselt-in-die-Autobranche\"\/>Ex-FDP-Chef verkauft AutosVon irgendwas muss Lindner ja leben<\/a><\/p>\n<p>Aber Sie bieten jetzt auch keine L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Ich bin kein Parteistratege mehr, und deshalb kann ich momentan nur sagen: Ich sehe dieses Dilemma. Meine Grund\u00fcberzeugung ist: Bestimmte Probleme m\u00fcssen gel\u00f6st werden, die die AfD einst gro\u00df gemacht haben.<\/p>\n<p>Migration?<\/p>\n<p>Zum Beispiel. Es ist deshalb richtig, dass Alexander Dobrindt in der Migrationspolitik den eingeschlagenen Weg so konsequent fortsetzt. Die \u00f6konomischen Sorgen indessen bleiben. Und wenn die Menschen das Gef\u00fchl haben, dass die nicht ernst genommen werden, dann wenden sie sich m\u00f6glicherweise falschen Alternativen zu.<\/p>\n<p>Wo werden die Menschen nicht ernst genommen?<\/p>\n<p>Ich nehme das Beispiel der Automobilindustrie.<\/p>\n<p>Oh, \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>Da wird jetzt das Aus vom Verbrenner-Aus von der Regierung gefeiert. Das w\u00e4re auch ein gro\u00dfer Erfolg, f\u00fcr den ich bekanntlich keinem Streit in der Ampel aus dem Weg gegangen bin. Tats\u00e4chlich stellen die Betroffenen, die bei einem der gro\u00dfen deutschen Hersteller arbeiten, im Nachhinein aber fest: Das Gegenteil von Technologieoffenheit ist der Fall! Weil bei den deutschen Dienstwagenflotten &#8211; die so wichtig sind f\u00fcr Premiumhersteller wie Mercedes, Audi oder BMW &#8211; kommt das Verbrennerverbot de facto 2030 und damit f\u00fcnf Jahre fr\u00fcher. Die Regierung Merz hat also keine Erleichterung, sondern eine Verschlimmbesserung mit Blick auf die Arbeitspl\u00e4tze. Das muss dringend korrigiert werden.<\/p>\n<p>Glauben Sie, dass sich das E-Auto nicht ohnehin schnell durchsetzt? Und dass das 2035, vielleicht auch schon 2030 gar nicht mehr so ein Thema ist? <\/p>\n<p>Ohne Frage, Plug-in-Hybride und E-Fahrzeuge sind tolle Optionen. Aber die Menschen verdienen Wahlfreiheit. Es geht zudem darum, wie verl\u00e4sslich sich die Wirtschaft auf ver\u00e4nderte Rahmenbedingungen einstellen kann. Da sehe ich ein Problem. Weshalb ich bekannterma\u00dfen daf\u00fcr eintrete, dass man einfach nur sagt, das Auto soll klimaneutral sein. Auf welchem Weg das erfolgt, ist Sache der Technikerinnen und Ingenieure, der Kundinnen und Kunden.<\/p>\n<p>Sie hatten sich auch immer vehement gegen die Neuverschuldung ausgesprochen, gegen &#8230;<\/p>\n<p>\u2026 gegen eine uferlose \u2026<\/p>\n<p>\u2026 eine Neuverschuldung, die nicht auf Investitionen einzahlt. Jetzt haben wir ein Sonderverm\u00f6gen, also Schulden, in gigantischer H\u00f6he. Ist das ein Investitionsbooster? <\/p>\n<p>Die Zweifel sind leider gewachsen. Das Problem in der Vergangenheit war stets, dass das Geld, das f\u00fcr Investitionen vorgesehen war, gar nicht abgeflossen ist. Wegen unserer b\u00fcrokratischen Verfahren und auch wegen der Begrenztheit der Kapazit\u00e4ten beim Bau. Es wird auch jetzt nicht so sein, dass pl\u00f6tzlich \u00fcber Nacht unglaubliche Kapazit\u00e4ten im Tiefbau entstehen. Ich erwarte daher, dass die Margen im Bereich des Tiefbaus in den n\u00e4chsten Jahren steigen. Gut f\u00fcr die Unternehmen dort, weniger gut f\u00fcr den Steuerzahler.<\/p>\n<p>500 Milliarden Euro sollen f\u00fcr Infrastrukturma\u00dfnahmen eingeplant werden.<\/p>\n<p>500 Milliarden Euro f\u00fcr alles M\u00f6gliche, leider gerade nicht nur f\u00fcr zus\u00e4tzliche Investitionen. Das sehe ich kritisch, wenn die strukturellen Reformen zur St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit zugleich ausbleiben. Denn das Ergebnis k\u00f6nnte sein, dass wir bald zwar mehr Schulden, aber nicht im gleichen Umfang gestiegenes Potentialwachstum haben. Am Ende steht: zehn, zw\u00f6lf oder mehr Prozent aller Ausgaben im Bundeshaushalt sind gebunden &#8211; durch Zinsen f\u00fcr die Vergangenheit. Das zahlen die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger dann durch h\u00f6here Steuer- und Abgabenlast.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Das-ist-der-neue-Arbeitgeber-von-Christian-Lindner-id30014051.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"lindner-autoland\"\/>Ab ins AutolandDas ist der neue Arbeitgeber von Christian Lindner<\/a><\/p>\n<p>Und die Strukturreformen?<\/p>\n<p>Ich sehe gegenw\u00e4rtig keine durchgreifenden Strukturreformen.<\/p>\n<p>Vielleicht Ans\u00e4tze?<\/p>\n<p>Beim B\u00fcrgergeld passiert jetzt ein bisschen was. Es wird umbenannt \u2026<\/p>\n<p>\u2026 jetzt Grundsicherung \u2026<\/p>\n<p>\u2026 und die Sanktionen werden gesch\u00e4rft. Das ist v\u00f6llig richtig, geht aber nicht weit genug.<\/p>\n<p>Was fehlt?<\/p>\n<p>Die Pauschalierung der Kosten der Unterkunft beispielsweise w\u00e4re eine Verwaltungsvereinfachung und br\u00e4chte auch zus\u00e4tzliche Anreize, mit den Ressourcen sparsamer umzugehen. Wir brauchen aber grunds\u00e4tzlich einen schlankeren Sozialstaat, steuerliche Entlastungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Wirtschaft, nicht erst Ende des Jahrzehnts, Klimaneutralit\u00e4t 2050 und nicht schon 2045.<\/p>\n<p>Die Regierung ist unbeliebt. Aber im Ausland sind die Regierungen auch unbeliebt, zum Beispiel in Frankreich und Gro\u00dfbritannien. Ist da etwas Gr\u00f6\u00dferes im Gange? <\/p>\n<p>Es gibt gewiss Ph\u00e4nomene, die in den westlichen Demokratien vergleichbar sind, die zu tun haben mit ver\u00e4ndertem Kommunikationsverhalten, Fragmentierung von Gesellschaften und schlicht einem multiplen Ver\u00e4nderungsdruck. Dass die internationale Politik sich ver\u00e4ndert, dass wir disruptive Technologien haben, die Menschen nat\u00fcrlich auch Angst machen, dass sie zum Beispiel aufgrund der k\u00fcnstlichen Intelligenz auch in ihrem qualifizierten Arbeitsplatz keine Zukunft mehr haben.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in die verkl\u00e4rte Vergangenheit?<\/p>\n<p>Diejenigen, die aus dieser Lage politischen Profit schlagen, sind ja oft diejenigen, die das falsche Versprechen machen, alles k\u00f6nne so bleiben, wie es ist. Oder man k\u00f6nne sich einfach zur\u00fccktr\u00e4umen in eine Vergangenheit, die allerdings meistens nie so rosig gewesen ist, wie sie heute dargestellt wird.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnten die anderen Parteien darauf reagieren?<\/p>\n<p>Ich wage einmal ein argumentatives Experiment. Vielleicht ist es n\u00f6tig, dass Politikerinnen und Politiker unpopul\u00e4re Entscheidungen treffen, von deren Richtigkeit sie \u00fcberzeugt sind, auch wenn damit das Risiko der eigenen Abwahl verbunden ist? Vielleicht ist es f\u00fcr manche eine Provokation, wenn ich hier an Javier Milei erinnere, der mit radikalen, libert\u00e4ren Reformen Argentinien wirtschaftlich wieder flott machen will und der dennoch bei seinen Zwischenwahlen unl\u00e4ngst einen beachtlichen Wahlerfolg erzielt hat.<\/p>\n<p>Das ist in Deutschland nicht m\u00f6glich. Wir suchen Kompromisse, Ausgleich.<\/p>\n<p>Gerhard Schr\u00f6der hat das anders gemacht. Ich bin jetzt weit entfernt davon zu sagen, dass die Agenda 2010 allein unser Land wieder auf den Erfolgspfad gef\u00fchrt hat, aber immerhin gab es einen Basta-Kanzler, der die eigene Abwahl in Kauf genommen hat, um aber dann fast wiedergew\u00e4hlt zu werden, weil er fulminant 2005 aufgeholt hatte \u2026<\/p>\n<p>\u2026 fast wiedergew\u00e4hlt eben nur \u2026<\/p>\n<p>\u2026 ja, stimmt. Worauf ich hinaus will: Zeitgleich, 2005, hat eine CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel mit einem ambitionierten Leipziger Programm erfahren, dass sie fast nicht gew\u00e4hlt worden w\u00e4re. Und irgendwie ist das im kollektiven Bewusstsein der Politik verdreht worden. Nicht der Fastgewinn von Gerhard Schr\u00f6der nach mutiger Reformpolitik wurde vorbildhaft, sondern es hat den Anschein, dass die \u00c4ngstlichkeit der Union 2005 die Beweglichkeit politischer Entscheider heute st\u00e4rker pr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Da denke ich spontan an die Rente. Wobei jetzt immerhin das Altersvorsorgedepot kommt.<\/p>\n<p>Der Auftritt des Bundeskanzlers bei der Jungen Union hat diese \u00c4ngstlichkeit in der Tat gezeigt. Er bekannte, dass man aus Gr\u00fcnden der strukturellen Mehrheitsf\u00e4higkeit der Union das Problem der Rente erst einmal gr\u00f6\u00dfer machen m\u00fcsse, um es dann nach 2030 zu l\u00f6sen. Das Altersvorsorgedepot ist allerdings die beste Idee der Gro\u00dfen Koalition \u2013 die sie selbst nicht hatte. Das w\u00e4re wirklich ein Game-Changer. Man muss ja den unter 50-j\u00e4hrigen sagen, wer wirklich noch an das Versprechen der Politik glaubt, dass die gesetzliche Rente in drei\u00dfig Jahren noch den Lebensstandard sichern wird, der verl\u00e4sst sich auch auf den Osterhasen. Ich bin allerdings gespannt, in welcher Form das Altersvorsorgedepot nun kommt. Bekannterma\u00dfen ist die Grundkonstruktion noch von mir als Finanzminister verantwortet worden. Aktuell sehe allerdings schon Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Welche Ver\u00e4nderungen gibt es?<\/p>\n<p>Mein Gesetzentwurf hatte 3000 Euro als f\u00f6rderf\u00e4hige Sparleistung vorgesehen. Das schien mir zu wenig, aber mehr war nicht m\u00f6glich. Ich halte 6000 Euro f\u00fcr angemessen. Jetzt, unter einer CDU-gef\u00fchrten Regierung, sind es sogar nur noch maximal 1800 Euro und damit deutlich weniger als zu Ampel-Zeiten geplant. Das bedeutet, dass die Sparleistung qualifizierter Besch\u00e4ftigter mit h\u00f6herem Einkommen nicht besonders gef\u00f6rdert wird. Ich halte es f\u00fcr falsch, dass die Politik diese Menschen vergisst \u2013 au\u00dfer, wenn sie zur Kasse gebeten werden. Ein spannender Punkt f\u00fcr das parlamentarische Verfahren ist zudem: Welche Lobby setzt sich durch? Ist es die Versicherungslobby oder ist es, wenn man so will, die Lobby verantwortungsbereiter B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger?<\/p>\n<p>Die Lobby verantwortungsbereiter B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger? Kenne ich gar nicht. <\/p>\n<p>Stimmt \u2013 das war ja die FDP, die momentan nicht im Parlament ist. Also worum geht es? Im Gesetzentwurf steht, dass Menschen sich entscheiden k\u00f6nnen: Wollen sie eine Leibrente bis zum Tod oder lieber einen Auszahlungsplan bis zum 85. Lebensjahr. Diese Wahlfreiheit finde ich richtig. Die Versicherungen wollen nat\u00fcrlich die Leibrente, die auf Lebenszeit l\u00e4uft. Das Argument ist: Die Leute untersch\u00e4tzen, wie alt sie werden. Aber nat\u00fcrlich sind da auch bestimmte \u00f6konomische Interessen der Anbieter. Ich glaube dagegen, wir sollten den Menschen die Freiheit lassen, sich f\u00fcr einen Auszahlungsplan zu entscheiden. Es k\u00f6nnte ja Leute geben, die sagen, okay, wir nutzen erst den Auszahlungsplan und dann mit 85, falls wir es erleben, verkaufen wir unser Haus. Oder wie auch immer Menschen ihr Leben anlegen wollen. <\/p>\n<p>Das neue Kabinett \u2013 gibt es da jemanden, der Sie \u00fcberrascht oder sogar \u00fcberzeugt hat?<\/p>\n<p>Ich finde, wie angeschnitten, die Migrationspolitik von Alexander Dobrindt richtig und konsequent. Auch Katherina Reiche sagt und meint oft das Richtige, wenngleich ihr leider zuweilen die politische Unterst\u00fctzung zu fehlen scheint.<\/p>\n<p>Und von welchem der aktuellen Minister w\u00fcrden sie einen Gebrauchtwagen kaufen?<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde da vor allen was in Zahlung nehmen beim Kauf eines Neuwagens. Die Damen und Herren Minister fahren aber ja leider Dienstfahrzeuge.<\/p>\n<p>Okay, wir versuchen es mit einer anderen Gebrauchtwagenmetapher. Frage: Wenn die FDP ein Gebrauchtwagen w\u00e4re, was f\u00fcr einer w\u00e4re er dann?<\/p>\n<p>Die FDP ist kein Gebrauchtwagen. Sie ist ein Liebhaberst\u00fcck, vielleicht sogar Kulturgut.<\/p>\n<p>Gibt es genug Liebhaber daf\u00fcr?<\/p>\n<p>Ich mische mich in die Neuaufstellung der FDP aus nachvollziehbaren Gr\u00fcnden nicht ein. F\u00fcr alle Parteien und f\u00fcr alle Markenartikler gilt: Man muss die Frage \u00fcberzeugend beantworten, warum es einen \u00fcberhaupt gibt. Man muss dann dieses Produktversprechen auch einl\u00f6sen. Und man braucht hinreichend gro\u00dfe Reichweite, damit Menschen davon Notiz nehmen. Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass die FDP entlang dieser Aspekte ihre Neuaufstellung erfolgreich abschlie\u00dfen wird.<\/p>\n<p>Wenn meine Tochter jetzt sagen w\u00fcrde &quot;Mensch, was soll ich denn w\u00e4hlen?&quot; Und ich sage, &quot;Frag&#039; doch mal den Lindner&quot; \u2026<\/p>\n<p>\u2026 dann w\u00fcrde ich sagen: die liberale Partei.<\/p>\n<p>Stimmt, das war erwartbar. Aber warum jetzt noch FDP?<\/p>\n<p>Weil die FDP die einzige Partei ist, die ihr, also Ihrer Tochter, zutraut, dass sie ihr Leben selbstbestimmt f\u00fchren kann. Die braucht nicht eine Biografie mit St\u00fctzr\u00e4dern der Politik. Und dieses positive Menschenbild, das nat\u00fcrlich auch sehr voraussetzungsvoll ist, das verlangt, dass man sich um Bildung bem\u00fcht, dass man Verantwortung f\u00fcr eigene Entscheidungen \u00fcbernimmt, dass man nicht andere verantwortlich machen kann f\u00fcr seine Misserfolge und Erfolge. Das ist ein forderndes, aber positives Menschenbild, das es so nur bei den Liberalen gibt.<\/p>\n<p>Wenn Sie zur\u00fcckblicken auf Ihre politische Laufbahn, denn Sie sagen, sie ist beendet &#8211; Wenn Sie also zur\u00fcckblicken, woran m\u00f6chten Sie gemessen werden? Worauf sind Sie stolz?<\/p>\n<p>Jenseits von einzelnen Vorhaben, die ich beeinflussen konnte, bin ich stolz, dass ich mehrfach als Spitzenkandidat daf\u00fcr sorgen konnte, dass das eben beschriebene liberale Lebensgef\u00fchl in Parlamenten zur Geltung kam. Mit beachtlichen Wahlerfolgen, die wir l\u00e4nger als ein Jahrzehnt hatten.<\/p>\n<p>Und Misserfolgen.<\/p>\n<p>Sicher. Aber ich sehe meine politische Laufbahn wie eine Sportlerkarriere, die sich nicht allein am letzten Wettbewerb entscheidet, sondern im Ganzen.<\/p>\n<p>Schlussrunde. Bitte vervollst\u00e4ndigen Sie diese S\u00e4tze:<\/p>\n<p>Das letzte Buch, das mich wirklich beeindruckt hat, war\u2026<\/p>\n<p>&quot;Audacity of Hope&quot; von Barack Obama.<\/p>\n<p>In Deutschland wird die \u00f6konomische Wahrheit untersch\u00e4tzt, dass \u2026<\/p>\n<p>Wir volkswirtschaftlich ein viel zu geringes Arbeitsvolumen haben.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde heute nicht mehr fordern, dass &#8230;<\/p>\n<p>Ich denke, die \u00dcberwindung des Bildungsf\u00f6deralismus w\u00fcrde ich heute nicht mehr so priorisieren. Das w\u00e4re nur Folklore, denn niemals wird es passieren.<\/p>\n<p>Das klingt resignativ. Ausgerechnet von Ihnen.<\/p>\n<p>Nein, das ist ein Realismus.<\/p>\n<p>Das sagen alle, die resigniert sind. In unserem Interview von 2016 haben Sie die Abschaffung des Bildungsf\u00f6deralismus noch vehement verlangt.<\/p>\n<p>Ich bin da kl\u00fcger geworden und w\u00fcrde mich auf Erreichbares konzentrieren.<\/p>\n<p>Jungen Politikern rate ich, \u2026<\/p>\n<p>Keine Ratschl\u00e4ge von Ausgeschiedenen anzunehmen.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Lindner-2025-09\"\/><figcaption>Christian Lindner im Gespr\u00e4ch mit Volker Petersen (m) und Tilman Aretz. (Foto: Max Patzig\/ntv.de)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mein gr\u00f6\u00dfter politischer Fehler war \u2026<\/p>\n<p>Nach dem Urteil des Verfassungsgerichts \u00fcber die 60 Milliarden Euro w\u00e4hrend der Ampelzeit nicht entschieden eine Neuverhandlung des Koalitionsvertrages gefordert zu haben.<\/p>\n<p>Mein gr\u00f6\u00dfter privater Luxus ist heute \u2026<\/p>\n<p>Zeit mit meiner Tochter.<\/p>\n<p>Ein Satz, den ich nie wieder h\u00f6ren m\u00f6chte \u2026<\/p>\n<p>Die gefestigte Meinung des Hauses ist aber eine andere, Herr Minister.<\/p>\n<p>Der letzte Moment, in dem ich wirklich w\u00fctend auf mich selbst war, war, als ich \u2026<\/p>\n<p>Im Sommer dieses Jahres festgestellt habe, dass ich mir viel f\u00fcr die vermeintlich freie Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag vorgenommen, aber nichts davon eingel\u00f6st habe. <\/p>\n<p>Hatten Sie eigentlich Angst vor dem leeren Kalender?<\/p>\n<p>Nein, denn der hat sich sofort wieder gef\u00fcllt. Das zweite Halbjahr 2025 war sehr intensiv. <\/p>\n<p>Sie fangen doch erst am 1. Januar an?<\/p>\n<p>Dieses Jahr war ich als Referent bei einer Vielzahl internationaler Konferenzen gebucht, um \u00fcber die Lage der Weltwirtschaft zu diskutieren. F\u00fcr den Steuerzahler war das gut, weil ich nicht einen Euro \u00dcbergangsgeld in Anspruch nehmen musste. Aber eben um den Preis, dass das, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte, wie einmal mit der Familie drei Monate im Ausland leben, nicht vorkam.<\/p>\n<p>Bei der n\u00e4chsten Bundestagswahl bekommt die FDP \u2026<\/p>\n<p>Meine Stimme.<\/p>\n<p>Mein Comeback auf der politischen B\u00fchne Deutschlands erleben Sie \u2026<\/p>\n<p>H\u00f6chstens als einordnende Stimme. Aber sicherlich nicht als Kandidat.<\/p>\n<p>Also absolut nie?<\/p>\n<p>&quot;Nie&quot; sollte man prinzipiell nicht sagen. Aber die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null. Ich habe keine Wunde, mit der ich aus der Politik ausscheide und die ich irgendwie verarzten m\u00fcsste durch ein Comeback. Meine Leidenschaft f\u00fcr Gestaltung lebe ich nun im Unternehmertum aus.<\/p>\n<p>Mit Christian Lindner sprachen Tilman Aretz und Volker Petersen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Lindner \u00fcber Kinder, Merz, Autos&quot;Ich w\u00fcrde anderen nie sagen: Ist total easy&quot; 31.12.2025, 07:04 Uhr Artikel anh\u00f6ren(28:17 min)00:00 \/ 28:17 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Christian Lindner beim<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31209","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31209"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31209\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}