{"id":31157,"date":"2025-12-22T21:08:29","date_gmt":"2025-12-22T18:08:29","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukraine-rekrutiert-massiv-im-ausland\/"},"modified":"2025-12-22T21:08:29","modified_gmt":"2025-12-22T18:08:29","slug":"reisners-blick-auf-die-front-die-ukraine-rekrutiert-massiv-im-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-die-ukraine-rekrutiert-massiv-im-ausland\/","title":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front: &#8220;Die Ukraine rekrutiert massiv im Ausland&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukraine rekrutiert massiv im Ausland&quot;<\/h2>\n<p>22.12.2025, 19:02 Uhr <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30172450\/1766419879\/Img_16_9\/1024\/In-this-photo-taken-on-Sunday-Nov-9-2025-and-provided-by-Ukraine-s-127th-Separate-Brigade-of-the-Territorial-Defence-press-service-soldiers-practice-military-skills-on-a-training-ground-near-Kupiansk-in-Kharkiv-region-Ukraine.webp\" alt=\"In-this-photo-taken-on-Sunday-Nov-9-2025-and-provided-by-Ukraine-s-127th-Separate-Brigade-of-the-Territorial-Defence-press-service-soldiers-practice-military-skills-on-a-training-ground-near-Kupiansk-in-Kharkiv-region-Ukraine\"\/><figcaption>Die stark ausged\u00fcnnten Verteidigungslinien der Ukrainer spielten Putin in die H\u00e4nde, sagt Reisner. (Foto: AP)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Neben der R\u00fcstungstechnik w\u00fcrden Personalfragen \u00fcber den Kriegsverlauf 2026 entscheiden, sagt Oberst Reisner im letzten Blick auf die Front dieses Jahres. Die Ukraine stehe bei der Mobilisierung von Soldaten vor massiven Problemen. Dennoch gebe es kleine Erfolge f\u00fcr Kiew, etwa bei den K\u00e4mpfen um Kupjansk.<\/p>\n<p>ntv.de: Am Ende des Jahres musste die Ukraine noch einmal zittern, als es um die Frage ging, ob und inwiefern eine neue Finanzspritze aus Br\u00fcssel kommt. Die EU einigte sich darauf, Kiew ab Januar in Tranchen 90 Milliarden Euro an zinslosen Krediten zu \u00fcberweisen. Macht das f\u00fcr die Ukraine milit\u00e4risch einen gro\u00dfen Unterschied?<\/p>\n<p>Markus Reisner: Die Ukraine muss sich gro\u00dfen Herausforderungen stellen. Neben dem Staatsdefizit gibt es die Energiekrise aufgrund der russischen Luftangriffe, den Mangel an Soldaten an der Front und die Korruption im Umfeld von Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj. F\u00fcr das Darlehen nimmt die EU am Kapitalmarkt auf und setzt damit auf den kleinsten gemeinsamen Nenner bei der Haftung. Denn die eingefrorenen russischen Verm\u00f6genswerte in Europa werden zun\u00e4chst nicht angefasst. Au\u00dferdem h\u00e4tte man sich in Kiew eine gr\u00f6\u00dfere Hilfszahlung erhofft.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Markus-Reisner-ist-Historiker-und-Rechtswissenschaftler-Oberst-des-Generalstabs-im-Oesterreichischen-Bundesheer-und-Leiter-des-Institutes-fuer-Offiziersgrundausbildung-an-der-Theresianischen-Militaerakademie-Wissenschaftlich-arbeitet-er-u-a-zum-Einsatz-von-Drohnen-in-der-modernen-Kriegsfuehrung-Jeden-Montag-bewertet-er-fuer-ntv-de-die-Lage-an-der-Ukraine-Front\"\/><figcaption>Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er u.a. zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front. (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Also wird sich dadurch im kommenden Jahr nicht viel \u00e4ndern?<\/p>\n<p>Die Ukraine kann durch die Hilfszahlung die Geh\u00e4lter von Staatsbeamten weiterzahlen und in R\u00fcstungsprojekte investieren. Wichtig sind besonders Investitionen in die Drohnenproduktion, zum Beispiel der Bau von Abfang- und Angriffsdrohnen oder anderen Fliegerabwehrsystemen. Durch die Angriffsdrohnen werden die russischen Truppen auf taktisch-operativer Ebene weiter zur\u00fcckgehalten.<\/p>\n<p>Anlass zur Sorge gab dieses Jahr auch die Beziehung des US-Pr\u00e4sidenten Donald Trump zum russischen Machthaber Wladimir Putin. Ein 28-Punkte-Friedensplan aus den USA wurde offenbar vom Kreml geschrieben &#8211; die Verhandlungen, seitdem bringen kaum Fortschritte. Sind diese Friedensgespr\u00e4che nur ein Ablenkungsman\u00f6ver des Kremls?<\/p>\n<p>Es gibt im Kern zwei gegens\u00e4tzliche Narrative. Auf der einen Seite hei\u00dft es, die Russen st\u00fcnden kurz vor dem Zusammenbruch und man m\u00fcsse bei der Unterst\u00fctzung der Ukraine nur noch ein bisschen durchhalten. Auf der anderen Seite warnt man hingegen, die Ukraine gerate ins Hintertreffen nicht zuletzt aufgrund es langwierigen Vormarschs der Russen und des Drucks aus den USA. Die Wahrheit liegt in der Mitte.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, beide Seiten stehen unter Druck?<\/p>\n<p>Die russische Situation wird beg\u00fcnstigt durch die Unterst\u00fctzung von China, Indien und anderen Staaten. Dennoch herrscht ein gewisser Druck durch den Angriff der Ukraine auf die russische Energie-Infrastruktur und die \u00d6ltanker der Schattenflotte. Das wiederum wird relativiert durch die Erfolge der Russen an der Front in der Ukraine, die nach und nach St\u00e4dte in Besitz nehmen. Die Ukraine wiederum versucht, die russischen Erfolge nicht an die gro\u00dfe Glocke zu h\u00e4ngen. Sie will das Signal senden: Es lohnt sich, die Ukraine milit\u00e4risch weiter zu unterst\u00fctzen. Zugleich bewertet Selenskyj die Friedensgespr\u00e4che mit den USA und Russland positiv.<\/p>\n<p>Meint Selenskyj das Ernst &#8211; oder will er Trump milde stimmen?<\/p>\n<p>Die Chefunterh\u00e4ndler der USA, der Ukraine und Russland haben die dreit\u00e4gigen Verhandlungen in Florida positiv bewertet. Demnach verstehen sich die Delegationen gut. Selenskyj versucht auf jeden Fall zu vermeiden, Trump vor den Kopf zu sto\u00dfen. Aber bislang bleibt die Ukraine sehr selbstbewusst bei ihren Kernforderungen: keine weitere Abgabe von Territorium, abschreckungsf\u00e4hige Truppen, Sicherheitsgarantien, staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t und die freie Wahl, der Nato oder der EU beizutreten. <\/p>\n<p>Putin wirkt aber nicht so, als wolle er dem zustimmen, oder?<\/p>\n<p>Im Gegenteil. Putin sieht sich auf der Siegerstra\u00dfe und will mit aller Vehemenz seine Ziele erreichen. Die Ukraine versucht, Trump zu spiegeln, dass sein Entgegenkommen gegen\u00fcber Putin v\u00f6llig verfr\u00fcht ist. Und der Widerstand der Ukraine zeigt, wie die Russen zu stoppen sind. Westlich von Kupjansk gab es etwa einen erfolgreichen ukrainischen Gegenangriff. Dadurch soll der Nachschub f\u00fcr die russischen Soldaten in der Stadt abgeschnitten werden.<\/p>\n<p>Welche hart umk\u00e4mpften St\u00e4dte werden auch n\u00e4chstes Jahr strategisch wichtig sein f\u00fcr beide Kriegsparteien?<\/p>\n<p>Die K\u00e4mpfe um Kupjansk werden weiter toben. \u00c4hnlich ist die Situation im Raum Sumy. Auch hier ist der russische Vorsto\u00df zun\u00e4chst zum Stopp gekommen, aber russische Truppen versuchen wieder, weiter vorzudringen. Es gab einen kleineren Vorsto\u00df auf ukrainisches Territorium s\u00fcdostw\u00e4rts von Sumy bei Rjasan. Die Russen versuchen, die ukrainischen Kr\u00e4fte dort zu binden, damit diese nicht nach Kupjansk geschickt werden. Zuvor verlegte Kiew viele Soldaten aus Sumy nach Kupjansk.<\/p>\n<p>Gibt es weitere Hotspots?<\/p>\n<p>S\u00fcdlich von Krupjansk bleiben die \u00fcblichen Hotspots bestehen, darunter Lyman, Kostjantyniwka, Pokrowsk und Nowopawliwka. Sewersk ist laut russischen Meldungen eingenommen. Und Sewersk ist das Tor zu Slowjansk und Kramatorsk, zwei gro\u00dfen Festungsst\u00e4dten. Schwerpunkt der russischen Winteroffensive ist s\u00fcdlich von Pokrowsk der Angriff in Richtung Huljajpole und Dobropillia. Die Russen versuchen, durch schwere Angriffe in Richtung Saporischschja hinter die Verteidigungslinien des S\u00fcdabschnittes zu kommen. Auch dieser Raum wird in den n\u00e4chsten Jahren noch f\u00fcr Schlagzeilen sorgen.<\/p>\n<p>Was m\u00fcsste passieren, damit sich die Lage der Ukraine an der Front verbessert?<\/p>\n<p>Momentan verfolgen die Ukrainer die Strategie, die Russen so abzun\u00fctzen, dass diese nicht mehr zu durchschlagenden Angriffen in der Lage sind, weil sie sich totlaufen. Um das erfolgreich weitermachen zu k\u00f6nnen, braucht die Ukraine viele Ressourcen. Da geht es neben R\u00fcstungsprojekten wie Drohnen vor allem um Nachschub an Soldaten. Das ist die gro\u00dfe Frage, die in das n\u00e4chste Jahr mitgenommen wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Neue-abenteuerliche-Panzer-tauchen-in-der-Ukraine-auf-id30172288.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"contai\"\/>Frachtcontainer zweckentfremdetNeue abenteuerliche Panzer tauchen in der Ukraine auf<\/a><\/p>\n<p>Warum?<\/p>\n<p>Die Ukraine hatte bereits Ende dieses Jahr gro\u00dfe Probleme, Soldaten zu rekrutieren. Eigentlich h\u00e4tte die ukrainische Regierung das Problem der Mobilisierung bereits 2024 aus dem Weg r\u00e4umen m\u00fcssen. Wie soll das 2026 weitergehen? Am Ende des Tages m\u00fcssen an der Front die Linien bemannt werden. Die Frage ist: Wo kommen diese Soldaten her?<\/p>\n<p>Nun versucht die Ukraine im Gegensatz zu Russland, ihren Soldaten nicht das Gef\u00fchl zu geben, Kanonenfutter zu sein. Junge M\u00e4nner d\u00fcrfen etwa ausreisen und im Ausland studieren. Wird Selenskyj nicht drum herumkommen, das alles zu \u00e4ndern?<\/p>\n<p>So ist es. Die Ukraine rekrutiert bereits massiv im Ausland. Sch\u00e4tzungsweise bis zu 10.000. K\u00e4mpfer sind aus Mittel- und S\u00fcdamerika in die Ukraine gekommen. Sie werden nicht als S\u00f6ldner bezeichnet, sondern sind als internationale Legion Teil der regul\u00e4ren Streitkr\u00e4fte. Die Zahl dieser K\u00e4mpfer ist allerdings nicht hoch genug. Rekrutierungsbeh\u00f6rden stehen massiv unter Druck, die Soldaten an die Front zu bringen &#8211; und wenden zum Teil Gewalt an. Videos, die das belegen, h\u00e4ufen sich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Ukraine-nutzt-ueberraschende-Heizmittel-Alternative-id30171508.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"ukr\"\/>Russland zerschie\u00dft InfrastrukturUkraine nutzt \u00fcberraschende Heizmittel-Alternative<\/a><\/p>\n<p>Putin schickt seine Soldaten bereitwillig als Kanonenfutter an die Front. Aber ist nicht auch in Russland irgendwann an einem Punkt angelangt, an dem die Soldaten knapp werden?<\/p>\n<p>Den Unterschied macht die Masse der Menschen. Wir haben also 148 Millionen Menschen auf der russischen Seite und noch 33 Millionen auf der ukrainischen Seite. Der Faktor, der dann ausschlaggebend ist, ist die Frage, ob die jeweilige Seite und besonders die Jugend bereit ist, den Krieg mitzutragen.<\/p>\n<p>Wie bereit sind die Russen dazu?<\/p>\n<p>Einerseits gibt es in Russland junge M\u00e4nner, die nach dem Ende ihrer Wehrpflicht mehr oder weniger gezwungen werden, Vertragsverh\u00e4ltnisse zu unterschreiben. Andererseits gibt es einen gro\u00dfen Zulauf von \u00e4lteren Personen \u00fcber 50, die sich freiwillig f\u00fcr die Front melden. Das erm\u00f6glicht es Putin, zwischen 30.000 und 35.000 Mann pro Monat an die Front zu schicken, w\u00e4hrend die Ukraine nur die H\u00e4lfte aufbringt. Das wird weitergehen, solange die russische Bev\u00f6lkerung nicht aufsteht und sagt: Wir wollen diesen Krieg nicht mehr.<\/p>\n<p>Mit Markus Reisner sprach Lea Verstl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Reisners Blick auf die Front&quot;Die Ukraine rekrutiert massiv im Ausland&quot; 22.12.2025, 19:02 Uhr Die stark ausged\u00fcnnten Verteidigungslinien der Ukrainer spielten Putin in die H\u00e4nde, sagt Reisner. 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