{"id":31094,"date":"2025-12-13T02:56:40","date_gmt":"2025-12-12T23:56:40","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/die-russen-sind-gereift-steuert-die-ukraine-auf-die-niederlage-zu\/"},"modified":"2025-12-13T02:56:40","modified_gmt":"2025-12-12T23:56:40","slug":"die-russen-sind-gereift-steuert-die-ukraine-auf-die-niederlage-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/die-russen-sind-gereift-steuert-die-ukraine-auf-die-niederlage-zu\/","title":{"rendered":"&#8220;Die Russen sind gereift&#8221;: Steuert die Ukraine auf die Niederlage zu?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>&quot;Die Russen sind gereift&quot;Steuert die Ukraine auf die Niederlage zu?<\/h2>\n<p>12.12.2025, 19:23 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Eine Analyse von Frauke Niemeyer<\/a>Artikel anh\u00f6ren(08:24 min)<audio src=\"https:\/\/mp3.n-tv.de\/2025\/12\/TTSART_30138075_20251212192405-radleg2.mp3\"><\/audio>00:00 \/ 08:24<\/p>\n<ul>\n<li>0.5x<\/li>\n<li>0.8x<\/li>\n<li>1.0x<\/li>\n<li>1.2x<\/li>\n<li>1.5x<\/li>\n<li>2.0x<\/li>\n<\/ul>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30138095\/1765566162\/Img_16_9\/1024\/KHARKIV-OBLAST-UKRAINE-OCTOBER-4-Ukrainian-soldiers-fire-D30-artillery-at-Russian-infantry-in-the-direction-of-the-Borova-front-Ukraine-on-October-4-2025-All-civilian-services-from-Borova-are-planned-to-be-transferred-to-safer-areas.webp\" alt=\"KHARKIV-OBLAST-UKRAINE-OCTOBER-4-Ukrainian-soldiers-fire-D30-artillery-at-Russian-infantry-in-the-direction-of-the-Borova-front-Ukraine-on-October-4-2025-All-civilian-services-from-Borova-are-planned-to-be-transferred-to-safer-areas\"\/><figcaption>Ukrainische Artillerie feuert im Oktober gegen russische Stellungen an der Front (Foto: Anadolu via Getty Images)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Langsam, aber stetig r\u00fcckt Russland in der Ukraine vor. Kiew hat Probleme, so viel ist sicher. Aber wie gro\u00df sind sie wirklich? Steht das angegriffene Land kurz vor einer Niederlage? <\/p>\n<p>Seit \u00fcber einem Jahr versucht die russische Armee, die Stadt Pokrowsk im Donbass einzunehmen. Inzwischen sind die Russen so weit vorgedrungen, dass es den verbliebenen Ukrainern nicht mehr gelingen kann, die Invasoren noch abzuwehren. F\u00fcr Russlands Machthaber Wladimir Putin ist diese Nachricht Gold wert, denn ihm fehlte noch eine Erfolgsmeldung f\u00fcr das Ende der Sommeroffensive. Die Einnahme der lange umk\u00e4mpften Stadt wei\u00df die staatliche Propaganda-Maschine medial auszuschlachten. <\/p>\n<p>Wichtiger in Putins Informationskrieg sind jedoch die Adressaten au\u00dferhalb Russlands &#8211; namentlich die westlichen Ukraine-Unterst\u00fctzer. Die Pokrowsk-Meldungen unterst\u00fctzen das Narrativ, &quot;Russlands Sieg sei unvermeidbar. Die Russen seien nicht zu stoppen&quot;, sagt der Milit\u00e4rexperte George Barros, Leiter des Analysezentrums Ukraine am US-Institute for the Study of War (ISW). &quot;Egal wie, die Russen werden immer weitermarschieren. Das sollen wir denken, diesen Eindruck will der Kreml vermitteln.&quot; <\/p>\n<h2>Will der Westen es nur nicht sehen?<\/h2>\n<p>In den laufenden Verhandlungen \u00fcber einen Waffenstillstand ist es enorm relevant, wieviel Vertrauen die westlichen Unterst\u00fctzer noch in die milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten der Ukraine haben. Lohnt es sich, weitere Gelder, wom\u00f6glich die eingefrorenen russischen Milliarden in die Hand zu nehmen, um sie der Ukraine zur Verf\u00fcgung zu stellen? Oder ist die Schlacht verloren, nur will es der Westen noch nicht sehen? <\/p>\n<p>Der Kreml versucht, diesen Eindruck zu verbreiten, um die Ukraineunterst\u00fctzer verunsichern und zu spalten. \u201eDas ist eine ziemlich ausgekl\u00fcgelte Operation im Informationskrieg\u201c, sagt Barros. Denn strategisch ist die Einnahme der Stadt tats\u00e4chlich unbedeutend. Zwar war sie \u00fcber einen langen Zeitraum ein wichtiges Logistik-Drehkreuz im Donbass, an einer Bahnstrecke und einer Autobahn gelegen. Doch diese Nachschublinien wurden von den Russen schon im Juni unterbrochen. Vor einem halben Jahr hat die russische Armee ihr strategisches Ziel im Raum Pokrowsk erreicht, der Rest dient der Propaganda. <\/p>\n<p>Wie aber steht es um die Kr\u00e4fte der Ukraine? Kann sie sich noch zur Wehr setzen oder droht im vierten Kriegswinter der Kollaps? <\/p>\n<p>In einem Abnutzungskrieg geht es beiden Seiten schlecht, wobei die Moskauer Ressourcen umfangreicher sind als die Kiews. Der ukrainische Generalstab k\u00f6nnte allerdings seine Ressourcen strategisch kl\u00fcger einsetzen &#8211; wenn man ihn denn lie\u00dfe. Im Weg stehen politische Vorgaben, die bislang das Pr\u00e4sidialamt machte. &quot;Andrij Jermak hat festgelegt: Kein R\u00fcckzug ohne Urne&quot;, erkl\u00e4rt der \u00f6sterreichische Politologe und Ukraine-Experte Gustav Gressel. Das bedeutete bislang, dass keinerlei taktische R\u00fcckz\u00fcge auf bessere, hintere Linien erlaubt waren. Die Truppen hatten um jeden Quadratmeter Territorium bis zum letzten Moment zu k\u00e4mpfen. &quot;Wenn aber nur daf\u00fcr Versorgungswege offengehalten werden m\u00fcssen und Reserven eingesetzt werden, die an strategisch wichtigeren Orten dann fehlen, ist das nicht effizient&quot;, analysiert Gressel. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Selenskyj-schickt-demonstratives-Video-von-Kupjansk-Front-id30137321.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"SelenskyjKupjansk\"\/>Vor zerschossenem OrtsnamenSelenskyj schickt demonstratives Video von Kupjansk-Front<\/a><\/p>\n<p>Seit kurzem steht Jermak wegen Verdachts der Verstrickung in den Korruptionsskandal nicht mehr an der Spitze des Pr\u00e4sidialamts. Ein Nachfolger k\u00f6nnte die Vorgaben f\u00fcr die Truppen lockern oder auch einen anderen Befehlshaber f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte einsetzen. Denn Olexandr Sirskyj gilt ebenso als wenig pragmatischer Hardliner. In dieser Hinsicht k\u00f6nnte der katastrophale Korruptionsskandal innerhalb des Kiewer Regierungsapparats tats\u00e4chlich noch einen positiven Effekt haben, falls die Erneuerung an der Spitze im Pr\u00e4sidialamt sich bis hinein in die Armee auswirkt. <\/p>\n<p>Derzeit jedoch wirken sich noch die bisherigen Strategien aus &#8211; im Fall der Region Pokrowsk fatal f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte. Denn die Ukrainer halten noch immer den n\u00f6rdlichsten Teil der Stadt, vor allem um die letzten Versorgungswege in den Nachbarort Myrnohrad offen zu halten, das selbst von Einkesselung bedroht ist. \u201eAus Myrnohrad k\u00f6nnen schon keine Verwundeten mehr evakuiert werden, weil die Russen mit Drohnen die Nachchubwege kontrollieren\u201c, sagt Gressel. H\u00e4tte der Generalstab den ganzen Kessel vor drei Wochen aufgegeben, h\u00e4tte er den Truppen vor Ort diese Situation erspart. \u201eJetzt verlieren die Luftlandetruppen, die dort eingesetzt sind, wahrscheinlich viele Streitkr\u00e4fte.\u201c Gressel sch\u00e4tzt die Zahl der kommenden Verluste auf 5000 \u2013 haupts\u00e4chlich Freiwillige, Elite-Infanterie. <\/p>\n<h2>F\u00fcr Saporischschja wird es gef\u00e4hrlich<\/h2>\n<p>Der verbissene Kampf um Pokrowsk wirkt auch auf andere Frontabschnitte. In der Oblast Saporischschja fehlten die Kr\u00e4fte, die im Donezk gebunden waren. Die Russen haben das genutzt und sind seit September mit deutlich mehr Tempo vorger\u00fcckt. Zwischen zwei und f\u00fcnf Kilometern schaffte man am Tag. Der Vormarsch h\u00e4lt an, der Fortschritt hat sich aber etwas verlangsamt. Die Stadt selbst ist noch etwa 50 Kilometer von der Front entfernt und von Gleitbomben- und Drohnenangriffen weitgehend verschont. Mit dem weiteren Vorr\u00fccken k\u00f6nnte sich die Situation drastisch \u00e4ndern, zumal die Front von S\u00fcden und von Osten heranr\u00fcckt. <\/p>\n<p>So machen die Russen an allen Frontabschnitten weiter Druck, doch hei\u00dft das nicht, dass sie im neuen Jahr auf Kiew marschieren. Noch sind im Hinterland recht gut ausgebaute ukrainische Verteidigungslinien vorhanden, allerdings fehlen dort oftmals die Streitkr\u00e4fte, um sie effektiv zu sichern. Es fehlt an Infanterie, und das ist ein echtes Problem. Mit einer \u00c4nderung der Vorgaben k\u00f6nnte sich die Personalsituation aber auch in den hinteren Linien verbessern. Wenn es nicht mehr verbissen um jeden Meter Boden gehen muss, werden Kr\u00e4fte f\u00fcr andere Eins\u00e4tze frei. <\/p>\n<p>Mit Blick auf Drohnenproduktion sind die Ukrainer inzwischen recht gut aufgestellt. Es hapert hingegen an M\u00f6glichkeiten, in der Distanz zwischen 30 und 300 Kilometern die Russen empfindlich zu treffen. Dort haben die Kreml-Armee ihre Fliegerabwehr konzentriert und langsame Drohnen haben kaum Chancen, diesen Abwehrg\u00fcrtel heil zu \u00fcberfliegen. W\u00e4re das der Fall, dann k\u00f6nnten die Ukrainer noch h\u00e4ufiger erfolgreiche Angriffe auf russische Infrastruktur vermelden. <\/p>\n<p>Gressel sieht eine Schw\u00e4che auch in der F\u00fchrungskultur der ukrainischen Truppen, die noch stark an die alten Befehlsstrukturen aus Sowjetzeiten angelehnt ist. Hier k\u00f6nnten die westlichen Unterst\u00fctzer aus seiner Sicht auch deutlich kurzfristiger helfen, als mit schweren Waffen. Die h\u00e4tte man vor Monaten bis Jahren bestellen m\u00fcssen. Was jetzt an der Front an Artilleriesystemen und Panzern ausf\u00e4llt, kann nicht so schnell wie n\u00f6tig nachgeliefert werden. <\/p>\n<h2>&quot;Damit sind die Ukrainer \u00fcberfordert&quot;<\/h2>\n<p>Doch in der Kriegsf\u00fchrung ist noch Musik drin. &quot;Es hei\u00dft immer, der Drohnenkrieg sei so anders, die Nato k\u00f6nne den Ukrainern nichts mehr beibringen. Aber das stimmt h\u00f6chstens mit Blick auf die taktische Ebene an der Front&quot;, sagt Gressel. &quot;Was F\u00fchrungskultur angeht, operative Planung auf Ebene von Brigade und Korps, Ressourcenplanung \u2013 da k\u00f6nnen wir der Ukraine relativ viel beibringen, weil dort solche Erfahrungen fehlen.&quot; Entsprechend viel Kritik kommt aus unteren R\u00e4ngen an der operativen F\u00fchrung. &quot;Damit sind die Ukrainer \u00fcberfordert.&quot; <\/p>\n<p>Auch die Russen machen immer noch Fehler, laut US-Experte Barros jedoch nicht mehr dieselben &quot;dummen Fehler wie vor drei Jahren&quot;. Das macht dem ISW-Wissenschaftler Sorgen, besonders f\u00fcr die kommenden Monate. Denn in allen bisherigen Kriegsjahren &quot;2022, 2023 und 2024 hatten die Ukrainer ein sicheres Hinterland. Das ist vorbei&quot;. Die Russen attackieren ukrainische Logistik nah an der Front mit kleinen FPV-Drohnen und weiter weg mit den gro\u00dfen Shahed-Drohnen. Dazu richtete man eine Elite-Einheit ein, das sogenannte Rubikon-Kommando, das Kampfdrohnen f\u00fcr pr\u00e4zise Schl\u00e4ge nutzt. So geraten die Ukrainer zus\u00e4tzlich unter Druck. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Junge-erzaehlt-vom-Krieg-Uebersetzerin-bricht-in-Traenen-aus-id30132876.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Ukrainischer_Junge\"\/>Elfj\u00e4hriger Ukrainer bei EUJunge erz\u00e4hlt vom Krieg &#8211; \u00dcbersetzerin bricht in Tr\u00e4nen aus<\/a><\/p>\n<p>&quot;Wir sehen hier, wie das operative Konzept der Russen inzwischen gereift ist. Es hei\u00dft nicht l\u00e4nger: &#039;Wir schmei\u00dfen jeden Monat neue Leute an die Front und machen die Ukrainer qua Masse fertig.&#039; Jetzt hei\u00dft es eher: &#039;Wir gestalten zun\u00e4chst das Schlachtfeld, indem wir monatelang intensiv die Logistik unterbinden. Dann machen wir die Ukrainer durch Zerm\u00fcrbung fertig.&#039; Das ist eine sehr gef\u00e4hrliche neue F\u00e4higkeit.&quot; <\/p>\n<p>Weder der \u00d6sterreicher, noch der Amerikaner sehen die Ukraine in den kommenden Monaten den Krieg verlieren. Jedoch die Herausforderungen an der Front wachsen, und die ukrainische Armee w\u00e4chst nicht mit. Pragmatismus und beherzte Entscheidungen der westlichen Partner werden notwendig sein, um das Land durch den Winter zu bringen. Vorausgesetzt, man einigt sich nicht schon bald auf einen Waffenstillstand. Der Gipfel am kommenden Montag in Berlin k\u00f6nnte einen Vorentscheid bringen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik &quot;Die Russen sind gereift&quot;Steuert die Ukraine auf die Niederlage zu? 12.12.2025, 19:23 Uhr Eine Analyse von Frauke NiemeyerArtikel anh\u00f6ren(08:24 min)00:00 \/ 08:24 0.5x 0.8x 1.0x 1.2x 1.5x 2.0x Ukrainische<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-31094","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31094"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31094\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}