{"id":31051,"date":"2025-12-06T11:26:34","date_gmt":"2025-12-06T08:26:34","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/gut-gemeint-schlecht-gemacht-lockerung-des-verbrenner-aus-wurde-fur-autobauer-teuer\/"},"modified":"2025-12-06T11:26:34","modified_gmt":"2025-12-06T08:26:34","slug":"gut-gemeint-schlecht-gemacht-lockerung-des-verbrenner-aus-wurde-fur-autobauer-teuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/gut-gemeint-schlecht-gemacht-lockerung-des-verbrenner-aus-wurde-fur-autobauer-teuer\/","title":{"rendered":"Gut gemeint, schlecht gemacht: Lockerung des Verbrenner-Aus w\u00fcrde f\u00fcr Autobauer teuer\u00a0"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft<\/p>\n<h2>Gut gemeint, schlecht gemachtLockerung des Verbrenner-Aus w\u00fcrde f\u00fcr Autobauer teuer <\/h2>\n<p>06.12.2025, 09:02 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Christina-Lohner-article24773302.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2423486\/1709272075\/Img_1_1\/36\/Christina-Lohner.webp\" alt=\"Christina-Lohner\"\/>Von Christina Lohner<\/a><\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30109695\/1764940394\/Img_16_9\/1024\/Abendlicher-dichter-Strassenverkehr-auf-der-Autiobahn-A9-bei-Muenchen-Stau-Stop-and-go-zaehfliesend-verstopfte-Hauptverkehrsstrasse-dichter-Strassenverkehr.webp\" alt=\"Abendlicher-dichter-Strassenverkehr-auf-der-Autiobahn-A9-bei-Muenchen-Stau-Stop-and-go-zaehfliesend-verstopfte-Hauptverkehrsstrasse-dichter-Strassenverkehr\"\/><figcaption>Ein Aus des Verbrenner-Aus ist auch finanziell zu kurz gedacht, warnen Autoexperten. (Foto: picture alliance \/ SvenSimon)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Bundesregierung m\u00f6chte die stark kriselnde Autoindustrie st\u00fctzen. Doch Branchenexperten zufolge bewirken Union und SPD mit ihren Forderungen nach einem Aufweichen des geplanten EU-Verbots neuer Verbrenner genau das Gegenteil. Mehr Geld br\u00e4chte das nur kurzfristig.<\/p>\n<p>In der kommenden Woche wollte die EU-Kommission ihre \u00fcberarbeiteten Pl\u00e4ne zum Verbrenner-Aus pr\u00e4sentieren. Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas hat allerdings schon durchklingen lassen, dass es sp\u00e4ter werden d\u00fcrfte. Zu erwarten ist, dass das f\u00fcr 2035 geplante Verbrenner-Aus aufgeweicht wird. Zu tief scheint die Krise der europ\u00e4ischen Autoindustrie, als dass ihr nun die scharfen CO2-Vorgaben zugemutet werden k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Auch die SPD ist eingeknickt, die Bundesregierung macht sich in Br\u00fcssel nun f\u00fcr ein &quot;Aus vom ganz starren Verbrenner-Aus&quot; stark, wie es CSU-Chef Markus S\u00f6der zufrieden formulierte. Schwarz-Rot k\u00e4mpft nach eigenen Angaben f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit der deutschen Automobilbranche und die Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen. Doch laut Branchenexperten bewirkt die neue Haltung der Bundesregierung genau das Gegenteil: Eine Lockerung des Verbrenner-Aus w\u00fcrde die Zukunft der deutschen Hersteller gef\u00e4hrden. Denn dann w\u00fcrden sie weniger in Innovationen investieren &#8211; und damit die globale Wende zur Elektromobilit\u00e4t endg\u00fcltig verpassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/EU-reagiert-auf-Merz-Verbrenner-Brief-id30094800.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Auto EU\"\/>Aufatmen in AutoindustrieEU reagiert auf Merz&#039; Verbrenner-Brief<\/a><\/p>\n<p>&quot;Das Wichtigste f\u00fcr die deutsche Autoindustrie ist, wieder vor die technologische Welle zu kommen&quot;, sagt Stefan Bratzel im Gespr\u00e4ch mit ntv.de, also technisch wieder f\u00fchrend zu werden. &quot;Andernfalls werden wir den globalen Wettbewerb in der Autoindustrie verlieren&quot;, betont der Leiter des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. &quot;Die deutschen Hersteller werden nie g\u00fcnstiger sein, deshalb m\u00fcssen sie besser sein.&quot; Derzeit seien ihre Autos viel zu teuer f\u00fcr eine mit chinesischen Herstellern vergleichbare Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>&quot;Je l\u00e4nger wir uns mit diesen K\u00e4mpfen aufhalten und Parallelentwicklungen betreiben, etwa Benziner neu entwickeln, desto l\u00e4nger halten wir uns selbst davon ab, wieder vor die technologische Welle zu kommen&quot;, meint der Branchenkenner. Er war zwar nie Fan eines absoluten Verbrenner-Verbots, weil dieses absehbar zu Glaubensk\u00e4mpfen zwischen Gegnern und Bef\u00fcrwortern f\u00fchrte. F\u00fcr die CO2-Bilanz w\u00e4re es seiner Ansicht nach nicht entscheidend gewesen, ob nach 2035 noch ein paar Prozent neue Verbrenner zugelassen werden. Denn Anfang der 2030er Jahre wird sich seiner Prognose nach die Elektromobilit\u00e4t ohnehin durchsetzen, &quot;weil sie die deutlich bessere, effizientere und begehrlichere Technologie ist, auch aus Kundensicht&quot;. Jetzt am Verbrenner-Aus zu r\u00fctteln, w\u00e4re aber kontraproduktiv.<\/p>\n<h2>Kurzfristig rentabel, langfristig weniger Gewinn<\/h2>\n<p>Zwar k\u00f6nnten die Hersteller bei einer Lockerung kurzfristig mehr Geld verdienen, wenn sie weniger E-Autos g\u00fcnstiger auf den Markt bringen m\u00fcssen, um die CO2-Vorgaben zu erf\u00fcllen. Doch mittel- und langfristig f\u00fchre deren Aufweichen dazu, &quot;dass die Hersteller den Fu\u00df vom Innovations-Gas nehmen&quot;, warnt Bratzel &#8211; und ohne Innovationen sieht er f\u00fcr die deutschen Autobauer im internationalen Wettbewerb schwarz. <\/p>\n<p>Frank Schwope, Lehrbeauftragter f\u00fcr Automotive Management an der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), sieht es \u00e4hnlich: Kurzfristig d\u00fcrfte etwa eine verl\u00e4ngerte Erlaubnis von Plug-in-Hybriden und Range-Extendern, wie die Bundesregierung sie nun fordert, den deutschen Herstellern h\u00f6here Gewinne bringen &#8211; diese k\u00f6nnten sie allerdings &quot;m\u00f6glicherweise mit geringeren Investitionen in die Elektromobilit\u00e4t und perspektivisch geringeren Gewinnen durch Elektroautos bezahlen&quot;. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/China-zeigt-Vielfalt-schlaegt-Verbrenner-Verbot-id30097436.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"NEW-YORK-NY-MARCH-23-Employees-prepare-to-unveil-the-new-Hyundai-Ioniq-series-during-the-New-York-International-Auto-Show-at-the-Javits-Center-on-March-23-2016-in-New-York-NY-Hyundai-introduced-their-Ioniq-line-of-energy-efficient-cars-including-an-electric-a-hybrid-and-a-plug-in-hybrid-model\"\/>Hybrid statt E-Ideologie&quot;China zeigt: Vielfalt schl\u00e4gt Verbrenner-Verbot&quot;<\/a><\/p>\n<p>Langfristig gehe der Trend in Europa eindeutig Richtung Elektromobilit\u00e4t. &quot;M\u00f6glicherweise fragt man sich 2035, was die ganze Aufregung um das Aus des Verbrenner-Aus sollte&quot;, sagt Schwope. Wichtig sei, &quot;dass die Politik nicht dazwischen gr\u00e4tscht und den Markt wieder zum Erliegen bringt&quot;. Toyota und Mercedes-Benz h\u00e4tten zudem f\u00fcr Ende der Dekade Feststoff-Batterien angek\u00fcndigt, &quot;was die Batterieindustrie noch einmal durcheinanderwirbeln kann. Damit sind gr\u00f6\u00dfere Reichweiten und schnellere Ladezeiten m\u00f6glich, potenziell ein Gamechanger.&quot; <\/p>\n<h2>Neue Unsicherheit f\u00fcr Kunden<\/h2>\n<p>Bratzel betont, &quot;wir k\u00f6nnen uns nicht sch\u00fctzen, indem wir versuchen, Entwicklungen aufzuhalten&quot;. Durch die erneute Diskussion um ein Aus vom Verbrenner-Aus werde die enorme Verunsicherung der Verbraucher noch verst\u00e4rkt. &quot;Und wer verunsichert ist, bleibt in der Regel beim Alten.&quot; Auch Schwope mahnt: &quot;Was dringend notwendig ist, sind stabile Rahmenbedingungen sowohl f\u00fcr die Autok\u00e4ufer als auch f\u00fcr die Auto-Bosse.&quot; Damit w\u00e4re der deutschen Autoindustrie am meisten geholfen, nicht mit einem &quot;ewigen H\u00fc und Hott der Politik&quot;. Beide Branchenkenner pl\u00e4dieren daher daf\u00fcr, es beim beschlossenen Verbrenner-Aus zu belassen.<\/p>\n<p>Je weniger E-Autos die Hersteller verkaufen, desto weniger St\u00fcckkosten-Vorteile lassen sich zudem erzielen, sowohl von Autobauern als auch Zulieferern &#8211; eine weitere Gefahr, in dem Bereich weniger zu investieren. Statt immer weiter das Verbrenner-Aus infrage zu stellen, sollte der Fokus von Herstellern wie Politik nach Bratzels Meinung auf dem Aufholprozess vor allem gegen\u00fcber China liegen: bei Batteriezelle und Rohstoffen genauso wie bei der Ladeinfrastruktur. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Dudenhoefer-Die-Chinesen-fahren-uns-um-die-Ohren-id30085202.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"China\"\/>Klare Worte zum Verbrenner-AusDudenh\u00f6fer: &quot;Die Chinesen fahren uns um die Ohren&quot;<\/a><\/p>\n<p>Der Staat m\u00fcsse das \u00d6kosystem der Elektromobilit\u00e4t st\u00e4rker unterst\u00fctzen, &quot;damit die Vorteile, die ein Verbrenner nie leisten kann, schneller klar werden&quot;, fordert Bratzel. &quot;Ich kann mit meinem E-Auto Geld sparen, indem ich es ins Stromnetz einbinde: Laden, wenn nachts der Strom g\u00fcnstig ist oder tags\u00fcber meine Photovoltaikanlage l\u00e4uft, und das Auto als Speicher nutzen, der den Strom sp\u00e4ter zur Verf\u00fcgung stellt oder sogar ins \u00f6ffentliche Netz einspeist.&quot; Vor allem der neue Nutzen f\u00fcr Kunden werde dazu f\u00fchren, dass sich die Antriebsart von selbst durchsetzt.<\/p>\n<p>Der Branchenkenner sieht eine weitere Eigendynamik: &quot;Jetzt lassen sich noch ein paar Entwicklungen in der Verbrennertechnologie beobachten, aber insgesamt geht das globale Volumen in dem Bereich zur\u00fcck. Das hei\u00dft, es wird auch immer weniger Zulieferer geben, die Investitionen in diesem Bereich t\u00e4tigen k\u00f6nnen.&quot; Am Ende werde somit auch eine Art Dominoeffekt die Transformation zur Elektromobilit\u00e4t beschleunigen.<\/p>\n<h2>Bei Strafen sieht Experte Spielraum<\/h2>\n<p>Bei Plug-in-Hybriden m\u00fcsste Bratzels Ansicht nach der tats\u00e4chliche elektrische Fahranteil bei der CO2-Bilanz ber\u00fccksichtigt und im Fall einer F\u00f6rderung zur Voraussetzung gemacht werden. Deren Realverbrauch sei etwa dreimal so hoch wie die Norm, wie die an die EU gemeldeten Verbrauchsdaten zeigten. Denn ein gro\u00dfer Teil der Hybride wird nicht regelm\u00e4\u00dfig geladen, sondern \u00fcberwiegend mit dem Verbrennungsmotor gefahren. <\/p>\n<p>Entgegenkommen k\u00f6nnte die Politik der Branche seiner Meinung nach bei den geplanten Strafzahlungen, wenn die Hersteller die CO2-Vorgaben mit ihrer verkauften Flotte nicht erreichen. Da die derzeitigen Belastungen der Autoindustrie &#8211; etwa durch die hinzugekommenen US-Z\u00f6lle &#8211; sehr hoch seien, w\u00e4re es in Bratzels Augen sinnvoll, die Strafen zu stunden oder reduzieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/auto\/So-dreckig-sind-Plug-in-Hybridfahrzeuge-wirklich-article26097874.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Mit-Stecker-und-Auspuff-Autos-mit-Plug-In-Hybrid-Motor-sind-nicht-so-umweltfreundlich-wie-viele-glauben\"\/>Studie zeigt versteckte KostenSo dreckig sind Plug-in-Hybridfahrzeuge wirklich<\/a><\/p>\n<p>Der Autoexperte warnt hingegen davor, die f\u00fcr das Jahr 2030 geplanten CO2-Vorgaben zu kassieren. Deren Versch\u00e4rfung ist schrittweise geplant. &quot;Eine Lockerung w\u00fcrde den Hochlauf der Elektromobilit\u00e4t deutlich verlangsamen.&quot; Die F\u00f6rderung mehr eigener Produktion in Europa h\u00e4lt Bratzel jedoch f\u00fcr sinnvoll. &quot;Falls BYD und Co. hier Fabriken bauen, werden sie dies in der T\u00fcrkei oder Ungarn tun. Das w\u00fcrde Deutschland kostenm\u00e4\u00dfig noch mehr unter Druck setzen.&quot;<\/p>\n<p>Die hiesige Wettbewerbsf\u00e4higkeit muss Bratzel zufolge deutlich zunehmen. &quot;Wir verlieren hier seit Jahren massiv, in den vergangenen Jahren hat deshalb schon eine schleichende Produktionsverlagerung stattgefunden. Das liegt an hohen Kosten durch L\u00f6hne, Abgaben und Energie sowie geringer Arbeitszeit und einem hohen Krankenstand.&quot; W\u00fcrden diese Probleme nicht gel\u00f6st, werde der Autostandort Deutschland weiter geschw\u00e4cht. &quot;Die Autoindustrie braucht aber einen innovativen Heimatmarkt, um erfolgreich zu sein.&quot;<\/p>\n<p>Anfang der 2030er Jahre wird nach Einsch\u00e4tzung der beiden Experten auch hierzulande die Mehrheit der neu zugelassenen Autos elektrisch fahren. Schwope: &quot;Sofern keine massiven \u00c4nderungen der Rahmenbedingungen erfolgen.&quot;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Gut gemeint, schlecht gemachtLockerung des Verbrenner-Aus w\u00fcrde f\u00fcr Autobauer teuer 06.12.2025, 09:02 Uhr Von Christina Lohner Ein Aus des Verbrenner-Aus ist auch finanziell zu kurz gedacht, warnen Autoexperten. 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