{"id":31015,"date":"2025-11-30T20:06:13","date_gmt":"2025-11-30T17:06:13","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/studie-zeigt-neue-alte-harte-trumps-migrations-rhetorik-ist-ein-jahrhundert-ruckfall\/"},"modified":"2025-11-30T20:06:13","modified_gmt":"2025-11-30T17:06:13","slug":"studie-zeigt-neue-alte-harte-trumps-migrations-rhetorik-ist-ein-jahrhundert-ruckfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/studie-zeigt-neue-alte-harte-trumps-migrations-rhetorik-ist-ein-jahrhundert-ruckfall\/","title":{"rendered":"Studie zeigt neue, alte H\u00e4rte: Trumps Migrations-Rhetorik ist ein Jahrhundert-R\u00fcckfall"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Studie zeigt neue, alte H\u00e4rteTrumps Migrations-Rhetorik ist ein Jahrhundert-R\u00fcckfall<\/h2>\n<p>30.11.2025, 16:56 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Lukas-Wessling-article24912589.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2389227\/1714492498\/Img_1_1\/36\/20240327-DSC-8255.webp\" alt=\"20240327-DSC-8255\"\/>Lukas Wessling<\/a><\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30082735\/1764334224\/Img_16_9\/1024\/President-Donald-Trump-delivers-remarks-at-a-Veterans-Day-ceremony-at-the-Memorial-Amphitheater-at-Arlington-National-Cemetery-Tuesday-November-11-2025-in-Arlington-Virginia.webp\" alt=\"President-Donald-Trump-delivers-remarks-at-a-Veterans-Day-ceremony-at-the-Memorial-Amphitheater-at-Arlington-National-Cemetery-Tuesday-November-11-2025-in-Arlington-Virginia\"\/><figcaption>Jahrzehntelang hatten US-Pr\u00e4sidenten eher wohlwollend \u00fcber Eingewanderte gesprochen. Nicht so Trump. (Foto: picture alliance \/ Photoshot)<\/figcaption><\/figure>\n<p>US-Pr\u00e4sident Trump erinnert an d\u00fcstere Zeiten. Zumindest, wenn er \u00fcber Einwanderer spricht. Eine Studie zeigt: Schon in seiner ersten Amtszeit klang Trump so, wie fast ein Jahrhundert lang kein Pr\u00e4sident mehr geklungen hatte.<\/p>\n<p>Er werde die Einwanderung &quot;aus allen L\u00e4ndern der Dritten Welt&quot; dauerhaft aussetzen. Das verk\u00fcndete US-Pr\u00e4sident Donald Trump am Donnerstag auf Truth Social. Er wolle alle Ausl\u00e4nder abschieben, die &quot;nicht mit der westlichen Zivilisation kompatibel sind&quot; und die Zahl &quot;illegaler und st\u00f6render&quot; Menschen senken. Zum Ende seines Beitrags w\u00fcnschte Trump ein fr\u00f6hliches Thanksgiving &#8211; &quot;nur nicht denen, die hassen, stehlen, morden und alles zerst\u00f6ren, wof\u00fcr Amerika steht&quot;. Er drohte: &quot;Ihr werdet nicht mehr lange hier sein!&quot;<\/p>\n<p>Damit setzt Trump fort, was er schon in seiner ersten Amtszeit begann. Da sprach er \u00fcber Eingewanderte, wie das US-Pr\u00e4sidenten knapp ein Jahrhundert lang nicht mehr getan hatten, wie eine Datenanalyse von Forschenden aus Stanford, Princeton und Cambridge von 2022 zeigt. Demnach war Trump der erste Pr\u00e4sident seit Franklin D. Roosevelt, der Einwanderung \u00f6fter als Problem darstellte, denn als Chance. Trumps Amtsantritt 2017 war also ein tiefer Einschnitt. <\/p>\n<p>Jahrzehntelang hatten US-Pr\u00e4sidenten \u00fcberwiegend positiv von Eingewanderten gesprochen, nicht so Trump: Er feierte den Bau von Grenzanlagen, sprach von einer &quot;Invasion&quot;, vom Chaos und der Kriminalit\u00e4t, die \u00fcber die Grenze k\u00e4men. Roosevelt sagte 1936, die US-amerikanische Zivilisation gr\u00fcnde sich auf einen &quot;st\u00e4ndigen Zustrom menschlicher Ressourcen, den die Alte Welt an unsere Str\u00e4nde sp\u00fclte&quot;. Der Republikaner Ronald Reagan betonte 1984 &quot;die W\u00fcrde und den Stolz&quot; lateinamerikanischer Zugewanderter. Trumps Vorg\u00e4nger Barack Obama nannte die USA immer wieder ein &quot;Land der Einwanderer&quot;. Ein Land, das von Einwanderern bereichert und gest\u00e4rkt werde. Das gut daran tue, sie willkommen zu hei\u00dfen. Trump brach mit dieser Linie.<\/p>\n<p>Trump l\u00e4utete 2017 rhetorisch eine &quot;milit\u00e4rische Operation&quot; gegen Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis ein, denen er Kriminalit\u00e4t und Gewalt zuschrieb. Damit griff er auf Vokabular zur\u00fcck, wie es zuletzt in den 1930er-Jahren Herbert Hoover gebraucht hatte. Der warnte damals vor migrantischer &quot;\u00dcberflutung&quot; und forderte h\u00e4rtere Abschiebegesetze. <\/p>\n<p>Dass Trumps Ton in dessen erster Amtszeit mit dem Hoovers auf einer Linie lag &#8211; das haben die Forschenden mithilfe einer umfangreichen Datensammlung sichtbar gemacht. Sie lie\u00dfen daf\u00fcr ein Team aus Fachleuten politische Aussagen einsch\u00e4tzen, in denen es um Einwanderung ging: War eine \u00c4u\u00dferung relevant? Wenn ja, war sie eher positiv, neutral oder eher negativ? Mit den Tausenden so gewonnenen Einsch\u00e4tzungen trainierten die Forschenden ein Sprachmodell, das in der Folge half, Wortbeitr\u00e4ge aus den Jahren 1880 bis 2021 zu untersuchen: Rund 200.000 Reden im Kongress und 5000 pr\u00e4sidentielle Aussagen wurden so als relevant erkannt und auf ihren Tonfall hin kategorisiert. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Nach-Angriff-Trump-verschaerft-Kurs-gegen-Migranten-id30080779.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Trump Washington\"\/>Trauer um Nationalgardistin Nach Angriff: Trump versch\u00e4rft Kurs gegen Migranten<\/a><\/p>\n<p>In seiner zweiten Amtszeit geht Trump dar\u00fcber weit hinaus. Schon im Wahlkampf 2024 sagte er, Migranten seien keine Menschen, sondern Tiere &#8211; als &quot;b\u00f6sartige Schlangen&quot; bezeichnete Trump sie. Seine Regierung \u00fcbersetzt diese Worte in Taten: Sie verspricht Massenabschiebungen und investiert daf\u00fcr 45 Milliarden Dollar in den Bau neuer Haftanstalten f\u00fcr Eingewanderte. Die Razzien der Einwanderungsbeh\u00f6rde ICE sorgen f\u00fcr Angst und Schrecken, l\u00f6sen Proteste und Widerspruch der Demokraten aus. https:\/\/www.themarshallproject.org\/2024\/10\/21\/fact-check-12000-trump-statements-immigrants#snake<\/p>\n<p>Dabei waren die USA schon immer ein Land der Einwanderer &#8211; nur woher die Menschen einreisten, \u00e4nderte sich \u00fcber die Zeit. Bis 1890 kamen 14,3 Millionen, vorwiegend aus Mittel und Westeuropa:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>ein Drittel aus Deutschland<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>je ein F\u00fcnftel aus Irland und Gro\u00dfbritannien<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bis 1919 folgte die zweite Welle: 18,2 Millionen Menschen, vor allem aus S\u00fcd- und Osteuropa:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p> je rund ein F\u00fcnftel aus Italien und \u00d6sterreich-Ungarn<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>ein Sechstel aus Russland und Polen<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um 1890 und 1910 war deshalb jeder siebte US-Einwohner im Ausland geboren. Danach wuchs die Bev\u00f6lkerung, der Anteil der Zuwanderer sank wieder: 1970 war es nur noch jeder Zwanzigste au\u00dferhalb der USA geboren. Erst ein neues Einwanderungsgesetz stoppte diese Entwicklung. <\/p>\n<p>Die Neuregelung von 1968 stellte das System auf den Kopf. Es beurteilte potenzielle Einwanderer nicht mehr nach deren Herkunftsland, sondern nach ihren famili\u00e4ren Beziehungen in die USA und ihrem Nutzen f\u00fcr den US-Arbeitsmarkt. Obwohl die Gesetzgeber keine radikalen Ver\u00e4nderungen erwarteten, f\u00fchrte die Reform zu einer dramatischen Verschiebung: Immer mehr Menschen aus Asien, der Karibik und Lateinamerika immigrierten.<\/p>\n<p>Die dritte Einwanderungswelle hatte begonnen. 72 Millionen Menschen kamen in den vergangenen 60 Jahren in die USA: <\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>je ein Viertel aus Mexiko, aus dem Rest Lateinamerikas und aus Asien<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>nur noch ein Achtel aus Europa<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Studie der Forschenden aus Stanford, Princeton und Cambridge zeigt: Im vergangenen Jahrhundert \u00e4nderte sich nicht nur, woher Menschen in die USA einwanderten. Auch wie im Kongress \u00fcber sie geredet wurde, hat sich seitdem gewandelt. Zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Neuregelung der Einwanderung von 1968 wurde die Rhetorik wohlwollender. Beide Parteien betonten die positiven Seiten von Migration.<\/p>\n<p>Seit den sp\u00e4ten 1970ern drifteten Demokraten und Republikaner immer weiter auseinander. Sprachen Demokraten wie Republikaner um das Jahr 1900 herum \u00e4hnlich oft \u00fcber Verbrechen, die Eingewanderte begingen, teilen sich beide Partien heute die Themenpalette klar auf: Die Republikaner nutzen in Migrationsdebatten viel \u00f6fter Begriffe wie Bedrohung, Legalit\u00e4t oder Kriminalit\u00e4t. Die Demokraten sprechen lieber \u00fcber wirtschaftlichen Nutzen, die Familien der Eingewanderten oder deren Benachteiligung. <\/p>\n<p>Die Republikaner klingen der Studie zufolge aktuell so abweisend wie das US-Parlament vor einem Jahrhundert, als strenge Einwanderungsquoten galten. In den 1920er Jahren mussten vor allem Menschen aus China als Feindbilder herhalten. Heute sind es Menschen aus Mexiko. Eine &quot;verbl\u00fcffende \u00c4hnlichkeit&quot; erkennen die Forschenden darin, wie \u00fcber beide Gruppen gesprochen wird und wurde. Ging es im US-Kongress fr\u00fcher um Menschen aus China und heute um Menschen aus Mexiko, werden und wurden die Zuwanderer zu &quot;bedrohlichen Au\u00dfenseitern&quot; zu Tieren oder zu &quot;billigen Arbeitskr\u00e4ften&quot;. <\/p>\n<p>Bei aller Best\u00e4ndigkeit: Fr\u00fche Bef\u00fcrworter (1880-1934) priesen Zuwanderer prim\u00e4r wegen ihres &quot;Flei\u00dfes&quot; und ihres &quot;Nutzens f\u00fcr das Land&quot;. In der \u00dcbergangsphase nach dem Holocaust r\u00fcckten verst\u00e4rkt &quot;humanit\u00e4re Belange&quot; in den Vordergrund. Heute feiern Bef\u00fcrworter mit &quot;Stolz&quot; das Erbe und die Beitr\u00e4ge von einst verunglimpften Gemeinschaften wie den Iren oder Italienern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Reporterin-korrigiert-Trump-Praesident-poebelt-los-id30082334.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"U-S-President-Donald-Trump-speaks-with-members-of-the-media-following-a-call-with-military-service-members-on-Thanksgiving-in-Palm-Beach-Florida-U-S-November-27-2025\"\/>&quot;Sind Sie dumm?&quot; Reporterin korrigiert Trump &#8211; Pr\u00e4sident p\u00f6belt los<\/a><\/p>\n<p>Fr\u00fche Einwanderungsgegner (1880-1934) konzentrierten sich auf die &quot;Bedrohung&quot; und &quot;Gefahr&quot;, die &quot;unerw\u00fcnschte&quot; Eindringlinge darstellten. Sie sprachen von deren &quot;Verst\u00f6\u00dfen&quot; und der Notwendigkeit des &quot;Ausschlusses&quot;. Seit der zunehmenden Polarisierung ab den sp\u00e4ten 1970er Jahren hat sich der Fokus verschoben: &quot;Legalit\u00e4t&quot; und &quot;Kriminalit\u00e4t&quot; dominieren. Eingewanderte werden verst\u00e4rkt als &quot;Illegale&quot;, &quot;Kriminelle&quot; oder &quot;Terroristen&quot; bezeichnet. <\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren hatte Trump daran gro\u00dfen Anteil. Am Tag seines zweiten Amtsantritts im Januar unterzeichnete er eine Flut an Verordnungen. Eine davon trug den Titel &quot;Schutz des amerikanischen Volkes vor Invasion&quot;. Im ersten Satz wirft er der Vorg\u00e4ngerregierung vor, eine &quot;beispiellose Flut illegaler Einwanderer in die Vereinigten Staaten eingeladen&quot; zu haben. Damit sei nun Schluss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Studie zeigt neue, alte H\u00e4rteTrumps Migrations-Rhetorik ist ein Jahrhundert-R\u00fcckfall 30.11.2025, 16:56 Uhr Lukas Wessling Jahrzehntelang hatten US-Pr\u00e4sidenten eher wohlwollend \u00fcber Eingewanderte gesprochen. Nicht so Trump. 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