{"id":30939,"date":"2025-11-17T20:56:26","date_gmt":"2025-11-17T17:56:26","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-in-einer-kompanie-mit-150-ukrainern-sind-noch-13-kampfbereit\/"},"modified":"2025-11-17T20:56:26","modified_gmt":"2025-11-17T17:56:26","slug":"reisners-blick-auf-die-front-in-einer-kompanie-mit-150-ukrainern-sind-noch-13-kampfbereit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/reisners-blick-auf-die-front-in-einer-kompanie-mit-150-ukrainern-sind-noch-13-kampfbereit\/","title":{"rendered":"Reisners Blick auf die Front: &#8220;In einer Kompanie mit 150 Ukrainern sind noch 13 kampfbereit&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Reisners Blick auf die Front&quot;In einer Kompanie mit 150 Ukrainern sind noch 13 kampfbereit&quot;<\/h2>\n<p>17.11.2025, 17:03 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Lea-Verstl-article23006163.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/2852517\/1639738243\/Img_1_1\/36\/verstl.webp\" alt=\"verstl\"\/>Lea Verstl<\/a><\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30032240\/1763398924\/Img_16_9\/1024\/In-this-photo-provided-by-Ukraine-s-65th-Mechanized-Brigade-press-service-a-Colombian-volunteer-soldier-checks-his-assault-rifle-at-an-undisclosed-location-in-Zaporizhzhia-region-the-site-of-the-heavy-battles-with-Russian-troops-in-Ukraine-Saturday-Nov-15-2025.webp\" alt=\"In-this-photo-provided-by-Ukraine-s-65th-Mechanized-Brigade-press-service-a-Colombian-volunteer-soldier-checks-his-assault-rifle-at-an-undisclosed-location-in-Zaporizhzhia-region-the-site-of-the-heavy-battles-with-Russian-troops-in-Ukraine-Saturday-Nov-15-2025\"\/><figcaption>In Saporischschja k\u00e4mpfen ukrainische Soldaten &#8211; hier ein kolumbianischer Freiwilliger &#8211; gegen die Einnahme des wichtigen Logistikknotenpunkts Huljajpole. (Foto: AP)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Moskaus Truppen starten ihre Winteroffensive mit Attacken in Saporischschja. Eine spezielle Angriffstaktik und das neblige Wetter w\u00fcrden den Russen zu Vorst\u00f6\u00dfen verhelfen, sagt Oberst Reisner. Die Ukraine stehe massiv unter Druck &#8211; auch aufgrund der Energiekrise.<\/p>\n<p>ntv.de: Mehr als 36.000 Haushalte in der Region Odessa sind nach einem russischen Angriff ohne Strom. Bombt Moskau die Ukraine endg\u00fcltig in eine Energiekrise?<\/p>\n<p>Markus Reisner: Ja. Russland hat mit einer neuerlichen strategischen Luftkampagne gegen die Ukraine begonnen. Im Oktober sind durch die Luftangriffe circa 60 Prozent der Gasversorgung ausgefallen. Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte davon konnte wieder repariert werden. Hinzu kamen die Angriffe auf die W\u00e4rmekraftwerke und die Umspannwerke. T\u00e4glich wird der Strom f\u00fcr 12 bis 16 Stunden abgeschaltet. In einigen Regionen gibt es bereits Blackouts. Die Energiekrise k\u00f6nnte in diesem Winter also besonders hart werden.<\/p>\n<p>Die Ukrainer versuchen, die Energieinfrastruktur nach Attacken in Rekordzeit immer wieder aufzubauen. Welche M\u00f6glichkeiten gibt es, um die Infrastruktur vor den Angriffen zu sch\u00fctzen?<\/p>\n<p>Es gibt einige M\u00f6glichkeiten. Das ist besonders interessant im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal, der sich in den obersten Reihen der ukrainischen Regierung abspielt. Bei dem Skandal geht es um veruntreute Gelder, die h\u00e4tten verwendet werden sollen, um die kritische Infrastruktur zu sch\u00fctzen, zum Beispiel durch die bauliche Verst\u00e4rkung von Transformatoren durch Betonh\u00fcllen. Ein weiteres Problem: Die ortsfesten Anlagen sind vor Angriffen leicht aufkl\u00e4rbar, weil sie ortsfest sind. Die Zerst\u00f6rung kann also ausschlie\u00dflich durch massiven Schutz verhindert werden. Es gibt einige Bilder, die zeigen, wie Betonummantelungen um die Anlagen gebaut und zus\u00e4tzliche Netze gegen Drohnen gespannt wurden. Aber die Russen haben mittlerweile eine enorme Intensit\u00e4t in der Luftkriegsf\u00fchrung erreicht.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"WhatsApp Image 2025-11-17 at 10.26.06\"\/><figcaption>So sieht eine durch Betonw\u00e4nde und Netze gesch\u00fctzte Energieanlage aus. (Foto: Telegram)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie zeigt sich das?<\/p>\n<p>Nach Angaben des ukrainischen Nachrichten- und Geheimdienstes wurden allein dieses Jahr in Russland mehr als 80.000 Drohnen produziert. Au\u00dferdem wurden in diesem Jahr bereits 1500 ballistische Raketen und Tausende Marschflugk\u00f6rper eingesetzt. Und die Russen setzen oft mehrere Marschflugk\u00f6rper oder Raketen auf ein Ziel gleichzeitig an. Das hei\u00dft: Wenn bei einem Angriff von, sagen wir mal, 10 bis 12 Raketen insgesamt 8 bis 10 durch die ukrainische Luftabwehr abgeschossen werden, bleiben welche \u00fcbrig. Die zwei Treffer zerst\u00f6ren dann die Anlagen, wenn diese nicht entsprechend gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p>Kann man bereits von dem Beginn der russischen Winteroffensive sprechen?<\/p>\n<p>Auf jeden Fall. Die russische Sommeroffensive hat etwas l\u00e4nger angedauert, da die Schlammzeit Rasputiza sp\u00e4t begonnen hat. Die Russen haben sich reorganisiert f\u00fcr ihre Winteroffensive. Das Schwergewicht liegt zurzeit im Raum Saporischschja, und zwar s\u00fcdlich von Pokrowsk in Richtung Westen. Die Russen greifen bei Huljajpole einen wichtigen Logistikknotenpunkt an. Das sind jene Schlachtfelder, auf denen die Ukraine 2023 versucht hat, vorzusto\u00dfen. <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Markus-Reisner-ist-Historiker-und-Rechtswissenschaftler-Oberst-des-Generalstabs-im-Oesterreichischen-Bundesheer-und-Leiter-des-Institutes-fuer-Offiziersgrundausbildung-an-der-Theresianischen-Militaerakademie-Wissenschaftlich-arbeitet-er-u-a-zum-Einsatz-von-Drohnen-in-der-modernen-Kriegsfuehrung-Jeden-Montag-bewertet-er-fuer-ntv-de-die-Lage-an-der-Ukraine-Front\"\/><figcaption>Markus Reisner ist Historiker und Rechtswissenschaftler, Oberst des Generalstabs im \u00d6sterreichischen Bundesheer und Leiter des Institutes f\u00fcr Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Milit\u00e4rakademie. Wissenschaftlich arbeitet er u.a. zum Einsatz von Drohnen in der modernen Kriegsf\u00fchrung. Jeden Montag bewertet er f\u00fcr ntv.de die Lage an der Ukraine-Front. (Foto: privat)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nun sto\u00dfen dort aber die Russen vor?<\/p>\n<p>Man kann die Front unterteilen in den Nord-, Mittel- und S\u00fcdabschnitt. Im S\u00fcdabschnitt sind noch Verteidigungsanlagen aus dem Jahr 2023 vorhanden. Damals hatten sich die Russen eingegraben, die Ukrainer wollten vormarschieren. Mittlerweile sto\u00dfen aber die Russen wieder in diese Gebiete vor. S\u00fcdlich von Pokrowsk sind sie auf einer Breite von circa 30 bis 35 Kilometern bis zu 10 Kilometer vorgesto\u00dfen und haben einige Ortschaften eingenommen. Der Logistikknotenpunkt Huljajpole im S\u00fcdabschnitt in Saporischschja ist in Gefahr, eingenommen zu werden. \u00c4hnliches sehen wir auch bei Orichiw. Das ist eine Stadt westlich von Mala Tokmachka, einem Ort, in welchem bereits russische Truppen pr\u00e4sent sind. <\/p>\n<p>Warum haben die Russen momentan mehrere Erfolge?<\/p>\n<p>Zwei Umst\u00e4nde beg\u00fcnstigen sie. Das Erste ist die Art und Weise, wie die Russen angreifen, mit kleinen Sto\u00df- und Sturmtrupps. Das Zweite sind die Wetterbedingungen. Wir haben jetzt im Herbst viel Nebel, der den ukrainischen Drohnenoperatoren die Sicht nimmt. Das nutzt Russland aus, indem es mit kleinen Trupps von Soldaten angreift, um einen Br\u00fcckenkopf oder eine Eintrittsstelle in die Verteidigungsstellungen zu bilden. Anschlie\u00dfend schiebt die russische Seite schweres Ger\u00e4t nach. Moskaus Truppen nutzt zudem die Bindung ukrainischer Kr\u00e4fte im Raum Pokrowsk, um an anderer Stelle einen Erfolg zu erzielen.<\/p>\n<p>Auch die Ukrainer wollen die Russen durch die K\u00e4mpfe rund um Pokrowsk binden &#8211; um ihre Verteidigungslinien auszubauen. F\u00fcr welche Kriegspartei hat die Bindung der feindlichen Truppen bei Pokrowsk mehr Vorteile?<\/p>\n<p>Die Ukrainer haben einen Nachteil, weil es keine ausgewogene Kr\u00e4fteverteilung auf beiden Seiten gibt. Auf einen ukrainischen Soldaten kommen in Schwergewichtsr\u00e4umen wie in Pokrowsk bis zu zehn russische Soldaten. Damit sie handlungsf\u00e4hig bleiben, brauchen die Ukrainer Reservetruppen. Auf der taktischen Ebene, um sie unmittelbar einzusetzen, also direkt an der Front. Auf der operativen Ebene, um sie \u00fcber mehrere Kilometer heranzuf\u00fchren. Und drittens auf der strategischen Ebene, also Kr\u00e4fte, die sie im Hinterland halten und dann in Schwergewichtsr\u00e4umen einsetzen.<\/p>\n<p>Und den Ukrainern fehlt das Personal f\u00fcr all diese Reserven?<\/p>\n<p>Wir haben das in Pokrowsk gesehen. Russland hat versucht, in die Verteidigungsstellungen n\u00f6rdlich der Stadt einzubrechen. Der Versuch wurde gestoppt. Aber daf\u00fcr musste die Ukraine strategische Reserven einsetzen, das sogenannte Erste Asow Korps, das bis heute gebunden ist. Die Ukraine tut sich also schwer, Kr\u00e4fte aufzustellen, um den Russen etwas entgegenzusetzen. Die Stadt Pokrowsk k\u00f6nnte nur durch einen massiven Gegenangriff befreit werden. Daf\u00fcr fehlen aber die Kr\u00e4fte. Die Ukraine versucht, zumindest den Kessel nahe der Stadt so weit und so lange wie m\u00f6glich offen zu halten, damit die ukrainischen Soldaten sich weiter absetzen k\u00f6nnen. Aber Russland hat mehr Truppen und kann diese an anderer Stelle wieder einsetzen, wie zum Beispiel bei Saporischschja, Kupjansk oder Sewersk.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Sharma-Vielleicht-gefaehrlichste-Schwaeche-der-Ukraine-id30030055.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"SharmaFahnenflucht\"\/>Von Rekord-Fahnenflucht verst\u00e4rkt Sharma: &quot;Vielleicht gef\u00e4hrlichste Schw\u00e4che der Ukraine&quot;<\/a><\/p>\n<p>Wie viele Soldaten hat Moskau?<\/p>\n<p>Die Russen haben einen Zulauf circa 30.000 bis 35.000 neuen Soldaten pro Monat, w\u00e4hrend die Ukraine von circa 17.000 eigenen zulaufenden Soldaten spricht. Aber man sieht auf allen Ebenen den eklatanten Mangel an ukrainischen Soldaten. Ich habe letzte Woche mit einem Kameraden telefoniert, der einem Verband angeh\u00f6rt, der vor Kurzem im Einsatz war. Er hat erz\u00e4hlt, wie ausged\u00fcnnt seine Kompanie ist. In seiner Kompanie mit 150 Ukrainern sind nur noch 13 kampfbereit.<\/p>\n<p>Umso wichtiger, dass sich die verbliebenen Ukrainer aus Pokrowsk zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen, oder?<\/p>\n<p>Vor knapp zehn Tagen ist Pokrowsk faktisch gefallen. Am n\u00f6rdlichen Rand der Stadt gibt es einige Plattenbauten, wo noch teilweise ein kleines Gebiet von ukrainischen Soldaten gehalten wird. Aber Sie m\u00fcssen sich das vorstellen wie eine Senftube. Wenn Sie die ausdr\u00fccken, dann ist ganz zum Schluss noch ein kleiner Rest drinnen, den Sie kaum herausbekommen. Aber die Tube ist im Prinzip leer und das hei\u00dft f\u00fcr Pokrowsk die Stadt ist in russischer Hand. Die Ukrainer bleiben dort, um den Raum n\u00f6rdlich und nord\u00f6stlich von Pokrowsk zu verteidigen. Sie halten daf\u00fcr einen kleinen Korridor zum Kessel ostw\u00e4rts der Stadt offen. Die Ukrainer wollen alle ihre Soldaten aus dem Kessel herausbekommen. Das ist vor allem die 38. Marinebrigade. <\/p>\n<p>Es gibt neben Porkowsk f\u00fcnf weitere Kessel, in denen K\u00e4mpfe toben. Wie sieht es dort aus?<\/p>\n<p>Wir sehen von Norden beginnend Schwerpunkte bei Kupjansk, Lyman, Siwersk, Kostjantyniwka, Pokrowsk und Nowopawliwka. Dort spitzt sich die Situation zu. Unter dem Schutz des Nebels sind die Russen in die Stadt Nowopawliwka vorgesto\u00dfen. \u00c4hnliches versuchten sie bei Kostjantyniwka und Siwersk. Der Druck auf die Ukraine nimmt also massiv zu.<\/p>\n<p>Mit Markus Reisner sprach Lea Verstl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Reisners Blick auf die Front&quot;In einer Kompanie mit 150 Ukrainern sind noch 13 kampfbereit&quot; 17.11.2025, 17:03 Uhr Lea Verstl In Saporischschja k\u00e4mpfen ukrainische Soldaten &#8211; hier ein kolumbianischer Freiwilliger<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-30939","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30939","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30939"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30939\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30939"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30939"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30939"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}