{"id":30925,"date":"2025-11-15T11:46:36","date_gmt":"2025-11-15T08:46:36","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/frontex-vizechef-im-interview-ohne-frontex-vor-ort-wird-es-ja-nicht-besser\/"},"modified":"2025-11-15T11:46:36","modified_gmt":"2025-11-15T08:46:36","slug":"frontex-vizechef-im-interview-ohne-frontex-vor-ort-wird-es-ja-nicht-besser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/frontex-vizechef-im-interview-ohne-frontex-vor-ort-wird-es-ja-nicht-besser\/","title":{"rendered":"Frontex-Vizechef im Interview: &#8220;Ohne Frontex vor Ort wird es ja nicht besser&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Frontex-Vizechef im Interview&quot;Ohne Frontex vor Ort wird es ja nicht besser&quot;<\/h2>\n<p>15.11.2025, 09:21 Uhr <\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30024111\/1763139804\/Img_16_9\/1024\/HANDOUT-Ein-Schnellboot-aufgenommen-in-der-Naehe-der-balearischen-Inseln-von-einem-Ueberwachungsflug-der-EU-Grenzschutzbehoerde-Frontex.webp\" alt=\"HANDOUT-Ein-Schnellboot-aufgenommen-in-der-Naehe-der-balearischen-Inseln-von-einem-Ueberwachungsflug-der-EU-Grenzschutzbehoerde-Frontex\"\/><figcaption>Ein Schnellboot in der N\u00e4he der balearischen Inseln, aufgenommen von einem Frontex-\u00dcberwachungsflug. Die Luft\u00fcberwachung der Au\u00dfengrenzen geh\u00f6rt auch zu den Aufgaben der europ\u00e4ischen Agentur. (Foto: picture alliance\/dpa)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Europ\u00e4ische Grenzschutzagentur Frontex soll in den n\u00e4chsten Jahren stark ausgebaut werden. Ihr Vizechef Lars Gerdes spricht im Interview mit ntv.de \u00fcber R\u00fcckf\u00fchrungen, Waffenschmuggel und Pushbacks.<\/p>\n<p>Die Kontrollen an den deutschen Grenzen &quot;sind effektiv und haben dazu beigetragen, dass weniger Migranten nach Deutschland gekommen sind&quot;, sagt Frontex-Vizechef Lars Gerdes. Seine Agentur unterst\u00fctzt die Staaten an der Au\u00dfengrenze der Europ\u00e4ischen Union. Den Zaun an der Grenze zu Belarus sch\u00fctzt Polen trotzdem lieber allein.<\/p>\n<p>ntv.de: Frontex soll bis 2027 auf 10.000 Einsatzkr\u00e4fte anwachsen, perspektivisch sogar auf 30.000. Wie viele Grenzbeamte hat das sogenannte Standing Corps?<\/p>\n<p>Lars Gerdes: Stand heute haben wir etwas \u00fcber 3500 Kr\u00e4fte im Einsatz, rund um die Uhr. Dazu kommen etwa 1000 Besch\u00e4ftigte im Hauptquartier in Warschau. Die g\u00fcltige EU-Verordnung von 2019 legt einen Aufbau auf 10.000 fest. Allerdings sind ein Teil dieser 10.000 Grenzbeamten sogenannte Kurzzeitverwender. Voraussichtlich werden wir dann 7000 Grenzbeamte st\u00e4ndig im Einsatz haben.<\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Gerdes Frontex\"\/><figcaption>Lars Gerdes ist seit 2022 stellvertretender Exekutivdirektor bei Frontex und damit einer von drei Vizechefs der Europ\u00e4ischen Agentur f\u00fcr die Grenz- und K\u00fcstenwache. Zuvor war er unter anderem Leiter der Mission der Bundespolizei in Afghanistan. (Foto: Frontex)<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der EU sind die Nationalstaaten f\u00fcr den Schutz der Au\u00dfengrenzen zust\u00e4ndig. Was ist die Aufgabe von Frontex? Aushelfen, wo ein EU-Staat Unterst\u00fctzung braucht?<\/p>\n<p>Ja, wo Mitgliedstaaten die Unterst\u00fctzung anfordern, weil wir ben\u00f6tigt werden, und wo wir im Rahmen unserer eigenen Analysen festgestellt haben, dass das notwendig ist. Verantwortlich f\u00fcr unseren Einsatz ist immer der &quot;Host State&quot;, also der Einsatzstaat, bei dem auch die Leitung des jeweiligen Einsatzes liegt. Das kann man sich ungef\u00e4hr so vorstellen wie das Verh\u00e4ltnis von Bereitschaftspolizei und einsatzf\u00fchrender Polizeibeh\u00f6rde, nur dass wir noch st\u00e4rker in die Strukturen des Host State integriert sind.<\/p>\n<p>Polen beklagt sich immer wieder \u00fcber mangelhafte Unterst\u00fctzung beim Grenzschutz, hat Frontex aber noch nie um Hilfe gebeten &#8211; obwohl die Agentur ihren Sitz in Warschau hat.<\/p>\n<p>Das stimmt so nicht, wir unterst\u00fctzen Polen an einigen Grenz\u00fcbergangsstellen an der Ostgrenze und haben eine gemeinsame Operation mit Polen und anderen Anrainerstaaten in der Ostsee. Allerdings sind wir nicht, und das meinen Sie wahrscheinlich, an der gr\u00fcnen Grenze zu Belarus im Einsatz.<\/p>\n<p>Warum nicht?<\/p>\n<p>F\u00fcr Polen ist das eher eine milit\u00e4rische als eine polizeiliche Situation. Wir sind aber eine grenzpolizeiliche Organisation, keine milit\u00e4rische. Polen zieht es deshalb vor, in diesem Einsatz eigene Kr\u00e4fte aus Polizei und Milit\u00e4r zu nutzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Die-DDR-hat-es-Putin-vorgemacht-Migration-kann-eine-Waffe-sein-article25926547.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"537016442\"\/>&quot;Nach wie vor gro\u00dfes Problem&quot; Die DDR hat es Putin vorgemacht: Migration kann eine Waffe sein<\/a><\/p>\n<p>Ist das aus Ihrer Sicht richtig so?<\/p>\n<p>Es ist nicht meine Aufgabe, Eins\u00e4tze von Nationalstaaten zu kommentieren.<\/p>\n<p>Polen setzt auf einen Zaun, um die Grenze zu Belarus dichtzumachen. Funktioniert das?<\/p>\n<p>Die kurze Antwort w\u00e4re: Ja, aber. Nat\u00fcrlich funktioniert das, denn so k\u00f6nnen Str\u00f6me von Menschen koordiniert und geleitet werden. Aber ein Zaun allein bringt gar nichts. Sperren m\u00fcssen immer auch \u00fcberwacht werden &#8211; durch Kameras, Infrarottechnik und Einsatzkr\u00e4fte. Der Zaun verl\u00e4ngert die Reaktionszeit, die Einsatzkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung haben, um an einen Ort zu kommen. Im Zusammenspiel ist das sehr effektiv.<\/p>\n<p>In Deutschland geht die Zahl der Asylantr\u00e4ge zur\u00fcck. Liegt das auch an den Grenzkontrollen an den deutschen Grenzen oder sind die vor allem Show?<\/p>\n<p>Show sind diese Kontrollen ganz sicher nicht. Die Kontrollen sind effektiv und haben dazu beigetragen, dass weniger Migranten nach Deutschland gekommen sind. Aber unser Ziel ist, die Au\u00dfengrenzen so zu st\u00e4rken, dass Kontrollen an den Binnengrenzen nicht mehr notwendig sind.<\/p>\n<p>Welche Fluchtrouten machen Ihnen derzeit am meisten Sorgen?<\/p>\n<p>Man kann die unterschiedlichen Fluchtrouten und Grenzen nicht vergleichen. Im zentralen Mittelmeer macht uns besondere Sorge, dass dort viele Menschen ertrinken. Es ist eine sehr lange \u00dcberfahrt und die Boote sind meist seeunt\u00fcchtig. In den allermeisten F\u00e4llen werden die Migranten dort von den Schleusern misshandelt. In den Interviews, die wir nach der Einreise mit den Migranten auf freiwilliger Basis machen, h\u00f6ren wir schreckliche Geschichten. In vielen F\u00e4llen werden die Menschen auf engstem Raum eingepfercht, Menschen werden beraubt, missbraucht, vergewaltigt. Es gibt F\u00e4lle, wo Schleuser die Familien der Migranten erpressen.<\/p>\n<p>An der osteurop\u00e4ischen Grenze ist die Situation eine ganz andere. Dort sorgen wir uns um illegalen Schmuggel einschlie\u00dflich m\u00f6glichen Waffenhandels aus der Ukraine.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Zumindest-ein-Kreuz-braucht-jeder-Tote-article26130598.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Grabssta-ttenareal-Migranten-2-A-Affaticati\"\/>Migrantenfriedhof auf Lampedusa &quot;Zumindest ein Kreuz braucht jeder Tote&quot;<\/a><\/p>\n<p>Waffenhandel aus der Ukraine heraus?<\/p>\n<p>Das bezieht sich auf die Zeit, wenn die Kampfhandlungen vorbei sind. In der Ukraine gibt es eine gro\u00dfe Menge an Kriegswaffen und Munition. Wir gehen davon aus, dass ein Teil davon sehr schnell in kriminelle Kan\u00e4le ger\u00e4t und geschmuggelt wird, wenn diese Waffen nicht mehr ben\u00f6tigt werden &#8211; an Kriminelle oder im schlimmsten Fall an Terroristen in EU-Staaten. Nach den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien haben wir entsprechende Erfahrungen gemacht, nur sprechen wir jetzt von einer ganz anderen Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t. Darauf sind wir vorbereitet. Bereits jetzt bilden wir die Kollegen von Frontex, der Mitgliedstaaten und sogar in der Ukraine gezielt aus.<\/p>\n<p>Gibt es einen solchen Waffenschmuggel denn schon?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sind wir davon ausgegangen, dass eine solche Gefahr unmittelbar droht. Da lagen wir falsch. Im Vergleich zur Vorkriegszeit hat es keinen signifikanten Anstieg an Waffenschmuggel aus der Ukraine gegeben. Aber wir gehen davon aus, dass sich das schnell \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p>Sie haben die vielen Todesf\u00e4lle im Mittelmeer angesprochen. Seit Jahren gibt es keine staatlich organisierten Seenotrettungsmissionen mehr, privaten Seenotrettern wird die Hilfe von Italien erschwert.<\/p>\n<p>Das Mittelmeer hat eine unglaublich gro\u00dfe Ausdehnung. Egal, wie viele Schiffe wir dorthin schicken, eine sichere \u00dcberfahrt werden wir niemals gew\u00e4hrleisten k\u00f6nnen. Deshalb m\u00fcssen wir aufpassen, keine falschen Hoffnungen zu erzeugen. Es w\u00fcrde weiterhin viele Tote geben, auch mit einer verst\u00e4rkten Seenotrettung. Wir w\u00fcrden eher Anreize schaffen und W\u00fcnsche erzeugen f\u00fcr eine sichere \u00dcberfahrt, die es nicht gibt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Bruessel-Deutschland-muss-keine-zusaetzlichen-Migranten-aus-anderen-EU-Staaten-aufnehmen-id30009344.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Sicherheitskraefte-hinten-laufen-auf-dem-Gelaende-des-Fluechtlingsheim-der-ehemaligen-Siegerland-Kaserne-am-29-09-2014-in-Burbach-Nordrhein-Westfalen-waehrend-Waesche-zum-Trocknen-ueber-einem-Zaun-haengt-In-einem-Fluechtlingsheim-in-Burbach-im-Kreis-Siegen-Wittgenstein-soll-es-zu-gewalttaetigen-Uebergriffen-durch-private-Sicherheitskraefte-auf-Asylbewerber-gekommen-sein-In-Burbach-wird-die-ehemalige-Siegerland-Kaserne-als-Notunterkunft-fuer-Asylsuchende-und-Fluechtlinge-genutzt\"\/>Bis mindestens Ende 2026 Br\u00fcssel: Deutschland muss keine zus\u00e4tzlichen Migranten aus anderen EU-Staaten aufnehmen <\/a><\/p>\n<p>Im kommenden Jahr tritt GEAS in Kraft, das Gemeinsame Europ\u00e4ische Asylsystem, das unter anderem Asylverfahren an den Au\u00dfengrenzen vorsieht. Daf\u00fcr soll es auch geschlossene Einrichtungen geben, die die Asylbewerber nicht verlassen d\u00fcrfen. Werden die nicht trotzdem weiterhin versuchen, direkt in L\u00e4nder wie Deutschland zu kommen?<\/p>\n<p>Ich denke schon, dass die Grenzverfahren funktionieren werden. Im europ\u00e4ischen Migrationspaket ist das ja auch so vorgesehen: Wenn das Risiko besteht, dass eine Person im Grenzverfahren in ein anderes Land weitergeht, dann kann sie daran gehindert werden. Wenn festgestellt wird, dass die Person schutzbed\u00fcrftig ist, dann darf sie einreisen; eine nicht schutzbed\u00fcrftige Person muss r\u00fcckgef\u00fchrt werden. In diesen F\u00e4llen wird die R\u00fcckf\u00fchrung h\u00e4ufig durch Frontex erfolgen. Der Vorteil der Verfahren an den Au\u00dfengrenzen w\u00e4re, dass wir die r\u00fcckzuf\u00fchrenden Personen dann auch vorfinden, weil sie sich vor Ort befinden.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung will die Zahlen der R\u00fcckf\u00fchrungen erh\u00f6hen. Der Migrationsrechtler Daniel Thym sagt, mehr als 7000 Abschiebungen nach Syrien seien im n\u00e4chsten Jahr nicht realistisch. Ist das so?<\/p>\n<p>Europaweit haben wir in diesem Jahr mehr als 50.000 R\u00fcckf\u00fchrungen durchgef\u00fchrt, allein aus Deutschland waren es 25.000, davon 16.000 mit unserer Unterst\u00fctzung. Die Zahl der R\u00fcckf\u00fchrungen h\u00e4ngt ganz entscheidend davon ab, dass eine rechtsverbindliche R\u00fcckf\u00fchrungsentscheidung vorliegt. Hier stehen mit Blick auf Syrien noch politische Entscheidungen an, sodass ich sagen w\u00fcrde, f\u00fcr eine solche Berechnung ist es derzeit zu fr\u00fch.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr gab es neue Vorw\u00fcrfe gegen Frontex, bei illegalen Pushbacks der griechischen K\u00fcstenwache anwesend gewesen zu sein. Hat Frontex daraus Konsequenzen gezogen?<\/p>\n<p>Es gibt keinen nachgewiesenen Fall, wo Kr\u00e4fte aus dem Frontex Standing Corps an Pushbacks oder anderen illegalen Ma\u00dfnahmen beteiligt waren. Die Vorf\u00e4lle der Vergangenheit, die schon lange zur\u00fcckliegen, haben dazu gef\u00fchrt, dass die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission \u00c4nderungen in der Agentur umgesetzt haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Frontex-Chef-Skepsis-gegenueber-Kontrollen-im-Schengenraum-article25676248.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"213930941\"\/>Deal mit Herkunftsl\u00e4ndern? Frontex-Chef sieht Kontrollen im Schengenraum kritisch<\/a><\/p>\n<p>2022 wurde bei Frontex die F\u00fchrung ausgetauscht.<\/p>\n<p>Es gab weitere Ma\u00dfnahmen. Allerdings musste Frontex sich nicht komplett neu erfinden. Wir hatten schon immer einen Menschenrechtsbeauftragten. Das B\u00fcro wurde dann noch verst\u00e4rkt. Auch vorher gab es das Konsultationsforum, in dem wir uns mit Organisationen und auch NGOs unterhalten und von ihnen beraten lassen. Das ist intensiviert worden. Und obwohl es keinen Fall gab, wo Frontex mit eigenen Kr\u00e4ften an Menschenrechtsverletzungen beteiligt war, sind die Leute verst\u00e4rkt sensibilisiert. Ich bin \u00fcberzeugt: Jegliches Verhalten, was nicht den Menschenrechten entspricht, w\u00fcrde sofort gemeldet. Diese Sensibilisierung f\u00fchrt sogar dazu, dass mir viel gemeldet wird, was sich anschlie\u00dfend als unproblematisch herausstellt.<\/p>\n<p>Zum Beispiel?<\/p>\n<p>Wenn jemand gefesselt wird, dann mag das f\u00fcr einen Au\u00dfenstehenden schlimm aussehen. Es gibt aber Polizeigesetze, die das in bestimmten Situationen erlauben, etwa bei Widerstand. Auch wenn sich das als unproblematisch herausstellt, ist ein solcher Vorfall, wenn er gemeldet wurde, in unserer Statistik ein &quot;serious incident&quot;. Ich denke, wir sollten uns auf F\u00e4lle tats\u00e4chlicher Menschenrechtsverletzungen konzentrieren. Aber auch das sind absolute Ausnahmef\u00e4lle. Denn zur Identit\u00e4t eines europ\u00e4ischen Polizeibeamten geh\u00f6rt, dass wir die Menschenrechte sch\u00fctzen. Dieses Selbstverst\u00e4ndnis sehe ich im Grundsatz in allen europ\u00e4ischen Mitgliedstaaten genauso wie in Deutschland.<\/p>\n<p>In allen EU-Staaten? Frontex-Chef Hans Leijtens sagte dem &quot;Spiegel&quot; vor ein paar Monaten, ihn w\u00fcrden &quot;noch immer Berichte \u00fcber Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten in einigen Mitgliedstaaten&quot; erreichen.<\/p>\n<p>Ja, es gibt solche Berichte. Griechenland steht unter einem enormen Migrationsdruck, die Einsatzkr\u00e4fte sind dort nicht selten \u00fcberlastet. Wir versuchen, so gut wie m\u00f6glich zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Frontex h\u00e4tte die M\u00f6glichkeit, sich aus den Operationen mit Griechenland zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re dann gewonnen? Nehmen wir an, da w\u00e4re wirklich etwas vorgefallen. Was \u00e4ndert sich, wenn wir nicht mehr vor Ort sind? Dadurch wird es ja nicht besser. Besser wird es nur, wenn wir dort sind, wenn wir beobachten, mit gutem Beispiel vorangehen und gemeinsam mit den Kollegen die Lagen l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Mit Lars Gerdes sprach Hubertus Volmer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Frontex-Vizechef im Interview&quot;Ohne Frontex vor Ort wird es ja nicht besser&quot; 15.11.2025, 09:21 Uhr Ein Schnellboot in der N\u00e4he der balearischen Inseln, aufgenommen von einem Frontex-\u00dcberwachungsflug. 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