{"id":30896,"date":"2025-11-11T00:57:03","date_gmt":"2025-11-10T21:57:03","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/experten-kritisieren-truppenplane-das-sind-3000-dienstposten-was-machen-die-denn-den-ganzen-tag\/"},"modified":"2025-11-11T00:57:03","modified_gmt":"2025-11-10T21:57:03","slug":"experten-kritisieren-truppenplane-das-sind-3000-dienstposten-was-machen-die-denn-den-ganzen-tag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/experten-kritisieren-truppenplane-das-sind-3000-dienstposten-was-machen-die-denn-den-ganzen-tag\/","title":{"rendered":"Experten kritisieren Truppenpl\u00e4ne: &#8220;Das sind 3000 Dienstposten. Was machen die denn den ganzen Tag?&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik<\/p>\n<h2>Experten kritisieren Truppenpl\u00e4ne&quot;Das sind 3000 Dienstposten. Was machen die denn den ganzen Tag?&quot;<\/h2>\n<p>10.11.2025, 19:55 Uhr <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autoren\/Frauke-Niemeyer-article21397208.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/4047465\/1744363629\/Img_1_1\/36\/Unbenannt.webp\" alt=\"Unbenannt\"\/>Frauke Niemeyer<\/a><\/p>\n<figure><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/30004424\/1762810214\/Img_16_9\/1024\/Verteidigungsminister-Pistorius-bei-einem-Oeffentlichen-Geloebnis-im-Saarland-am-Montag.webp\" alt=\"Verteidigungsminister-Pistorius-bei-einem-Oeffentlichen-Geloebnis-im-Saarland-am-Montag\"\/><figcaption>Verteidigungsminister Pistorius bei einem \u00d6ffentlichen Gel\u00f6bnis im Saarland am Montag (Foto: IMAGO\/BeckerBredel)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Bundeswehr muss wachsen, und zwar deutlich und schnell. Kann man daf\u00fcr weiter auf Freiwillige setzen? Experten, die Fachpolitikern ihre Einsch\u00e4tzung geben, zweifeln daran und warnen vor dem Gesetz, das Schwarz-Rot dazu plant. <\/p>\n<p>Losverfahren \u2013 ja oder nein? Auch \u00fcber diesen Streitpunkt im geplanten Wehrdienst-Gesetz debattiert die schwarz-rote Koalition nun schon seit Wochen, dabei gibt es das Losverfahren offenbar l\u00e4ngst in der Bundeswehr: Ausgelost wird bei der Truppe zum Beispiel, \u201ewer zur \u00dcbung mit dem Gro\u00dfger\u00e4t mitfahren darf\u201c, so berichten es die Gr\u00fcnen im Verteidigungsausschuss. Naheliegender Grund f\u00fcr das Losverfahren vor der \u00dcbung: Es gibt nicht genug Ger\u00e4t f\u00fcr alle. Der \u00dcbungsbetrieb ist daher nicht sicherzustellen. <\/p>\n<p>Es fehlt noch immer an allen Ecken und Enden bei der Bundeswehr, aber vor allem fehlt es an Soldaten, und zwar dringend. Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin l\u00e4sst seine Armee neben dem \u00dcberfall auf die Ukraine zunehmend auch die Nerven der Nato-Staaten testen. Wenn etwa Kreml-Kampfjets estnisches Hoheitsgebiet \u00fcberfliegen oder russische Drohnen in gro\u00dfer Zahl bis nach Polen kommen. <\/p>\n<h2>Mal eben das Vierfache<\/h2>\n<p>Die Nato hat reagiert und ihre Verteidigungspl\u00e4ne mit Blick auf Dimensionen der Truppen deutlich nach oben korrigiert. Und das setzt Deutschland unter Druck. Seit 2018 versuchte die Bundeswehr ohne Erfolg, von etwa 183.000 Soldatinnen und Soldaten auf 203.000 aufzuwachsen. Eine Task Force Personal setzte allerlei Ideen um. Man kam nicht mal in die N\u00e4he des angepeilten Ziels. Stattdessen kamen die neuen Nato-Pl\u00e4ne und pl\u00f6tzlich hie\u00df es, Ziel k\u00f6nnten nicht mehr 203.000 Truppenangeh\u00f6rige sein, sondern es brauche 260.000. <\/p>\n<p>Mal eben das Vierfache der Ursprungsplanung und laut gleich zwei geladenen Experten in der Sitzung des Verteidigungsausschusses ist diese Zahl noch deutlich zu niedrig angesetzt. Der Wert sei \u201enicht schl\u00fcssig abgeleitet\u201c, lautet einer der Kritikpunkte von Milit\u00e4rhistoriker S\u00f6nke Neitzel, der sich auch intensiv mit der Gegenwart besch\u00e4ftigt. Einen \u201eersten, grob gesch\u00e4tzten Wert\u201c nennt Andr\u00e9 W\u00fcstner, der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, die 260.000. Sie entspreche nicht der Analyse der Nato-Planungsziele und einem daraus abgeleiteten F\u00e4higkeitsprofil. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Kriegsfuehrung-wie-ich-sie-bisher-noch-nie-gesehen-habe-id30002876.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"ukr\"\/>Milit\u00e4rforscher zu Ukraine-Front &quot;Kriegsf\u00fchrung, wie ich sie bisher noch nie gesehen habe&quot;<\/a><\/p>\n<p>Wenn ranghohe deutsche Milit\u00e4rs hingegen den Bedarf der kommenden Jahre analysieren, kommen sie offenbar auf andere Zahlen. \u201eDie angemeldeten Ressourcenbedarfe der Inspekteure und Befehlshaber liegen aktuell in Summe deutlich \u00fcber dieser Zahl\u201c, fasst es W\u00fcstner vor dem Ausschuss zusammen. Und auch Neitzel sagt, der Kr\u00e4ftebedarf, den die Inspekteure aus den Nato-Verpflichtungen ableiten, sei \u201ewesentlich gr\u00f6\u00dfer\u201c als 260.000. Nicht gerade ein Kompliment f\u00fcr die anwesenden Vertreter der Regierungsparteien. Unterm Strich sagen sie Union und SPD: Ihr plant wissentlich mit falschen Zahlen. <\/p>\n<p>Doch auch dar\u00fcber, wie man innerhalb von zehn Jahren auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten kommen k\u00f6nnte, gehen die Meinungen in der Bundesregierung weit auseinander. Im Oktober schien ein Gremium von Unions- und SPD-Politikern eine Einigung gefunden zu haben, doch die Pressekonferenz dazu wurde im letzten Moment wieder abgesagt. Der Kompromiss sah auch das eingangs erw\u00e4hnte Losverfahren vor, das unter anderem Verteidigungsminister Boris Pistorius ablehnt. <\/p>\n<h2>Deutschland kann keine 200 U-Boot-Fahrer rekrutieren<\/h2>\n<p>Diese Ablehnung teilt heute vor dem Verteidigungsausschuss auch S\u00f6nke Neitzel. Mit Generalinspekteur Carsten Breuer hat Pistorius in der Debatte zudem den rangh\u00f6chsten deutschen Soldaten auf seiner Seite. Das wichtigste Argument gegen die Losentscheidung: Selbst wenn ein ganzer Jahrgang zun\u00e4chst gemustert wird, sich dann zu wenige Freiwillige f\u00fcr den Wehrdienst entscheiden, und man nur noch das fehlende Kontingent per Losverfahren verpflichtet, bekommt die Truppe so nicht automatisch die Besten, Fittesten und Motiviertesten des Jahrgangs, sondern auch eine ganze Reihe von Pechv\u00f6geln. <\/p>\n<p>Zudem k\u00e4men diese per Los Verpflichteten unabh\u00e4ngig davon, wo genau im System Bundeswehr gerade Verst\u00e4rkung gesucht wird, und welche F\u00e4higkeiten sie mitbringen. \u201eWir haben in der Fallschirmj\u00e4gertruppe einen sehr hohen Deckungsbedarf, aber bei den Besatzungen der Marineschiffe einen sehr niedrigen\u201c, erkl\u00e4rt Neitzel nach der Ausschusssitzung. Derzeit schaffe es Deutschland nicht, 200 U-Boot-Fahrer zu rekrutieren. \u201eWir haben unterschiedliche Deckungsgr\u00f6\u00dfen in Norddeutschland und in S\u00fcddeutschland.\u201c <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/magazine\/fruehstart\/Brauchen-junge-Generation-um-Freiheit-zu-verteidigen-id30001192.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Thomas R\u00f6wekamp\"\/>R\u00f6wekamp im ntv Fr\u00fchstart &quot;Brauchen junge Generation, um Freiheit zu verteidigen&quot;<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die speziellen Bed\u00fcrfnisse der Truppe ist ein Losverfahren aus seiner Sicht keine Antwort. W\u00fcrde es in der Bundeswehr akut an IT-Experten mangeln, w\u00fcrde ein Losverfahren der Truppe keine IT-Experten in die Reihen sp\u00fclen, sondern irgendwen. Neitzel pl\u00e4diert darum auch nach Ende des Verteidigungsausschusses vehement f\u00fcr eine Auswahlpflicht nach schwedischem Modell. Dort wird nicht der ganze Jahrgang zum Wehrdienst eingezogen, sondern es werden diejenigen ausgew\u00e4hlt, die im Musterungsprozess besonders geeignet erscheinen \u2013 weil sie begehrte F\u00e4higkeiten mitbringen und Motivation. <\/p>\n<p>Das Problem dabei: Dieses Verfahren ist sehr effektiv aus der Sicht der Bundeswehr, aber nicht sehr gerecht aus Sicht der jungen M\u00e4nner, die gemustert werden. Andr\u00e9 W\u00fcstner unterst\u00fctzt darum, anders als S\u00f6nke Neitzel, das Losverfahren nach Musterung. Damit k\u00f6nne man die k\u00f6rperliche Eignung der Gemusterten noch ber\u00fccksichtigen, dann entscheide, \u201ewie wir es auch in der Geschichte der Bundeswehr schon mal hatten, ein Losverfahren aus den potenziell Geeigneten\u201c, so Andr\u00e9 W\u00fcstner im Gespr\u00e4ch mit ntv.de. Jegliche Willk\u00fcr w\u00fcrde damit ausgeschlossen. \u201eNicht der Geldbeutel der Eltern oder anderes entscheidet, sondern tats\u00e4chlich das Los.\u201c Bezogen auf Wehrgerechtigkeit und Verfassungskonformit\u00e4t sieht W\u00fcstner zum Losen \u201eaktuell keine Alternative\u201c. <\/p>\n<h2>Was passiert, wenn es nicht klappt?<\/h2>\n<p>Die politisch sehr umstrittene Losfrage wird fast schon zum Detail, wenn eine aus Sicht beider Experten dringend notwendige Handlungsoption im Gesetz nicht verankert ist, f\u00fcr den Fall, dass der Plan nicht aufgeht: Es fehlt, so die Kritik von Neitzel, an einem gesetzlich festgelegten Pfad, um den Aufwuchs verl\u00e4sslich zu stemmen. Um wie viele zus\u00e4tzliche Soldaten muss die Bundeswehr Jahr f\u00fcr Jahr aufwachsen, damit 2035 das Ziel 260.000 erreicht wird? Und was passiert, wenn etwa schon 2028 deutlich wird, dass es allein mit Freiwilligen nicht klappt?<\/p>\n<p>Andr\u00e9 W\u00fcstner h\u00e4lt es f\u00fcr unerl\u00e4sslich, f\u00fcr diesen Fall schon jetzt im Gesetz vorzusorgen, denn er geht davon aus, \u201edass alleine \u00fcber Freiwilligkeit dieser immense Aufwuchs an Personal nicht gelingen wird\u201c. <\/p>\n<p>Was dann hilft: ein Umschaltmechanismus, der festlegt, dass in diesem Fall eine Pflichtoption in Kraft tritt. So regeln es die Schweden, und diesen Mechanismus fordert auch Neitzel vehement. Er k\u00f6nne ruhiger schlafen, \u201ewenn in diesem Gesetz Umschaltmechanismen vorgesehen w\u00e4ren\u201c. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Digitalfunk-ist-Berliner-Flughafen-der-Bundeswehr-article26147076.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/logo_grey.svg\" alt=\"Wiegold-Digitalfunk-Bundeswehr\"\/>Experte erkl\u00e4rt Pistorius-Kritik Digitalfunk ist &quot;Berliner Flughafen der Bundeswehr&quot;<\/a><\/p>\n<p>Doch derzeit erscheint ein solcher Aufwuchspfad mit klaren Zwischenzielen und Konsequenzen unwahrscheinlich. Zwar spricht sich die Union daf\u00fcr aus, doch die SPD und auch ihr Minister Pistorius lehnen einen Automatismus ab. Sie wollen eine Pflicht nur dann einf\u00fchren, wenn der Bundestag sie zuvor beschlossen hat. Zumal das Verteidigungsministerium seine Personalplanung f\u00fcr die Bundeswehr erst im Fr\u00fchjahr vorlegen will. Das Gesetz soll aber so schnell wie m\u00f6glich verabschiedet werden. F\u00fcr Neitzel \u201ev\u00f6llig absurd\u201c, dass das Ministerium bis zum Fr\u00fchjahr brauche, denn die Nato-Ziele seien lange bekannt. \u201eDas sind 3000 Dienstposten, was machen die denn den ganzen Tag?\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Experten im Verteidigungsausschuss mit Verve eine Meinung vertreten, die den Gesetzespl\u00e4nen widerspricht, wird hinter den Kulissen seit Tagen verhandelt und gerungen. Aktuell hei\u00dft es aus Regierungskreisen, noch in dieser Woche werde eine Einigung verk\u00fcndet. Aus Sicht von W\u00fcstner und Neitzel wird sie weiterhin auf zu niedrigen Bedarfszahlen basieren. Der Historiker w\u00e4re schon froh, wenn der Aufwuchspfad es ins Gesetz schaffen w\u00fcrde. \u201eWenn festgelegt w\u00fcrde: Falls nicht genug Freiwillige kommen, die passenden Freiwilligen f\u00fcr die passenden Verb\u00e4nde, dann greift eine Auswahlpflicht \u2013 das w\u00e4re ein echter Teilerfolg.\u201c <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Experten kritisieren Truppenpl\u00e4ne&quot;Das sind 3000 Dienstposten. Was machen die denn den ganzen Tag?&quot; 10.11.2025, 19:55 Uhr Frauke Niemeyer Verteidigungsminister Pistorius bei einem \u00d6ffentlichen Gel\u00f6bnis im Saarland am Montag (Foto:<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-30896","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30896"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30896\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}