{"id":30873,"date":"2025-11-07T02:56:12","date_gmt":"2025-11-06T23:56:12","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kanzler-merz-ladt-zum-gipfel-schafft-es-die-stahlindustrie-mit-heimvorteil-aus-der-krise\/"},"modified":"2025-11-07T02:56:12","modified_gmt":"2025-11-06T23:56:12","slug":"kanzler-merz-ladt-zum-gipfel-schafft-es-die-stahlindustrie-mit-heimvorteil-aus-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/kanzler-merz-ladt-zum-gipfel-schafft-es-die-stahlindustrie-mit-heimvorteil-aus-der-krise\/","title":{"rendered":"Kanzler Merz l\u00e4dt zum Gipfel: Schafft es die Stahlindustrie mit Heimvorteil aus der Krise?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Die Stahlindustrie spielt eine zentrale Rolle beim Erhalt des europ\u00e4ischen Wirtschaftsstandorts.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/21978855-1695966237000\/16-9\/750\/Ein-Hochofner-arbeitet-in-einem-Werk-am-Hochofen.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Die Stahlindustrie spielt eine zentrale Rolle beim Erhalt des europ\u00e4ischen Wirtschaftsstandorts.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Kanzler Merz will der existenzbedrohten Stahlindustrie entschlossen unter die Arme greifen. Doch das Ma\u00dfnahmenpaket zeigt laut \u00d6konom Kaczmarczyk: Eine umfassende industriepolitische Strategie ist nicht zu erkennen. Hinzu kommt, dass vieles auf EU-Ebene entschieden wird.<\/strong><\/p>\n<p>Gestiegene Energiepreise, Billigimporte aus China, hohe US-Importz\u00f6lle und hohe Kosten f\u00fcr den Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion: Die deutsche Stahlindustrie strauchelt. Im Kanzleramt hat Regierungschef Friedrich Merz mit Vertretern von Industrieunternehmen, Gewerkschaften sowie einer Reihe von Ministerpr\u00e4sidenten der Bundesl\u00e4nder deswegen \u00fcber die Zukunft Tausender Arbeitspl\u00e4tze und die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Standorts Deutschland gesprochen.<\/p>\n<p>Viel Zeit hat Merz seinen G\u00e4sten dabei allerdings nicht einger\u00e4umt. Lediglich knapp 90 Minuten waren zun\u00e4chst f\u00fcr das Treffen angesetzt. Doch der Gespr\u00e4chsbedarf schien gro\u00df. Merz, Wirtschaftsminister Lars Klingbeil, der Pr\u00e4sident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Gunnar Goebler, und J\u00fcrgen Kerner von der IG Metall traten mit knapp 30 Minuten Versp\u00e4tung vor die Presse.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Stuhlkreis-oder-Wegbereitungsgipfel-Kanzler-Merz-empfaengt-Stahl-Bosse-und-Laenderchefs-article26145045.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"554025665.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26145075-1762429799000\/17-6\/1136\/554025665.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  06.11.25    Gipfel im Kanzleramt Wor\u00fcber die Stahlindustrie mit dem Kanzler spricht    <\/p>\n<p>Merz nannte den Austausch eine &quot;sehr konstruktive und im Ergebnis vollkommen \u00fcbereinstimmende Diskussion einschlie\u00dflich der Schlussfolgerungen, die daraus zu ziehen sind&quot;. Er dankte den Arbeitnehmervertretern au\u00dferdem ausdr\u00fccklich f\u00fcr ihre emotionalen Beitr\u00e4ge. &quot;Das sind hier keine abstrakten volkswirtschaftlichen Zahlen, \u00fcber die wir sprechen, sondern wir sprechen hier \u00fcber das Schicksal einer Schl\u00fcsselindustrie.&quot;<\/p>\n<h2>Zeiten offener M\u00e4rkte &quot;leider vorbei&quot;<\/h2>\n<p>Unter den Beteiligten herrscht Einigkeit: Die deutsche Stahlindustrie steckt in einer existenzbedrohenden Krise. Die Branche braucht laut Merz deswegen einen wirksamen Au\u00dfenhandelsschutz gegen Preisdumping und \u00dcberkapazit\u00e4t. Angesichts von Z\u00f6llen der USA und Billig-Stahl aus Asien &quot;m\u00fcssen wir unsere M\u00e4rkte und unsere Hersteller sch\u00fctzen&quot;, sagte Merz.<\/p>\n<p>N\u00f6tig sei au\u00dferdem eine Senkung der Energiepreise. &quot;Ohne eine wirksame Absenkung der Strompreise ist diese Industrie nicht lebensf\u00e4hig&quot;, sagte Merz. Er verwies auf die Absicht der Bundesregierung, zum 1. Januar 2026 f\u00fcr drei Jahre einen staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis einzuf\u00fchren. Dar\u00fcber werde seit Monaten mit Br\u00fcssel verhandelt. &quot;Wir gehen davon aus, dass wir bald auch Klarheit haben, ob dieser Industriestrompreis genehmigt werden kann. Die Aussichten sind gut.&quot;<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Brantner-sieht-Merz-Regierung-jetzt-schon-auf-Ampel-Niveau-article26144637.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Brantner-Ampel-Aus.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26144212-1762417704000\/17-6\/1136\/Brantner-Ampel-Aus.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  06.11.25    &quot;Kriegt nichts gebacken&quot; Brantner sieht Merz-Regierung jetzt schon auf Ampel-Niveau     <\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat sich Merz f\u00fcr eine Bevorzugung von heimischen Herstellern von Stahl ausgesprochen. Er habe sich stets f\u00fcr offene M\u00e4rkte und fairen Wettbewerb eingesetzt, f\u00fchrte Merz aus. Doch sp\u00e4testens mit den von den USA verh\u00e4ngten Z\u00f6llen h\u00e4tten sich die Gegebenheiten ge\u00e4ndert. Die Zeiten offener M\u00e4rkte und fairen Handels &quot;sind leider vorbei&quot;. Er werde sich nun bei der EU daf\u00fcr einsetzen, dass dies erm\u00f6glicht wird. Bei protektionistischen Ma\u00dfnahmen wie der Bevorzugung eigener Unternehmen, die in Europa zum Beispiel von Frankreich h\u00e4ufig vorgeschlagen wurden, hatte sich die Bundesregierung lange skeptisch gezeigt. <\/p>\n<p>Die Stahlindustrie spielt eine zentrale Rolle beim Erhalt des europ\u00e4ischen Wirtschaftsstandorts. In Deutschland hat das Wertsch\u00f6pfungsnetzwerk Stahl laut der Unternehmensberatung Oliver Wyman einen Anteil von 23 Prozent an der Gesamtwirtschaft. &quot;Die Branche steht am Scheidepunkt. Nur wenn wir planbare Rahmenbedingungen, g\u00fcnstige Energiepreise und Wettbewerbsf\u00e4higkeit sicherstellen k\u00f6nnen, kann die deutsche Stahlindustrie bestehen&quot;, sagt Nils Naujok, Stahlfachmann bei Oliver Wyman, auf Anfrage von ntv.de.<\/p>\n<h2>&quot;Ohne staatliche Eingriffe keine Grundstoffindustrie&quot;<\/h2>\n<p>Die Erwartungen an den Stahlgipfel waren dementsprechend hoch. \u00d6konom Patrick Kaczmarczyk von der Universit\u00e4t Mannheim attestiert den Beteiligten auf Anfrage von ntv.de: &quot;Die Bundesregierung scheint langsam zu begreifen, dass es ohne staatliche Eingriffe perspektivisch keine Grundstoffindustrie mehr geben wird.&quot; Dass sich die Diskussionen um Handelsschutz, Energiepreise, F\u00f6rderungen und Leitm\u00e4rkte drehten, \u00fcberrascht ihn nicht.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gibt Kaczmarczyk zu bedenken, dass es bis zur Umsetzung konkreter Ma\u00dfnahmen noch ein weiter Weg sei. Der Stahldialog habe nur eine Anreihung von Absichtsbekundungen geliefert. &quot;Eine umfassende industriepolitische Strategie &#8211; eine Industriepolitik mit Plan &#8211; fehlt weiterhin. Dabei br\u00e4uchte es zun\u00e4chst mehr Klarheit \u00fcber die Perspektive f\u00fcr den deutschen und europ\u00e4ischen Standort, woraus sich in der Folge die Instrumente ableiten m\u00fcssten&quot;, sagt er.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Selbst-Gratis-Arbeit-macht-uns-nicht-konkurrenzfaehig-article26144125.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Stahlgipfel.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26144641-1762418987000\/16-9\/1136\/Stahlgipfel.jpg\"\/>    01:34 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  06.11.25    Thyssenkrupp zur Stahlindustrie &quot;Selbst Gratis-Arbeit macht uns nicht konkurrenzf\u00e4hig&quot;    <\/p>\n<p>Auch Kerner von der IG-Metall hatte sich im Vorfeld klare Signale von dem Stahlgipfel erhofft. &quot;Die Stahlindustrie ist in den letzten 20 Jahren bereits in einer schwierigen Situation gewesen. Jetzt ist es lebensbedrohlich. Wir m\u00fcssen den Patienten von der Intensivstation wieder in die normale Reha bringen&quot;, sagt er im Gespr\u00e4ch mit ntv. ThyssenKrupp steckt momentan mitten in einer Restrukturierung und baut Tausende Stellen ab. Der Druck ist durch Energiepreise, Nachfrageflaute und Billigimporte laut Kerner immens.<\/p>\n<p>Wenn die deutsche Stahlindustrie erhalten bleiben soll, m\u00fcsse jetzt gehandelt werden. Ohne eine Begrenzung der \u00dcberkapazit\u00e4t aus China &quot;k\u00f6nnten wir umsonst in Deutschland arbeiten und wir w\u00e4ren trotzdem nicht konkurrenzf\u00e4hig&quot;. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4lt Kerner einen Industriestrompreis von f\u00fcnf Cent pro Kilowattstunde f\u00fcr ein wichtiges Instrument. Die Begrenzung auf drei Jahre sieht er dabei kritisch. &quot;Das ist zu wenig. Wir brauchen mehr Planungssicherheit. In Frankreich gibt es Vertr\u00e4ge \u00fcber zehn Jahre f\u00fcr den Industriestrompreis. So etwas \u00c4hnliches brauchen wir auch in Deutschland.&quot;<\/p>\n<h2>Gelingt der Umstieg auf gr\u00fcnen Stahl?<\/h2>\n<p>Der Chef des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, sieht derweil nicht nur die Politik in der Pflicht. Auch die Unternehmen selbst m\u00fcssten effizienter und innovativer werden und beispielsweise in gr\u00fcne Stahlproduktion investieren. &quot;Zur Wahrheit dazu geh\u00f6rt auch, dass Unternehmen ins Risiko gehen und neue Technologien voranbringen m\u00fcssen&quot;, sagt Fratzscher bei ntv. Unabh\u00e4ngig davon ist er sich sicher: &quot;Wir werden unweigerlich eine weitere Konsolidierung der Stahlsparte in Europa und auch in Deutschland sehen.&quot; <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Bundesregierung-laedt-zu-Stahl-Krisengipfel-article26143972.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"28e0e5a47b1c810f2123dba4e9521379.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26143999-1762411160000\/17-6\/1136\/28e0e5a47b1c810f2123dba4e9521379.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  06.11.25    &quot;Es kann doch nicht sein&quot; Bundesregierung l\u00e4dt zu Stahl-Krisengipfel    <\/p>\n<p>Seiner Einsch\u00e4tzung zufolge wird es unweigerlich zu einem Stellenabbau in der Branche kommen. &quot;Wichtig ist aber, dass die Produktion weiter in Europa stattfinden kann. Denn gerade f\u00fcr die Automobilbranche ist die Stahlproduktion wichtig.&quot; Die entscheidende Frage f\u00fcr die Branche ist laut Fratzscher: Gelingt der Stahlindustrie der Umstieg auf gr\u00fcnen Stahl? Dieser Schritt sei nicht nur eine Herausforderung, weil er technologisch schwierig ist, sondern auch, weil er sehr viel Energie ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Bereits jetzt investieren Unternehmen laut der Wirtschaftsvereinigung Stahl massiv in die Transformation und die Zukunftsf\u00e4higkeit der Branche. &quot;Wir \u00fcbernehmen Verantwortung &#8211; \u00f6konomisch, \u00f6kologisch und sozial&quot;, sagte Verbandschef Groebler laut einer Mitteilung. Damit Stahlproduzenten ein profitables Gesch\u00e4ftsmodell mit den Klimazielen in Einklang bringen k\u00f6nnen, r\u00e4t Naujok: &quot;Die Dekarbonisierung muss m\u00f6glichst flexibel gestaltet werden. Unternehmen sollten alle verf\u00fcgbaren Technologien und Ans\u00e4tze in Betracht ziehen. Hier sind das Recycling von Stahlschrott, die Abscheidung und Speicherung von CO2 oder auch die flexible Beschaffung von Roheisen und Rohstoffen zu nennen.&quot;<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, mit dpa\/AFP<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Die Stahlindustrie spielt eine zentrale Rolle beim Erhalt des europ\u00e4ischen Wirtschaftsstandorts. Kanzler Merz will der existenzbedrohten Stahlindustrie entschlossen unter die Arme greifen. 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