{"id":30849,"date":"2025-11-03T00:29:06","date_gmt":"2025-11-02T21:29:06","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/china-schreibt-geschichte-die-nordostpassage-konnte-die-weltwirtschaft-umwalzen\/"},"modified":"2025-11-03T00:29:06","modified_gmt":"2025-11-02T21:29:06","slug":"china-schreibt-geschichte-die-nordostpassage-konnte-die-weltwirtschaft-umwalzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/china-schreibt-geschichte-die-nordostpassage-konnte-die-weltwirtschaft-umwalzen\/","title":{"rendered":"China schreibt Geschichte: Die Nordostpassage k\u00f6nnte die Weltwirtschaft umw\u00e4lzen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Ein Gastanker auf der Nordostpassage.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26133436-1761912875000\/16-9\/750\/35578243.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Ein Gastanker auf der Nordostpassage.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>China r\u00fcckt durch eine historische Meldung im internationalen Warenverkehr enger an Europa. Ein Frachter gleitet in Rekordzeit durch die Nordostpassage in der Arktis &#8211; ohne Eisbrecher und au\u00dferhalb des Hochsommers. Das k\u00f6nnte den Welthandel auf den Kopf stellen. Aber nicht ohne Risiko.<\/strong><\/p>\n<p>Jeden Tag kommen riesige Containerschiffe aus Asien im Hamburger Hafen an. Mitte dieses Monats hat einer der Frachter Geschichte geschrieben. Die &quot;Istanbul Bridge&quot;, ein 300 Meter langes Containerschiff aus China, erreicht Hamburg in Rekordzeit. Am 23. September ist der Frachter in Ningbo-Zhousan bei Shanghai an der chinesischen Ostk\u00fcste losgefahren. Schon 22 Tage nach der Abfahrt kam er in Deutschlands gr\u00f6\u00dftem Hafen an. <\/p>\n<p>Normalerweise steuern Schiffe auf dem Weg von China nach Europa den Suezkanal an. Sie fahren durch das S\u00fcdchinesische Meer, anschlie\u00dfend an Indien und der Arabischen Halbinsel vorbei, ehe sie schlie\u00dflich das Mittelmeer erreichen. Die Route dauert bis zu sechs Wochen. Aktuell sind viele Frachter aber noch l\u00e4nger unterwegs. Wegen der Huthi-Angriffe im Roten Meer und Golf von Aden schicken viele Reedereien ihre Schiffe den weiten Weg um S\u00fcdafrika herum. Die Route um das Kap der Guten Hoffnung dauert in der Regel fast acht Wochen.<\/p>\n<p>Die &quot;Istanbul Bridge&quot; hat dagegen die Nordostpassage genommen. Von Ostchina ging es durch das Ostchinesische Meer, das Japanische Meer und die Beringstra\u00dfe hindurch. Dann fuhr der Frachter f\u00fcnf Tage entlang der russischen K\u00fcste bis nach Skandinavien.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Was-der-Polarrouten-Rekord-fuer-den-Welthandel-bedeutet-article26100337.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Arktis Schifffahrt.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26100362-1760596953000\/16-9\/1136\/Arktis-Schifffahrt.jpg\"\/>    01:46 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  16.10.25    Historischer Moment in Hamburg Was der Polarrouten-Rekord f\u00fcr den Welthandel bedeutet    <\/p>\n<p>Nach 20 Tagen hat die &quot;Istanbul Bridge&quot; den Hafen von Felixstowe in Gro\u00dfbritannien erreicht. Zwei Tage sp\u00e4ter fuhr das Schiff in den Hamburger Hafen ein. China und Europa profitieren von deutlich k\u00fcrzeren Transportwegen. Vor allem im Vergleich zu den \u00fcblichen Schiffsrouten. &quot;Insbesondere f\u00fcr den Transport chinesischer G\u00fcter nach Europa k\u00f6nnen Kosten eingespart werden. Hier reden wir von einer Kostenersparnis um bis zu 50 Prozent bei g\u00fcnstiger Wetterlage&quot;, erkl\u00e4rt Andr\u00e9 Wolf vom Centrum f\u00fcr Europ\u00e4ische Politik (CEP) im Interview mit ntv.<\/p>\n<h2>Rekordfahrt ohne Eisbrecher<\/h2>\n<p>Spektakul\u00e4r ist die Rekordfahrt auch deshalb, weil das chinesische Schiff entlang der Nordostpassage nicht von einem Eisbrecher begleitet wurde. Das ist entlang der eigentlich lebensfeindlichen Route un\u00fcblich &#8211; vor allem so sp\u00e4t im Jahr. <\/p>\n<p>Umso besser sind die Voraussetzungen f\u00fcr einen dauerhaften Linienbetrieb mit eisg\u00e4ngigen Schiffen: Die chinesische Reederei Sea Legend will in den Sommermonaten dauerhaft auf der Nordostpassage unterwegs sein. Die &quot;Istanbul Bridge&quot; soll die Strecke k\u00fcnftig regelm\u00e4\u00dfig befahren.<\/p>\n<p> <strong>Wo finde ich &quot;Wieder was gelernt&quot;?<\/strong> <\/p>\n<p>Dieser Text ist eigentlich ein Podcast: Alle Folgen von &quot;Wieder was gelernt&quot; finden Sie in der ntv-App, bei RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den RSS-Feed verwenden.<\/p>\n<p>Das hat es bisher nicht gegeben: In den vergangenen Jahren sind einzelne Frachter immer mal wieder durch die Nordostpassage gefahren. Einen Container-Linienbetrieb, wie ihn Sea Legend plant, existiert bis dato nicht.<\/p>\n<h2>Putin sieht den Rubel rollen<\/h2>\n<p>Bislang nutzt vor allem Russland die Route f\u00fcr vereinzelte Rohstofflieferungen, dazu geh\u00f6rt der Transport von Roh\u00f6l aus der weit entfernten Jamal-Region im Nordwesten von Sibirien nach China. &quot;Peking ist im Zuge der Energiekrise und der EU-Sanktionen gegen russisches \u00d6l zum wichtigsten Importeur von russischem \u00d6l aufgestiegen&quot;, sagt Experte Wolf. &quot;Das hei\u00dft, f\u00fcr Russland hat die Route eine ganz zentrale Bedeutung f\u00fcr den russisch-chinesischen Wirtschaftsverkehr.&quot;<\/p>\n<p>F\u00fcr Russland ist die Nordostpassage auch eine direkte Geldquelle. Kremlchef Wladimir Putin will die Route zu einer wichtigen Handelsroute ausbauen &#8211; und sieht schon den Rubel rollen: Moskau will gegen Geb\u00fchr Eisbrecher als Begleitschiffe bereitstellen und Durchfahrtsgeb\u00fchren kassieren.<\/p>\n<p>Noch muss sich Putin aber gedulden: Gro\u00dfe Teile der Arktis sind nach wie vor einen gro\u00dfen Teil des Jahres von Eis bedeckt und damit nicht schiffbar. &quot;Bis vor wenigen Jahren war es so, dass die Route, wenn \u00fcberhaupt, nur im Hochsommer zug\u00e4nglich war&quot;, sagt Andr\u00e9 Wolf. &quot;Jetzt hat es ein Containerschiff im Oktober bis nach Europa geschafft. Das ist f\u00fcr mich ein Zeichen f\u00fcr eine neue Zeit, in der der arktische Schiffsverkehr im globalen Transport zunehmend wichtiger wird.&quot;<\/p>\n<p>Auch Klaus-Peter Saalbach geht davon aus, dass Schifffahrtsrouten durch die Arktis stark an Bedeutung gewinnen werden. &quot;Man rechnet damit, dass die Vereisung in den 2030er und 40er Jahren weitgehend zur\u00fcckgegangen sein wird&quot;, sagt der Experte f\u00fcr Sicherheits- und Geopolitik im ntv-Podcast &quot;Wieder was gelernt&quot;.<\/p>\n<h2>Transpolare Seeroute und Nordwestpassage<\/h2>\n<p>Neben der Passage um Nordrussland herum k\u00f6nnten in wenigen Jahren noch zwei weitere arktische Seewege die internationale Schifffahrt umw\u00e4lzen. Die Transpolare Seeroute f\u00fchrt durch das Zentrum des Arktischen Ozeans und k\u00f6nnte vor allem Island zu einem wichtigen Knotenpunkt der Weltwirtschaft werden lassen. Die abgelegene Vulkan- und Gletscherinsel w\u00e4re ein geeigneter Standort f\u00fcr einen gro\u00dfen Umschlaghafen, sollte die Transpolare Route eines Tages schiffbar sein, analysiert Saalbach. &quot;Island k\u00f6nnte \u00f6konomisch davon profitieren. Das Land ist am Ausbau von Handelsbeziehungen mit den arktischen Partnern sehr interessiert.&quot;<\/p>\n<p>Die dritte m\u00f6gliche neue Handelsroute ist die Nordwestpassage. Diese Strecke verbindet den Atlantik mit dem Pazifik, verl\u00e4uft \u00fcber das Nordpolarmeer und entlang der kanadischen Arktisinseln. Bereits 1845 hatte das Britische Imperium versucht, die strategisch wichtige Abk\u00fcrzung schiffbar zu machen. Doch die Expedition von &quot;Erebus&quot; und &quot;Terror&quot; endete in einer Katastrophe, 170 Jahre lang schloss die Arktis die beiden Schiffe in ihren riesigen Eismassen ein. Erst 2014 und 2016 wurden ihre Wracks in der lebensfeindlichen Region entdeckt.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/In-der-Arktis-ist-der-Kalte-Krieg-zwischen-Russland-und-der-NATO-laengst-zurueck-article25251818.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"89925844.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25251904-1727263155000\/17-6\/1136\/89925844.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  29.09.24    NATO reagiert auf Russland In der Arktis ist der Kalte Krieg l\u00e4ngst zur\u00fcck    <\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Nordostpassage und Transpolarer Route ist bei der Nordwestpassage bisher jedoch kein wirtschaftlicher Betrieb absehbar. &quot;Wissenschaftler des amerikanischen Kongresses, das ist das Gegenst\u00fcck zum Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages, haben voriges Jahr erstmals Zweifel ge\u00e4u\u00dfert&quot;, verweist Saalbach auf eine Analyse aus Washington. Darin hei\u00dft es unter anderem: &quot;Die Nordwestpassage ist potenziell f\u00fcr den Handel zwischen Nordostasien (n\u00f6rdlich von Shanghai) und dem Nordosten Nordamerikas geeignet, aber sie ist kommerziell weniger rentabel als die Nordostpassage.&quot;<\/p>\n<h2>\u00d6konomische und \u00f6kologische Risiken<\/h2>\n<p>Anders als die chinesische Reederei Sea Legend, zu der die &quot;Istanbul Bridge&quot; geh\u00f6rt, sind andere Schifffahrtsunternehmen auch skeptisch, ob die Nordostpassage zum aktuellen Zeitpunkt schon wirtschaftlich ist. Experte Andr\u00e9 Wolf macht jedenfalls auf mehrere Risiken aufmerksam. &quot;Eisfreiheit kann man nicht das ganze Jahr \u00fcber garantieren, auch nicht in Zukunft. Es ist sehr schwierig vorauszusagen, in welchen Intervallen diese Route \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg sicher befahrbar sein wird.&quot;<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/In-der-Arktis-sind-praktisch-alle-Grenzkonflikte-geklaert-article25625087.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"imago492884237.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25625357-1741796223000\/17-6\/1136\/imago492884237.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  15.03.25    Neue Handelsrouten am Nordpol &quot;In der Arktis sind praktisch alle Grenzkonflikte gekl\u00e4rt&quot;    <\/p>\n<p>Das f\u00fchre zu gro\u00dfen \u00f6konomischen Risiken f\u00fcr die Reedereien. Zu erwarten seien hohe Versicherungskosten und m\u00f6gliche Geb\u00fchren f\u00fcr begleitende russische Eisbrecher. Die Kosten eines dauerhaften Warenverkehrs durch die Nordostpassage sind kaum zu prognostizieren. &quot;Und es birgt auch Umweltrisiken&quot;, macht Wolf deutlich. &quot;Russland ist mittlerweile dazu \u00fcbergegangen, nicht nur Tanker mit entsprechender Eisklasse f\u00fcr seinen \u00d6ltransport einzusetzen, sondern auch solche, bei denen durchaus die Gefahr besteht, dass es zu Unf\u00e4llen kommt und \u00d6l ausl\u00e4uft.&quot;<\/p>\n<p>Mittlerweile ist die &quot;Istanbul Bridge&quot; wieder auf der g\u00e4ngigen Route von Europa nach China unterwegs. Vor neun Tagen hat das Containerschiff in Rotterdam abgelegt, ist an Westeuropa vorbei und durchs Mittelmeer geschippert. Jetzt liegt das Schiff in Port Said, der \u00e4gyptischen Hafenstadt am Eingang des Suezkanal. Von hier aus sind die chinesischen H\u00e4fen noch gut einen Monat entfernt.<\/p>\n<p> <strong>&quot;Wieder was gelernt&quot;-Podcast<\/strong> <\/p>\n<p>Dieser Text ist eigentlich ein Podcast: Welche Region schickt nur Verlierer in den Bundestag? Warum stirbt Ostdeutschland aus? Wieso geht dem Iran das Wasser aus? Welche Anspr\u00fcche haben Donald Trump und die USA auf Gr\u00f6nland? <\/p>\n<p>&quot;Wieder was gelernt&quot; ist ein Podcast f\u00fcr Neugierige. H\u00f6ren Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein wenig schlauer.<\/p>\n<p>Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den RSS-Feed verwenden.<\/p>\n<p>Sie haben eine Frage? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an podcasts@ntv.de<\/p>\n<p>                                               *Datenschutz               <\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Ein Gastanker auf der Nordostpassage. China r\u00fcckt durch eine historische Meldung im internationalen Warenverkehr enger an Europa. 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