{"id":30825,"date":"2025-10-29T21:37:21","date_gmt":"2025-10-29T18:37:21","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/system-wohl-nicht-unbesiegbar-bringt-atom-marschflugkorper-burewestnik-russland-einen-vorteil\/"},"modified":"2025-10-29T21:37:21","modified_gmt":"2025-10-29T18:37:21","slug":"system-wohl-nicht-unbesiegbar-bringt-atom-marschflugkorper-burewestnik-russland-einen-vorteil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/system-wohl-nicht-unbesiegbar-bringt-atom-marschflugkorper-burewestnik-russland-einen-vorteil\/","title":{"rendered":"&#8220;System wohl nicht unbesiegbar&#8221;: Bringt Atom-Marschflugk\u00f6rper Burewestnik Russland einen Vorteil?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wissen         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Russlands Pr\u00e4sident Putin hatte den Marschflugk\u00f6rper erstmals 2018 vorgestellt - seitdem macht er jedoch vor allem negative Schlagzeilen.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26127519-1761731631000\/16-9\/750\/555081173.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Russlands Pr\u00e4sident Putin hatte den Marschflugk\u00f6rper erstmals 2018 vorgestellt &#8211; seitdem macht er jedoch vor allem negative Schlagzeilen.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Er soll eine nahezu unbegrenzte Reichweite haben und nicht abzufangen sein &#8211; mit markigen Worten stellt Russland seinen nuklear angetriebenen Marschflugk\u00f6rper &quot;Sturmvogel&quot; vor. Doch was ist wirklich dran an der vermeintlichen Wunderwaffe?<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Zurschaustellung einer neuen Atomwaffe sorgt Russland f\u00fcr Schlagzeilen: Laut Staatschef Wladimir Putin wurden die Tests des atomar betriebenen Marschflugk\u00f6rpers 9M730 Burewestnik (Sturmvogel) erfolgreich abgeschlossen. Bereits 2018 hatte Putin die Waffe als Reaktion auf die Bem\u00fchungen der USA zur Errichtung eines Raketenabwehrschilds angek\u00fcndigt. 2019 waren bei einem Zwischenfall mindestens f\u00fcnf Menschen ums Leben gekommen.<\/p>\n<p>Der neue Marschflugk\u00f6rper soll mit konventionellem Sprengstoff oder mit einem Nukleargefechtskopf best\u00fcckt werden k\u00f6nnen, eine enorme Reichweite haben und f\u00fcr aktuelle und zuk\u00fcnftige Raketenabwehrsysteme &quot;unbesiegbar&quot; sein, behauptet Russland. Doch worum handelt es sich dabei genau?<\/p>\n<p>Als Marschflugk\u00f6rper ist Burewestnik wie ein kleines Flugzeug mit einem D\u00fcsentriebwerk konstruiert. Nur wird der Schub nicht durch Treibstoff erzeugt, der verbrannt wird. Vielmehr erhitzt ein kleiner Atomreaktor die Luft so stark, dass sie mit hoher Geschwindigkeit durch die D\u00fcse flie\u00dft und den Marschflugk\u00f6rper antreibt.<\/p>\n<h2>Hohe Reichweite<\/h2>\n<p>Weil Kernbrennstoff eine um ein Vielfaches h\u00f6here Energiedichte hat als konventioneller Treibstoff, ist auch die Reichweite des Marschflugk\u00f6rpers deutlich h\u00f6her. Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow sprach von einem 15-st\u00fcndigen Test, bei dem der Marschflugk\u00f6rper 14.000 Kilometer zur\u00fcckgelegt habe. Theoretisch k\u00f6nnte Russland damit jeden Punkt der Erde erreichen. Allerdings fliegt Burewestnik unterhalb der Schallgeschwindigkeit, was die lange Flugzeit erkl\u00e4rt. F\u00fcr eine Strecke rund um die Erde w\u00fcrde er also mindestens 40 Stunden ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Das ist vergleichsweise langsam: Atomar best\u00fcckte Interkontinentalraketen, von denen Russland mehrere hundert einsatzbereit h\u00e4lt, k\u00f6nnen innerhalb einer halben Stunde jeden Punkt der Erde erreichen. Die Frage ist also, welchen Vorteil Burewestnik Russland bietet. &quot;Die Idee dahinter ist, dass es im Grunde unbegrenzt weit fliegen und somit Verteidigungsanlagen umfliegen kann&quot;, sagte Nuklearwaffenexperte Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies der Nachrichtenagentur Reuters. Der Sinn des Systems sei also, Raketenabwehrsysteme wie den von den USA geplanten Golden Dome zu besiegen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wissen\/Spezialflugzeug-X-59-der-Nasa-hebt-erstmals-ab-article26127261.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"X59neu.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/26127416-1761730218000\/16-9\/1136\/X59neu.jpg\"\/>    01:14 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  29.10.25    \u00dcberschallfl\u00fcge ohne Knall Spezialflugzeug X-59 der Nasa hebt erstmals ab    <\/p>\n<p>Interkontinentalraketen fliegen hoch bis in den Weltraum und kommen dann in einer langen ballistischen Kurve, wie ein Wurfgeschoss, viele tausend Kilometer weiter zur Erde hinab. Ein Marschflugk\u00f6rper hingegen fliegt in Bodenn\u00e4he, wodurch er von landgest\u00fctzten Radaranlagen theoretisch erst sp\u00e4t entdeckt wird.<\/p>\n<h2>Zweifel an Vorteil<\/h2>\n<p>Experten zweifeln jedoch, ob der Marschflugk\u00f6rper tats\u00e4chlich einen Vorteil bietet. Der Ukraine-Krieg zeigt, dass Marschflugk\u00f6rper, die mit Unterschallgeschwindigkeit fliegen, relativ einfach von modernen Flugabwehrsystemen abgeschossen werden k\u00f6nnen. &quot;Technisch ist das machbar&quot;, kommentierte William Alberque, ehemaliger Beamter f\u00fcr R\u00fcstungskontrolle bei der Nato, gegen\u00fcber dem &quot;Wall Street Journal&quot; das System Burewestnik. Aber mittlerweile seien Geschwindigkeit und Man\u00f6vrierf\u00e4higkeit wichtigere Faktoren.<\/p>\n<p>Denkbar w\u00e4re jedoch, dass Burewestnik seine hohe Reichweite nutzt, um potenzielle Gegner wie die USA aus Richtungen anzugreifen, die bislang weniger stark \u00fcberwacht sind &#8211; etwa indem er einmal um die Erde fliegt, um aus dem S\u00fcden anzufliegen. Allerdings k\u00f6nnten als Reaktion auch mehr Verteidigungsanlagen gebaut und Flugzeuge eingesetzt werden, so Nuklearwaffenexperte Lewis. &quot;Ich glaube also nicht, dass das System unbesiegbar ist, aber es ist Teil des sich versch\u00e4rfenden Wettr\u00fcstens, in dem wir uns befinden.&quot;<\/p>\n<h2>USA stampften eigenes Programm ein<\/h2>\n<p>Bisher ist nicht bekannt, dass ein weiterer Staat an einem nuklearen Marschflugk\u00f6rper arbeitet. Die Vereinigten Staaten haben in den 1950er und 1960er Jahren ebenfalls mit nuklearen Antrieben experimentiert. Nach erfolgreichen Tests wurde das Projekt Pluto, das einen atomar best\u00fcckbaren Marschflugk\u00f6rper mit hoher Reichweite vorsah, jedoch beendet. Grund waren Bedenken, dass der radioaktive Aussto\u00df des Systems Menschen auf den Flugbahnen verstrahlen k\u00f6nnte. Vor allem aber verf\u00fcgten die USA Anfang der 1960er Jahre bereits \u00fcber Interkontinentalraketen, welche als besser geeignet f\u00fcr die atomare Abschreckung galten. <\/p>\n<p>Bereits in der Vergangenheit haben Experten die Frage diskutiert, ob Burewestnik radioaktive Abgase ausst\u00f6\u00dft. Das w\u00e4re der Fall, wenn es sich um ein offenes System handelt, bei dem die Luft durch den Reaktorkern str\u00f6mt. Im Westen war die Rede von einem &quot;fliegenden Tschernobyl&quot;. Denkbar ist aber auch ein geschlossenes System, bei dem der Reaktorkern nicht mit der Luft in Ber\u00fchrung kommt. Unklar bleibt, welches Konzept bei Burewestnik umgesetzt wurde. Der im Exil lebende russische Nuklearexperte Pavel Podvig geht allerdings davon aus, dass es bereits entdeckt worden w\u00e4re, wenn der Marschflugk\u00f6rper einen radioaktiven Auslass h\u00e4tte, wie er gegen\u00fcber der Deutschen Welle sagte.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, kst<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen Russlands Pr\u00e4sident Putin hatte den Marschflugk\u00f6rper erstmals 2018 vorgestellt &#8211; seitdem macht er jedoch vor allem negative Schlagzeilen. 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