{"id":3062,"date":"2020-10-09T02:13:52","date_gmt":"2020-10-08T23:13:52","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-konjunkturpaket-dustere-prognosen\/"},"modified":"2020-10-09T02:13:52","modified_gmt":"2020-10-08T23:13:52","slug":"us-konjunkturpaket-dustere-prognosen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/us-konjunkturpaket-dustere-prognosen\/","title":{"rendered":"US-Konjunkturpaket: D\u00fcstere Prognosen"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/164e6504-74d8-4afe-8ab3-d098231f7a8f_w948_r1.77_fpx42.66_fpy50.jpg\" title=\"Obdachloser in Los Angeles\" alt=\"Obdachloser in Los Angeles\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Obdachloser in Los Angeles<\/p>\n<p>  Foto:\u2002MARIO TAMA\/ AFP  <\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr Donald Trumps j\u00fcngste konjunkturpolitische Kapriolen gibt es eine Reihe m\u00f6glicher Erkl\u00e4rungen. Eine ist besonders beunruhigend: Der Pr\u00e4sident sei wegen seiner Corona-Medikation wom\u00f6glich nicht ganz klar im Kopf, deutete die demokratische Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi an. Nach Aussage mancher Mediziner h\u00e4tten Steroide, wie Trump sie bekommt, &quot;einen Einfluss auf das Denken&quot;, so die Sprecherin des Repr\u00e4sentantenhauses.<\/p>\n<p>Das Wei\u00dfe Haus wies Pelosis Unterstellung umgehend zur\u00fcck. Doch auch die Republikaner hat der schlingernde Alleingang ihres Oberbefehlshabers kalt erwischt.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Am Dienstagnachmittag hatte Trump die Verhandlungen seines Finanzministers mit den Demokraten \u00fcber ein weiteres Konjunkturpaket gegen dessen Rat abrupt gestoppt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Vier Stunden sp\u00e4ter folgte eine verbale Volte.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Am Abend forderte der Pr\u00e4sident den Kongress ultimativ auf, sofort eine Reihe von Milliarden-Ma\u00dfnahmen zu beschlie\u00dfen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Am Donnerstag schlie\u00dflich behauptete er forsch, dank seiner Intervention h\u00e4tten beide Seiten nun wieder &quot;sehr produktive Verhandlungen&quot; aufgenommen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Zwischenzeit hatten ihm seine Berater wom\u00f6glich klargemacht, dass er sich mit dem Abbruch der Gespr\u00e4che selbst schadet. Trump m\u00fcsste das allergr\u00f6\u00dfte Interesse an einer Einigung haben, sagt Jeremy Lawson von Aberdeen Standard Investments. Das Tempo der Wirtschaftserholung habe sich verlangsamt, sagte er dem Nachrichtenmagazin &quot;Politico&quot;. Mangels weiterer staatlicher Hilfen.<\/p>\n<p>Trumps fordert drei neue Ma\u00dfnahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>25 Milliarden Dollar f\u00fcr die Fluggesellschaften.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>135 Milliarden Dollar f\u00fcr kleinere Unternehmen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Einen weiteren 1200-Dollar-Stimulus-Scheck f\u00fcr alle Amerikaner.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ma\u00dfnahmen sollen isoliert beschlossen werden. Die Demokraten d\u00fcrfte das wenig begeistern. Sie haben im Repr\u00e4sentantenhaus ein 2,2-Billionen-Dollar-Programm verabschiedet, das Hilfen f\u00fcr Arbeitslose, aber auch Unterst\u00fctzung f\u00fcr die von der Krise gebeutelten Bundesstaaten und Gemeinden vorsieht.<\/p>\n<p>Trumps abgespeckte Version w\u00fcrde &quot;nur dem Wei\u00dfen Haus helfen, w\u00e4hrend es f\u00fcr die Demokraten wenig Nutzen hat&quot;, schlussfolgert die Beratungsfirma BCA Research. Die Chancen, so einen auf einen Durchbruch bei den Verhandlungen zu erzielen? Gleich null. Den Investoren, die jetzt immer noch auf das Zustandekommen eines Deals hofften, drohe &quot;eine h\u00e4ssliche \u00dcberraschung&quot;, warnen die Experten.<\/p>\n<p>Die B\u00f6rse ist auf diesem Ohr &#8211; noch &#8211; taub. Am Donnerstag lie\u00dfen die Berichte, dass nun doch wieder verhandelt wird, die Kurse zun\u00e4chst steigen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind die Inhalte eines weiteren Hilfsprogramms nicht nur zwischen den politischen Gegnern strittig. Auch mehrere republikanische Senatoren lehnen angesichts der explodierenden Staatsverschuldung neue Ausgaben ab. Die Regierung sollte sich auf die Wieder\u00f6ffnung der Wirtschaft konzentrieren, statt &quot;einfach Billionen von Dollar raus aus Washington zu schaufeln&quot;, sagte der texanische Senator Ted Cruz bereits im Sommer.<\/p>\n<p>Dabei sind sich \u00d6konomen \u2013 jenseits des Kongresses \u2013  so einig wie selten: Amerika braucht einen zus\u00e4tzlichen Impuls, um aus der Corona-Krise zu kommen. Je l\u00e4nger die Durststrecke dauert, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Gefahr, dass tausende Unternehmer endg\u00fcltig aufgeben und die Wirtschaft es nicht mehr zur\u00fcck auf ihren Vor-Covid-Wachstumspfad schafft.<\/p>\n<p>Schon gibt es Bef\u00fcrchtungen, dass sich die schleppende Erholung der Wirtschaft wie nach der globalen Finanzkrise wiederholt. Ohne ein Konjunkturpaket werde die Wirtschaft zwar nicht &quot;von der Klippe st\u00fcrzen&quot;, sagte Julia Coronado, Pr\u00e4sidentin des Forschungsinstituts MacroPolicy Perspectives dem &quot;Wall Street Journal&quot;. Doch die Erholung k\u00f6nnte &quot;ins Knirschen&quot; geraten.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Konjunkturdaten st\u00fctzen diese Skepsis:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Im August ist das <strong>Einkommen <\/strong>der Haushalte um 2,7 Prozent gesunken.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die <strong>Arbeitslosenrate <\/strong>liegt unter acht Prozent, aber immer noch erhalten mehr als 26 Millionen Menschen staatliche Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Zahl der <strong>Langzeitarbeitslosen <\/strong>steigt.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Und die <strong>Erwerbsquote<\/strong>, also der Anteil der erwerbsf\u00e4higen Arbeitnehmer an der Bev\u00f6lkerung, liegt deutlich niedriger als im Februar.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Viele Konzerne haben <strong>Entlassungswellen <\/strong>angek\u00fcndigt. American Airlines und United wollen mehr als 30.000 Besch\u00e4ftigte auf die Stra\u00dfe setzen, Walt Disney baut 28.000 Stellen ab.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn ein umfassendes Konjunkturpaket ausbleibe, werde das die US-Wirtschaft auf ihrem Erholungspfad um sechs Monate zur\u00fcckwerfen, waren die Volkswirte der Investmentbank Morgan Stanley. Das Vor-Covid-Niveau w\u00fcrde dann erst Ende 2021 wieder erreicht.<\/p>\n<p>Viele \u00d6konomen haben eine Einigung auf ein zweites Hilfspaket in ihre Prognosen eingebaut und korrigieren nun die Erwartungen. So rechnet Jay Bryson, Chefvolkswirt der Bank Wells Fargo, damit, dass die Wachstumsrate im vierten Quartal in den &quot;mittleren einstelligen Bereich&quot; zur\u00fcckf\u00e4llt. &quot;Das macht die Wirtschaft verletzlicher, falls ein neuer Schock kommt&quot;, warnt er.<\/p>\n<p>Joe Brusuelas von RSM, einem Netzwerk von Wirtschaftspr\u00fcfungs- und Steuerberatungsgesellschaften, geht von einem Minus von 3,6 Prozent f\u00fcr das Gesamtjahr 2020 aus. Angesichts der stockenden Konjunkturgespr\u00e4che, der Unsicherheit \u00fcber den Ausgang der US-Wahl und der wachsenden Wahrscheinlichkeit einer neuen Infektionswelle &quot;setzen wir die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine Rezession in den n\u00e4chsten zw\u00f6lf Monaten mit 50 Prozent an&quot;.<\/p>\n<p>Auch den W\u00e4hlern scheint zu schwanen, dass die Wirtschaft l\u00e4ngst nicht so gl\u00e4nzend dasteht, wie es der Pr\u00e4sident behauptet. In einer neuen Umfrage des Senders CNN unter registrierten W\u00e4hlern liegt Herausforderer Joe Biden bei der wirtschaftspolitischen Kompetenz nun mit dem Amtsinhaber gleichauf. Noch vor ein paar Monaten hatte Trump in dieser Frage einen Vorsprung von zw\u00f6lf Prozentpunkten.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Obdachloser in Los Angeles Foto:\u2002MARIO TAMA\/ AFP F\u00fcr Donald Trumps j\u00fcngste konjunkturpolitische Kapriolen gibt es eine Reihe m\u00f6glicher Erkl\u00e4rungen. 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