{"id":30460,"date":"2025-08-31T14:16:00","date_gmt":"2025-08-31T11:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/das-schwarze-herz-vergluht-putin-und-china-ruinieren-russlands-kohleindustrie\/"},"modified":"2025-08-31T14:16:00","modified_gmt":"2025-08-31T11:16:00","slug":"das-schwarze-herz-vergluht-putin-und-china-ruinieren-russlands-kohleindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/das-schwarze-herz-vergluht-putin-und-china-ruinieren-russlands-kohleindustrie\/","title":{"rendered":"Das schwarze Herz vergl\u00fcht: Putin und China ruinieren Russlands Kohleindustrie"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Ein Kohleverladeterminal in Wanino an der russischen Pazifikk\u00fcste - der Weg dorthin war weit.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25996914-1756460698000\/16-9\/750\/543724361.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Ein Kohleverladeterminal in Wanino an der russischen Pazifikk\u00fcste &#8211; der Weg dorthin war weit.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u200bDer Kusbass ist ein riesiges Kohlerevier im S\u00fcdwesten von Sibirien. Doch die Branche ist hoch verschuldet. Zwei Drittel der Unternehmen schreiben rote Zahlen. Viele Bergleute warten seit Monaten auf ihren Lohn. Die Ursachen? Wladimir Putins Krieg &#8211; und eine Ver\u00e4nderung in China.<\/strong><\/p>\n<p>Der russische Angriff auf die Ukraine war ein Segen f\u00fcr die russische Kohleindustrie. Anfangs jedenfalls. Russische Kohle wurde von der EU zwar mit einem Einfuhrverbot belegt, aber die Energiekrise in Europa hat den Kohlepreis weltweit in die H\u00f6he getrieben. Exporte in L\u00e4nder wie China waren pl\u00f6tzlich Gold wert, die Einnahmen gingen sprunghaft nach oben.<\/p>\n<p>Doch die Euphorie war von kurzer Dauer: Das russische Exil-Portal &quot;The Insider&quot; berichtet, dass 2024 ein katastrophales Jahr f\u00fcr die Branche war, mit Verlusten von umgerechnet 1,5 Milliarden US-Dollar. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Treibstoffmangel-in-Russland-fuehrt-zu-kilometerlangen-Staus-article25989835.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Stau Russland.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25989838-1756233352000\/16-9\/1136\/Stau-Russland.jpg\"\/>    02:52 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  27.08.25    Preise bis zu 50 Prozent gestiegen Treibstoffmangel in Russland f\u00fchrt zu kilometerlangen Staus    <\/p>\n<p>Dieses Jahr wird Prognosen zufolge noch schlimmer: Durch den Krieg stiegen die Kohlepreise Ende 2022 auf 400 US-Dollar pro Tonne. Inzwischen sind sie auf 60 bis 80 Dollar eingebrochen. In Russland finden selbst gro\u00dfe Kohleunternehmen keine Abnehmer mehr. Etwa zwei Drittel schreiben rote Zahlen. Bereits im Mai war das Minus der Branche so gro\u00df wie im gesamten vergangenen Jahr. Bis zum Jahresende soll sich die Summe verdreifachen. Das russische Energieministerium rechnet mit einem Verlust von umgerechnet 4,4 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<h2>27 Unternehmen vor der Insolvenz<\/h2>\n<p>Wie schlecht die Lage ist, zeigt ein Blick in den Kusbass, das &quot;schwarze Herz&quot; des Landes. Das Kusnezker Becken ist ein riesiges Steinkohlenrevier im S\u00fcdwesten von Sibirien &#8211; mit Kohleschichten, die im Schnitt anderthalb bis drei Meter dick sind. Nicht selten sind es auch 10, 15 oder sogar 30 Meter. <\/p>\n<p>Etwa 60 Prozent der russischen Steinkohle werden hier gef\u00f6rdert. Dazu kommen 80 Prozent der Kokskohle f\u00fcr die Stahlindustrie. Doch immer mehr Unternehmen im Kusbass m\u00fcssen ihre Produktion drosseln. Laut der &quot;Moscow Times&quot; wurden in den vergangenen Jahren bereits 17 Bergwerke geschlossen. Einige von ihnen dauerhaft. Nach Angaben des russischen Energieministeriums stehen 27 weitere Unternehmen kurz vor der Insolvenz.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Ukrainische-Drohnenangriffe-treiben-Benzinpreis-in-Russland-auf-Rekordhoch-article25975774.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"imago792760388.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25975781-1755667149000\/17-6\/1136\/imago792760388.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  20.08.25    Kreml verl\u00e4ngert Exportverbot Ukrainische Drohnenangriffe treiben Benzinpreis in Russland auf Rekordhoch    <\/p>\n<p>Dramatische Folgen hat das auch f\u00fcr die Arbeiter: Viele Bergleute im Kusbass haben den Berichten zufolge seit Monaten keinen Lohn mehr bekommen. Die Rede ist von Hungerstreiks und der Hoffnung, dass die F\u00fchrung in Moskau eingreift. Bisher vergeblich. Die russische Regierung hat Bergleute bis November von den Sozialabgaben befreit, um Unruhen zu vermeiden. Ein winziger Trost, wenn der Arbeitsplatz vernichtet wird. <\/p>\n<h2>Dasselbe Problem wie Gazprom<\/h2>\n<p>Selbsthilfe scheint ebenfalls ausgeschlossen. Die Kohleindustrie steht bei russischen Banken bereits mit mehr als 15 Milliarden US-Dollar in der Kreide. Der Schuldenberg w\u00e4chst stetig. Um ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, m\u00fcssen die Kohleunternehmen Kredite aufnehmen. Bei Leitzinsen im Bereich von 20 Prozent gleicht der Gang zur Bank allerdings einem finanziellen Selbstmord.<\/p>\n<p>Denn an der Ursache der Misere \u00e4ndert kein noch so hoher Kredit etwas. Die Kohleindustrie hat dasselbe Problem wie Gazprom, das einstige Vorzeigeunternehmen in Putins Rohstoffimperium. Die russische Infrastruktur f\u00fcr Rohstoffexporte f\u00fchrt nach Westen. Pipelines, Autobahnen, Schienen und H\u00e4fen wurden jahrzehntelang mit Europa als Abnehmer im Blick entworfen, entwickelt und gebaut.<\/p>\n<p> <strong>Wo finde ich &quot;Wieder was gelernt&quot;?<\/strong> <\/p>\n<p>Dieser Text ist eigentlich ein Podcast: Alle Folgen von &quot;Wieder was gelernt&quot; finden Sie in der ntv-App, bei RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den RSS-Feed verwenden.<\/p>\n<p>Seit Kriegsbeginn geht der Blick zwangsweise nach Osten. Dort f\u00fchren jedoch nur zwei Bahnstrecken hin: die Transsibirische Eisenbahn und die Baikal-Amur-Magistrale. Erstere war laut &quot;Insider&quot; sofort \u00fcberlastet, letztere wurde inzwischen ausgebaut und elektrifiziert. Dennoch bleibt das Transportangebot geringer als fr\u00fcher. Der Wettbewerb mit anderen Branchen treibt die Kosten nach oben, die deutlich l\u00e4ngere Strecke auch. Falls die Kohle \u00fcberhaupt auf der Schiene transportiert werden kann oder einen Umweg \u00fcber einen Hafen und die See nehmen muss.<\/p>\n<p>Je tiefer die Weltmarktpreise fallen, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Belastung. Die russische Kohleindustrie wird von der internationalen Konkurrenz abgeh\u00e4ngt. <\/p>\n<h2>Kehrtwende von China<\/h2>\n<p>Erschwert wird die Lage durch eine neue Entwicklung: In den vergangenen drei Jahren gingen 44 Prozent der russischen Exporte nach China. Die Volksrepublik ben\u00f6tigt Kohle f\u00fcr die Stromerzeugung und f\u00fcr ihre Stahlindustrie. Zuletzt brach die Nachfrage allerdings in beiden Bereichen ein: China hat seine Importe im ersten Halbjahr um 25 Prozent reduziert. <\/p>\n<p>Einerseits, weil auch die chinesische Wirtschaft nicht frei von Problemen ist. Die Stahlnachfrage ist ged\u00e4mpft, auch aus Sorge vor amerikanischen Strafz\u00f6llen. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Zeigt-wie-stark-Russland-von-China-abhaengig-ist-article25996484.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"rm.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25996576-1756454570000\/16-9\/1136\/rm.jpg\"\/>    03:34 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  29.08.25    Munz \u00fcber Putins &quot;Gastgeschenk&quot; &quot;Zeigt, wie stark Russland von China abh\u00e4ngig ist&quot;    <\/p>\n<p>Andererseits war der chinesische Kohlebedarf in der Vergangenheit speziell im Sommer hoch, wenn Klimaanlagen und L\u00fcfter auf Hochtouren laufen und der Stromverbrauch nach oben schie\u00dft. Am Bedarf hat sich nichts ge\u00e4ndert. Trotzdem riefen chinesische Regierungsbeamte die heimische Kohleindustrie in diesem Jahr nicht wie fr\u00fcher dazu auf, die F\u00f6rderung zu erh\u00f6hen: Sie baten die Kohleunternehmen, die Produktion zu drosseln, weil Sonne und Wind die Sommerlast inzwischen immer h\u00e4ufiger allein tragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, dass China vollst\u00e4ndig von erneuerbaren Energien lebt. Die Volksrepublik st\u00f6\u00dft nach wie vor mehr Emissionen aus als jedes andere Land der Welt und hat im ersten Halbjahr so viele neue Kohlekraftwerke ans Netz angeschlossen wie seit neun Jahren nicht mehr. Das sind inzwischen aber eher Besch\u00e4ftigungsma\u00dfnahmen als alles andere: In vielen Provinzen h\u00e4ngen Arbeitspl\u00e4tze von der Kohleindustrie ab. China baut Kohlekraftwerke, die es nie brauchen wird. <\/p>\n<p>Das wahre Bild zeigt sich bei den Emissionen: Im ersten Halbjahr sank der CO2-Aussto\u00df der Volksrepublik verglichen mit dem Vorjahr um ein Prozent &#8211; trotz Wirtschaftswachstums.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Sterben-ist-in-Russland-profitabler-als-Leben-article25965083.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"426763513.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25965186-1755163472000\/17-6\/1136\/426763513.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  14.08.25    Putins \u00d6konomie des Todes Sterben ist in Russland profitabler als Leben    <\/p>\n<h2>Probleme summieren sich<\/h2>\n<p>Das sind gute Nachrichten f\u00fcr die gesamte Welt &#8211; au\u00dfer f\u00fcr die russische Kohleindustrie. &quot;Viele Kohleunternehmen sind zum Untergang verurteilt&quot;, sagt ein russischer Energieexperte in der &quot;Moscow Times&quot;. &quot;Die weltweite Nachfrage nach Kohle steigt zwar, aber sie wird nur dort abgebaut, wo die F\u00f6rderung rentabel ist. In Russland sind sowohl der Abbau als auch der Transport teuer.&quot;<\/p>\n<p>F\u00fcr Wladimir Putin summieren sich somit die Probleme im russischen Kerngesch\u00e4ft. Gazprom steht seinetwegen vor einem Scherbenhaufen. Die russische \u00d6lindustrie wei\u00df keine Antwort auf ukrainische Drohnenangriffe. Nun steht auch russische Kohleindustrie vor dem Zusammenbruch. <\/p>\n<p> <strong>&quot;Wieder was gelernt&quot;-Podcast<\/strong> <\/p>\n<p>Dieser Text ist eigentlich ein Podcast: Welche Region schickt nur Verlierer in den Bundestag? Warum stirbt Ostdeutschland aus? Wieso geht dem Iran das Wasser aus? Welche Anspr\u00fcche haben Donald Trump und die USA auf Gr\u00f6nland? <\/p>\n<p>&quot;Wieder was gelernt&quot; ist ein Podcast f\u00fcr Neugierige. H\u00f6ren Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein wenig schlauer.<\/p>\n<p>Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den RSS-Feed verwenden.<\/p>\n<p>Sie haben eine Frage? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an podcasts@ntv.de<\/p>\n<p>                                               *Datenschutz               <\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Ein Kohleverladeterminal in Wanino an der russischen Pazifikk\u00fcste &#8211; der Weg dorthin war weit. \u200bDer Kusbass ist ein riesiges Kohlerevier im S\u00fcdwesten von Sibirien. 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